Dass jeden Tag bis zu 100 Haare ausfallen, ist völlig normal. Stress spielt hierbei eine entscheidende Rolle. Haarausfall betrifft nicht nur Männer, sondern auch zunehmend Frauen. Aber wie genau führt Stress zu Haarausfall und was passiert dabei in unserem Körper?
In normalen Situationen durchläuft jedes Haar eine Wachstums-, Übergangs- und Ruhephase. Bei stressbedingtem Haarausfall können viele Haare gleichzeitig in die Ruhephase eintreten und schließlich ausfallen. Darüber hinaus kann Stress das Immunsystem schwächen, was zu entzündlichen Reaktionen sowie Juckreiz auf der Kopfhaut führen und das Haarwachstum negativ beeinträchtigen kann.
Die Auslöser sind vielfältige körperliche und psychische Erkrankungen. Tatsächlich kann auch ein stark erhöhter Stresspegel zu Haarausfall führen. Stress als Ursache des Haarausfalls zu erkennen, ist nicht immer einfach. Meist führt Stress zu diffusem Haarausfall. Das bedeutet, das Haar wird insgesamt ausgedünnt.
Haarausfall durch Stress kann verschiedene Ursachen haben.
Zum einen schüttet der Körper vermehrt das Stresshormon Cortisol aus, welches das Haarwachstum hemmt. Zum anderen erhöht sich die Anzahl der Nervenfasern, die jeden Haarfollikel umgeben. Über diese Nervenfasern werden verschiedene Botenstoffe, zum Beispiel Neuropeptide, freigesetzt. Diese Stoffe reizen Abwehrzellen (unter anderem die sogenannten Mastzellen).
Es kommt zu einer neurogenen Entzündung und Zellen sterben vermehrt ab. Die Folge: Haarausfall. Diese entzündliche Reaktion kann sich auch als Juckreiz bemerkbar machen.Dass die Haare ausfallen, bemerkt man übrigens erst, wenn bereits etwa zehn bis 20 Prozent der gesamten Haarpracht fehlen. Manche sehen es sogar erst, wenn deutlich mehr Haare verloren gegangen sind.
Der Auslöser kann bei Jedem unterschiedlich sein. Viel Stress zuhause, chronischer Stress auf der Arbeit, ein belastendes Lebensereignis wie eine Scheidung oder der Tod eines Angehörigen sind mögliche Gründe. Auch Erfahrungen von körperlicher oder seelischer Gewalt können für Haarausfall sorgen.
Manchmal kommt es zu einem Teufelskreis: Der stressbedingte Haarausfall führt erneut zu Stress, was wiederum noch mehr Haare ausfallen lässt. Zudem begünstigt Stress weitere Verhaltensweisen, die Haarausfall zur Folge haben können. Man achtet weniger auf seine Ernährung. Für eine sorgfältige Haarpflege ist weniger Zeit, schon gar nicht für eine Kopfhautmassage oder das Auftragen eines hochwertigen Öls.
Stressbedingter Haarausfall: Ein Teufelskreis aus Stress und Haarverlust.
Stress bedeutet für jeden Menschen etwas anderes. Ein guter Tipp ist es, individuelle Hobbys weiterzuführen, auch wenn man viel zu tun hat. Die intensive Beschäftigung mit den eigenen Interessen macht Spaß, wirkt depressiver Stimmung entgegen und hilft abzuschalten. Viele bekommen durch Sport, Bewegung oder Spazierengehen an der frischen Luft den Kopf frei.
Bevor wir uns mit Haarausfall durch Stress befassen, müssen wir über den Haarzyklus sprechen. Jede Kopfhaut hat etwa 100.000 Haarfollikel, von denen jeder sein eigenes Haar wachsen lässt. Die Haarfollikel lassen diese Haare in einem Zyklus wachsen, der eine Wachstumsphase, eine Ruhephase und eine Ausscheidungsphase umfasst. Jedes Haarfollikel befindet sich an einem anderen Punkt seines Haarzyklus, deshalb ist es normal täglich bis zu 30-150 Haarsträhnen zu verlieren.
Wenn der Körper mit einem großen Stressfaktor konfrontiert wird, reagiert er, indem er mehr Strähnen als üblich aus der Wachstumsphase in die Ruhephase schiebt. Normalerweise befinden sich etwa 90 Prozent der Haarsträhnen in der Wachstumsphase und 10 Prozent in der Ruhephase. Bei stressbedingtem Haarausfall treten jedoch mehr als 20 Prozent der Haarfollikel gleichzeitig in die Ruhephase über. Bei manchen Menschen können sogar 50 % der Haarfollikel in die Ruhephase übergehen.
Einige Monate später gehen die gleichen Strähnen in die Ausscheidungsphase über und fallen aus. Warum das so ist, wissen Wissenschaftler nicht genau. Es wird vermutet, dass so viel Stress die Funktionsfähigkeit der Haarfollikel beeinträchtigen kann. In stressigen Situationen schüttet der Körper die Hormone Cortisol und Adrenalin aus, die Teil unserer Kampf-oder-Flucht-Reaktion sind. Diese Hormone verringern die Durchblutung der Haut und leiten die Nährstoffe zu unseren lebenswichtigen Organen um. Cortisol baut auch bestimmte Substanzen der Haut ab, die für ein regelmäßiges Haarwachstum benötigt werden.
Damit der Haarausfall nicht immer weiter verstärkt wird, muss dieser Kreislauf durchbrochen werden. Wer Stress nicht ganz vermeiden kann, sollte zumindest an seinem Umgang mit stressigen Situationen arbeiten. Nur wer sich zwischendurch Pausen gönnt, für Entspannung sorgt und Körper und Geist mal runterfährt, hat eine Chance, den Haarausfall zu stoppen.
