Die Schilddrüse ist ein kleines, schmetterlingsförmiges Organ unterhalb des Kehlkopfes, das eine entscheidende Rolle für den Stoffwechsel und das Körperwachstum spielt. Sie produziert Hormone, die zahlreiche Körperfunktionen steuern. Eine Fehlfunktion der Schilddrüse kann sich auf vielfältige Weise äußern, einschließlich Haarausfall und Gewichtsveränderungen.
Die Schilddrüse (Thyroidea) ist ein kleines Organ, das schmetterlingsförmig unterhalb des Kehlkopfes im Hals liegt. Sie produziert wichtige Hormone wie die beiden Schilddrüsenhormone T3 und T4. Sie sind unerlässlich für viele Stoffwechselprozesse und das Körperwachstum.
Die Schilddrüsenhormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Thyroxin) beeinflussen den Stoffwechsel im menschlichen Körper. Schilddrüsenhormone beeinflussen und steuern im Prinzip den gesamten menschlichen Stoffwechsel. Bei einem Zuviel an Schilddrüsenhormonen (Hyperthyreose) fährt der Stoffwechsel übertourig, bei einem Zuwenig (Hypothyreose) entsprechend untertourig.
Die Schilddrüse bildet hauptsächlich die Hormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Thyroxin oder Tetrajodthyronin). Diese regulieren sowohl das Wachstum als auch viele andere essenzielle Stoffwechselprozesse des Körpers.
Zudem wird das Hormon Calcitonin von den C-Zellen in der Schilddrüse produziert, welches den Calciumhaushalt beeinflussen kann. Die Auswirkungen im Körper durch das Hormon sind jedoch eher gering.
Die Schilddrüsenhormone T3 und T4 haben vor allem eine regulierende Wirkung auf den Stoffwechsel von Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten. Unter anderem beeinflussen sie die körperliche Entwicklung, das Wachstum der Knochen, die Muskelmasse sowie den Cholesterinspiegel im Blut und den Energiestoffwechsel.
Schilddrüsenhormone sorgen unter anderem für:
Die Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) zeichnet sich durch eine verringerte Produktion von Schilddrüsenhormonen aus. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen einer angeborenen und einer erworbenen Schilddrüsenunterfunktion. Die angeborene fällt im Normalfall sofort auf, sobald die Laborwerte im Neugeborenen-Screening ermittelt werden.
Tritt die Erkrankung im Erwachsenenalter auf, handelt es sich dabei fast immer um die erworbene Schilddrüsenunterfunktion. Ist es erhöht, kann das - vereinfacht gesagt - ein Zeichen dafür sein, dass dem Körper Schilddrüsenhormone fehlen. Manifest heißt, die Person hat erhöhte TSH-Werte und leidet unter den Beschwerden einer Schilddrüsenunterfunktion. Eine latente Hypothyreose heißt, dass die betroffene Person zwar erhöhte TSH-Werte, aber keine Symptome hat.
Um eine Unterfunktion der Schilddrüse festzustellen, wird Blut abgenommen und die Höhe des TSH-Wertes (TSH = Thyreoidea stimulierendes Hormon) und der Schilddrüsenhormone T3 und T4 bestimmt. Dabei sind TSH und T4 die entscheidenden Blutwerte: Das Hormon TSH wird in der Hirnanhangdrüse produziert und steuert die Hormonproduktion der Schilddrüse.
Ist der TSH-Wert erhöht und gleichzeitig eines oder beide Schilddrüsenhormone niedriger, liegt eine Unterfunktion vor. Bei einer beginnenden Unterfunktion ist nur der TSH-Wert erhöht, während T3 und T4 noch im Normbereich liegen.
Es gibt mehrere Ursachen für eine Schilddrüsenunterfunktion. Die häufigste Form der Schilddrüsenunterfunktion ist Hashimoto-Thyreoiditis. In den meisten Fällen ist sie autoimmunbedingt, dann spricht man von Hashimoto-Thyreoiditis. Dabei greift das körpereigene Immunsystem fälschlicherweise die Zellen der Schilddrüse an und schädigt diese.
