Haarausfall nach Trennung: Ursachen und Behandlung

Nicht nur körperliche Grunderkrankungen oder Autoimmunprozesse können für Haarausfall sorgen - auch Stress kann die Haarpracht ausdünnen. Tatsächlich kann auch ein stark erhöhter Stresspegel zu Haarausfall führen. Stress als Ursache des Haarausfalls zu erkennen, ist nicht immer einfach. Im Folgenden klären wir über Hintergründe und Maßnahmen gegen den Haarausfall durch Stress auf.

Dass jeden Tag bis zu 100 Haare ausfallen, ist völlig normal. Ist es über einen längeren Zeitraum deutlich mehr, spricht man von Haarausfall. Die Auslöser sind vielfältige körperliche und psychische Erkrankungen. Meist führt Stress zu diffusem Haarausfall. Das bedeutet, das Haar wird insgesamt ausgedünnt. Gelegentlich können auch einzelne Stellen der Kopfhaut verstärkt betroffen sein.

Liegen zusätzlich andere Ursachen dem diffusen Haarverlust zugrunde, wie Eisenmangel, Hormonschwankungen (beides vor allem bei Frauen häufig) oder Infektionen, kann Stress agravierend wirken. Über den Verlauf des diffusen Haarausfalls bei Stress lässt sich keine generelle Aussage treffen. Wird die Ursache beseitigt, kann sich das Haar erholen und wächst in der Regel innerhalb eines halben Jahres wieder nach. Bei fortbestehendem Stress kann der Haarverlust fortschreiten und das Haar zunehmend ausdünnen. Eine komplette Glatze entsteht in der Regel nicht.

Bei vielen Erkrankungen hängen Körper und Psyche eng zusammen. So kann auch Stress zu körperlichen Symptomen wie Haarausfall führen. Man geht jedoch davon aus, dass eine Beeinflussung des Immunsystems und verschiedener Hormone eine Rolle spielen. Das sind Botenstoffe, die für die Kommunikation zwischen verschiedenen Zellen verantwortlich sind. Der Auslöser kann bei Jedem unterschiedlich sein.

Haarausfall adé: Effektive Wege, um Haarausfall zu stoppen und das Haarwachstum zu fördern!

Viel Stress zuhause, chronischer Stress auf der Arbeit, ein belastendes Lebensereignis wie eine Scheidung oder der Tod eines Angehörigen sind mögliche Gründe. Auch Erfahrungen von körperlicher oder seelischer Gewalt können für Haarausfall sorgen.

Der Teufelskreis von Stress und Haarausfall

Manchmal kommt es zu einem Teufelskreis: Der stressbedingte Haarausfall führt erneut zu Stress, was wiederum noch mehr Haare ausfallen lässt. Zudem begünstigt Stress weitere Verhaltensweisen, die Haarausfall zur Folge haben können. Man achtet weniger auf seine Ernährung. Für eine sorgfältige Haarpflege ist weniger Zeit, schon gar nicht für eine Kopfhautmassage oder das Auftragen eines hochwertigen Öls.

Damit der Haarausfall nicht immer weiter verstärkt wird, muss dieser Kreislauf durchbrochen werden. Wer Stress nicht ganz vermeiden kann, sollte zumindest an seinem Umgang mit stressigen Situationen arbeiten. Nur wer sich zwischendurch Pausen gönnt, für Entspannung sorgt und Körper und Geist mal runterfährt, hat eine Chance, den Haarausfall zu stoppen. Um das Haarwachstum wieder zu fördern, können bio-regenerative Methoden zusätzlich helfen.

Wie Stress die Haare beeinflusst

Durch Stresshormone wird die Wachstumsphase der Haare verkürzt. Dadurch geht die Haarwurzel vorzeitig in einen Ruhezustand über und das Haar wächst nicht weiter. Nach ungefähr zwei bis drei Monaten fällt es schließlich aus. Diese Zeitspanne erklärt auch, warum eine zeitliche Latenz zwischen auslösendem Ereignis und dem Symptom Haarausfall besteht. Die Haarwurzel nimmt aber keinen direkten Schaden. Bleibende Schäden sind normalerweise nicht zu erwarten.

