Sonnenbrand an der Kopfhaut ist ein Problem, das viele Menschen jedes Jahr aufs Neue beschäftigt. Jedes Kind weiß: Im Sommer müssen wir uns unbedingt eincremen. Doch selbst wenn wir uns brav einschmieren, gibt es eine Stelle, bei der manche Menschen besonders schnell Sonnenbrand bekommen und die sich schwer eincremen lässt - die Kopfhaut.
Ein Sonnenbrand entsteht durch eine übermäßige Exposition gegenüber UV-Strahlen, die die Haut schädigen. Die Kopfhaut ist dabei sehr anfällig, da sie zu den dünneren Hautbereichen zählt und gleichzeitig die Sonnenstrahlung senkrecht auf den Kopf trifft.
Hautärztin erklärt: Hautkrebs durch die Sonne - Sonnenbrand vorbeugen und behandeln
Wie kann ich mich schützen und was lindert die Schmerzen?
Wer ist besonders gefährdet?
Welche Menschen sich besonders gut schützen müssen, wie man Sonnenbrand an der Kopfhaut vorbeugen kann und was hilft, wenn es bereits zu spät ist, weiß die Dermatologin Esther Wißmüller.
- Heller Hauttyp und helle Haare: Menschen mit hellem Hauttyp und hellen Haaren neigen besonders schnell zu Sonnenbrand auf der Kopfhaut. Blonde Menschen haben oft weniger Melanin - ein Pigment, das nicht nur die Haut, sondern auch die Haare schützt. Melanin wirkt wie ein natürlicher Sonnenschutz, indem es UV-Strahlen absorbiert.
- Haarstruktur: Blonde Haare sind oft dünner und feiner, was bedeutet, dass sie weniger Schatten auf die Kopfhaut werfen. Dunklere, dickere Haare bieten besseren mechanischen UV-Schutz. Auch bei gleicher Haaranzahl schützt ein dichter, dunkler Schopf besser vor UV-Strahlen. Personen mit krausem Haar sind also weniger gefährdet.
- Haarscheitel: Denn trifft die Sonne genau auf einen Seiten- oder Mittelscheitel, kann dort schnell Sonnenbrand auftreten.
- Lichte Haare: Menschen mit einem Scheitel, kurzem, feinem oder schütterem Haar, Geheimratsecken, Halbglatze oder Glatze sind am meisten gefährdet, einen Sonnenbrand auf der Kopfhaut zu bekommen.
Generell gilt: Je weniger die Kopfhaut von Haaren bedeckt ist, desto größer ist das Risiko für einen Sonnenbrand.
Ursachen und Risikofaktoren
- Übermäßige UV-Strahlung: Ein Sonnenbrand entsteht durch eine übermäßige Exposition gegenüber UV-Strahlen, die die Haut schädigen.
- Lange Aufenthalte in der Sonne: Auch lange Aufenthalte in der Sonne, vor allem während der Mittagszeit, erhöhen das Risiko erheblich.
- Vernachlässigung des Sonnenschutzes: Tatsächlich wird diese beim Eincremen nämlich häufig vergessen oder ausgelassen.
Symptome eines Sonnenbrands auf der Kopfhaut
Im Grunde wie einen Sonnenbrand, den man auch so vom Körper kennt. Das heißt, es kommt zu Rötungen und, je nach Ausprägung, auch zu Schuppung, Blasenbildung und Schmerzen. Die Kopfhaut kann sich so verhalten, wie man es von einem Sonnenbrand auf dem Körper kennt.
Vier bis acht Stunden nach deinem letzten Sonnenbad zeigen sich die ersten, meist schmerzhaften, Symptome. Dazu zählen:
- Gerötete Kopfhaut
- Juckreiz auf dem Scheitel
- Geschwollene Hautpartien
- Schmerzen, insbesondere beim Kämmen oder Berühren
- Spannungsgefühl auf der Kopfhaut
- Wärmegefühl auf dem Kopf
- Kopfschmerzen
Bei einem stärker ausgeprägten Sonnenbrand kann die Kopfhaut schließlich spannen, jucken und brennen. Bilden sich zudem Bläschen und ist der Sonnenbrand sehr schmerzhaft, solle ärztlicher Rat eingeholt werden. Bei leichtem Sonnenbrand gehen die Anzeichen meist innerhalb weniger Tage langsam wieder zurück. Währenddessen kann sich die Kopfhaut pellen, wodurch es zur Bildung von Schuppen kommt.
Sonnenstich
Intensive Sonneneinstrahlung auf den Kopf begünstigt nicht nur Sonnenbrand, sondern auch einen Sonnenstich. Dabei werden die Hirnhäute durch den Wärmestau gereizt, was sich in schweren Fällen auch auf das Gehirn auswirken kann. Typische Anzeichen für einen Sonnenstich sind ein geröteter Kopf, starke Kopfschmerzen, Nackenschmerzen, Übelkeit und Fieber. Insbesondere Kinder und ältere Menschen sollten dann umgehend einem Arzt vorgestellt werden.