Die mit Abstand häufigste Ursache einer Hypothyreose ist der Verlust von ursprünglich funktionsfähigem Schilddrüsengewebe als Folge einer Hashimoto-Thyreoiditis, einer chronischen Schilddrüsenentzündung. Eine Schilddrüsenunterfunktion kann auch nach einer Radiojodtherapie oder einer Schilddrüsenoperation auftreten, wenn bei der Behandlung viel Schilddrüsengewebe zerstört bzw. entfernt wurde und kein oder ein zu geringer medikamentöser Hormonersatz erfolgt.
Eine Schilddrüsenunterfunktion kann aber auch durch Medikamente wie zum Beispiel Lithium (Antidepressivum), Amiodaron (Antiarrhythmikum) oder Tyrosinkinase-Inhibitoren (Tumormedikamente) ausgelöst werden. Ebenso kann eine Entfernung der Schilddrüse, eine Bestrahlung oder ein ausgeprägter Jod- oder Selenmangel zu der Erkrankung führen.
Weitere Ursachen sind:
Die Schilddrüsenunterfunktion kann vererbt sein oder bildet sich bereits im Mutterleib aus. In den meisten Fällen liegt die Ursache für die Hypothyreose in der Schilddrüse selbst, seltener in einer Störung der hormonellen Regelkreise in den übergeordneten Steuerungsorganen wie Hirnanhangdrüse oder Hypothalamus.
Im Erwachsenenalter entwickelt sich eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) meist schleichend, anfangs treten keine oder kaum Beschwerden auf. Typische Symptome machen sich manchmal erst bei einer stärkeren und längeren Unterfunktion bemerkbar.
Die Symptome der Erkrankung treten meist schleichend auf und sind eher unspezifisch. So klagen Betroffene zum Beispiel über Schwäche, Müdigkeit und schnelle Erschöpfung. Auch ein niedriger Puls und Kurzatmigkeit können auftreten, ebenso wie Kälteempfindlichkeit, Gewichtszunahme und Verstopfungen. Die Haut kann kühl und trocken werden.
Die einzelnen Beschwerden müssen nicht alle auftreten und können jeweils unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Zudem muss das Ausmaß der Beschwerden nicht unbedingt mit dem Ausmaß der messbaren Hypothyreose im Blut korrelieren. Bei einer schweren Hypothyreose können die Patienten sogar in ein Koma (Hypothyreotes Koma) fallen, müssen dann intensivmedizinisch behandelt werden und können sogar daran sterben.
Typische Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion sind:
Sowohl bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) als auch bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) kann es zu Wachstumsstörungen der Haare und zu vermehrtem Haarausfall kommen. Die Haare können trocken oder brüchig werden und es kann sogar zu Haarausfall kommen.
Schilddrüsenhormone beeinflussen unter anderem auch die haarbildenden Zellen. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) verlangsamt sich das Haarwachstum, die Haare werden brüchig, matt, stumpf und können ausfallen. Daher sollte bei Problemen mit der Haarpracht und bei Haarausfall immer auch die Schilddrüsenfunktion abgeklärt werden.
Bei einer Schilddrüsenunterfunktion produziert die Schilddrüse nicht mehr genügend Hormone, wodurch sich die Stoffwechselprozesse verlangsamen. Aus diesem Grund nehmen Betroffene schneller zu, auch wenn das Essverhalten gleich bleibt. Das Risiko für Übergewicht und Fettleibigkeit steigt. Zudem kommt es zu vermehrter Bildung von Ödemen (Wassereinlagerungen), was ebenfalls zu einer Gewichtszunahme führt.
Schilddrüsenhormone beeinflussen auch das Körpergewicht. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) kann es trotz Heißhunger durch den gesteigerten Energiebedarf zum Gewichtsverlust bis zur Abmagerung kommen. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) ist das genau umgekehrt und die Patienten können auch bei „normaler“ Nahrungsaufnahme oder trotz Diät immer mehr zunehmen.
Die Behandlung der Schilddrüsenunterfunktion besteht in der Gabe von Schilddrüsenhormon. Es gibt synthetische und sogenannte bioidente Präparate. Als Therapie der Wahl zur Behandlung der Hypothyreose gelten reine L-Thyroxin-Präparate. Die optimale Hormondosis ist von Mensch zu Mensch verschieden.
Die Schilddrüsenunterfunktion ist bis auf wenige Ausnahmen (zum Beispiel bei einer Unterfunktion während der Schwangerschaft) nicht heilbar. Der Patient / Die Patientin muss dauerhaft Medikamente nehmen, meistens in Form des Ersatzhormons Levothyroxin und / oder Liothyronin.
