Es ist wichtig zu verstehen, dass hinter dem Haarausfall viele Ursachen stecken können. Suchen Sie deshalb bei andauerndem übermäßigem Haarverlust eine Ärztin oder einen Arzt auf.
Um die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Haarausfall besser zu verstehen, ist es hilfreich, den natürlichen Haarzyklus zu kennen:
Hinter dem Haarausfall können viele Ursachen stecken. Hier sind einige der häufigsten:
Unabhängig vom Geschlecht leiden 90 Prozent aller Betroffenen unter erblichem oder anlagebedingtem Haarausfall. Hatten die Mutter und/oder die Großmutter ebenfalls Haarausfall? Ja, dann ist diese Ursache wahrscheinlich. Bei Männern zieht sich in diesem Fall der Haaransatz an Stirn und Schläfen zurück, die Geheimratsecken entstehen.
Geraten Hormone aus der Balance, kann das zum Haarausfall führen. Eine Veränderung des Hormonhaushalts tritt insbesondere in der Pubertät, während der Wechseljahre und in der Schwangerschaft auf. Auch das Absetzen von hormonellen Verhütungsmitteln („Pille“) beeinflusst die Hormone.
In den Wechseljahren kommt es bei Frauen zu Hormonschwankungen, die neben dem Ausbleiben der Periode zu Schlafstörungen, Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen, Hautproblemen aber auch zu plötzlich starkem Haarausfall führen. Genauer gesagt, produzieren Frauen um die 50 weniger Fortpflanzungshormone wie Östrogen und Progesteron. Und genau diese Hormone sorgen, wenn wir jünger sind, dafür, dass die Wachstumsphase des Haarzyklus lange anhält.
Hormonell bedingter Haarausfall kann übrigens auch nach einer Schwangerschaft oder nach dem Absetzen der Pille entstehen.
Der Abfall des Östrogenspiegels in den Wechseljahren kann zu Haarausfall oder trockenem Haar führen. Der Hintergrund: In den Wechseljahren sinkt der Östrogenspiegel, während der Anteil männlicher Hormone wie Testosteron relativ steigt.
Etwa ein Drittel aller Frauen in den Wechseljahren leiden, bedingt durch Östrogenmangel, zumindest zeitweise unter Haarausfall. Ein Test des Hormonspiegels beim Arzt kann Aufschluss darüber geben, ob eine Hormonersatztherapie sinnvoll sein könnte, um Hormonschwankungen entgegenzuwirken.
Wird die Pille nach längerer Einnahme nach Beginn der Wechseljahre abgesetzt, sind ausfallende Haare eine häufige Begleiterscheinung. Auch in solchen Fällen kann die Behandlung mit bioidentischen Hormonen den Haarausfall vorbeugen und Symptome von Östrogenmangel mildern.
Wenn in den Wechseljahren der Östrogenspiegel sinkt und der Anteil von Testosteron im Blut verhältnismäßig steigt, wirkt sich das bei vielen Frauen auf das Volumen und die Fülle der Kopfhaare aus.
Das Haar wird über die Haarwurzel mit Nährstoffen versorgt. Damit sie gesund wachsen können, brauchen die Haare Vitamine und Spurenelemente:
Eine Unterversorgung kann den Haarausfall fördern.
Bei Haarausfall in den Wechseljahren ist eine ausreichende Zufuhr von Aminosäuren, Eisen und Zink wichtig. Aminosäuren sind die Bausteine von Eiweiß und aus ihnen wird u.a. Keratin gebildet.
Die Einnahme bestimmter Arzneimittel kann das Haarwachstum verhindern. Dazu gehören einige Blutverdünner, Antidepressiva und ACE-Hemmer sowie Antiepileptika, die den Wirkstoff Valproinsäure enthalten, oder Zytostatika.
Wer seine Haare zu heiß wäscht, föhnt oder mit dem Glätteisen behandelt, kann Haarausfall fördern. Ungeeignete Shampoos und Hairstyling-Produkte belasten die Haarsubstanz zusätzlich.
Hauterkrankungen und Schädigungen der Kopfhaut führen zu Haarausfall und vernarbten Stellen.
Wie äußert sich der Haarausfall in den Wechseljahren? Hier sind einige typische Anzeichen:
Das sind eindeutig Symptome für hormonell bedingten Haarausfall bei Frauen über 50, die auftreten, wenn sich die Wachstumsphase des Haars verkürzt und die Ruhephase verlängert.
Die Behandlung hängt von der Ursache und der Art des Haarausfalls ab. Ist beispielsweise ein Medikament für den Haarverlust bei Frauen verantwortlich, kann ein alternatives Mittel ausprobiert werden.
