Haarausfall durch Pollenallergie: Ursachen und Behandlung

Haarausfall ist ein weit verbreitetes Problem, das viele Menschen betrifft. Eine weniger bekannte Ursache für Haarausfall ist Allergie. In diesem Artikel werden wir uns eingehend mit Haarausfall durch Allergie beschäftigen.

Eine Pollenallergie, auch bekannt als Heuschnupfen, ist eine allergische Reaktion des Körpers auf die Eiweißstoffe bestimmter Pflanzenpollen. Ungefähr 15 % der Erwachsenen in Deutschland entwickeln im Laufe ihres Lebens eine solche Pollenallergie. Experten vermuten, dass bis 2050 jeder zweite Deutsche gegenüber einer Pollenart sensibilisiert sein könnte.

Besonders häufig tritt eine Allergie gegen Frühblüher wie Birke, Hasel oder Erle auf. Bei den Gräsern sind die häufigsten Auslöser Wiesenlieschgras und Roggen, bei Kräutern sind es Wegerich-Gewächse und die sich in Europa immer rasanter verbreitete Ambrosia-Pflanze, die besonders aggressive Pollen besitzt. Heuschnupfen tritt meistens in den Hauptblühperioden Frühling und Sommer auf. Es handelt sich hierbei um eine saisonal ausgelöste Allergie.

Wie bei allen Allergien entstehen die Beschwerden durch eine überschießende Reaktion des Immunsystems. Der Körper stuft die harmlosen Eiweiße der Pollen irrtümlich als gefährlich ein und versucht diese zu bekämpfen. Dabei schütten bestimmte Immunzellen, die bei Aufeinandertreffen mit den Polleneiweißen reagieren, Entzündungsbotenstoffe aus, die die charakteristischen Heuschnupfen-Symptome hervorrufen.

Die allergische Reaktionsbereitschaft ist genetisch bedingt und wird Atopie genannt. Diese ist vererbbar. Durch Allergiker-Eltern erhöht sich das Risiko eine Allergie an das Kind zu vererben. Die Hygienehypothese geht davon aus, dass übermäßige Hygiene in der Kindheit das Immunsystem unterfordert und es deswegen irgendwann gegen harmlose Substanzen vorgeht. Schädliche Stoffe in der Luft, wie Zigarettenrauch oder Feinstaub, können zur Entstehung von Allergien beitragen.

Die Häufigkeit von Allergien hat deutlich zugenommen. Eine Hypothese besagt, dass Kinder, die in Städten mit wenigen oder gar keinen Geschwistern aufwachsen selten mit Umweltkeimen in Kontakt kommen. Ein weiterer Einfluss sind Umweltfaktoren, insbesondere feinste Partikel in der Luft, die die Entstehung von Allergien begünstigen oder bestehende Allergien verstärken können.

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Allergie und Haarausfall: Gibt es einen Zusammenhang?

Haarausfall durch Allergie tritt auf, wenn der Verlust von Haaren auf eine allergische Reaktion des Körpers zurückzuführen ist. Dies bedeutet, dass die Haarfollikel, die normalerweise die Haare auf unserer Kopfhaut halten, aufgrund einer allergischen Reaktion geschwächt oder geschädigt werden. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass nicht alle Arten von Allergien zwangsläufig zu Haarausfall führen.

Jüngste Studien haben einen möglichen Zusammenhang zwischen allergischen Erkrankungen und Alopecia areata aufgezeigt. Wiederholte Beobachtungen deuten darauf hin, dass bestimmte Allergien wie Asthma oder Dermatitis mit dem Schweregrad und dem Beginn des Haarausfalls bei Alopecia areata korrespondieren können. Daneben werden auch Allergien gegen bestimmte Lebensmittel mit Haarausfall in Verbindung gebracht.

Die besten Tipps gegen Haarausfall | Dr. Johannes Wimmer

Alopecia Areata und Allergien

Alopecia areata (AA) oder auch „kreisrunder Haarausfall“ ist eine häufige Autoimmunerkrankung, die mit Entzündungen einhergeht.

Zunächst konnten wir sehen, dass 44,5 Prozent der an Areata Erkrankten an mindestens einer der drei allergischen Erkrankungen litt, das ist ein signifikanter Wert. Dabei waren atopische Dermatitis und allergische Rhinitis mit jeweils 26,7 Prozent gleich prävalent, das heißt, diese Erkrankungen traten bei den Befragten gleich häufig auf. An Asthma litten mit 13 Prozent deutlich weniger der Befragten.

Wir stellten fest, dass AA-Patientinnen und Patienten mit begleitender Neurodermitis oder Asthma signifikant häufiger über einen früh einsetzenden, schweren und lang anhaltenden Haarausfall berichteten als AA-Patientinnen und Patienten ohne begleitende chronisch-entzündliche Erkrankungen. In unserer Studie wurde langanhaltender Haarausfall definiert als das Auftreten von mindestens einer Episode mit einer Dauer von mehr als 2 Jahren.

