Haarausfall nach Magenverkleinerung bei Frauen: Ursachen und Lösungen

Haare sind wichtig für das Wohlbefinden. Volles Haar signalisiert Gesundheit, Jugendlichkeit und Fruchtbarkeit. Haarausfall kann traumatisieren und im Extremfall ein echtes psychosoziales Problem darstellen.

Ein so umfassender Eingriff wie eine Magenverkleinerung ist ein großer Stress für deinen Körper, selbst wenn du dich grundsätzlich prima von der Operation erholst. Da kann es sein, dass der Körper die Funktionen einschränkt, die nicht zum Überleben notwendig sind.

Wenn nach einer Magenverkleinerung Haarausfall auftritt, kann das verschiedene Ursachen haben.

Die schlechte Nachricht: Nach einer bariatrischen Operation fallen die Haare aus. Die Gute: Sie kommen wieder!

Auch wenn Haarausfall nach einer Magenverkleinerung äußerst ärgerlich ist, hat er eine positive Sache: Im Gegensatz zu verschiedenen anderen Arten von Haarausfall ist er normalerweise temporär.

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Was ist Telogenes Effluvium?

Die Art des Haarverlustes, wie sie nach einer bariatrischen Operation auftritt, hat einen Namen: „Telogenes effluvium“.

„Telogen“ ist im Haarwachszyklus die Ruhephase des Wachstums und Effluvium bedeutet einfach „vermehrter Haarausfall“.

Um den Prozess besser zu verstehen, hier eine kurze Erklärung des Haarwachstumszyklus:

  • Die Wachstumsphase eines Haares dauert ca. 3 - 7 Jahre. Sie wird als „Anagen“ bezeichnet. Ungefähr 90 % der Haare sind jeweils in dieser Phase.
  • Danach folgt eine Übergangsphase („Katagen“), die ca. drei Wochen dauert. Ungefähr 5 - 15 % der Haare befinden sich jeweils in diesem Stadium.
  • Am Ende kommt die Ruhephase, das „Telogen“, in dem die Haare zwei bis vier Monate ruhen und dann abgestoßen werden. Das sind im Normalfall ca. 100 Haare pro Tag.

Quelle: [ungültige URL entfernt]

Dieser Effekt kommt dadurch zustande, dass sich das Verhalten der Haare in den unterschiedlichen Phasen verändert und sich die Haare vermehrt in der Telogenischen Phase, also der Ruhephase, befinden als in der Anagenen Phase (Wachstumsphase) oder der Katagenen Phase (Übergangsphase).

Ursachen für Haarausfall nach einer Magenverkleinerung

Viele der oben genannten möglichen Ursachen treffen auf Patienten zu, die sich einer bariatrischen Operation unterzogen haben.

Hier sind einige Hauptursachen:

  • Nährstoffmangel: Häufig liegt der Grund in der veränderten Aufnahme von Nährstoffen, Proteinen und Vitaminen. Für ein gesundes Haarwachstum sind verschiedene Nährstoffe und Vitamine notwendig. Der Magen ist ein wichtiger Bestandteil des Verdauungssystems und spielt eine entscheidende Rolle bei der Aufnahme von Nährstoffen aus der Nahrung. Wenn der Magen verkleinert wurde, kann es schwieriger werden, ausreichend Nährstoffe und Proteine aufzunehmen, was wiederum zu Haarausfall führen kann.
  • Verminderte Nahrungszufuhr und Kalorien: Auch die verminderte Nahrungszufuhr und weniger Kalorien können sich auf den Körper auswirken.
  • Stress: Auch der Stress, der mit einer Operation und der anschließenden Rehabilitation verbunden ist, kann zu Haarausfall führen. Der Körper reagiert auf Stress, indem er bestimmte Hormone produziert, die das Haarwachstum beeinträchtigen können. Manche Menschen leiden nach einer bariatrischen Operation auch unter Angstzuständen oder Depressionen. Diese verstärken die Stressreaktion des Körpers und können zu Nebenwirkungen wie Haarausfall führen.

Was kann man gegen Haarausfall tun?

Das Wichtigste zuerst: Entspannen! Ein Verlust von 5 - 15 % der Haare nach einer Operation ist nicht ungewöhnlich und das Haar kommt nach ungefähr 6 Monaten wieder zurück. In Einzelfällen können es auch mal mehr Haare sein, die ausfallen. Auch wenn es schwerfällt: Die Einweißzufuhr ist der Schlüssel zu einer schnellen Normalisierung.