Langfristige Folgen von Sonnenbrand auf der Kopfhaut
Ein Sonnenbrand auf der Kopfhaut kann weitreichendere Folgen haben, als man zunächst annimmt.
- Empfindlichere Kopfhaut: Längerfristig kann die Kopfhaut jedoch empfindlicher werden, insbesondere bei wiederholten Sonnenbränden.
- Austrocknung und Schuppenbildung: So fördern die Sonnenschäden beispielsweise ein Austrocknen der Kopfhaut und damit anhaltende Schuppen.
- Haarausfall: In einigen Fällen kann starker Sonnenbrand auf der Kopfhaut zu Haarausfall führen, da die Haarfollikel durch die Entzündung geschädigt werden. In diesem Fall ist dermatologischer Rat empfehlenswert.
- Erhöhtes Hautkrebsrisiko: Darüber hinaus erhöht sich mit jedem Sonnenbrand auf der Kopfhaut das Hautkrebsrisiko erheblich.
Stimmt es wirklich, dass die Haare stückweise ausfallen, wenn man öfter Sonnenbrand auf der Kopfhaut hatte? Das ist möglich. Starker Sonnenbrand, der auch in tiefere Schichten geht, schädigt den Haarfollikel, da dieser von der Entzündungsreaktion etwas abbekommt. Bei einem Sonnenbrand - insbesondere zweiten Grades mit Entzündung oder Blasenbildung - wird der Haarfollikel geschädigt. Das führt zu diffusem, temporärem Haarausfall, ähnlich wie bei Stress oder Fieber. Solange der Sonnenbrand nicht zu einer tiefergehenden Narbenbildung führt, was sehr selten ist, wachsen die Haare nach einigen Wochen bis Monaten wieder nach.
Oft kann ein Sonnenbrand auch zu Haarausfall führen, das rührt daher, dass die oberste Hautschicht verletzt worden ist. Dadurch trocknet die Kopfhaut aus und die Haarwurzeln haben weniger Nährstoffe zur Verfügung und fallen noch bis einige Wochen nach dem Sonnenbrand aus. In der Regel ist der Sonnenbrand nach rund einer Woche ausgeheilt.
Wichtig: Wenn dir die Haare nach einem Sonnenbrand ausfallen, dann suche bitte unbedingt eine Ärztin oder einen Arzt auf!
Was tun bei Sonnenbrand auf der Kopfhaut?
Nicht immer lässt sich Sonnenbrand auf der Kopfhaut vollständig vermeiden.
Man kann bei Sonnenbrand auf dem Kopf grundsätzlich eine After-Sun-Pflege verwenden. Verwenden Sie am besten flüssige Produkte, wie zum Beispiel Aftersun-Spray, Aloe-Vera-Gel oder Panthenol-Lotion. Diese Produkte beruhigen und spenden Feuchtigkeit. Meiden sollte man fettige, schwere Cremes - sie schließen sozusagen die Überhitzung der Haut ein. Wichtig ist, Produkte ohne Alkohol oder Parfum zu wählen, da diese zusätzlich reizen können.
Hier sind zehn Tipps, die dich im Heilungsprozess deiner Kopfhaut unterstützen:
- Kühlen: Kühle die Kopfhaut, indem du ein feuchtkaltes Handtuch um den Kopf legst. Es beruhigt die gereizte und juckende Kopfhaut bei Sonnenbrand. Ob kühles Wasser, ein kühles Handtuch oder ein Kühlpack - deine Kopfhaut braucht jetzt eine gute Abkühlung. Denn: Kühlen entzieht der Haut Hitze. Beim Kühlpack gilt es darauf zu achten, eine Kälteverbrennung zu vermeiden: also in ein sauberes Tuch legen und dann auf die verbrannte Kopfhaut legen. Auch Umschläge können helfen, beispielsweise mit Wasser, Kamillentee, Schwarztee oder stark verdünntem Apfel- oder Weißweinessig. Alternativ kann es auch helfen, lauwarm - keinesfalls eiskalt - zu duschen und dabei sanft die Kopfhaut zu spülen. Und natürlich ist der erste Schritt: raus aus der Sonne!
- Milde Pflege: Wasche dein Haar möglichst nicht täglich und verwende bei der Haarwäsche ein mildes Shampoo für empfindliche Kopfhaut.
- Lufttrocknen: Lasse dein Haar bevorzugt an der Luft trocknen. Ist das Föhnen notwendig, nutze niedrige Temperaturen und spare den Haaransatz so weit wie möglich aus.
- Weiche Bürsten: Benutze eine Bürste mit weichen Borsten und verzichte auf das Kämmen mit einem harten Kamm.
- Feuchtigkeit spenden: Bei Sonnenbrand trocknet die Haut stark aus. Hochverträgliche und mild formulierte Feuchtigkeitsspender unterstützen die beanspruchte Kopfhaut bei der Regeneration.
- Raus aus der Sonne: Sobald du merkst, dass deine Kopfhaut ziept, solltest du dich in den Schatten begeben.