Der Schweregrad des Haarausfalls hängt vom Ausmaß des Haarausfalls ab, das von einzelnen haarlosen kreisrunden Stellen bis zum vollständigen Verlust der Kopf- oder Körperbehaarung reichen kann, was jeweils als Alopecia totalis und Alopecia universalis bezeichnet wird. Wir haben schwere Alopecia areata als das Auftreten von mindestens einer Episode von Alopecia totalis oder Alopecia universalis definiert.

Ein beispielhaftes Ergebnis: Bestand die Begleiterkrankung Neurodermitis, berichteten etwa 50 Prozent der Befragten über ein frühes Auftreten der Alopecia areata. Im Vergleich dazu dies nur bei 37 Prozent der Befragten der Fall, die an keiner weiteren chronisch entzündlichen Erkrankung litten.

Alopecia Areata Patientinnen und Patienten, die an allen drei allergischen Erkrankungen, also Neurodermitis, Asthma und allergische Rhinitis, litten, erkrankten durchschnittlich im Alter von 20,7 Jahren an Alopecia areata. Diejenigen, die keine chronisch-entzündlichen Begleiterkrankungen hatten, erkrankten im Median im Alter von 29,5 Jahren an Alopecia areata.

Es gibt jedoch Studien, die gezeigt haben, dass es bei der Areata immunologische Merkmale im Blutserum oder in der Umgebung der betroffenen Haarfollikel vorhanden sind gibt, die typisch für Allergien sind. So hat man gesehen, dass es auch bei der Areata zu einer Typ-2-Inflammation durch TH2-Zellen kommt, genau wie bei Allergien. Auch eine erhöhte Anzahl bzw. erhöhte Werte von Mastzellen, Eosinophilen und IgE findet man sowohl bei einem Teil der Areata-Patientinnen und Patienten als auch bei Personen mit allergischen Erkrankungen.

Mehrere klinische Studien haben gezeigt, dass einige Alopecia areata-Patientinnen und Patienten von einer Behandlung mit Dupilumab profitieren und dass das Ausmaß dieses therapeutischen Effekts mit dem Vorhandensein einer persönlichen oder familiären Vorgeschichte von atopischer Dermatitis oder dem IgE-Serumspiegel korreliert.

Allerdings ist die Angelegenheit noch etwas komplizierter, als ich es hier dargestellt habe. Denn auch andere Autoimmunerkrankungen und Allergien selbst weisen klinische Subtypen auf. Zum Beispiel ist bekannt, dass es bei allergischen Erkrankungen IgE-vermittelte und nicht IgE-vermittelte Typen gibt, sodass die zugrunde liegende Biologie auch hier sehr heterogen ist.

Haarausfall gilt viel zu oft als ein Lifestylethema bzw. Schönheitsproblem und nicht als Erkrankung. Das der Verlust der Haare, Augenbrauen, Wimpern und zum Teil der gesamten Körperbehaarung, zum Rückzug von sozialen Kontakten, zu Vereinsamung und psychischen Beschwerden führen kann, wird nicht gesehen.

Ursachen für Haarausfall durch Allergie

  • Kontaktallergien: Diese treten auf, wenn die Kopfhaut direkt mit allergieauslösenden Substanzen in Berührung kommt.
  • Nahrungsmittelallergien: Bestimmte Nahrungsmittelallergien können Haarausfall verursachen, da sie den gesamten Körper beeinflussen.
  • Umweltallergene: Allergene in der Umwelt, wie Pollen, Staubmilben oder Tierhaare, können ebenfalls Haarausfall auslösen.

Insgesamt kann Haarausfall durch Allergie daher durch verschiedene Arten von Allergien ausgelöst werden, die jeweils auf unterschiedliche Weisen die Kopfhaut und die Haarfollikel beeinflussen.

Symptome von Haarausfall durch Allergie

  • Juckende Kopfhaut: Eine juckende Kopfhaut ist oft eines der ersten und auffälligsten Anzeichen für allergischen Haarausfall.
  • Hautausschläge und Rötungen: Allergische Reaktionen können zu Hautausschlägen und Rötungen auf der Kopfhaut führen.
  • Übermäßiger Haarausfall: Der offensichtlichste Indikator für Haarausfall durch Allergie ist der übermäßige Haarausfall selbst.

Diese Symptome sind wichtige Hinweise, um Allergien als mögliche Ursache für Ihren Haarausfall zu identifizieren.

