Haarausfall ist ein weit verbreitetes Problem, das Männer und Frauen jeden Alters betrifft. Normalerweise verliert man am Tag etwa 70 bis 100 Haare. Diese finden sich dann zum Beispiel auf dem Kopfkissen, in der Haarbürste oder der Dusche. Sie wachsen üblicherweise wieder nach. Allerdings wird das Haar mit zunehmendem Alter bei fast jedem lichter. Dauert der Haarausfall mehrere Wochen und gehen täglich mehr als hundert Haare aus oder es entstehen haarfreie Stellen, liegt Haarausfall vor.
Von Haarausfall spricht man, wenn Haare kontinuierlich ausgehen und nicht wieder nachwachsen. Sichtbar wird Haarausfall zunächst an einigen haarlosen Stellen, die mit der Zeit größer werden. Die Ursache dieser sogenannten Alopezie lässt sich meist durch den Hautarzt feststellen. Und auch lichteres Haar ist mit zunehmendem Alter keine Seltenheit.
Es gibt verschiedene Arten von Haarausfall, die unterschiedliche Ursachen und Symptome haben. Die Kenntnis der verschiedenen Formen und ihrer Ursachen ist entscheidend für eine effektive Behandlung.
Man unterscheidet verschiedene Arten von Haarausfall. Dies sind die häufigsten Formen:
Für den Ausfall der Kopfhaare können verschiedene Auslöser verantwortlich sein. Zu den häufigsten Ursachen, sowohl bei Frauen als auch bei Männern, zählt der anlagebedingte Haarausfall. Betroffen sind beinahe zwei Drittel der Männer und etwa jede zweite Frau.
Von kreisrundem Haarausfall (Alopecia areata) sind deutschlandweit rund eine Million Menschen betroffen. Vor allem Kinder und junge Erwachsene (bis etwa 30 Jahre) leiden daran. Diese Art des Haarausfalls ist eine Autoimmunerkrankung, bei der körpereigenes Gewebe angegriffen wird. Das sind entweder die Haarwurzeln an der Kopfhaut oder an einer anderen Stelle des Körpers. Bei Frauen jeden Alters tritt die Krankheit deutlich häufiger in Erscheinung als bei Männern.
Für diffusen Haarausfall (Alopecia diffusa) kommen unterschiedliche Auslöser infrage. Zum einen zählen eine Funktionsstörung der Schilddrüse und Eisenmangel dazu, aber auch einige Medikamente und Stress lassen das Haar dünner werden. Ebenfalls ist bekannt, dass Hormonbehandlungen wie etwa eine Hormontherapie während der Wechseljahre oder die Einnahme der Antibabypille Einfluss auf das Abnehmen der Haardichte haben können. Frauen sind viel häufiger betroffen als Männer. Auch Kinder können diffusen Haarausfall bekommen.
Weitere Ursachen können sein:
Auch psychischer Stress, hoher Leistungsdruck und Stress im Alltag, sei es beruflich oder privat, können ebenfalls zu Haarausfall führen. Stress kann die Haarwurzeln schwächen und zu vorzeitigem Haarverlust führen. Wer langanhaltend großen Stress verspürt, kann dadurch Haarausfall provozieren.
Bestimmte Erkrankungen oder ein Mangel an wichtigen Nährstoffen wie Aminosäuren und B-Vitaminen können Haarausfall verursachen. Hierbei bleibt die Haarwurzel oft intakt, bekommt jedoch nicht genügend Nährstoffe. Dadurch verkürzt sich die Lebensdauer des Haares und es fällt vorzeitig aus.
Zu heißes Wasser, heiße Föhnluft, aggressive Shampoos, reibende Mützen, grobe Kämme und Bürsten. Auch dieser physische Stress im Rahmen des Stylings und die falsche Haarpflege können Ursachen für den Haarausfall bei Männern sein.
