Haarausfall und Schilddrüse: Ein Zusammenhang

Haarausfall ist nicht immer direkt auf seine Ursache zurückzuführen. Oft dauert es bei verschiedenen Arten von Haarausfall einige Zeit, bis sie mit einer tieferliegenden Ursache in Zusammenhang gebracht werden. Das gilt auch bei einer Funktionsstörung der Schilddrüse.

Die Schilddrüse ist ein kleines, schmetterlingsförmiges Organ, das im vorderen Halsbereich liegt und eine entscheidende Rolle in unserem Körper spielt. Sie produziert wichtige Hormone, die viele unserer Körperfunktionen regulieren - von der Temperaturregulierung bis hin zum Stoffwechsel. Verantwortlich für das Ausfallen der Haare sind die Schilddrüsenhormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Thyroxin), die den Stoffwechsel im Körper beeinflussen und eine direkte Einflussnahme auf haarbildende Zellen im menschlichen Organismus haben.

Leiden Sie unter Haarausfall und können Sie sich keine direkte Ursache erklären? Denken Sie dann auch einmal an die Schilddrüse. Wenn bei Ihnen jedoch bereits eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) oder eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) vorliegt, sollten Sie Ihr Haarwachstum gut im Auge behalten, denn immer wieder gilt eine Schilddrüsenerkrankung als Ursache für Haarausfall.

Die Lage der Schilddrüse im Halsbereich.

Wie entsteht Haarausfall durch eine Schilddrüsenunter- oder Überfunktion?

Die Schilddrüse hat eine direkte Auswirkung auf viele Organe und damit auf den gesamten Körper. Durch die Schilddrüsenhormone werden zahlreiche Funktionen des Körpers in Gang gesetzt und aufrechterhalten. Werden jedoch zu viele oder zu wenig Hormone produziert, kann es zu Funktionsstörungen verschiedener Organe kommen. So auch beim Haarwachstum. Dafür verantwortlich sind die Hormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Thyroxin), die großen Einfluss auf den Stoffwechsel und auch die haarbildenden Zellen haben.

Die Schilddrüse produziert die Hormone Thyroxin (T4) und Triiodthyronin (T3), die über den Blutkreislauf in die Haarfollikel gelangen und dort das Haarwachstum beeinflussen. Diese Hormone steuern die Zellerneuerung und den Stoffwechsel der Haarzellen, was das Wachstum der Haare direkt unterstützt. Diese hormonelle Überproduktion kann bewirken, dass die Haare viel zu schnell wachsen, immer dünner werden, leicht abbrechen und so nur noch eine kurze Länge erreichen.

Schilddrüsenhormone beeinflussen und steuern im Prinzip den gesamten menschlichen Stoffwechsel. Bei einem Zuviel an Schilddrüsenhormonen (Hyperthyreose) fährt der Stoffwechsel übertourig, bei einem Zuwenig (Hypothyreose) entsprechend untertourig. Daraus lassen sich die typischen Folgen und Beschwerden hormoneller Fehlfunktionen im Stoffwechsel verschiedener Substanzen und Organe ableiten.

Haarausfall bei Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)

Haarausfall bei Schilddrüsenunterfunktion ist eine häufige Folge der Erkrankung. Bei einer Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) werden zu wenig Hormone ausgeschüttet. Man spricht von einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), wenn die Schilddrüse nicht mehr so viele Hormone hergestellt, wie der Körper eigentlich benötigt. Die Schilddrüse produziert dann nur noch geringe Mengen der Hormone Trijodthyronin (T3) und Tetrajodthyronin (T4), wodurch der Stoffwechsel stark verlangsamt wird, was die körperlichen, aber auch die geistigen Fähigkeiten beeinträchtigen kann.

Dies kann sich in einer verringerten Haardichte und einem kleinen Haardurchmesser äußern. Die verminderte Produktion von Schilddrüsenhormonen führt dazu, dass der Stoffwechsel im Körper verlangsamt wird. Dies kann das Haarwachstum beeinflussen und zu dünnerem, mattiertem Haar führen. Die Haare können zudem trocken, brüchig und spröde werden.

