Haarausfall bei Frauen über 40: Ursachen, Behandlung und was wirklich hilft

Ab Mitte 40 kommen Frauen nach und nach in die Wechseljahre. Der Körper verändert sich, die Regel bleibt aus und der Spiegel der weiblichen Geschlechtshormone Progesteron und Östrogen verändert sich. Hitzewallungen und Schweißausbrüche können Begleiterscheinungen der Veränderung sein, ebenso wie Haarausfall. Dieser Artikel erklärt, wie Sie dem entgegenwirken können und was bei Haarausfall wirklich hilft.

Wechseljahre: Was passiert im Körper?

Die Wechseljahre sind keine Krankheit, sondern ein neuer Lebensabschnitt, der Veränderungen mit sich bringt, die zum Teil unangenehme Folgen haben können. Allerdings ist nicht jeder Mensch gleich davon betroffen; es gibt ganz individuelle Verläufe dieser Lebensperiode.

Veränderungen bei Frauen

Ein Drittel aller Frauen kommt gut mit den Wechseljahren zurecht und leidet kaum unter den Begleiterscheinungen. Zwei Drittel sind etwas stärker betroffen. Die Eierstöcke produzieren im vierten Lebensjahrzehnt weniger Geschlechtshormone, der Eisprung bleibt häufiger aus, und die Monatsblutungen kommen unregelmäßiger vor und bleiben schließlich ganz aus. Bis zur letzten Blutung vergehen einige Jahre, meist sind die Frauen in Deutschland rund 50 Jahre alt, wenn die Wechseljahre und die Veränderung für den Körper abgeschlossen sind.

Typische Beschwerden während der Wechseljahre sind:

  • Hitzewallungen
  • Schweißausbrüche
  • Nachtschweiß

Diese Symptome sind meist über einen Zeitraum von fünf Jahren festzustellen, lassen aber in vielen Fällen auch schnell wieder nach und sind mit Ende der Wechseljahre vergessen. Während der Wechseljahre treten sie häufig sehr plötzlich auf.

Weitere Begleiterscheinungen können unter anderem sein:

  • Schlafstörungen: Gestörte Nachtruhe, oft in Verbindung mit Hitzewallungen, wird häufig von Betroffenen beklagt. Die damit einhergehende Müdigkeit und Abgeschlagenheit sind meist ebenfalls sehr nervig für Betroffene.
  • Stimmungsschwankungen: Verstimmungen und Antriebslosigkeit gehören auch zu den Symptomen, ebenso wie innere Unruhe und Unausgeglichenheit.
  • Gewichtszunahme: Frauen werden häufig fülliger, was die Psyche von vielen Betroffenen beeinflusst. Es verringert sich außerdem die Muskelmasse.
  • Haarverlust: Nur in seltenen Fällen fallen die Haare Frauen in gleicher Weise aus wie Männern, aber dass die Haare von Frauen dünner werden, ist nicht ungewöhnlich in dieser Lebensphase.

Veränderungen bei Männern

Ungefähr die Hälfte aller Männer klagt ab einem Alter über 50 über Wechseljahrbeschwerden. Bei ihnen nimmt im Körper die Menge des Sexualhormons Testosteron ab. Hinzu kommt eine Verringerung der Geschlechtshormone Dehydroepiandrosteron und Dehydroepiandrosteronsulfat. Wie auch bei Frauen unterliegen die Konsequenzen großen Unterschieden. Nicht jeder Mann verspürt die gleichen Symptome in der gleichen Stärke.

Folgende Symptome sind häufig bei Männern ab 50 während der Dauer der Wechseljahre:

  • Verminderte Sexualfunktion und verminderte Lust
  • Erektionsprobleme
  • Zunahme des Bauchfetts
  • Leistungsabfall
  • Abnahme der Knochendichte

Ein weiteres Problem für Männer: Haarausfall. Wer in dem Alter noch immer recht volles Haar hat, erlebt nicht selten einen Rückgang des Haaransatzes oder eine allgemeine Ausdünnung der Haare. Die Angst vieler Männer ist groß, dass die Haare komplett ausfallen - das ist allerdings nicht immer der Fall. Belastend für die Psyche der Männer ist es jedoch in vielen Fällen trotzdem.