Je nach spezifischer Art des Haarausfalls zeigen sich unterschiedliche Symptome:
Ist der Verlust des Kopfhaares erblich bedingt, stellen sich die Symptome bei Frauen und Männern jeweils anders dar.
Die Symptome sind bei Frauen und Männern gleich ausgeprägt. Allerdings sind Frauen jeden Alters von der sogenannten Alopecia areata häufiger betroffen als Männer. Kreisrunder Haarausfall setzt meist plötzlich ein. Am Kopf, manchmal auch an Augenbrauen, Wimpern oder Bart, bilden sich dann innerhalb kurzer Zeit kahle Stellen. Diese runden oder ovalen Kahl-Stellen wirken dann wie ausgestanzt. Meist beginnt der kreisrunde Haarausfall schon im Kindes- und Jugendalter.
Die Symptome stellen sich bei beiden Geschlechtern gleich dar. Frauen bekommen die sogenannte diffuse Alopezie jedoch deutlich öfter als Männer. Auch Kinder sind betroffen. - Die Haare fallen hier häufig gleichzeitig aus. Sie stellen erst ihr Wachstum ein, wechseln in einen Ruhezustand, um anschließend auszugehen. Bestimmte Stellen sind nicht betroffen, vielmehr wird das Kopfhaar insgesamt dünner. Zu diffus ausgebreiteter Vernarbung kommt es dabei selten.
Wenn man bei sich sehr starken Haarverlust feststellt, sollte recht bald ein Dermatologe (Hautarzt) aufgesucht werden. Bei einigen Formen des Haarausfalls steigt der Erfolg der Behandlung nämlich mit einer frühen Diagnose. Auch einige Krankenhäuser bieten spezielle Haarsprechstunden an.
Haarausfall ist erst dann bedenklich, wenn täglich mehr als 100 Haare ausgehen. Der regelmäßige Verlust von Kopfhaar ist normal. Üblicherweise beschränkt sich dies jedoch auf rund 70 bis 100 Haare pro Tag. Man bemerkt in der Regel von alleine, wenn das Kopfhaar lichter wird.
Um Haarausfall behandeln zu können, muss der Hautarzt erst einmal die Ursache bestimmen. Dazu wird ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten geführt (Anamnese). Der behandelnde Arzt wird unter anderem folgende Fragen stellen:
Weibliche Patientinnen werden zudem nach ihrem Menstruationszyklus befragt, nach der Einnahme von Verhütungsmittel, nach Schwangerschaft und Geburten sowie ggf. nach Einsetzen der Wechseljahre.
Im Anschluss an das ausführliche Diagnose-Gespräch folgt die körperliche Untersuchung. Der Arzt wird sich die von Haarausfall betroffene Stelle ansehen. Eventuell nimmt er dabei ein Dermatoskop (beleuchtete Lupe) zu Hilfe. Das Muster, das das ausgefallene Haar hinterlassen hat, gibt oft schon Aufschluss über den Grund des Kopfhaarverlustes. Gegebenenfalls sind zusätzliche Untersuchungen, wie eine Blut- oder Haaranalyse nötig.
Auch ein Zupftest ist möglich. Der Hautarzt testet so, wie viele Haare sich schon durch leichtes Ziehen entfernen lassen.
Auf den kahlen Stellen wird der Arzt prüfen, ob noch Poren der Haarbälge (Haarfollikel) zu finden sind. Ist das der Fall, hat noch keine Vernarbung stattgefunden und die Haare können daher prinzipiell nachwachsen.
Die Behandlung von Haarausfall richtet sich nach deren spezifischer Ursache.
Frauen sind von kreisrundem Haarausfall deutlich öfter als Männer betroffen. Die Therapieansätze unterscheiden sich nicht in Bezug auf das jeweilige Geschlecht.
Kreisrunder Haarausfall wird meist mit entzündungshemmenden Medikamenten, wie Kortison, behandelt. Auch die gezielte Reizung der Kopfhaut zur besseren Durchblutung ist bei vielen wirksam. Häufig setzt danach das Haarwachstum wieder ein.
