Haarausfall nach Schwangerschaft: Ursachen und Behandlungen

Fast jede dritte Frau hat im Laufe ihres Lebens mit Haarausfall zu kämpfen. Der Leidensdruck ist groß.

Viele frisch gebackene Mütter leiden unter plötzlichem Haarausfall. Auch wenn Muttersein das höchste Glück ist - vor allem in den ersten Monaten kann es auch sehr anstrengend sein.

Während der Schwangerschaft war die Haarpracht noch voll, nach der Geburt des Kindes fallen die Haare aber vermehrt aus und sind stumpf.

Immer wieder kann es Phasen während des Lebens geben, in denen der Haarausfall stärker wird. Besonders auffällig ist es für viele Frauen meist direkt nach einer Schwangerschaft.

Unsere Experten erklären, welche Ursachen hinter dem Haarausfall nach der Schwangerschaft stecken und welche Behandlungen am hilfreichsten sind.

Haarausfall nach Geburt - was tun?

Ist Haarausfall nach der Schwangerschaft normal?

Auch wenn Mütter zurecht in Panik verfallen, wenn das Haar immer dünner wird und es zunächst für den Haarausfall kein Halten zu geben scheint, können wir sie beruhigen: Der Haarausfall nach der Schwangerschaft ist ganz normal und tritt sehr häufig auf.

Es wird geschätzt, dass ein Drittel bis die Hälfte der Frauen unter postpartaler Alopezie leiden. Dies ist hormonell bedingter Haarausfall.

Der Grund? Der Östrogenspiegel steigt während der Schwangerschaft an und hält das Haar in der Wachstumsphase (Anagenphase).

Während der Schwangerschaft bemerken viele werdende Mütter eine deutliche Verbesserung der Qualität ihres Haares. Es wächst besser, ist glänzender und seidiger und fällt kaum noch aus.

Die Ursache für das postpartale Effluvium liegt wie so oft im Hormonhaushalt: Während der Schwangerschaft sorgt der Östrogenschub dafür, dass mehr Haare als üblich in der Wachstumsphase gehalten werden.

Das Haar hat also eine längere Lebenszeit als normal, was die Mähne noch voller macht. Nach der Geburt jedoch fällt der Östrogenspiegel ab, wodurch die Haare aus der Wachstumsphase in die Ruhezeit verlegt werden.

Nach der Geburt sinkt der Hormonspiegel abrupt ab, was sich direkt auf das Haar auswirkt: Das Haar, das sich während der Schwangerschaft in der Wachstumsphase befand, geht gleichzeitig in die Ausscheidungsphase (Telogenphase) über, und das ist die Ursache des Haarausfalls.

Dort verweilen die Haare eine Weile, bevor sie ausfallen. Dies geschieht ungefähr wenige Wochen bis zu fünf Monate nach der Entbindung.

Ursachen für Haarausfall nach der Schwangerschaft

Hormonelle Veränderungen, die in der Zeit nach der Geburt beobachtet werden, sind oft die Ursache für diese Alopezie, die Mediziner als akutes Telogen Effluvium (oder häufiger als reaktionären Haarausfall) bezeichnen.

Es kann ziemlich dramatisch sein, mehr als 100 bis 150 Haare pro Tag zu verlieren, und manche Frauen haben das Gefühl, dass sie ihre Haare handvollweise verlieren.

Neben hormonellen Schwankungen können auch andere Faktoren den Haarausfall nach der Geburt verschlimmern:

  • Erheblicher Gewichtsverlust: Der erhebliche Gewichtsverlust nach einer Geburt kann sich auf die Haarqualität auswirken.
  • Mangelerscheinungen: Mangelerscheinungen, die während der Schwangerschaft auftreten und nach der Geburt fortbestehen können, insbesondere Eisenmangel, haben einen unbestreitbaren Einfluss auf die Schönheit und Stärke der Haare.
  • Stress und Müdigkeit: Stress im Zusammenhang mit der Umstellung des Lebensstils und Müdigkeit aufgrund kürzerer Nächte sind ebenfalls Faktoren, die Haarausfall nach der Geburt fördern.
  • Diäten: Manche Frauen zwingen sich auch eine strenge Diät auf, um die Schwangerschaftspfunde schnell zu verlieren.

Wenn diese Ernährung nicht ausgewogen ist, erhalten die Follikel nicht mehr die für ein gesundes Haarwachstum erforderlichen Nährstoffe und das Haar wird brüchig. Es wird brüchiger, stumpfer und neigt dazu, dünner zu werden.