Diagnose und Behandlung

Bei einem Verdacht auf Heuschnupfen sollte ein Allergologe aufgesucht werden. Bei einem Erstgespräch wird die Krankengeschichte besprochen. Anhand dieser und den Symptomen kann der Arzt bereits eine vorläufige Diagnose stellen.

Welche Pollen jedoch für die Allergie verantwortlich sind, ist nicht so einfach herauszufinden. Es gibt verschiedene Testverfahren:

  • Prick-Test: Hier wird die Haut oberflächlich mit einer kleinen Nadel verletzt und es werden verschiedene allergenhaltige Lösungen (beispielsweise Eiweiße von Birkenpollen) auf die Wunden geträufelt.
  • Provokationstest: Bei diesem Test wird die allergenhaltige Lösung direkt in die Nase, Bronchial- oder Bindehautschleimhaut aufgetragen. Bei einer positiven Reaktion schwellen die Schleimhäute an.
  • Blutuntersuchung auf Antikörper: Mit dem sogenannten „RAST“-Test können bestimmte Antikörper (spezifische Immunglobuline), die gegen bestimmtes Polleneiweiß schützen sollen, im Blut nachgewiesen werden.

Um eine Pollenallergie zu behandeln, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Einige Medikamente, wie Antihistaminika, lindern die Heuschnupfen-Symptome. Eine andere Möglichkeit ist die Hyposensibilisierung. Die sicherste Methode ist das Meiden von Pollen. Das ist jedoch nicht sehr einfach. In ländlichen Regionen zwischen 19 und 24 Uhr lüften, da zu dieser Zeit die Pollenkonzentration am geringsten ist. Schlafzimmer möglichst Pollenfrei halten.

Nachdem die auslösenden Allergene identifiziert wurden, ist die Vermeidung dieser Substanzen ein wichtiger Schritt zur Behandlung. Dies kann bedeuten, dass Sie bestimmte Produkte, Lebensmittel oder Umweltfaktoren meiden müssen, die Ihre Allergie auslösen. Ihr Arzt kann Ihnen Medikamente oder Therapieoptionen verschreiben, um die allergische Reaktion zu kontrollieren und den Haarausfall zu stoppen. Dazu gehören häufig Antihistaminika und Kortikosteroide.

Allergietests

Präventive Maßnahmen

  • Saubere Kopfhaut: Eine saubere Kopfhaut ist von großer Bedeutung, da sie das Risiko von allergischen Reaktionen reduzieren kann.
  • Vermeidung bekannter Allergene: Wenn Sie Ihre Allergien bereits kennen, können Sie gezielt Maßnahmen ergreifen, um die Allergene zu vermeiden, die bei Ihnen allergische Reaktionen und Haarausfall auslösen können.

Haarpflege bei allergiebedingtem Haarausfall

  • Sanfte Shampoos und Conditioner: Die Wahl von sanften Shampoos und Conditionern ist entscheidend, um die Kopfhaut nicht weiter zu reizen.
  • Natürliche Haarmasken: Natürliche Haarmasken sind eine ausgezeichnete Möglichkeit, Ihr Haar zu stärken und zu revitalisieren, insbesondere wenn es durch allergiebedingten Haarausfall geschwächt ist.

Weitere Ursachen für Haarausfall

Neben Allergien können auch andere Ursachen für Haarausfall verantwortlich sein:

  • Hormonelle Störungen: Vor allem bei Frauen können hormonelle Störungen das Haarwachstum beeinflussen.
  • Stress: Sowohl kurzfristiger als auch chronischer Stress kann zu Haarausfall führen.
  • Mangelhafte Ernährung: Ein Mangel an bestimmten Nährstoffen kann das Haarwachstum beeinträchtigen.
  • Schilddrüsenerkrankungen: Eine Schilddrüsenunterfunktion kann ebenfalls Haarausfall verursachen.
  • Chemotherapie: Die Chemotherapie kann als Nebenwirkung Haarausfall verursachen.

Behandlung von Alopecia Areata

Das therapeutische Vorgehen ist bei jedem Patienten unterschiedlich und abhängig von individuellen Faktoren wie der Ausprägung der Erkrankung und Nebenerkrankungen.

Haarausfall durch Allergie ist ein komplexes Problem, das oft unterschätzt wird. Die gute Nachricht ist, dass es durch frühzeitige Diagnose und die richtige Behandlung möglich ist, den Haarausfall zu reduzieren und das Haarwachstum wiederherzustellen. Zögern Sie nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, um die bestmögliche Lösung für Ihr individuelles Problem zu finden.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen in diesem Artikel dienen lediglich der allgemeinen Information und ersetzen nicht die Beratung durch einen Arzt oder Spezialisten. Bei spezifischen Fragen oder Bedenken bezüglich Ihres Haarausfalls sollten Sie immer einen qualifizierten Arzt konsultieren.

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