Zur Stärkung der Haarwurzeln setzt man auch auf die sogenannte Topische Immuntherapie sowie auf Lichttherapie. Beides kann helfen, den Haarverlust zu stoppen.
Diffuser Haarausfall kann auf zahlreiche Ursachen zurückgeführt werden. Ist eine Krankheit der Auslöser, gilt es die diese zuerst zu behandeln. Tritt diffuser Haarausfall als Nebenwirkung eines Medikaments auf, sollte nach Möglichkeit der Wirkstoff gewechselt werden. Aber auch Mangelzustände, wie zum Beispiel Eisenmangel, können verantwortlich sein. Dann kann man bereits mit einer Ernährungsumstellung dem Haarausfall Einhalt gebieten.
Häufig wird zusätzlich eine 2%-ige Minoxidil-Lösung zum Einreiben der Kopfhaut empfohlen. Frauen sind von diffusem Haarausfall häufiger betroffen als Männer. Hormonbehandlungen, Anti-Baby-Pille und Wechseljahre haben Einfluss auf diese Form des Haarverlustes. Sind Hormonveränderungen dafür verantwortlich, kann gemeinsam mit dem behandelnden Gynäkologen oder Endokrinologen nach einer Lösung gesucht werden.
Laut Traditioneller chinesischer Medizin (TCM) sind bei Erkrankungen bestimmte Energieflüsse im Körper blockiert. Mithilfe von Akupunktur lassen sich diese Stauungen lösen. Wie ein erfahrener Akupunkteur das Haarwachstum stimuliert, hängt ganz von der Ursache des Haarausfalls ab. Gerade bei kreisrundem Haarausfall werden gute Behandlungsergebnisse in Aussicht gestellt.
Für Haarausfall können unterschiedliche Faktoren verantwortlich sein. Bei einigen Formen von Alopezie (Haarausfall) finden auch homöopathische Mittel Einsatz. Zum Beispiel:
Es gibt kein universelles „bestes Mittel“ gegen Haarausfall, da die Effektivität stark von der Ursache des Haarausfalls abhängt. Allgemein haben sich einige Mittel und Methoden als wirksam erwiesen.
Medikamente wie Finasterid und Minoxidil sind weit verbreitet und können Männern bei erblich bedingtem Haarausfall helfen, indem sie den Haarwachstumszyklus beeinflussen und die Haarausfallrate reduzieren.
Eine ausgewogene Ernährung und spezielle Nahrungsergänzungsmittel, die Vitamine und Mineralstoffe enthalten, können ebenfalls zur Verbesserung der Haargesundheit beitragen.
Je nach Ursache und Form des Haarverlusts gibt es verschiedene Inhaltsstoffe in Haarwuchsmitteln für Männer, die an ganz unterschiedlichen Punkten ansetzen. Diese Produkte können helfen, den Haarausfall zu verlangsamen und das Haarwachstum zu stimulieren.
Tabelle: Übersicht über die verschiedenen Arten von Haarausfall, ihre Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten
| Art des Haarausfalls | Ursachen | Behandlungsmöglichkeiten |
|---|---|---|
| Anlagebedingter Haarausfall | Genetische Veranlagung, Hormonelle Überempfindlichkeit | Minoxidil, Finasterid, Haartransplantation |
| Kreisrunder Haarausfall | Autoimmunerkrankung, Genetische Faktoren, Stress | Kortison, Topische Immuntherapie, Lichttherapie |
| Diffuser Haarausfall | Schilddrüsenstörungen, Eisenmangel, Medikamente, Stress, Hormonelle Veränderungen | Behandlung der Grunderkrankung, Ernährungsumstellung, Minoxidil |
| Vernarbender Haarausfall | Verbrennungen, Verletzungen, Verätzungen, Infektionen, Autoimmunerkrankungen | Behandlung der Grunderkrankung, Haartransplantation (nach Stabilisierung) |
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