Haarausfall durch Nahrungsergänzungsmittel: Ursachen und Lösungen

Haarausfall ist ein weitverbreitetes Problem, das viele Menschen betrifft. Täglich ein paar Haare zu verlieren, ist normal, aber verstärkter Haarausfall kann verschiedene Ursachen haben. Es gibt zahlreiche Nahrungsergänzungsmittel, deren Wirkung zum Teil in Studien belegt ist.

Haarausfall bei Frauen: Welche Medikamente und Behandlungen helfen? | ARD GESUND

Ursachen von Haarausfall

Es gibt verschiedene Formen von Haarausfall, darunter:

  • Erblich bedingter Haarausfall (androgenetische Alopezie): Die häufigste Form, bei der die Haarwurzeln überempfindlich auf ein Stoffwechselprodukt des männlichen Sexualhormons Testosteron reagieren.
  • Diffuser Haarausfall: Hier dünnt das Haar über die gesamte Kopfhaut aus, oft durch Stress, Nährstoffmangel oder Medikamente ausgelöst.
  • Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata): Eine seltene Autoimmunreaktion, bei der sich ovale bis runde kahle Stellen bilden.

Auch Veränderungen im weiblichen Hormonhaushalt, zum Beispiel während der Schwangerschaft und nach der Geburt, beim Absetzen der Antibabypille oder in den Wechseljahren, können Haarausfall begünstigen. Oft normalisiert sich der Haarverlust nach einigen Monaten, wenn sich die Hormone wieder eingependelt haben.

Verschiedene Arten von Haarausfall.

Vitaminmangel und Haarausfall

Ein Mangel an bestimmten Vitaminen und Mineralstoffen kann Haarausfall begünstigen. Hier sind einige wichtige Nährstoffe:

  • Eisen: Wichtig für den Sauerstofftransport im Blut, der die Haarfollikel versorgt. Eisenmangel steht häufig in Verbindung mit Haarausfall.
  • Zink: Beteiligt an der Produktion von Keratin, dem Hauptbestandteil des Haares. Zinkmangel kann zu brüchigem Haar führen.
  • Vitamin B12: Notwendig für die Regeneration der Haarfollikelzellen. Ein Mangel kann Haarausfall verursachen.
  • Vitamin C: Schützt die Haarzellen vor freien Radikalen und verbessert die Eisenaufnahme.
  • Vitamin D: Aktiviert die Haarfollikel und beeinflusst den Haarzyklus. Ein Mangel kann den Haarausfall verstärken.

Es gibt zahlreiche Nahrungsergänzungsmittel, die Biotin (Vitamin H), Aminosäuren wie Methionin oder Cystin, Spurenelemente wie Zink, Kupfer und Selen oder pflanzliche Wirkstoffe wie Hirseextrakt enthalten.

Biotin (Vitamin H)

Biotin ist ein wasserlösliches Vitamin, das der Körper zur Produktion von Keratin benötigt. Keratin ist ein Protein, aus dem Haare, Haut und Nägel bestehen. Biotin gilt daher auch als „Schönheitsvitamin“. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt eine tägliche Aufnahme von 40 Mikrogramm Biotin für Erwachsene. Dieser Bedarf wird bei einer ausgewogenen Ernährung problemlos gedeckt, da Biotin in vielen Lebensmitteln enthalten ist, darunter Innereien, Fisch, Fleisch, Samen, Nüsse und bestimmte Gemüsesorten.

Ein Biotinmangel ist selten, kann aber durch übermäßigen Alkoholkonsum, Rauchen, Mangelernährung, übermäßigen Verzehr von rohem Eiweiß, Schwangerschaft, längere Antibiotikaeinnahme oder chronisch entzündliche Darmerkrankungen verursacht werden. Symptome eines Biotinmangels können Hautausschläge, Hautinfektionen, Bindehautentzündungen, körperliche Schwäche und Haarausfall sein.

Bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass Präparate mit Biotin das Haarwachstum fördern, wenn kein Biotinmangel vorliegt. Anders bei einem bestehenden Biotinmangel: Dann kann eine zusätzliche Zufuhr von Biotin dem Haarverlust entgegenwirken.

Ein Biotinmangel ist selten, da das Vitamin in vielen Lebensmitteln enthalten ist.

Creatin und Haarausfall

Creatin ist eine natürlich vorkommende Substanz, die in kleinen Mengen in bestimmten Lebensmitteln und vom Körper selbst produziert wird. Es spielt eine entscheidende Rolle bei der Bereitstellung von Energie für die Muskulatur. Die potentielle Verbindung zwischen Creatin und Haarausfall ist auf den Einfluss von Dihydrotestosteron (DHT) zurückzuführen. Ein erhöhter DHT-Spiegel kann die Haarfollikel empfindlicher machen und zu deren Schrumpfung führen, was letztendlich zu Haarausfall beitragen kann.

Einige Studien deuten darauf hin, dass Personen, die anfällig für eine Glatzenbildung sind, möglicherweise empfindlicher auf die Wirkung von erhöhtem DHT reagieren, das durch das Nahrungsergänzungsmittel Creatin verursacht wird.