Wichtig ist also zunächst einmal eine optimale Einstellung der Schilddrüsenhormone, die allerdings auch nicht zu hoch dosiert sein dürfen, da es sonst zu schädlichen Nebenwirkungen z. B. seitens des Herz-Kreislauf-Systems kommen kann.
Von einer Schilddrüsenüberfunktion spricht man, wenn die Schilddrüse zu viele Hormone produziert. In diesem Fall stellt der Arzt / die Ärztin einen verringerten Wert des Regelhormons TSH fest, bei gleichzeitiger Erhöhung der beiden Schilddrüsenhormone T3 und T4.
Eine beginnende Überfunktion kennzeichnet sich durch einen niedrigeren TSH-Wert wobei die Werte der Schilddrüsenhormone T3 und T4 im Normbereich liegen. Bei einer drohenden Unterfunktion (latente Hypothyreose) produziert die Hirnanhangdrüse vermehrt TSH, um dadurch die Schilddrüse zur vermehrten Produktion von Schilddrüsenhormonen anzuregen, bei einer drohenden Überfunktion (latente Hyperthyreose) ist das genau umgekehrt.
Zu den Ursachen der Schilddrüsenüberfunktion zählen:
Zu den Symptomen einer Überfunktion der Schilddrüse zählen unter anderem:
Sowohl bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) als auch bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) kann es zu Wachstumsstörungen der Haare und zu vermehrtem Haarausfall kommen.
Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) wachsen die Haare zu schnell, werden immer dünner, können leicht abbrechen und so nur noch eine kurze Länge erreichen. Zudem kann der Wachstumsrhythmus gestört werden, sodass auch ein diffuser Haarausfall auftreten kann.
Bei einer schweren Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) kommt es durch den gesteigerten Energieverbrauch häufig zu einem Gewichtsverlust; ein Effekt, der prinzipiell auch zur gewünschten Gewichtsabnahme genutzt werden kann, indem z. B. in illegalen Pillen zur Gewichtsabnahme auch synthetisches Schilddrüsenhormon enthalten ist und damit eine künstliche Schilddrüsenüberfunktion herbeigeführt wird.
Bei einer bestehenden Schilddrüsenüberfunktion kannst Du trotzdem an Übergewicht leiden, auch wenn dies eher die Ausnahme ist. In der Regel bewirkt die Überproduktion der Schilddrüsenhormone, dass Dein Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel auf Hochtouren läuft, was zu einer Gewichtsabnahme führt. Zudem haben Betroffene einen höheren Grundumsatz. Sie müssen also mehr essen, um nicht abzunehmen.
Eine Schilddrüsenüberfunktion wird meistens mit Schilddrüsenblockern (Thyreostatika wie z. B. Thiamazol oder Carbimazol) behandelt. Falls erforderlich, kommen eine Radiojodtherapie, eine Schilddrüsenoperation oder unter Umständen Betablocker gegen die Symptome zum Einsatz.
Generell kann das Verzehren von Meeresfischen da helfen, aber leider sind die Ressourcen hier bekanntermaßen endlich. Wer in einem Jod-Mangel-Gebiet wie Deutschland lebt, sollte seine Versorgung mit dem Spurenelement anhand von Jodid-Tabletten verbessern. Besonders dann, wenn ein Jod-Mangel und eine Tendenz zur Struma diagnostiziert worden sind.
Der tägliche Jodbedarf eines Erwachsenen liegt bei etwa 150 bis 200 Mikrogramm. Diese Menge benötigt der Körper, um ausreichend Schilddrüsenhormone bilden zu können. Besonders viel Jod befindet sich in Schellfisch, Hering, Krabbe oder Blattspinat.
Grundsätzlich empfehlenswert ist auch, sich regelmäßig mit seiner Hausärztin oder seinem Hausarzt zu beraten und dort den TSH-Wert regelmäßig kontrollieren zu lassen. Sinnvoll sein kann darüber hinaus auch ein Ultraschall der Schilddrüse.