Es gibt auch einige Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um den Haarausfall zu verringern. Dazu zählen zum Beispiel das Tragen von lockeren Frisuren und der Verzicht auf übermäßiges Styling, das die Haare zusätzlich belastet sowie die Zufuhr von entsprechenden Vitaminen und Nährstoffen.

Ernährung und Nährstoffe

Der Tagesbedarf an Eiweiß (Protein) beträgt ca. 0,8 Gramm pro Kilogramm Normalgewicht. Wenn also das Normalgewicht (Körpergröße minus 100) 70 kg beträgt, dann benötigt der Körper ca. 60 Gramm Eiweiß pro Tag. Als Daumenregel empfehlen bariatrische Chirurgen eigentlich immer 60 Gramm Eiweiß pro Tag, egal wie das Idealgewicht ist.

Da am Anfang nach der Operation nur sehr wenig gegessen werden kann, kann diese Menge Eiweiß nicht über die normale Nahrung erreicht werden. Daher das Eiweißpulver. Es gibt aber auch andere Eiweißquellen. Nicht jede Eiweißquelle ist aber gleich gut verdaulich, so dass bei einer Aufnahme der Proteine über die Nahrung die Empfohlene Eiweißmenge auf bis zu 2 Gramm pro Tag gesteigert werden kann.

Die für operierte geschaffenen Spezialvitamine enthalten viele verschiedene Vitamine und Mikronährstoffe in angepassten Dosierungen. Sie sind besser auf die Bedürfnisse nach einer Operation abgestimmt, als die Standard-Vitamine aus dem Supermarkt. Wichtig sind hier die Vitamine aus der B-Reihe, Folsäure, Zink und Biotin.

Besonders nährstoffreich sind Algen (gibt es z.B. Gerade weil die Essenmenge beschränkt ist, können hier grüne Smoothies eine gute Ergänzung des Speiseplans sein.

Natürlich sollten Operierte darauf achten, die empfohlene Eiweißmenge im Blick und auf dem Teller zu haben. Bei tierischen Produkten ist auch das Fettsäuremuster wichtig. Faustregel: man sollte sich nach der OP wirklich gutes Fleisch und Milchprodukten von artgerecht gehaltenen Tieren gönnen. Massentierhaltung liefert schlechte Qualität (mittlerweile sage ich das so direkt, auch wenn ich weiß, dass die höheren Preise für hochwertige Produkte für manchen ein Problem darstellen).

Empfohlene Nährstoffe und ihre Wirkung:

Nährstoff Wirkung
Eiweiß Wichtig für den Aufbau und Erhalt von Muskeln, fördert die Wundheilung und den Stoffwechsel, zügelt den Hunger.
Eisen Wichtig für den Sauerstofftransport im Blut, Eisenmangel kann zu Haarausfall führen.
Zink Kann eine regulierende Wirkung auf den Haarausfall und die Entwicklung von Alopezie haben.
Vitamine (besonders B-Vitamine, Folsäure, Biotin) Wichtig für verschiedene Stoffwechselprozesse und die Gesundheit von Haar und Haut.

Weitere Tipps

  • Auch wenn Sie alle oben genannten Dinge beachten, können einige Haare ausfallen. Wenn Sie vor der Operation darauf vorbereitet sind, dann kann Ihnen das Helfen.
  • Sollte der Haarausfall deutlich länger als 6 Monate anhalten, sollten Sie mit Ihrem Hausarzt / Ihrer Hausärztin darüber sprechen.
  • Last, not least: Wasser und Kräutertees trinken! Ja. Hier trifft es die üblichen Verdächtigen: Industriezucker und große Mengen hochverarbeitete Getreideprodukte.
  • Wenn wir mal den Blick über den Tellerrand hinaus lenken, ist eigentlich ganz logisch, dass auch eine sinnvolle - und eigentlich ganz einfache- Haar-Pflege gut tut.

Die gute Nachricht: meistens reicht die Nahrungsergänzung, die sowieso nach der Adipositas-OP empfohlen wird - wenn sie regelmäßig und in richtiger Höhe eingenommen wird!

Die Leitlinien sehen vor, dass Operierte bei den meisten üblichen Vitaminen und Mineralstoffen 200% der empfohlenen Tagesmenge für Gesunde nehmen sollten. Das ist mit handelsüblichen Nahrungsergänzungen nur schwer zu erreichen.

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