- Kopfbedeckung: Um deine Kopfhaut vor weiteren Schäden zu bewahren, solltest du eine Kappe, einen Hut oder ein Tuch tragen.
- Hitze vermeiden: In den nächsten Tagen solltest du auf das Föhnen deiner Haare verzichten, da die Haut sonst zusätzlich gereizt wird. Verhindere außerdem, dass du direktem Sonnenlicht ausgesetzt bist.
- Ausreichend trinken: Ein Sonnenbrand bedeutet für den Körper in erster Linie Flüssigkeitsverlust. Daher solltest du jetzt viel Wasser trinken. Es empfiehlt sich eine Menge von zwei Litern pro Tag. Ein erwachsener Mensch sollte am Tag circa 2,0 l Wasser trinken.
- Stylingprodukte meiden: Finger weg von Kopfhautpeelings und Stylingprodukten an der Kopfhaut - sie reizen die Haut unnötig.
- Nicht pellen: Du solltest auf keinen Fall die sich pellende Haut mit den Fingern oder einer Bürste entfernen, denn so können gesunde Hautteilchen beschädigt werden.
- Panthenol-Spray: Wenn du einen sehr starken Sonnenbrand auf der Kopfhaut hast, kannst du dir ein Panthenol-Spray aus der Apotheke besorgen. Es ist der gleiche Wirkstoff, der in Wund- und Heilsalben enthalten ist.
Vorbeugung ist der beste Schutz
Vorbeugung ist der beste Schutz gegen einen Sonnenbrand auf der Kopfhaut.
- Kopfbedeckung tragen: Trage einen Hut, eine Kappe oder ein Bandana, besonders bei direkter Sonneneinstrahlung. Bei der Wahl deiner Kopfbedeckung, solltest du auf einen blickdichten Stoff achten. Das heißt: Ein dünnes Tuch oder ein Strohhut sind hier fehl am Platz. Besser geeignet sind Caps oder Hüte, die einen festen Stoff haben.
- Sonnenschutzmittel nutzen: Verwende einen Sonnenschutz speziell für die Kopfhaut oder ein leichtes, nicht fettendes Sonnenschutzgel. Auch ein transparentes Sonnenspray eignet sich gut für die Anwendung auf der Kopfhaut. UV-Schutz verwenden: Transparentes Sonnenspray ist ideal, um die Kopfhaut zu schützen. Es entstehen keine weißen Rückstände, es fettet nicht und du kannst es genau auf dem Scheitel auftragen.
- Scheitel variieren: Verändere regelmäßig die Position deines Scheitels. Damit die Sonne nicht nur auf eine Stelle am Kopf scheint, solltest du deinen Scheitel von Zeit zu Zeit etwas versetzen. Versetzen Sie ab und zu den Scheitel, um nicht dauerhaft die gleiche Stelle der Sonne auszusetzen, oder verzichten Sie auf einen Scheitel - bei langem Haar bietet sich etwa ein gerader Zopf und nach hinten gekämmtes Haar an, das die gesamte Kopfhaut bedeckt.
- Pferdeschwanz binden: Wenn du lange Haare hast, kannst du deine Haare in einem Pferdeschwanz zusammenbinden. So verschwindet der Scheitel unter deinen Haaren und du minimierst das Risiko, einen Sonnenbrand auf der Kopfhaut zu bekommen.
- UV-Schutz bei der Haarwäsche nutzen: Es gibt Shampoos mit integriertem UV-Schutz.
- Mittagssonne meiden: Vermeide die direkte Sonneneinstrahlung zwischen 11 und 15 Uhr, wenn die UV-Belastung am stärksten ist.
Zusätzlich zu deiner Kopfhaut solltest du auch Gesicht und Körper vor UV-Strahlung schützen. Auf diese Weise beugst du nicht nur Sonnenbrand und Hautkrebs vor, sondern wirkst auch frühzeitiger und lichtbedingter Hautalterung sowie Pigmentflecken entgegen.
Da UVB-Strahlung das ganze Jahr über aktiv ist, empfiehlt sich die Anwendung von Sonnenschutz für das Gesicht auch in der kälteren Jahreszeit.
Zusätzliche Tipps
- Geben Sie Ihrer Haut immer wieder Zeit sich zu erholen, auch wenn Sie sich eincremen. Das ist gut für Ihren ganzen Körper.
- Trinken Sie viel und halten Sie sich immer wieder auch im Schatten auf beziehungsweise meiden Sie die direkte Sonne - denn braun wird man auch im Schatten.
- Cremen Sie sich regelmäßig nach - vor allem, wenn Sie sich im Wasser aufgehalten haben.
- Wählen Sie eine Sonnencreme, die zu Ihrem Hauttyp passt. Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder einem Apotheker beraten.
- Eine regelmäßige ärztliche Kontrolle bei einem Dermatologen ist Pflicht. Diese beinhaltet auch eine Begutachtung Ihrer Kopfhaut und macht das frühe Erkennen krankhafter Veränderungen der Haut möglich.
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#sonnenbrand #kopfhaut #haarausfall
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