Zu den potenziellen Arten von Haarausfall durch Creatin gehören:

  • Androgenetische Alopezie (männliche Glatzenbildung): Creatin könnte die Produktion von DHT erhöhen, was zu einer schrittweisen Schrumpfung der Haarfollikel und einer Verschlechterung des Hautzustandes führen könnte.
  • Diffuser Haarausfall: Das Haar dünnt allmählich über den gesamten Kopf aus. Dies könnte ebenfalls mit einer erhöhten DHT-Produktion in Verbindung stehen.

Wenn Sie bemerken, dass Sie Haarausfall durch die Einnahme von Creatin erlebst, gibt es mehrere Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um diesem Problem entgegenzuwirken. Zunächst ist es wichtig, ein Shampoo zu verwenden, das die Haarwurzeln unterstützt und stärkt. Ein weiterer Schritt könnte der Besuch bei einem Spezialisten sein, um den Grad des Haarausfalls zu beurteilen und geeignete Behandlungsoptionen zu besprechen.

Es ist auch ratsam, die Creatin-Dosierung zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen oder eine Pause in der Supplementierung einzulegen, um zu sehen, ob sich der Zustand der Haare verbessert.

Diagnose und Behandlung

Eine adäquate ärztliche Untersuchung beim Symptom Haarausfall umfasst folgende Aspekte:

  • Anamnese (Fieber, Medikamente, Heparingabe?)
  • Klinische Inspektion (Alopezie? Entzündung?)
  • Klinischer Zugtest (Haare vermehrt und leicht ausziehbar?)
  • Trichodermatoskopie (Inspektion der Haare und Kopfhaut mit Dermatoskop)
  • Trichogramm (mikroskopische Haarwurzelanalyse)
  • Blutuntersuchungen (je nach Konstellation, nicht obligat)

Vitaminmangel ausgleichen

Eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen wirkt Haarausfall entgegen und stärkt die Haarfollikel. Hier sind einige Schritte, um einen Vitaminmangel auszugleichen:

  • Vitaminstatus überprüfen: Eine Blutuntersuchung liefert präzise Informationen über Ihren Vitamin- und Mineralstoffhaushalt und zeigt Defizite auf.
  • Ernährung optimieren: Setzen Sie auf nährstoffreiche Lebensmittel, um Ihren Bedarf an essenziellen Nährstoffen zu decken.
  • Nahrungsergänzungsmittel gezielt einsetzen: Sämtliche Vitamine und Mineralstoffe können Sie einzeln als Präparate einnehmen, um gezielt Mängel auszugleichen.

Weitere Tipps zur Haarpflege

Neben der inneren Versorgung spielt auch die äußere Pflege eine wichtige Rolle beim Kampf gegen Haarausfall. Hier sind einige Tipps:

  • Sanft waschen: Verwenden Sie ein mildes Shampoo, das keine Konservierungsstoffe und Parabene enthält.
  • Vorsichtig trocknen: Drücken Sie die Haare nur sanft in einem Handtuch trocken und lassen Sie sie an der Luft trocknen, anstatt zu föhnen.
  • Schonend stylen: Vermeiden Sie aufwendiges Styling, Blondierungen und Dauerwellen.

Medikamentöse Behandlung

Es gibt verschiedene medikamentöse Behandlungen für Haarausfall, abhängig von der Ursache:

  • Minoxidil: Fördert die Durchblutung der Haarwurzel und kann die Nährstoffversorgung der Haare reaktivieren.
  • Finasterid: Ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff, der in den Testosteronhaushalt eingreift und bei erblich bedingtem Haarausfall helfen kann.
  • Kortison: Kann bei kreisrundem Haarausfall eingesetzt werden, da es sich wahrscheinlich um eine Autoimmunreaktion handelt.

Es ist wichtig, einen Arzt oder Spezialisten für Haarausfallbehandlungen zu konsultieren, um die richtige Diagnose zu erhalten und eine geeignete Behandlung zu beginnen.

Wichtige Vitamine und Mineralstoffe für das Haarwachstum
Nährstoff Wirkung Lebensmittelquellen
Eisen Sauerstoffversorgung der Haarfollikel Spinat, Linsen, Rote Beete, mageres Rindfleisch
Zink Keratinproduktion, Zellteilung Kürbiskerne, Haferflocken, Garnelen, Austern
Vitamin B12 Regeneration der Haarfollikelzellen Eier, Lachs, Milchprodukte
Vitamin C Schutz vor freien Radikalen, Eisenaufnahme Kiwis, Orangen, Paprika, Brokkoli
Vitamin D Aktivierung der Haarfollikel Fettreicher Fisch, Eier, angereicherte Produkte

Fazit

Haarausfall kann verschiedene Ursachen haben, darunter Vitaminmangel und die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln wie Kreatin. Eine ausgewogene Ernährung, gezielte Nahrungsergänzung und schonende Haarpflege können helfen, den Haarausfall zu reduzieren und das Haarwachstum zu fördern. Bei anhaltendem oder starkem Haarausfall ist es ratsam, einen Arzt oder Spezialisten zu konsultieren, um die Ursache abzuklären und eine geeignete Behandlung zu finden.

tags: #Haarausfall #durch #Nahrungsergänzungsmittel #Ursachen

Populäre Artikel:

Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen