Rund drei Prozent der Deutschen werden von der chronisch-entzündlichen Hauterkrankung, der Schuppenflechte (Psoriasis), geplagt. Ein Psoriasis-Schub macht unübersehbare Symptome: Die Haut rötet sich und bildet weiße Schuppen. Mehrere Ursachen sind dabei im Spiel. Rote, teils großflächige juckende Flecken, die übersät sind von silbrig weißen Schuppen oder Pusteln, sind typische Anzeichen.
Schuppenflechte auf dem Ellenbogen
Als chronische Krankheit verläuft die Schuppenflechte in Phasen - akute und weitgehend symptomfreie Zeiten wechseln sich ab. Die Krankheit bricht typischerweise vor dem 40. Lebensjahr aus (Typ-1-Psoriasis). Die Spätform (Typ-2-Psoriasis) tritt in der zweiten Lebenshälfte auf und verläuft oft etwas milder.
Psoriasis Capitis, allgemein bekannt als Schuppenflechte auf der Kopfhaut, stellt eine besondere Herausforderung sowohl für Betroffene als auch für Hautärzte dar. Sie ist eine chronische Erkrankung und nicht heilbar. Psoriasis verläuft individuell sehr unterschiedlich. Zwischen den einzelnen Schüben kommt es immer wieder zu beinahe beschwerdefreien Zeiten. Manchmal verschlechtert sich die Psoriasis von Schub zu Schub.
Schuppenflechte auf der Kopfhaut (Psoriasis capitis) zeigt sich in Form von roten Flecken, die häufig mit silbrigen Schuppen, sogenannten Plaques, bedeckt sind. Bei der Psoriasis handelt es sich um eine entzündliche, chronische Erkrankung. Ein Großteil der Schuppenflechte-Patienten hat unter anderem Psoriasis-Flecken auf der Kopfhaut.
Die Entzündungsherde der Schuppenflechte auf dem Kopf reichen oft über den Haaransatz hinaus, zeigen sich beispielsweise an der Stirn in der Nähe des Haaransatzes, an den Schläfen und im Nacken. Die Herde sind rötlich gefärbt, schuppen stark und verursachen oft einen unangenehmen Juckreiz.
Die Erkennung von Psoriasis Capitis beginnt mit dem Verständnis ihrer Symptome. Die Schuppenflechte auf der Kopfhaut wird in drei Schweregrade eingeteilt, die von leichten bis zu schweren Formen reichen:
Weitere Symptome umfassen scharf begrenzte, dunkelrote Hautstellen mit dicker, weißlicher Schuppenauflage und Juckreiz, der von mild bis sehr intensiv variieren kann.
Bild einer Schuppenflechte auf der Kopfhaut
In manchen Fällen führt eine Schuppenflechte auf dem Kopf zu - in der Regel vorübergehendem - Haarausfall, da sich Plaques um die Haarschäfte bilden. Bei einer sehr starken (asbestartigen) Ausprägung der Psoriasis capitis brechen die Haare ab, und es kommt möglicherweise zu einem bleibenden Haarausfall.
Die Ursache der Psoriasis Capitis liegt in einem gestörten Immunsystem, das zu einer übermäßigen Produktion von Hautzellen führt. Diese Hautzellen häufen sich an der Oberfläche und bilden die charakteristischen Plaques.
Als Hauptursache für Psoriasis gilt eine genetische Veranlagung. Zu Grunde liegt aber eine Autoimmunerkrankung, die zu Entzündungen der Haut führt und die Erneuerung der Hautzellen um das etwa Zehnfache beschleunigt. Der natürliche Abstoßungsprozess der toten und verhornten Zellen funktioniert dadurch nicht mehr.
Die Verbindung zwischen Genetik und Psoriasis ist nicht zu unterschätzen. Forschungen zeigen, dass eine familiäre Veranlagung eine wesentliche Rolle spielt. Wenn ein Elternteil an Psoriasis leidet, steigt das Risiko für das Kind, ebenfalls diese Hauterkrankung zu entwickeln.