Die Haarwurzel kann anschließend wieder normale Haare bilden und auch die Wachstumsphase kann wieder auf die vorherige Länge ausgedehnt werden. Hält der Stresszustand und damit der Entzündungszustand an der Haarwurzel jedoch über einen sehr langen Zeitraum an, kann die Haarwurzel durch die Strapazen absterben und keine neuen Haare mehr bilden. Deshalb ist es wichtig, den Haarausfalls so früh wie möglich zu stoppen.

Maßnahmen zur Stressreduktion und Förderung des Haarwachstums

Stress vermeiden ist leicht gesagt - dennoch gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, Körper und Geist Pausen zu gönnen. Stress bedeutet für jeden Menschen etwas anderes. Ein guter Tipp ist es, individuelle Hobbys weiterzuführen, auch wenn man viel zu tun hat. Die intensive Beschäftigung mit den eigenen Interessen macht Spaß, wirkt depressiver Stimmung entgegen und hilft abzuschalten. Viele bekommen durch Sport, Bewegung oder Spazierengehen an der frischen Luft den Kopf frei.

Genauso, wie man die Zeit für Freunde oder Termine festlegt, sollte man aber auch einen festen Termin mit sich selbst ausmachen. Viele Menschen haben das Problem, wenn sie in diesen Ruhephasen überhaupt nichts machen, dass die Gedanken kreisen, man nicht zur Ruhe kommt, nicht abschalten kann. Helfen können entspannende Aktivitäten, die einen beschäftigen, aber trotzdem gut abschalten lassen. Manche hören gerne Musik und versinken völlig darin, anderen hilft ein Termin zur Massage, um sich selbst und dem Körper etwas Gutes zu tun. Um Bewegung und Entspannung zu kombinieren, bieten sich Sportarten wie Yoga oder Tai Chi an.

Oft unterschätzt, aber enorm wichtig ist ausreichender Schlaf. In dieser Zeit kommt der Körper zur Ruhe und regeneriert sich. Jeder benötigt unterschiedlich viel Schlaf, um wirklich ausgeruht zu sein. Bei den meisten Menschen sind es ungefähr sieben bis acht Stunden pro Tag. Der Tagesablauf und die Umgebung sollten so angepasst werden, dass einem ruhigen und erholsamen Schlaf nichts im Wege steht. Tagsüber aktiv sein, sich beim Sport auspowern, abends eher ruhige Aktivitäten wie lesen einplanen. Kurz vorm Schlafengehen sollte kein Handy oder Tablet mehr benutzt werden, weil das abgestrahlte blaue Licht aktivierend wirkt. Um Spannungen zu lösen, kann es helfen, mit Freunden oder Familie über belastende und stressige Situationen zu sprechen.

Um Stresssituationen von Beginn an zu vermeiden, kann es helfen, den Arbeitstag gut zu planen. Ein realistischer Zeitplan gibt Struktur und Orientierung. Für die Workaholics unter Ihnen: Irgendwann ist bei Jedem der Akku leer.

Bio-regenerative Therapien und zusätzliche Maßnahmen

Liegt eine Grunderkrankung wie die Alopecia areata vor, die durch Stress verstärkt wird, sollte die übliche Behandlung des kreisrunden Haarausfalls fortgeführt werden. Zu den bio-regenerativen Therapien zählt die PRP-Therapie (PRP= Platelet Rich Plasma). Es handelt sich um eine Eigenbluttherapie. Dem Patienten wird Blut entnommen und in einem speziellen Verfahren aufbereitet. Dadurch entsteht konzentriertes Blutplasma, was zusätzlich viele Blutplättchen enthält. Dieses Serum ist reich an Zytokinen und Wachstumsfaktoren. Es kann die ruhende Haarwurzel wieder reaktivieren, für ein Wiedereinsetzen des Haarwachstums und eine Kräftigung der Haare sorgen. Kombiniert mit einer Low-Level-Laser-Therapie wirkt die Therapie noch besser.