Haarausfall bei Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)

Auch die Hyperthyreose, also eine Schilddrüsenüberfunktion, kann Haarausfall auslösen. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) produziert die Schilddrüse zu viele Hormone, was zu einem beschleunigten Stoffwechsel führt. Dies zeigt sich ebenfalls in Form von Haarbruch und dadurch, dass die Haare nur eine gewisse Länge erreichen. Sie wechseln früher in Ruhephase, sodass das Wachstum vorzeitig beendet wird.

Durch die erhöhte Produktion von Schilddrüsenhormonen beschleunigt sich der Stoffwechsel im Körper. Dies kann dazu führen, dass das Haar schneller als üblich in die Ruhephase übergeht und ausfällt. Die Haare können dünner, feiner und brüchiger werden.

Hashimoto und Haarausfall

Auch zwischen Haarausfall und Hashimoto kann ein direkter Zusammenhang entstehen. Bei der Autoimmunkrankheit Hashimoto handelt es sich um eine Entzündung der Schilddrüse, die eine verlangsamte Funktion zur Folge hat, die sich unter anderem in Haarausfall äußern kann. Bei diesen Erkrankungen greift das Immunsystem die Schilddrüse an, was die Hormonproduktion beeinflussen kann.

Hashimoto-Thyreoiditis führt häufig zu einer Schilddrüsenunterfunktion, was das Haarwachstum verlangsamt und Haarausfall verursacht. Autoimmunerkrankungen erfordern oft eine gezielte medikamentöse Therapie, die das Immunsystem und die Hormonproduktion stabilisiert.

Hashimoto-Thyreoiditis: Chronische Entzündung der Schilddrüse.

Diagnose und Behandlung

Ein großes Blutbild und ein Hormonstatus bei Ihrem Arzt können Aufschluss darüber geben, ob Ihr Haarausfall durch eine Fehlfunktion der Schilddrüse hervorgerufen wird. Die Hypothyreose oder Hypothyreose kann durch Urin- und Blutuntersuchungen festgestellt und nachgewiesen werden. Störungen werden durch eine Analyse des Blutbildes aufgedeckt. Im Anschluss erfolgt normalerweise eine Überweisung zum Endokrinologen, der auf die Behandlung von Schilddrüsenkrankheiten spezialisiert ist.

Die Behandlung der Schilddrüsenunterfunktion erfolgt in der Regel durch die Gabe von Schilddrüsenhormonen, die den Hormonhaushalt ausgleichen. Die Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion kann Medikamente, eine Radiojodtherapie oder in manchen Fällen eine Operation umfassen. Eine stabile Hormonproduktion ist wichtig, um das Haarwachstum wieder anzukurbeln und Haarausfall zu stoppen.

Beachten Sie hier, dass manche Medikamente, die bei einer Überfunktion der Schilddrüse eingenommen werden, selbst zu Haarausfall führen können.

Im Folgenden eine Tabelle, die die Symptome und Auswirkungen von Schilddrüsenunter- und -überfunktion zusammenfasst:

Funktionsstörung Hormonproduktion Stoffwechsel Haarausfall Weitere Symptome
Hypothyreose (Unterfunktion) Zu wenig Verlangsamt Dünneres, brüchiges Haar Müdigkeit, Gewichtszunahme, trockene Haut
Hyperthyreose (Überfunktion) Zu viel Beschleunigt Dünneres, feines Haar Nervosität, Gewichtsverlust, Herzrasen

Was Sie bei Haarausfall durch Schilddrüsenprobleme tun können

Haarausfall durch die Schilddrüse ist zum Glück normalerweise nur vorübergehend. Der Haarausfall bei einer Schilddrüsenfehlfunktion ist reversibel, das heißt, dass mit der Behandlung der Über- oder Unterfunktion auch der Haarausfall gestoppt wird . Die Haare wachsen wieder und die Haarstruktur wird auch wieder kräftiger.

