Für viele Frauen ist Haarausfall ein sensibles Thema, das mit einem sinkenden Selbstwertgefühl und sogar Scham einhergeht. Zwischen 70 und 100 Kopfhaaren verliert ein Mensch pro Tag, was ganz normal ist und mit dem natürlichen Wachstumszyklus des Haares zusammenhängt. Doch viele Frauen leiden im Laufe ihres Lebens unter vermehrtem Haarausfall, der viele verschiedene Ursachen haben kann. So variiert auch die Dauer dieser Beschwerden, die manchmal nur kurzzeitig infolge hormoneller Veränderungen auftreten, wie zum Beispiel durch einer Schwangerschaft oder die Wechseljahre.
Sogar eine falsche Pflege- oder Stylingroutine sowie die Einnahme mancher Medikamente können die Ursache für vorübergehenden Haarausfall sein.
Östrogen und Progesteron - das sind die zwei Hormone, die hauptsächlich den weiblichen Zyklus bestimmen. Dabei leitet das Östrogen die ersten Hälfte des Zyklus bis hin zum Eisprung ein, während das Progesteron maßgeblich für die biologischen Prozesse der zweiten Zyklushälfte verantwortlich ist. Das Zusammenspiel beider Hormone ermöglicht also einen reibungslosen Ablauf des biologischen Fortpflanzungszyklus. In den Eierstöcken wird die Produktion von Östrogen angekurbelt. 20 bis 25 Follikel werden bereitgestellt, von denen letztlich aber nur einer heranreift. Durch den steigenden Östrogenwert glänzt Dein Haar und Hautunreinheiten heilen ab.
Der Follikel gibt die Eizelle frei, die daraufhin durch die Eileiter in den Gebärmutterhals transportiert wird. Wird sie befruchtet, nistet sie sich in die Gebärmutterschleimhaut ein. In dieser Phase strahlen Haut und Haar und auch das Energielevel ist vergleichsweise hoch. Der Follikel wird zum Gelbkörper und bildet das Hormon Progesteron sowie, in kleineren Mengen, auch Östrogen. Wenn die Eizelle innerhalb von 10 bis 12 Tagen nicht befruchtet wurde, stirbt der Gelbkörper ab. Dadurch sinkt die Östrogenkonzentration abrupt.
Kurz vor dem Einsetzen der Periode hast Du also vergleichsweise wenig Östrogen, aber viel Testosteron im Blut. Die Talgdrüsen Deiner Haut arbeiten deshalb auf Hochtouren: Verstopfte Poren, Hautunreinheiten und fettige Haare sind die Folgen. Über die Dauer des Zyklus schwankt die Geschwindigkeit, mit der Deine Haare wachsen.
Doch in den Wechseljahren gerät der weibliche Hormonhaushalt ordentlich durcheinander, das gewohnte Zusammenspiel von Östrogen und Progesteron funktioniert nicht mehr so einwandfrei. Diese Schwankungen im Hormonhaushalt führen häufig zu Haarausfall, der oft kurzfristig, manchmal aber auch dauerhaft ist.
Tatsächlich kann Haarausfall genetisch bedingt sein. Bis zu 40% aller betroffenen Frauen leiden unter erblich bedingtem Haarausfall. Hierbei spielt eine genetisch bedingte Überempfindlichkeit der Haarwurzel gegenüber dem körpereigenen Botenstoff Dihydrotestosteron (DHT) die entscheidende Rolle: DHT verkürzt nämlich die Wachstumsphase des Haares, bis es immer dünner wird und schließlich ausfälllt. Dass Frauen erst in voranschreitendem Alter unter Haarausfall leiden, hängt damit zusammen, dass das weibliche Sexualhormon Östrogen eigentlich vor dem negativen Effekt von DHT schützt.
Die gute Nachricht zuerst: Psychisch bedingter Haarausfall ist nicht permanent. Sobald die Seele sich erholt hat, wachsen auch die Haare nach. Allerdings befinden sich betroffene Frauen oft in einem Teufelskreis: mit jedem ausfallenden Haar wächst der Stress - und gleichzeitig löst Stress seinerseits wieder Haarausfall aus. Hier spricht man von "diffusem Haarausfall", der sowohl Männer als auch Frauen treffen kann. Ein Auslöser hierfür ist das Stresshormon Cortisol, durch das das Haarwachstum gehemmt wird. Außerdem erhöht sich die Anzahl an Nervenfasern, die die einzelnen Haarfollikel umgeben. Verschiedene Botenstoffe werden über diese Nervenfasern freigesetzt, auch jene, die Abwehrzellen reizen. Es kommt dann zu einer neurogenen Entzündung und die Zellen sterben vermehrt ab.
Tatsächlich können Krankheiten und Medikamente genau wie Stress zu einem diffusem Haarausfall führen. Durch die starke körperliche Belastung bei zum Beispiel Viruserkankungen, Corona, Schilddrüsenüberfunktionen, Schilddrüsenunterfunktionen, Nährstoffmangel, Strahlen- und Chemotherapien löst der Körper eine Art Schutzmechanismus aus. Nährstoffe und Vitamine werden in kritische Bereiche umgeleitet. Dadurch werden die jungen Haarfolikel unterversorgt und Haare die in der anagenen Wachstumsphase sind treten spontan in die letzte telogene Ausfallphase über. Dies führt zu dem stärkeren Haarausfall. Von Medikamenten wie der Anti Baby Pille, Cholesterinsenkern, Medikamente zur Blutverdünnung, Betablocker gegen Bluthochdurck oder schneller Puls und Retinoide gegen Akne kann ein diffuser Haausausfall eine mögliche Nebenwirkung sein. Aber auch hier Entwarnung -sobald sich der Körper erholt hat, wachsen auch die Haare wieder.
Die falsche Haarpflege und das falsche Styling können tatsächlich zu Haarausfall führen. Produkte die unsere Haare eigentlich wunderschön machen sollen, können auch genau das Gegenteil bewirken. Ein Zopf kann gerade bei langen Haaren die unkomplizierte Lösung für jeden Tag sein, jedoch können enge Frisuren schädlich sein. Du solltest deinen Haartyp genau kennen und wissen welche Shampoos und Conditioners für dich geeignet sind, um eine falsche Pflegeroutine zu vermeiden. Häufiges Styling mit einem Föhn, Lockenstab oder Glätteisen kann das Haar austrocknen und schwächen, vermeide also übermäßige Hitze.
Für gesundes und schönes Haar kommt es auf die richtigen Nährstoffe an! Vitamin A kräftigt das Haar und macht es geschmeidig. Denn auch ein Vitamin- und Nährstoffmangel kann ursächlich für Haarprobleme und Haarverlust während der Periode sein, unter dem viele Frauen leiden. Vitamine und Mineralien sind essenziell für den Körper einer Frau und auch die Haarwurzeln, insbesondere bei Haarausfall vor oder während der Regelblutung. Spezielle Diäten für Frauen empfehlen daher viel Obst und Gemüse, Hülsenfrüchte sowie Vollkornprodukte. Diese Lebensmittel liefern Vitamine und Nährstoffe, die dem Körper helfen, seine natürliche Balance wiederherzustellen. Insgesamt liefert eine gesunde Ernährung und die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln alles Notwendige für eine reibungslose Funktion des Körpers im Laufe des Monatszyklus - insbesondere Vitamine und Mineralien.
Ja! Haarausfall durch Eisenmangel kannst Du verhindern, indem Du eisenhaltige Lebensmittel zu Dir nimmst. Auch Präparate, die eine Kombination aus Eisen, Vitamin C und Biotin enthalten, können helfen.