Behandlung von kreisrundem Haarausfall: Bei kreisrundem Haarausfall werden meist Glukokortikoide oder JAK-Inhibitoren zur medikamentösen Behandlung verordnet. Diese sind verschreibungspflichtig. Weitere hilfreiche Methoden können die Low-Level-Laser-Therapie, Microneedling oder das Einspritzen von Blutplättchen-reichem Eigenplasma in die Kopfhaut sein.
Um die hemmende Wirkung von männlichen Hormonen auf die Haarwurzeln zu unterdrücken, bieten sich Behandlungen mit Östrogen und Progesteron bei Haarausfall an. Treten in der Zeit der Wechseljahre auch andere Beschwerden wie Müdigkeit oder Gelenkschmerzen auf, können Behandlungen mit bioidentischen Hormonen den Hormonhaushalt ausgleichen und Symptome lindern.
In einigen Fällen kann eine Hormonersatztherapie in Betracht gezogen werden, um den Hormonhaushalt auszugleichen. Sie kann jedoch mit Risiken und Nebenwirkungen verbunden sein, daher sollte sie nur nach Rücksprache mit einem Facharzt in Erwägung gezogen werden.
Klarzustellen ist, dass viele Formen von Haarausfall vorübergehend sind und das Haar von selbst nachwächst. Das wichtigste „Hausmittel“ gegen Haarausfall bei Frauen ist die Ernährung: Die für kräftiges Haar notwendigen Bausteine stecken in frischem Obst und Gemüse, Vollkornprodukten und tierischen Lebensmitteln wie Rind-, Schweine- und Geflügelfleisch. Auch Milchprodukte, Eier, magerer Fisch, Nüsse, Pilze und Hülsenfrüchte dürfen auf dem Speiseplan nicht fehlen.
Gegen Haarausfall in den Wechseljahren gibt es auch pflanzliche Mittel ohne chemische Zusätze. Natürliche Hausmittel gegen Haarausfall bei Frauen über 50 sind zum Beispiel Arganöl, Apfelessig oder Brennessel, die aufgrund des hohen Nährstoffgehalts positiv auf die Durchblutung der Kopfhaut wirken.
Hier sind einige weitere Hausmittel, die helfen können:
Neben dem Haarausfall leidest du nun auch an Kopfhautjucken im Alter? Warum das so ist und was du dagegen machen kannst, erfährst du in unserem Blog.
Wie lang der Haarausfall in den Wechseljahren dauert, ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Die Symptome können über mehrere Monate oder sogar Jahre bestehen - in der Regel so lang, bis die Wechseljahre vorbei sind. Aber ihr könnt aufatmen: Danach regeneriert sich das Haar wieder. Also ein Ende ist bei jeder Frau nach den Wechseljahren in Sicht.
Zum Schluss ist noch zu sagen, dass der Umgang mit Haarausfall in den Wechseljahren emotional belastend sein kann. Es ist wichtig, eine positive Einstellung zu bewahren und sich bewusst zu machen, dass dies ein natürlicher Prozess ist, der das Selbstbewusstsein nicht beeinträchtigen sollte. Unterstützung von Freunden, Familie oder einem Therapeuten kann hilfreich sein.
Durch die richtige medizinische Betreuung, gesunde Lebensstiländerungen und die Pflege des emotionalen Wohlbefindens können Frauen in den Wechseljahren Wege finden, ihren Haarausfall zu bewältigen und ihr Selbstbewusstsein zu stärken.
Haarausfall in den Wechseljahren ist ein häufiges Problem, das viele Frauen betrifft. Die Ursachen sind vielfältig, aber oft spielen hormonelle Veränderungen eine wichtige Rolle. Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, von medikamentösen Therapien bis hin zu Hausmitteln und Styling-Tipps. Wichtig ist, sich frühzeitig an einen Arzt zu wenden, um die Ursache abzuklären und die geeignete Therapie zu finden.
| Nährstoff | Lebensmittelquellen | Wirkung |
|---|---|---|
| Eisen | Fleisch, Fisch, Hülsenfrüchte, grünes Blattgemüse | Wichtig für den Sauerstofftransport zu den Haarwurzeln |
| Zink | Fleisch, Nüsse, Samen, Vollkornprodukte | Unterstützt das Haarwachstum und die Reparatur von Gewebe |
| Biotin (Vitamin B7) | Eier, Nüsse, Samen, Süßkartoffeln | Wichtig für die Keratinproduktion |
| Vitamin A | Karotten, Süßkartoffeln, Spinat, Leber | Fördert das Zellwachstum und die Talgproduktion |
| Vitamin E | Nüsse, Samen, Pflanzenöle, grünes Blattgemüse | Antioxidative Wirkung, schützt die Haarwurzeln |
| Vitamin C | Zitrusfrüchte, Paprika, Erdbeeren, Brokkoli | Fördert die Kollagenproduktion und die Eisenaufnahme |
| Aminosäuren | Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Eier, Hülsenfrüchte, Nüsse | Bausteine für Keratin, das Hauptprotein der Haare |
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