Wichtig: Es besteht zudem kein Zusammenhang zwischen der Intensität der Fehlfunktion und der Stärke des Haarausfalls. So kann die Schilddrüse Haarausfall verursachen, wenn sie nicht richtig funktioniert, muss sie aber nicht. Ebenso kann ein sehr starker Haarausfall einer Schilddrüse mit leichter Fehlfunktion folgen, oder aber eine sehr starke Fehlfunktion auftreten, die sich in nur leichtem Haarausfall äußert.

Wenn die Fehlfunktion wirksam behandelt wird, zeigt sich auch eine Besserung des Haarausfalls. Haben Sie hier etwas Geduld: Haare wachsen nur etwa 1 bis 1,5 cm pro Monat (siehe Haarwachstum). Bis die volle Haarpracht wieder hergestellt ist, kann es also ein paar Monate dauern.

Für Menschen, die unter durch Schilddrüsenprobleme verursachtem Haarausfall leiden, können unterstützende Behandlungen wie die PRP-Therapie (Platelet-Rich Plasma) und die Mesotherapie das Haarwachstum anregen und das Haar insgesamt stärken. Beide Methoden zielen darauf ab, die Kopfhaut mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen und die Haarfollikel zu revitalisieren, was besonders dann sinnvoll sein kann, wenn der Haarausfall auch nach der medikamentösen Einstellung der Schilddrüse anhält.

  • PRP-Therapie: Bei der PRP-Behandlung wird körpereigenes, plättchenreiches Plasma in die Kopfhaut injiziert. Dieses Plasma enthält eine hohe Konzentration an Wachstumsfaktoren, die die Durchblutung und die Zellregeneration in der Kopfhaut fördern. Gerade bei Haarausfall aufgrund hormoneller Schwankungen - wie etwa durch Schilddrüsenprobleme - kann die PRP-Therapie helfen, das Haarwachstum zu stimulieren und dünner werdendes Haar zu kräftigen.
  • Mesotherapie: Diese Methode verwendet Mikroinjektionen, um eine Mischung aus Vitaminen, Mineralstoffen, Aminosäuren und manchmal auch Medikamenten direkt in die Kopfhaut einzubringen. Die Mesotherapie kann die Haarfollikel stärken und die Kopfhaut mit wichtigen Nährstoffen versorgen, die für ein gesundes Haarwachstum erforderlich sind. Bei schilddrüsenbedingtem Haarausfall kann diese Behandlung den Zustand der Kopfhaut verbessern und das Wachstum neuer Haare anregen.

Diese Behandlungen sind vor allem dann sinnvoll, wenn der Haarausfall stabil ist und die Schilddrüsenerkrankung bereits gut eingestellt wurde. Da sie die Haarfollikel stärken und das Haarwachstum unterstützen, können PRP- und Mesotherapie als begleitende Maßnahmen zur Schilddrüsenbehandlung dabei helfen, das Haar wieder dichter und kräftiger wachsen zu lassen.

Ein gesunder Schilddrüsenhaushalt ist entscheidend für das Wachstum und die Gesundheit unserer Haare. Sowohl eine Unter- als auch eine Überfunktion der Schilddrüse können zu Haarausfall und anderen Haarproblemen führen. Falls Sie bei sich vermehrten Haarausfall beobachten und gleichzeitig Symptome einer Schilddrüsenstörung feststellen, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen und Ihre Schilddrüsenwerte überprüfen zu lassen.

Dass eine Fehlfunktion der Schilddrüse Haarausfall verursacht, muss keinesfalls das Ende Ihrer schönen Haare bedeuten. Ja, in einigen Situationen kann auch starker Haarausfall durch die Schilddrüse ausgelöst werden, aber auch in diesen Fällen gibt es klinisch getestete Mittel, die das Haarwachstum anregen und damit den Weg zu gesundem, kräftigen Haar ebnen können.

Leben mit Hashimoto (Schilddrüsenunterfunktion): Die 5 wichtigsten Schritte als Therapie & Besserung

Abschließend ist es wichtig, eine positive Einstellung zu bewahren, denn diffuser Haarausfall aufgrund einer Schilddrüsenfunktionsstörung ist meist reversibel, sofern die Erkrankung durch Medikamente reguliert wird. Dennoch kann Haarausfall seelisch belastend sein.

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