Haarausfall ist ein Thema, das viele Frauen betrifft und oft mit emotionalem Stress verbunden ist. Schätzungsweise 20-30 Prozent der Frauen sind davon betroffen, und weniger als die Hälfte behält lebenslang volles Haar. Es ist normal, täglich Haare zu verlieren, aber wenn es mehr als 100 pro Tag sind, spricht man von Haarausfall. Es gibt verschiedene Arten von Haarausfall, die auf unterschiedliche Ursachen zurückzuführen sind.
Bevor wir uns den Details und verschiedenen Ursachen für Haarausfall widmen, ist es wichtig zu verstehen, wie der natürliche Haarzyklus funktioniert. Dieser Zyklus ist ein natürlicher Prozess, der dafür sorgt, dass das Haar auf dem Kopf ständig erneuert wird. Der menschliche Haarzyklus besteht aus drei Phasen:
- Wachstumsphase (Anagenphase): In der Haarzwiebel entstehen stetig neue Hornzellen, wodurch das Haar in die Länge wächst. Der Vorgang zieht sich über mehrere Jahre. Etwa 90 Prozent der Kopfhaare von (haar)gesunden Personen befinden sich in dieser Phase.
- Übergangsphase (Katagenphase): Das Haarwachstum stoppt und das Haar erhält keine Nährstoffe mehr. Es löst sich von der Haarwurzel. Diese Phase beträgt etwa 2 bis 4 Wochen.
- Ruhephase (Telogenphase): Sobald das Haar von der Blutversorgung abgetrennt ist, kommt es langsam aus der Kopfhaut heraus und fällt schließlich aus. Das dauert mehrere Monate. Mit dem Ende der letzten Phase beginnt der Haarzyklus erneut.
Dieser Zyklus ist jedoch nicht bei allen Haaren synchronisiert, was bedeutet, dass sich die Haare auf dem Kopf in verschiedenen Stadien des Zyklus befinden können.
Arten von Haarausfall bei Frauen
Frauen können von verschiedenen Arten von Haarausfall betroffen sein. Allerdings können auch Mischformen vorliegen, insbesondere im fortgeschrittenen Alter.
- Hormonell erblich bedingter Haarausfall (androgenetische Alopezie): Diese Form ist die häufigste und genetisch vorbestimmt. Betroffen sind vor allem Frauen im Bereich des Scheitels. Insbesondere hormonelle Umstellungen, wie in den Wechseljahren oder nach der Schwangerschaft, aber auch Stress können Auslöser sein.
- Diffuser Haarausfall: Hierbei wird das Kopfhaar insgesamt dünner. Auslöser können ein Eisen- oder Nährstoffmangel sowie Stress sein.
- Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata): Es bilden sich klar abgegrenzte kahle Stellen auf der Kopfhaut. Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der der Körper eigenes Gewebe angreift.
Ursachen für Haarausfall bei Frauen
Viele Frauen fragen sich, warum es zu ihrem Haarausfall kommt. Die Gründe sind vielfältig:
- Hormonelle Veränderungen: Schwangerschaft, Stillen, Wechseljahre und das Absetzen der Antibabypille können den Östrogenspiegel beeinflussen und Haarausfall verursachen.
- Stress: Stress und Hektik können zu psychischen und physischen Beeinträchtigungen führen und den Haarzyklus stören.
- Ernährung: Eine unausgewogene Ernährung, insbesondere ein Mangel an Eisen, Zink, Biotin und Vitamin D, kann das Haarwachstum beeinträchtigen.
- Medikamente: Bestimmte Medikamente wie Antidepressiva, Blutverdünner und Statine können Haarausfall als Nebenwirkung haben.
- Genetische Faktoren: Androgenetische Alopezie ist erblich bedingt.
- Weitere Ursachen: Entzündliche oder chronische Erkrankungen, Fehlfunktionen der Schilddrüse und Essstörungen können ebenfalls Haarausfall verursachen.
Haarausfall bei Frauen: Welche Medikamente und Behandlungen helfen? | ARD GESUND
Haarausfall und Schlaf
Haarabrieb ist ein oft unterschätzter Faktor für sichtbaren Haarausfall. Durch mechanische Belastungen wie das Kämmen, Föhnen oder Schlafen wird dein Haar täglich strapaziert. Bei gesundem Haar kann dies gut ausgeglichen werden, da es fest in der Kopfhaut verankert und die Haarstruktur intakt ist. Doch bei dünner werdendem Haar fehlt dieser Schutz - es bricht ab, bevor es sich regenerieren kann.