Was Sie gegen Haarverlust in den Wechseljahren tun können

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um Haarverlust in den Wechseljahren entgegenzuwirken. Hier sind einige Tipps und Behandlungen, die helfen können:

Pflege

Die richtige Pflege für Ihre Haare ist immer wichtig, nicht nur in den Wechseljahren. Wenn Sie bislang keine Probleme mit Haarausfall gehabt haben, sollten Sie Ihre Haare so weiter pflegen wie bisher. Waschen Sie Ihre Haare regelmäßig mit Produkten, die für Ihren Haartyp geeignet sind. Nicht zu oft, aber regelmäßig, um die Haare perfekt zu pflegen, aber nicht überzustrapazieren.

Waschen Sie Gels und Haarspray restlos aus und föhnen Sie nicht zu häufig, da die Haare sonst spröde werden können. Das Abtrocknen sollten Sie behutsam angehen, reiben Sie keinesfalls zu fest.

Ernährung

Unsere inneren Organe, unsere Haut und auch unsere Haare - unser Körper reagiert auf unsere Ernährung. Eine vitaminreiche Ernährung ist gesund und kann sich auch positiv auf den Haarwuchs auswirken. Verzichten Sie daher weitestgehend auf zu fettige Speisen, zu viele Süßigkeiten und am besten generell auf Alkohol und Zigaretten. Ihre Haare werden es Ihnen danken - erst recht in fortschreitendem Alter. Eine Ernährung reich an Eisen, Kalium, Kalzium und den Vitaminen E, B1, B5, C und D sind entscheidend.

Stress reduzieren & aktiv bleiben

Auch Stress kann ein Grund für Haarausfall sein. Versuchen Sie diesen zu minimieren und sorgen Sie für einen Ausgleich, etwa durch Sport - hier bieten sich Entspannungsübungen aus dem Yoga und Tai-Chi an. Aber auch Ausdauersport wie Joggen oder Radfahren können wahre Wunder bewirken.

Haarausfall in den Wechseljahren: So stoppen Sie den Haarausfall!

Weitere Ursachen und Behandlungen

Haarausfall bei Frauen kann viele Ursachen haben, wie z.B. eine Schwangerschaft, die Wechseljahre, die Einnahme bzw. das Absetzen der Antibabypille oder eine erbliche Veranlagung. Um eine passende Therapie zur Bekämpfung des Haarausfalls zu finden, ist eine fachärztliche Beratung beim Dermatologen oder ggf. Gynäkologen zur Klärung der eigentlichen Ursache des Haarausfalls sehr wichtig.

Häufige Ursachen für Haarausfall bei Frauen:

  • Haarausfall nach der Schwangerschaft: Nach der Geburt kommt es oft zu verstärktem Haarausfall aufgrund des Absinkens des Östrogenspiegels.
  • Haarausfall bei Frauen mit PCO-Syndrom: Das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCO-Syndrom) kann zu einer vermehrten Produktion von männlichen Geschlechtshormonen führen, was Haarausfall auslösen kann.
  • Antibabypille und Haarverlust: Die Einnahme oder das Absetzen der Antibabypille kann zu Veränderungen im Hormonhaushalt führen, die Haarausfall verursachen.
  • Haarausfall in den Wechseljahren: In den Wechseljahren sinkt der Östrogenspiegel, was dünner werdende und vermehrt ausfallende Haare zur Folge haben kann.
  • Erblich bedingter Haarausfall: Eine vererbte Überempfindlichkeit der Haarwurzeln gegenüber dem Hormon Dihydrotestosteron (DHT) kann zu Haarausfall führen.

Es gibt verschiedene Arten von Haarausfall, die auf unterschiedliche Ursachen zurückzuführen sind. Der hormonell erblich bedingte Haarausfall ist sowohl bei Männern als auch bei Frauen die häufigste Form. Diffuser Haarausfall kann durch Eisen- oder Nährstoffmangel sowie Stress verursacht werden. Kreisrunder Haarausfall ist eine Autoimmunerkrankung, bei der sich klar abgegrenzte kahle Stellen auf der Kopfhaut bilden.