Zunächst muss man wissen, dass die Kombination beider Stoffwechselerkrankungen nicht selten ist. Patienten mit einem Typ-1-Diabetes leiden überproportional häufig auch an einem M. Basedow (Autoimmunhyperthyreose) und Patienten mit einem Typ-2-Diabetes häufiger an einer zusätzlichen Schilddrüsenautonomie (gutartige Drüsenwucherungen mit möglicher Schilddrüsenüberfunktion).
Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) kommt es bei bis zu 2⁄3 der Betroffenen auch zu Verschlechterungen des Zuckerstoffwechsels und zu einer verminderten Insulinwirksamkeit (Insulinresistenz). Zudem sind die Symptome einer Hyperthyreose und eines entgleisten Diabetes zum Teil sehr ähnlich, sodass bei Patienten mit einer unbekannten Hyperthyreose häufig nicht an einen zusätzlichen Diabetes gedacht wird und umgekehrt.
Patienten mit einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) haben häufig auffällig verminderte Blutzuckerwerte. Das ist bei ansonsten gesunden Menschen in aller Regel nicht schlimm, bei medikamentös behandelten Diabetikern birgt da... Deshalb ist es für Diabetiker wichtig, dass auch die Schilddrüsenfunktion überprüft und bei Bedarf gut eingestellt wird, denn beide Erkrankungen profitieren von der guten Einstellung der jeweiligen anderen.
So kann es bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) durch den verlangsamten Stoffwechsel und den geringeren Energieverbrauch zu einem Anstieg des gesamten Cholesterinspiegels und insbesondere auch des „bösen“ LDL-Cholesterins im Blut kommen. Das wiederum fördert u. a. die Verkalkung der Blutgefäße. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) ist das Gegenteil der Fall und es kann umgekehrt zu einem Abfall der Cholesterinwerte im Blut kommen.
Schilddrüsenhormone haben auch einen Einfluss auf den Zustand und die Festigkeit unserer Knochen. Bei einem Zuviel an Schilddrüsenhormonen (Hyperthyreose) kommt es zu einem beschleunigten Knochenstoffwechsel und insbesondere zu einem vermehrten Knochenabbau. Die Folge kann eine Osteoporose sein und in deren Folge können vermehrt Knochenbrüche auftreten.
Aus diesem Grunde kann sich sowohl eine Schilddrüsenüberfunktion als auch eine Unterfunktion negativ auf den Zustand und die Beschaffenheit des knöchernen Skeletts auswirken. Bei entsprechenden Problemen mit den Knochen (Osteoporose, gehäuftes Auftreten von Knochenbrüchen) sollte immer auch an die Schilddrüse gedacht werden.
Schilddrüsenhormone beeinflussen auch das Wachstum und die Qualität der Fuß- und Fingernägel. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) wachsen die Nägel häufig sehr langsam, werden brüchig, splittern und brechen schnell. Manchmal treten auch Quer- oder Längsfurchen auf.
Bei einer Schilddrüsenüberfunktion wachsen die Nägel zu schnell, sind daher manchmal sehr dünn und schwach und brechen deshalb schnell. Bei Problemen mit Finger- und Fußnägeln sollte daher immer auch an die Schilddrüse gedacht werden.
Schilddrüsenhormone beeinflussen auch den Stoffwechsel der Gehirn- und Nervenzellen und haben damit Auswirkungen auf fast alle geistigen, nervlichen und auch psychischen Funktionen.
Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) sind Betroffene häufig überdreht, hyperaktiv und nervös und haben dadurch Ein- und Durchschlafprobleme. Typische Symptome sind eine gesteigerte Reiz- und Erregbarkeit bis hin zu ungewohnt aggressivem Verhalten. Den Betroffenen fällt es schwer, sich zu entspannen und Sie haben häufig Ein- und Durchschlafprobleme. All das kann dazu führen, dass sich Betroffene ständig genervt fühlen und umgekehrt auch ihre Umwelt nerven.
Bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) kommt es zu einer Verlangsamung verschiedener Gehirnfunktionen. Typische Folgen sind eine depressive Verstimmung, Antriebslosigkeit oder Konzentrationsstörungen. Etwa die Hälfte aller Patienten mit einer Schilddrüsenunterfunktion leidet auch unter depressiven Symptomen, aber nicht jede Depression ist durch eine Hypothyreose bedingt.
Bei derartigen Symptomen sollte daher immer auch an die Schilddrüse gedacht und die Schilddrüsenfunktion abgeklärt werden.
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