Seltener kommt es vor, dass einige schwangere Frauen während der Schwangerschaft, insbesondere im ersten Trimester, Haarausfall bemerken.

Es gibt mehrere Ursachen für dieses Problem, wie z.B. Fast jede dritte Frau hat im Laufe ihres Lebens mit Haarausfall zu kämpfen.

Weitere Ursachen für Haarausfall

Haarausfall tritt in unterschiedlichen Formen auf:

  • Erblicher Haarausfall (Androgenetische Alopezie): ist die häufigste Ursache von Haarausfall - bei Männern und Frauen.
  • Hormonelle Veränderungen: Frauen leiden häufig auch unter Haarausfall aufgrund einer Veränderung im Hormonhaushalt.
  • Polyzystisches Ovar Syndrom (PCOS): Bei jüngeren Frauen kann die Abnahme der Haardichte zum Beispiel auch durch ein Polyzystisches Ovar Syndrom (PCOS) bedingt sein.
  • Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata): kann in nahezu jedem Lebensalter auftreten.
  • Diffuser Haarausfall: ist eine häufige Form von Haarverlust.
  • Kopfhauterkrankungen: Einige Kopfhauterkrankungen können vorübergehend oder dauerhaft zu Haarverlust führen.

Auch Druck und Zug auf die Haare kann zum Ausfall führen.

Was hilft gegen Haarausfall nach der Schwangerschaft?

Wenn der Haarausfall nach der Geburt auch lästig ist, so gehört er doch zum natürlichen Prozess dazu. Aber es gibt Möglichkeiten, dem Körper das zu geben, was er in dieser Phase braucht: Vitamine und Mineralstoffe.

Um den Hormonhaushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen und den Körper nach den Strapazen der Schwangerschaft und der Geburt zu regenerieren, braucht es Zeit! Auch der Haarausfall wird sich in der Regel nach ein paar Monaten wieder einstellen und die Haarpracht wird nach und nach zurückkehren. Hier ist also Geduld das beste Rezept.

Um den Haarausfall aber nicht zusätzlich zu verstärken und das Wachstum neuer Haare ein wenig zu beschleunigen, gibt es mögliche Behandlungen, die helfen.

Aber es gibt Möglichkeiten, dem Körper das zu geben, was er in dieser Phase braucht: Vitamine und Mineralstoffe. Ernähre Dich dafür gesund und ausgewogen.

Tipps gegen Haarausfall

  • Ausreichend Nährstoffe zu sich nehmen: Ernähren Sie sich ausgewogen und achten Sie auf ausreichend zink-, eisen-, und magnesiumreiche Nahrung.
  • Sich Ruhe gönnen: Was kurz nach der Entbindung besonders schwer ist, sollte aber zumindest versucht werden. Zusätzlich hoher Stress ist leider nicht hilfreich.
  • Sanfte Shampoos verwenden: So werden das Haar und die Kopfhaut geschont.
  • Den Kopf massieren: Eine Massage der Kopfhaut regt die Durchblutung und die Haarfollikel an. Außerdem hilft es auch, zur Ruhe zu finden.
  • Gehe behutsam mit Deinem Haar um: Verwende Kämme oder Bürsten, die sanft entwirren und dabei die Kopfhaut schonen.
  • Vermeide unnötige Styling-Werkzeuge: Verzichte auf Glätteisen sowie Lockenstäbe, um die Haarstruktur zu schützen.
  • Sorge für ausreichende Regeneration: Gib Deinem Körper Zeit sich zu erholen, indem Du genug schläfst - vielleicht dann, wenn Dein Baby gerade auch schläft.
  • Behandeln Sie Ihr Haar behutsam! Benutzen Sie milde Shampoos und gute Kämme und Bürsten, die das Haar sanft entwirren und die Hornschicht nicht aufrauen.
  • Verzichten Sie auf chemische Färbemittel, heiße Föhnluft, Glätteisen oder Lockenstäbe, die die Haarstruktur schädigen können.
  • Gönnen Sie sich einen guten Haarschnitt, damit Sie sich auch mit der veränderten Haarsituation wohlfühlen.
  • Ernähren Sie sich ausgewogen und gesund. Haut und Haare brauchen Vitamine und Mineralstoffe. Ein Speiseplan mit viel Eiweiß, Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und gesunden Fetten versorgt Sie mit allen wichtigen Nährstoffen.
  • Sorgen Sie im Wochenbett für ausreichenden Schlaf zum Regenerieren. Schlafen Sie am besten immer dann, wenn Ihr Baby auch schläft.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Wenn der Haarausfall in der Stillzeit extrem (deutlich mehr als 100 Haare pro Tag) erscheint, kann es ratsam sein, mit einem Arzt über andere mögliche Ursachen und Behandlungen zu sprechen.