5 Tipps gegen Haarabrieb im Schlaf
- Verwende Seiden- oder Viskose-Kissenbezüge: Durch die glatte Oberfläche reiben die Haare weniger an der Bettwäsche und brechen nicht so leicht. Dies ist besonders hilfreich bei feinem oder brüchigem Haar.
- Nutze eine Seidenhaube: Sie verhindert effektiv, dass dein Haar an der Bettwäsche reibt und bricht.
- Vermeide es, mit nassen Haaren ins Bett zu gehen: Nasses Haar ist besonders empfindlich. Lass dein Haar vor dem Schlafen vollständig trocknen, um Haarbruch zu vermeiden.
- Bürste dein Haar vor dem Schlafengehen und binde es locker zusammen: Durch regelmäßiges Bürsten verteilst du die natürlichen Öle deiner Kopfhaut gleichmäßig im Haar, was es geschmeidig macht und schützt. Eine lockere Flechtfrisur oder ein Dutt schützt das Haar zusätzlich vor Abrieb.
- Eine gezielte Haarroutine für langanhaltenden Schutz: Haaröle sind gut, um die Längen zu pflegen, jedoch nicht ideal für feines Haar, da sie oft fettig wirken.
Was tun gegen Haarausfall?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Haarausfall bei Frauen zu behandeln. Die Wahl der Therapie hängt stets von der Ursache ab.
- Nährstoffversorgung: Eine Blutuntersuchung gibt Aufschluss über eventuell fehlende Nährstoffmengen im Körper. Liegt ein Vitaminmangel (zum Beispiel Selen- oder Vitamin-D-Mangel) oder eine zu geringe Konzentration an Spurenelementen (wie Eisen oder Zink) vor, solltest Du den Nährstoffmangel ausgleichen.
- Ernährungsumstellung: Eine gesunde Ernährung mit ausreichend Vitaminen und Mineralstoffen kann helfen, den Haarverlust einzudämmen.
- Schonendes Styling und die richtige Haarpflege: Verwende milde Shampoos und vermeide übermäßiges Styling mit Hitze.
- Medikamente: In einigen Fällen können Medikamente wie Minoxidil helfen, den Haarausfall zu reduzieren oder zu stoppen.
Weitere Therapiemöglichkeiten
- Mesotherapie: Gezielte Injektion von Nährstoffen, Vitaminen und wachstumsfördernden Substanzen in die Kopfhaut, um die Haarfollikel zu stimulieren und das Haarwachstum anzuregen.
- PRP-Therapie (Plättchenreiches Plasma): Nutzung der Heilkräfte des eigenen Blutes. Nach der Entnahme wird das Blutplasma so aufbereitet, dass es reich an Wachstumsfaktoren ist, die das Haarwachstum fördern.
- Haartransplantation: Für junge Menschen der Gen Z, die unter fortgeschrittenem Haarausfall leiden, bietet die Haartransplantation eine effektive und dauerhafte Lösung.
Haarausfall bei der Generation Z
Auch junge Menschen, insbesondere die Generation Z (Jahrgänge 1995-2010), sind zunehmend von Haarausfall betroffen. Stress, Schlafmangel, unausgewogene Ernährung und intensive Haarbehandlungen können dazu beitragen. Es gibt jedoch verschiedene Methoden, die das Haarwachstum anregen können.
Es ist wichtig, sich bei Haarausfall medizinischen Rat einzuholen, um die Ursache zu finden und eine geeignete Therapie zu beginnen. Sprich hierzu mit einem/einer Ärzt*in, wenn Du den Verdacht hast, unverhältnismäßig viele Haare zu verlieren. Indem Du Deine Symptome abklären lässt, bekommst Du eine genaue Diagnose und kannst mit der richtigen Therapie starten.
Gelassenheit und Geduld sind wichtige Verbündete. Auch, wenn verstärkter Haarverlust sehr belastend sein kann und es einige Zeit beansprucht, bis Verbesserungen durch die Anwendung geeigneter Mittel sichtbar werden: Probier, dem Problem mit einer entspannten Haltung zu begegnen.
| Ursache | Mögliche Lösung |
| Hormonelle Veränderungen | Hormontherapie, Anpassung der Verhütungsmittel |
| Stress | Stressmanagement, Entspannungstechniken |
| Ernährungsmangel | Ausgewogene Ernährung, Nahrungsergänzungsmittel |
| Haarabrieb | Seidenkissenbezüge, Seidenhaube |
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