Nährstoffe für gesundes Haar:
Zyklusbedingter Haarausfall ist ein häufiges Problem bei Frauen, das durch hormonelle Veränderungen im Zusammenhang mit dem Menstruationszyklus verursacht wird. Während des Menstruationszyklus durchlaufen Frauen mehrere Phasen, in denen sich das Hormonspiegel im Körper verändert. Während des Menstruationszyklus gibt es zwei Hauptphasen, die den Haarwachstumszyklus beeinflussen: die anagene Phase und die telogene Phase. Die anagene Phase ist die Wachstumsphase, in der sich das Haar aktiv verlängert. Wenn sich der Hormonspiegel im Körper verändert, kann dies den Haarwachstumszyklus beeinflussen. Zum Beispiel kann ein Anstieg des Hormons Östrogen in der ersten Hälfte des Menstruationszyklus zu einer Verlängerung der anagenen Phase führen, was zu einer dickeren und volleren Haarstruktur führt. Zyklusbedingter Haarausfall zeigt sich durch einen allmählichen Rückgang der Haardichte, der normalerweise in der zweiten Hälfte des Menstruationszyklus auftritt. Die Haare können auch schwächer und dünner werden und brechen leichter ab.
Zyklusbedingter Haarausfall ist normalerweise vorübergehend und erfordert keine spezielle Behandlung. Es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten, um das Haarwachstum zu unterstützen und die Haare gesund zu halten. In seltenen Fällen kann zyklusbedingter Haarausfall auch ein Symptom für eine zugrunde liegende Erkrankung sein, wie zum Beispiel eine Schilddrüsenunterfunktion oder eine Autoimmunerkrankung.
Es ist wichtig zu verstehen, dass es sich um einen normalen Teil des Menstruationszyklus handelt und normalerweise keine spezielle Behandlung erfordert. Es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten, um das Haarwachstum zu unterstützen und die Haare gesund zu halten. Wenn Sie besorgt sind oder der Haarausfall anhält, ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen, um eine genaue Diagnose und Behandlung zu erhalten.
Das Polyzystische Ovarialsyndrom kann bei Frauen zu Symptomen wie Zyklusstörungen, Haarausfall und Unfruchtbarkeit führen. Die Haare auf dem Kopf fallen aus, dafür wachsen sie an unliebsamen Stellen, der Körper wird männlicher, Akne kommt hinzu, der Kinderwunsch bleibt unerfüllt: Das PCO-Syndrom, ist eine der häufigsten Ursachen von Unfruchtbarkeit. Man geht von einer Million betroffenen Frauen in Deutschland aus - zwischen fünf und zehn Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter leiden an dieser Hormonerkrankung.
Beim PCO-Syndrom handelt es sich um eine Störung im hormonellen Regelkreis von Frauen. Die körperlichen Beschwerden haben häufig deutliche Auswirkungen auf die Psyche der Betroffenen. Auch wenn sich die Krankheit nicht heilen lässt, können die Symptome doch deutlich gemildert werden. Bei Übergewicht bewirkt die Gewichtsabnahme allein oft eine deutliche Besserung. Eine Veränderung des Lebensstils und der Ernährungsgewohnheiten hilft, den gestörten Hormonhaushalt wieder zu regulieren. Denn wenn die Muskeln aktiv sind und insbesondere das hormonproduzierende Bauchfett schmilzt, reagieren die Zellen besser auf Insulin, der Blutzuckerspiegel sinkt - und damit auch die Produktion männlicher Hormone.
Daher sollten vor allem Weißmehlprodukte und Süßigkeiten möglichst gemieden werden. Wie die Krankheit entsteht, ist nicht geklärt. Sicher ist, dass die Gene mitentscheiden: Frauen, die betroffen sind, haben oft Mütter mit PCO-Syndrom oder Väter, die hormonell bedingt früh eine Glatze bekommen haben. Außerdem ist der Zusammenhang des Syndroms mit dem Körpergewicht auffällig: Drei von vier Betroffenen sind übergewichtig.