Behandlungsmöglichkeiten

Je nach Ursache des Haarausfalls können verschiedene Therapien eingeleitet werden, um das Haarwachstum zu fördern:

  • Medikamente: Es gibt zwei Wirkstoffe, die dem Haarausfall wirksam entgegensteuern können: Minoxidil und Anti-Androgene.
  • Koffein-Präparate: Bei diagnostiziertem Haarausfall können Hautärzte als Therapie die Injektion koffeinhaltiger Präparate in die Kopfhaut verschreiben.
  • Haartransplantation: Dafür werden Haare am Hinterkopf entnommen und an den kahlen Stellen verpflanzt.
  • PRP-Eigenblutbehandlung: Eine gute Möglichkeit, das Haarwachstum anzuregen und verkümmernde Haarwurzeln wiederzubeleben, ist die PRP-Therapie für die Haare.
  • Hormonersatztherapien: Um beginnenden Haarausfall einzudämmen, bieten sich in manchen Fällen Hormonersatztherapien an.

Zusätzliche Tipps und Tricks

Dennoch gibt es einige Tipps und Tricks, wie Frauen dünne Haare pflegen und kaschieren können. Mittlerweile haben sich einige Friseurinnen und Friseure darauf spezialisiert:

  • Beim Fönen - und auch bei starker Sonneneinstrahlung - ein Hitzeschutzspray auftragen.
  • Für mehr Volumen Haarspray und Styling-Schaum für den Haaransatz verwenden.
  • Indem man eine übermäßige Belastung des Haars vermeidet! Verzichten Sie auf aggressive Produkte oder überlassen Sie Colorationen und Haarglättungsbehandlungen lieber dem Fachmann.
  • Ziehen Sie nicht zu stark an den Haaren (Vorsicht bei Haarbändern, Haargummis, usw.) und verwenden Sie geeignete Bürsten.
  • Wenn Sie sich die Haare gerne glätten oder föhnen, vermeiden Sie zu hohe Temperaturen!
  • Tragen Sie nährende Öle auf, um die Haarfaser zu schützen und zu reparieren, tauschen Sie Ihr klassisches Shampoo gegen eine Waschcreme zur Bekämpfung von Haarspliss ein.

Wichtige Nährstoffe für gesundes Haarwachstum

Die beste Unterstützung für Haarwurzeln während der Wechseljahre ist eine ausgewogene Ernährung. Vitamine, Ballaststoffe und vor allem Proteine werden zur Entwicklung von Haarzellen gebraucht. Auch ein Mangel an Vitamin D kann sich negativ auf das Haarwachstum auswirken. Vitamin D kann nicht über die Nahrung aufgenommen werden, sondern wird von der Haut unter Einfluss von UV-B Strahlung körperintern produziert.

Nährstoffe und ihre Wirkung:

Nährstoff Wirkung Quellen
Eisen Wichtig für den Sauerstofftransport im Blut, fördert das Haarwachstum Rotes Fleisch, Hülsenfrüchte, grünes Blattgemüse
Kalium Reguliert den Wasserhaushalt und unterstützt die Zellfunktion Bananen, Avocados, Süßkartoffeln
Kalzium Stärkt die Haarstruktur Milchprodukte, grünes Gemüse, Nüsse
Vitamin E Schützt die Zellen vor oxidativem Stress Nüsse, Samen, pflanzliche Öle
Vitamin B1 Unterstützt den Energiestoffwechsel Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Schweinefleisch
Vitamin B5 Fördert das Haarwachstum Avocado, Pilze, Süßkartoffeln
Vitamin C Stärkt das Immunsystem und fördert die Eisenaufnahme Zitrusfrüchte, Paprika, Beeren
Vitamin D Wichtig für die Aufnahme von Kalzium und Phosphor Fetter Fisch, Eier, Sonnenlicht

Es ist wichtig, bei Haarausfall frühzeitig einen Arzt zu konsultieren, um die genaue Ursache zu ermitteln und eine geeignete Behandlung zu beginnen. Mit der richtigen Pflege, Ernährung und gegebenenfalls medizinischer Unterstützung können Frauen auch in den Wechseljahren gesundes und kräftiges Haar erhalten.

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