Haarausfall nach Entfernung der Mirena: Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Viele Frauen erleben nach dem Entfernen der Mirena-Spirale Haarausfall. Dieser Artikel beleuchtet die möglichen Ursachen und Behandlungsansätze.

Mögliche Ursachen für Haarausfall nach der Entfernung der Mirena

Einem Haarausfall können verschiedene Ursachen zugrunde liegen, wobei oft mehrere Faktoren eine Rolle spielen. Hier sind einige mögliche Ursachen:

Hormonelle Veränderungen

Die Mirena-Spirale setzt den Wirkstoff Levonorgestrel frei, der eine androgene Partialwirkung hat. Dieser Wirkstoff kann theoretisch zu Haarausfall beitragen, auch wenn die Spirale vornehmlich lokal in der Gebärmutter wirkt. Nach dem Entfernen der Spirale kann sich der Körper hormonell umstellen, was zu Haarausfall führen kann.

PCOS (Polyzystisches Ovarialsyndrom)

Das PCOS kann ebenfalls mit Haarausfall vergesellschaftet sein, da es zu einem Überschuss an männlichen Hormonen kommt. Diese Hormone können Zyklusstörungen, Hautprobleme und vermehrten Haarwuchs im Gesicht sowie Haarausfall verursachen.

Weitere hormonelle Ursachen

Folgende Hormonauffälligkeiten können eine mögliche Ursache für Haarausfall darstellen:

  • Estradiol: Zu wenig, besonders wenn das Verhältnis zu Testosteron auffallend groß ist (Estradiol:Testosteron = größer als 1:10).
  • Testosteron: Zu wenig.
  • Adrenalin: Zu hoch.
  • Schilddrüsenhormone fT3 und fT4: Zu viel oder zu wenig.

Beide Schilddrüsen-Extreme können für Haarausfall in verschiedener Ausprägung verantwortlich sein.

Nährstoffmängel und andere Faktoren

Zu Recht wird oft erst einmal auf fehlende Nährstoffe und eine Übersäuerung hingewiesen. Andere Faktoren können ebenfalls hinter Haarausfall stecken, z.B. Eisenmangel oder Vergiftungen und sollten überprüft werden.

Haarausfall bei Frauen: Welche Medikamente und Behandlungen helfen? | ARD GESUND

Diagnose und Behandlung

Diagnose

Zur Diagnose der androgenetischen Alopezie sind keine aufwändigen Untersuchungen erforderlich, häufig nicht einmal Blutuntersuchungen. Der Haarexperte erkennt die zugrunde liegende Störung in den meisten Fällen durch Inspektion der Kopfhaut und des Haarlichtungsmusters.

Geschlechtshormone: Freies Estradiol und freies Testosteron überprüfen. Eine Messung per Speichelhormontest kann von zu Hause aus erfolgen. Bei Frauen mit Regelblutungen sollte die Testung möglichst am 20. Zyklustag erfolgen, bei Frauen ohne Regelblutungen, Kindern und Männern in einer symptomreichen Phase.

Behandlungsmöglichkeiten

Es gibt verschiedene Therapieansätze, um Haarausfall nach der Entfernung der Mirena-Spirale zu behandeln:

  • Minoxidil: Minoxidil-Externa können den Haarverlust bei 80-90 % der Betroffenen stoppen, bei etwa 50 % verdichtete sich das Haarkleid sichtbar. Die Anwendung sollte zweimal täglich erfolgen.
  • Nahrungsergänzungsmittel: Mikronährstoffe können sich positiv auf das Haarwachstum auswirken. Haarfollikel von Frauen mit androgenetischer Alopezie weisen oft einen Mangel an Panthothensäure, Biotin und L-Cystin auf.
  • Antiandrogene: Bei diagnostiziertem PCOS kann eine Pille mit einem antiandrogen wirksamen Gelbkörperhormon erwogen werden.
  • Östrogene: Östrogene können erwogen werden, wenn keine Auffälligkeiten in der Labordiagnostik vorliegen.
  • Koffeinhaltige Shampoos: Zusätzlich lässt sich der Haarwuchs mit einem koffeinhaltigen Shampoo fördern.

Wichtige Hinweise zur Minoxidil-Anwendung

  • Das Haarwasser sollte zweimal täglich aufgetragen werden.
  • Erst ca. 4 Stunden nach dem Auftragen kann eine Haarwäsche erfolgen.
  • Die Anwendung sollte ca. 2 Stunden vor dem Schlafen erfolgen, um eine Kontamination von Haut und Bettwäsche zu vermeiden (Hautirritationen).
  • Nach ca. 4 Wochen Therapie kann ein "shedding" auftreten, der Verlust von Telogenhaar, die Therapie darf nicht unterbrochen werden.
  • Erst nach ca. 6 Monaten kann die Effektivität bewertet werden.

Weitere Tipps

  • Haarwäsche: Sie können bedenkenlos Haare waschen, auch täglich. Haare waschen schadet den Haaren nicht.
  • Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung kann helfen, Nährstoffmängel auszugleichen.
  • Ärztliche Beratung: Suchen Sie einen Hautarzt oder Endokrinologen auf, um die Ursache des Haarausfalls zu klären und eine geeignete Therapie zu finden.

Zusammenhang zwischen hormoneller Verhütung und Haarausfall

Haarausfall durch Verhütungsmittel ist ein leidiges Thema für viele Frauen. Jedes Verhütungsmittel, das über die Zufuhr von Hormonen funktioniert, wirkt auf seine eigene Art und Weise. Unabhängig davon besteht jedoch bei allen hormonellen Verhütungsmitteln das Risiko auf Haarausfall.

Bekannte Auslöser sind:

  • Anti-Baby-Pille
  • Hormonimplantate auf reiner Gestagenbasis
  • Hochdosierte Hormonspiralen (Levonorgestrel)
  • Verhütungsspritze

Fallbeispiele und Erfahrungen

Viele Frauen berichten über Haarausfall im Zusammenhang mit der Mirena-Spirale. Einige Beispiele:

  • Eine 32-jährige Frau berichtet über Haarausfall nach dem Einsetzen der Mirena-Spirale und vermutet einen Zusammenhang.
  • Eine 42-jährige Frau stellte fest, dass kurz nachdem sie die Hormonspirale eingesetzt wurde, ihr Körper anfing, sich zu verändern. Sie hatte Bauchkrämpfe, Haarausfall, bekam unreine Haut und brüchige Nägel.
  • Eine andere Frau berichtet, dass sie nach dem Einsetzen der Hormonspirale unter Pickeln, Haarausfall und Libidoverlust litt.

Es ist wichtig, die eigenen Symptome ernst zu nehmen und mit einem Arzt zu besprechen, um die bestmögliche Lösung zu finden.

Hormon Mögliche Auswirkung bei Ungleichgewicht
Estradiol Haarausfall bei zu niedrigem Wert
Testosteron Haarausfall bei zu niedrigem Wert (entgegen der landläufigen Meinung)
Schilddrüsenhormone Haarausfall bei Über- oder Unterfunktion

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