Tipps gegen Stressbedingten Haarausfall.
Genauso, wie man die Zeit für Freunde oder Termine festlegt, sollte man aber auch einen festen Termin mit sich selbst ausmachen. Viele Menschen haben das Problem, wenn sie in diesen Ruhephasen überhaupt nichts machen, dass die Gedanken kreisen, man nicht zur Ruhe kommt, nicht abschalten kann. Helfen können entspannende Aktivitäten, die einen beschäftigen, aber trotzdem gut abschalten lassen. Manche hören gerne Musik und versinken völlig darin, anderen hilft ein Termin zur Massage, um sich selbst und dem Körper etwas Gutes zu tun. Um Bewegung und Entspannung zu kombinieren, bieten sich Sportarten wie Yoga oder Tai Chi an.
Oft unterschätzt, aber enorm wichtig ist ausreichender Schlaf. In dieser Zeit kommt der Körper zur Ruhe und regeneriert sich. Jeder benötigt unterschiedlich viel Schlaf, um wirklich ausgeruht zu sein. Bei den meisten Menschen sind es ungefähr sieben bis acht Stunden pro Tag. Der Tagesablauf und die Umgebung sollten so angepasst werden, dass einem ruhigen und erholsamen Schlaf nichts im Wege steht. Tagsüber aktiv sein, sich beim Sport auspowern, abends eher ruhige Aktivitäten wie lesen einplanen. Kurz vorm Schlafengehen sollte kein Handy oder Tablet mehr benutzt werden, weil das abgestrahlte blaue Licht aktivierend wirkt.
Um Spannungen zu lösen, kann es helfen, mit Freunden oder Familie über belastende und stressige Situationen zu sprechen. Um Stresssituationen von Beginn an zu vermeiden, kann es helfen, den Arbeitstag gut zu planen. Ein realistischer Zeitplan gibt Struktur und Orientierung. Für die Workaholics unter Ihnen: Irgendwann ist bei Jedem der Akku leer.
Auch Frauen haben von Zeit zu Zeit damit zu kämpfen. Ist dies der Fall, wird die Mähne meist insgesamt lichter. Ärzte sprechen vom sogenannten diffusen Haarausfall und sehen ihn im Zusammenhang mit Stress häufiger.
Zusätzlich ist eine ausreichende Nährstoffversorgung und Pflege der Haare notwendig. Die Ernährung sollte ausgewogen sein, die empfohlenen Mengen an Vitaminen und Spurenelementen enthalten. Spezielle Ernährungsformen (vegetarisch oder vegan) oder bestimmte körperliche Umstände wie Magen-Darm-Erkrankungen, Essstörungen, hohe sportliche Aktivität, Schwangerschaft oder eine starke Menstruationsblutung können eine Unterversorgung einiger Nährstoffe bedingen.
Die Haarpflege sollte möglichst schonend sein. Zusätzliche Strapazen für die Haare sollten vermieden werden. Häufiges Färben oder Tönen kann das Haar austrocknen. Heißes Föhnen, Glätteisen oder Lockenstab setzen dem Haar ebenfalls stark zu. Selbst die falsche Frisur kann Haarausfall begünstigen: Hohe Zugbelastung durch straffe oder enge Zöpfe kann zur Haarbruch und Haarverlust führen.
Um das Haarwachstum wieder zu fördern, können bio-regenerative Methoden zusätzlich helfen. Zu den bio-regenerativen Therapien zählt die PRP-Therapie (PRP= Platelet Rich Plasma). Es handelt sich um eine Eigenbluttherapie. Dem Patienten wird Blut entnommen und in einem speziellen Verfahren aufbereitet. Dadurch entsteht konzentriertes Blutplasma, was zusätzlich viele Blutplättchen enthält. Dieses Serum ist reich an Zytokinen und Wachstumsfaktoren. Es kann die ruhende Haarwurzel wieder reaktivieren, für ein Wiedereinsetzen des Haarwachstums und eine Kräftigung der Haare sorgen. Kombiniert mit einer Low-Level-Laser-Therapie wirkt die Therapie noch besser.
Bei der LLL-Therapie erfolgt eine gezielte Behandlung der Kopfhaut mit einem medizinischen Laser, dadurch wird die Durchblutung der Haarfollikel angeregt und das Haarwachstum beschleunigt. Als Methode aus der Alternativmedizin kommt eine Mesotherapie infrage, bei der spezielle Medikamente, homöopathische Stoffe, Vitamine, Nährstoffe oder Hyaluronsäure in die Kopfhaut injiziert werden, um das Haarwachstum anzuregen.
Stressbedingter Haarausfall ist prinzipiell reversibel - die gestressten Haarwurzeln sind meistens nicht unwiederbringlich geschädigt, sondern nur in einem Ruhezustand. Es kann aber vorkommen, dass die Haare nicht mehr vollständig so wachsen wie früher. Wenn die Ursache des Haarausfalls behoben wurde, das Haarwachstum wieder normal abläuft, aber trotzdem über einen längeren Zeitraum Lücken im Haar bleiben, können diese mit einer Haartransplantation wieder aufgefüllt werden. Die modernste Form der Haartransplantation ist die IFUE-Methode. Bei dieser minimal-invasiven Technik werden einzelne follikuläre Einheiten aus dicht behaarten Spenderbereichen entnommen.
Wenn Sie unter stressbedingtem Haarausfall leiden, wenden Sie sich frühzeitig an einen Spezialisten für Haarausfall-Behandlungen. Stress kann zu Haarausfall führen. Wir ermitteln die Ursachen und beraten Sie zu wirksamen Behandlungsmöglichkeiten.
tags: #haarausfall #männer #ursachen #stress
Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen
Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.