Die meisten Frauen, auch die normalgewichtigen, leiden zudem an einer Insulinresistenz: Ihre Zellen reagieren nicht mehr auf das hormonelle Signal des Insulins, den Zucker aus dem Blut aufzunehmen - der Blutzuckerspiegel steigt. Der Körper produziert daraufhin immer mehr Insulin. Deswegen haben Frauen mit PCO-Syndrom ein erhöhtes Risiko, an Diabetes mellitus Typ 2 zu erkranken. Die Insulinresistenz begünstigt wiederum Übergewicht, weil das Hormon den Körper veranlasst, immer mehr Energie zu speichern, zudem fördert es die Produktion männlicher Hormone - ein Teufelskreis.
Die Gynäkologin oder der Gynäkologe wird die Krankengeschichte erfragen, eine körperliche Untersuchung mit Beurteilung der Haut und der Körperbehaarung vornehmen und die Eierstöcke im Ultraschall untersuchen. Um den Hormonstatus festzustellen und Erkrankungen der Hirnanhangsdrüse und der Nebenniere auszuschließen, sind umfangreiche Blutuntersuchungen notwendig: auf männliche Hormone, weibliche (Zyklus-)Hormone und das Anti-Müller-Hormon, das bei Betroffenen häufig erhöht ist. Weil mit dem PCO-Syndrom tiefgreifendere Stoffwechselveränderungen verbunden sind, werden auch die Blutfettwerte bestimmt und gegebenenfalls ein Glukose-Toleranz-Test (oGTT) gemacht. Zudem ist eine Untersuchung der Schilddrüsenhormone angeraten, da etwa jede dritte Betroffene auch an einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse leidet, der sogenannten Hashimoto-Thyreoditis.
Falls eine Insulinresistenz nachgewiesen ist, kann begleitend zur Ernährungstherapie zumindest vorübergehend auch eine Therapie mit oralen Diabetes-Medikamenten wie Metformin angezeigt sein. Bei unerfülltem Kinderwunsch kann der Arzt zusätzlich Medikamente verordnen, die die Eierstöcke stimulieren und den Eisprung fördern (Clomifen). Besteht kein Kinderwunsch, kann dagegen der Zyklus mithilfe der Antibabypille stabilisiert werden.
Weil der androgenetische Haarausfall auf ein Ungleichgewicht der Geschlechtshormone zurückgeht, ist eine auf den Hormonhaushalt zielende Therapie in der Regel die wirksamste. Dabei wird die Wirkung der männlichen Hormone unterdrückt und/oder der Spiegel weiblicher Hormone erhöht.
Bei Frauen in der Postmenopause kann eine Hormonersatztherapie (HRT) neben anderen Wechseljahresbeschwerden auch die Haarprobleme lindern. Geht der Haarausfall jedoch auf die Einnahme bestimmter HRT-Präparate oder hormonelle Verhütungsmittel zurück, ist ein Wechsel auf ein anderes Medikament möglich.
Die hormonelle Therapie kann durch die Einnahme von Spurenelementen wie Zink und Selen unterstützt werden. Wenn ein Mangel an Eisen oder Vitamin B12 besteht, sollte dieser ausgeglichen werden.
Das Fortschreiten des hormonbedingten Haarausfalls kann bei den meisten Frauen auch durch die Behandlung der Kopfhaut mit dem Wirkstoff Minoxidil gebremst werden. Dieser greift nicht in den Hormonhaushalt ein. „Vereinfacht gesagt basiert seine Wirkung auf einer verbesserten Durchblutung der Kopfhaut“, erläutert Gynäkologin Baus. Als Nebenwirkung dieser Behandlung könne es jedoch auch im Gesichts- und Stirnbereich zu einem verstärkten - wenngleich reversiblen - Haarwachstum kommen.
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