Die Haare fallen auch zehn Monate nach der Entbindung noch aus? Es treten vermehrt kahle Stellen am Kopf auf? Sicherheitshalber sollten dann der Frauenarzt und ein Dermatologe aufgesucht werden.

Bleibt der Haarverlust bestehen, sind möglicherweise andere Gründe ursächlich. Kontaktieren Sie daher Ihren Hausarzt, Dermatologen oder Gynäkologen, wenn der Haarausfall über ein Jahr nach der Geburt weiterhin ungewöhnlich stark ist.

Durch Blutuntersuchungen können andere Ursachen, wie z.B. Manchmal kann ein postpartales Effluvium auch in eine androgenetische Alopezie übergehen.

Behandlungen beim Arzt

Bei der Untersuchung fragen Ärztin oder Arzt ausführlich nach der Vorgeschichte der Patientin, bisherigen Untersuchungen und Therapien sowie Symptomen. Dann werden die Haare unter der Lupe betrachtet und geprüft, ob sie brüchig sind.

Ein Zupftest zeigt, ob sich die Haare schnell lösen. Anschließend wird die Haarwurzel untersucht. Ein sogenanntes Trichogramm zeigt, in welcher Wachstumsphase die Haare ausfallen.

Weitere Erkenntnisse kann eine computergestützte Haaranalyse liefern. Je früher die passende Behandlung eingeleitet wird, umso größer ist die Erfolgschance der Therapie.

Zunächst muss aber die genaue Ursache des Haarausfalls gefunden sein, erst dann erstellt der Arzt einen individuellen Therapieplan. Ist ein bestimmtes Medikament für Haarausfall verantwortlich, kann möglicherweise ein alternatives Präparat ausprobiert werden.

Medikamente gegen Haarausfall

Es gibt zwei Wirkstoffe, die dem Haarausfall wirksam entgegensteuern können.

  • Minoxidil: Der Blutdrucksenker Minoxidil lässt bei erblich bedingtem Haarausfall in einigen Fällen neue, kräftigere Haare nachwachsen.
  • Koffein-Präparate: Bei diagnostiziertem Haarausfall können Hautärzte als Therapie die Injektion koffeinhaltiger Präparate in die Kopfhaut verschreiben.
  • Anti-Androgene: Gegen hormonbedingten Haarausfall verschreiben Dermatologinnen und Dermatologen Tabletten, die Anti-Androgene enthalten.

Hinweis zu Minoxidil: Unter Anwendung der Minoxidil-Lösung bei Frauen dunklen Typs wie Griechinnen oder Türkinnen kommt es in etwa 10-20 % der Fälle zu einer reversiblen Hypertrichose auf der Stirn und im Gesicht.

Weitere Behandlungsmethoden

  • Haartransplantation: Dafür werden Haare am Hinterkopf entnommen. An den kahlen Stellen setzt der Arzt Mikroschlitze und verpflanzt die Transplantate.
  • PRP-Therapie: Meist kann schon eine regenerative Therapie, die PRP-Therapie, helfen, den Haarverlust aufzuhalten.
  • Mesohair-Behandlung: Die Mesohair-Behandlung stellt eine wirksame und effektive Methode zum Anregen des Haarwachstums dar.

Wichtig: Ob Öle, Seren oder Pulver zum Einnehmen: Im Einzelhandel werben viele Produkte damit, Haarverlust "aktiv" zu bekämpfen - mit natürlichen Inhaltsstoffen wie Bambus oder Basilikum. Expertinnen und Experten zweifeln jedoch an der Aussagekraft von oft kleinen und über einen kurzen Zeitraum durchgeführten Herstellerstudien.

Behandlungsmethode Beschreibung Hinweise
Minoxidil Blutdrucksenker, fördert Haarwachstum Kann Nebenwirkungen wie Kreislaufbeschwerden verursachen
Koffein-Präparate Injektionen in die Kopfhaut Verschreibungspflichtig
PRP-Therapie Eigenblut-Plasma-Therapie Minimal-invasiv, kaum Nebenwirkungen

Fazit: Der Haarausfall nach einer Schwangerschaft ist in der Regel harmlos - bewahren Sie also Ruhe. Wenn die Hormonumstellung vorbei ist, reguliert sich das Haarwachstum von alleine wieder.

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