Neben der genetischen Veranlagung gibt es eine Vielzahl von Auslösern, die einen Schub der Schuppenflechte auf der Kopfhaut hervorrufen können:
Stress ist eine der häufigsten Ursachen für die Verschlimmerung der Symptome. Die Schuppenflechte auf der Kopfhaut, wie auch andere Formen der Psoriasis, ist eine Autoimmunerkrankung. Das bedeutet, das Immunsystem greift fälschlicherweise gesunde Hautzellen an, was zu einer schnelleren Erneuerung der Hautzellen führt.
Für einen ersten Verdacht auf eine Schuppenflechte am Kopf reicht dem Arzt unter Umständen schon ein Blick auf die betroffenen Stellen - vor allem, wenn der Patient bereits wegen einer Psoriasis in Behandlung ist. Dennoch gilt es, die Schuppenflechte der Kopfhaut gegen andere Hauterkrankungen wie Ekzeme, Pilzerkrankungen, Knötchenflechte (Lichen ruber), Lupus erythematodes sowie weitere Erkrankungen oder lediglich trockene Haut abzugrenzen. Hierfür entnimmt der Arzt möglicherweise eine Hautprobe.
Bei Verdacht auf Psoriasis-Arthritis werden die betroffenen Gelenke mit bildgebenden Verfahren (Ultraschall, Röntgen, Magnetresonanztomografie oder Szintigrafie) untersucht. Die Bilder können einen Hinweis auf das Stadium der Erkrankung liefern.
Zur Einstufung der Schuppenflechte gibt es den PASI (Psoriasis Area and Severity Index). Dieser Index beschreibt die Ausdehnung der Schuppenflechte und den Schweregrad anhand der Rötungen und Dicke der Plaques und Schuppung. Der maximale PASI-Score kann bei schweren Erkrankungen 72 Punkte erreichen.
Die Therapie einer Psoriasis der Kopfhaut zielt darauf ab, die überschießend schuppende Kopfhaut zu normalisieren und die Entzündung zu stoppen. Dafür stehen verschiedene Präparate zur Verfügung, die auf die Kopfhaut aufgetragen werden. Bevor diese zum Einsatz kommen, gilt es, die Schuppen zu entfernen, damit die Wirkstoffe ihre Wirkung bestmöglich entfalten.
Zur Behandlung der Schuppenflechte am Kopf gibt es verschiedene Möglichkeiten:
Zusätzlich erfolgt häufig eine Lichttherapie mit UV-Strahlen.
Die Symptome und Auswirkungen der Schuppenflechte auf der Kopfhaut lassen sich jedoch durch eine geeignete Behandlung in den Griff bekommen. Das ist wichtig, denn: Die sichtbaren Hautflecken und Schuppen machen Schuppenflechte auf der Kopfhaut zu einer Krankheit, die das Wohlbefinden und Selbstvertrauen der Betroffenen oft stark beeinträchtigt - vor allem dann, wenn die Schuppenflechte im Gesicht sichtbar ist.
Manche Menschen setzen zudem Hausmittel wie Mandelöl oder Mittel der Homöopathie ein, um Schuppenflechte auf der Kopfhaut zu behandeln.
Es gibt auch einige Hausmittel, die möglicherweise gegen Schuppen am Kopf helfen können, jedoch ist die Wirksamkeit nicht wissenschaftlich belegt.
Hausmittel haben ihre Grenzen. Wenn die Beschwerden über einen längeren Zeitraum bestehen, nicht besser oder sogar schlimmer werden, sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen.
Ein Schlüsselaspekt im Umgang mit Psoriasis der Kopfhaut ist die richtige Pflege:
Es gibt keine zuverlässige Methode, einer Schuppenflechte auf der Kopfhaut vorzubeugen. Einige Maßnahmen helfen jedoch, die Symptome zu verringern und den Hautzustand zu verbessern:
Denken Sie bei der Haarpflege daran: An allen Stellen, an denen die Haut mechanisch, chemisch oder durch Hitze oder Kälte gereizt wird, treten die Symptome der Psoriasis capitis verstärkt auf - auch an jenen, die vorher erscheinungsfrei waren und gesund aussahen.