Bei der LLL-Therapie erfolgt eine gezielte Behandlung der Kopfhaut mit einem medizinischen Laser, dadurch wird die Durchblutung der Haarfollikel angeregt und das Haarwachstum beschleunigt. Als Methode aus der Alternativmedizin kommt eine Mesotherapie infrage, bei der spezielle Medikamente, homöopathische Stoffe, Vitamine, Nährstoffe oder Hyaluronsäure in die Kopfhaut injiziert werden, um das Haarwachstum anzuregen.

Oft hilft es nicht, nur Stressfaktoren zu reduzieren. Zusätzlich ist eine ausreichende Nährstoffversorgung und Pflege der Haare notwendig. Die Ernährung sollte ausgewogen sein, die empfohlenen Mengen an Vitaminen und Spurenelementen enthalten. Spezielle Ernährungsformen (vegetarisch oder vegan) oder bestimmte körperliche Umstände wie Magen-Darm-Erkrankungen, Essstörungen, hohe sportliche Aktivität, Schwangerschaft oder eine starke Menstruationsblutung können eine Unterversorgung einiger Nährstoffe bedingen. Die Haarpflege sollte möglichst schonend sein. Zusätzliche Strapazen für die Haare sollten vermieden werden. Häufiges Färben oder Tönen kann das Haar austrocknen. Heißes Föhnen, Glätteisen oder Lockenstab setzen dem Haar ebenfalls stark zu. Selbst die falsche Frisur kann Haarausfall begünstigen: Hohe Zugbelastung durch straffe oder enge Zöpfe kann zur Haarbruch und Haarverlust führen.

Reversibilität und langfristige Lösungen

Stressbedingter Haarausfall ist prinzipiell reversibel - die gestressten Haarwurzeln sind meistens nicht unwiederbringlich geschädigt, sondern nur in einem Ruhezustand. Es kann aber vorkommen, dass die Haare nicht mehr vollständig so wachsen wie früher. Wenn die Ursache des Haarausfalls behoben wurde, das Haarwachstum wieder normal abläuft, aber trotzdem über einen längeren Zeitraum Lücken im Haar bleiben, können diese mit einer Haartransplantation wieder aufgefüllt werden. Die modernste Form der Haartransplantation ist die IFUE-Methode. Bei dieser minimal-invasiven Technik werden einzelne follikuläre Einheiten aus dicht behaarten Spenderbereichen entnommen.

Wenn Sie unter stressbedingtem Haarausfall leiden, wenden Sie sich frühzeitig an einen Spezialisten für Haarausfall-Behandlungen.

Zusammenfassung der Behandlungsmethoden

Hier ist eine Tabelle, die die verschiedenen Behandlungsmethoden und ihre jeweiligen Vorteile zusammenfasst:

Behandlungsmethode Beschreibung Vorteile
Stressreduktion Entspannungstechniken, Hobbys, Sport, Schlaf Natürliche Methode, verbessert allgemeines Wohlbefinden
Ernährungsumstellung Ausgewogene Ernährung, Nahrungsergänzungsmittel Versorgt den Körper mit wichtigen Nährstoffen
PRP-Therapie Eigenbluttherapie mit Wachstumsfaktoren Reaktiviert Haarwurzeln, kräftigt das Haar
Low-Level-Laser-Therapie (LLLT) Behandlung mit medizinischem Laser Fördert die Durchblutung der Kopfhaut, beschleunigt Haarwachstum
Mesotherapie Injektion von Medikamenten, Vitaminen in die Kopfhaut Regt das Haarwachstum an
Haartransplantation (IFUE-Methode) Minimal-invasive Entnahme und Transplantation von Haarfollikeln Dauerhafte Lösung bei Lücken im Haar

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