Ein angepasster Lebensstil kann die Symptome der Psoriasis positiv beeinflussen:
Hohe Temperaturen können einen negativen Einfluss auf die Schuppenflechte haben. Daher kann es sinnvoll sein, die Raumtemperatur um ein paar Grad zu reduzieren. Gerade im Schlafzimmer - daher die Heizung ein wenig herunterdrehen und auf ausreichend Luftfeuchtigkeit achten. Auch Sonnenschutz am Kopf ist wichtig.
Da Stress sich auch negativ auf den Zustand der Haut auswirken kann, ist regelmäßige Entspannung wichtig. Planen Sie daher ausreichend Erholungsphasen in Ihren Alltag ein, um sich zu erholen und Druck abzubauen.
Psoriasis, insbesondere wenn sie die Kopfhaut betrifft, kann tatsächlich zu Haarausfall führen. Dieser Haarausfall ist jedoch meist vorübergehend. Die entzündlichen Prozesse und die Bildung von Plaques können die Haarfollikel beeinträchtigen und zu einem temporären Haarverlust führen.
Vorübergehender Haarausfall: Die meisten Fälle von Haarausfall bei Psoriasis sind reversibel.
Unbehandelt erhöht sich zudem bei Schuppenflechte auf der Kopfhaut die Gefahr für Psoriasis-bedingten Haarausfall.
Wenn eine Entzündung die Ursache für Haarausfall (Alopezie) ist, ergibt sich häufig ein diffuses oder fleckenartiges Ausfallmuster. Die empfindliche Kopfhaut ist meist sichtbar angegriffen, eine Behandlung muss mit größter Sorgfalt erfolgen.
Die Gemeinsamkeit von entzündlichen Vorgängen an der Haut am Kopf: Die Haarwurzeln werden ebenfalls angegriffen. Bei Autoimmunerkrankungen richtet sich das körpereigene Abwehrsystem gegen Haarfollikel und Haarwurzelzellen. Sie werden „irrtümlich“ bekämpft wie gefährliche Eindringlinge. Die Symptome ähneln mitunter allergischen Reaktionen.
Bei manchen Ausprägungen spielen Viren, Bakterien oder Pilze eine Rolle. Sie besiedeln die Kopfhaut oder dringen in offene Haarwurzelkanäle ein. Der Körper reagiert darauf mit entzündlichen Abwehrvorgängen.
Ebenfalls kann ein aggressives Shampoo die Kopfhaut austrocknen und entfetten. Es sollte stets darauf geachtet werden, ein schonendes Shampoo für die regelmäßige Haarpflege zu verwenden.
Bei Haarverlust, der auf Kopfhautentzündungen zurückgeht, sind Hautärzte oder Allgemeinmediziner gewöhnlich die ersten Ansprechpartner. Nicht immer lässt sich der Anlass für den Haarausfall gleich bestimmen. Bei Haarproblemen unklarer Natur helfen die erfahrenen Ärzte Ihnen gerne weiter.
Die enge Zusammenarbeit mit einem Hautarzt ist entscheidend, um die passende Behandlung zu identifizieren. Die Wahl der Behandlung hängt von der Schwere der Psoriasis, der betroffenen Kopfhautfläche und der individuellen Reaktion auf die Behandlung ab.
Entzündete Kopfhaut
Hier ist ein Beispiel für eine Tabelle, die die verschiedenen Behandlungsoptionen und ihre Anwendungen zusammenfasst:
| Behandlung | Anwendung | Hinweise |
|---|---|---|
| Schuppenlösende Shampoos | Regelmäßige Anwendung | Enthalten Salicylsäure oder Harnstoff |
| Kortisonhaltige Cremes/Lotionen | Direkt auf betroffene Stellen | Nicht zur dauerhaften Anwendung geeignet |
| Vitamin-D3-Analoga | Direkt auf betroffene Stellen | Für längere Anwendungszeiträume geeignet |
| UV-Lichtkämme | Regelmäßige Bestrahlung der Kopfhaut | Zuvor Schuppen entfernen |
| Systemische Medikamente | Einnahme oder Injektion | Bei schweren Fällen |
Wichtig: Die hier genannten Informationen dienen nur zur Veranschaulichung und ersetzen nicht die Einschätzung eines Arztes.
Schuppenflechte behandeln: Psoriasis gezielt mit Ernährung lindern | Die Ernährungs-Docs | NDR
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