Haarausfall durch Atorvastatin: Ursachen, Behandlung und Alternativen

Ein Haarausfall durch Atorvastatin kann gelegentlich auftreten und gehört zu den Nebenwirkungen dieses Cholesterinsenkers. Es ist wichtig, das Medikament nicht eigenmächtig abzusetzen.

Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata)

Was ist Atorvastatin?

Atorvastatin gehört zur Gruppe der Statine und ist ein Cholesterinsenker. Atorvastatin wird in Tablettenform eingenommen und schnell vom Körper aufgenommen. In der Leber wird es in seine aktive Form umgewandelt.

Atorvastatin zählt zur Medikamentengruppe der Statine und sollte dann angewendet werden, wenn erhöhte Cholesterinwerte nicht durch eine Änderung des Lebensstils gesenkt werden können.

Es reicht mitunter aus, die Ernährung umzustellen, damit der Cholesterinspiegel wieder ins Gleichgewicht kommt. Atorvastatin greift in diesen Prozess ein und verringert die körpereigene Cholesterinproduktion. Es unterdrückt das Enzym HMG-CoA-Reduktase, das an der körpereigenen Cholesterinproduktion beteiligt ist.

Die Produktion von schlechtem Cholesterin wird vermindert, während sich gutes Cholesterin sogar verstärkt bilden kann.

Ursachen für Haarausfall durch Atorvastatin

Ein Haarausfall durch Atorvastatin gehört zu den bekannten Nebenwirkungen dieses Cholesterinsenkers aus der Gruppe der Statine. Er muss jedoch nicht in jedem Fall auftreten. Auch bei anderen Statinen kann es zu einem Haarverlust kommen.

Bei diesen Patienten wurde das Statin Simvastatin angewendet, bei dem ein Haarausfall zu den seltenen Nebenwirkungen zählt.

So wie bei den meisten medikamentös bedingten Haarausfällen handelt es sich auch bei einem Haarverlust durch Atorvastatin um einen diffusen Haarausfall. Auf dem gesamten Kopf fallen die Haare gleichmäßig aus. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass es zu einem Totalverlust der Haare oder zu größeren kahlen Stellen auf dem Kopf kommt.

Nach Ansicht von Wissenschaftlern sollen Statine den Major Histocompatibility Complex hemmen und das Lymphozyten-funktionsassoziierte Antigen 1 blockieren. Das führt dazu, dass sich weniger Lymphozyten an den Zellen der Haarfollikel anheften.

Da bei der Einnahme von Atorvastatin ein Haarverlust gelegentlich beobachtet wurde, ist nicht bekannt, ob Atorvastatin bei einigen Patienten mit Alopecia areata ebenfalls das Haarwachstum fördern kann.

Nicht immer muss der Haarverlust jedoch durch Atorvastatin verursacht werden. Der Arzt kann feststellen, welche Ursache Dein Haarausfall hat. Er nimmt abhängig von der Ursache die Behandlung vor.

Was tun bei Haarausfall durch Atorvastatin?

Bemerkst Du einen Haarausfall durch Atorvastatin, solltest Du Deinen Hausarzt konsultieren. Er kann feststellen, ob der Haarverlust tatsächlich durch Atorvastatin verursacht wurde. Um die genaue Ursache des Haarausfalls zu ermitteln, kann er eine Blutuntersuchung vornehmen.

Er kann Dich zum Dermatologen überweisen, wenn er die Ursache nicht feststellen kann. Ist Atorvastatin nicht die Ursache für Deinen Haarausfall, wird die festgestellte Ursache behandelt.

Wurde der Haarverlust tatsächlich durch Atorvastatin ausgelöst, kann der Arzt ein anderes Statin verordnen, bei dem Haarausfall weniger häufig auftritt, beispielsweise Lovastatin oder Simvastatin.

Du musst noch nicht an eine Haarverpflanzung denken. Bei einem diffusen Haarausfall wachsen die Haare zumeist wieder nach, wenn die Ursache nicht mehr vorliegt.

Der Haarverlust kann auch aufgrund der Hautveränderungen auf der Kopfhaut auftreten. Kommt es zu Juckreiz, können die Haare durch das häufige Kratzen ausgerissen werden oder dicht über der Kopfhaut abbrechen. Die Haare fallen dort aus, wo Du am meisten kratzt. Die Haarfollikel werden dadurch noch nicht geschädigt.

Tritt ein Haarverlust bei der Einnahme von Atorvastatin auf, solltest Du das Medikament nicht eigenmächtig absetzen.

Vorbeugende Maßnahmen und Alternativen

Du solltest zu fettes Essen meiden und den Fleischkonsum reduzieren. Auf dem Speiseplan sollten viel Obst und Gemüse stehen. Wichtig ist auch viel Bewegung, um den Cholesterinspiegel zu senken. Bei Übergewicht wird Dir der Arzt zu einer Gewichtsabnahme raten.

Für Personen, die Atorvastatin aufgrund von besonders unangenehmen Nebenwirkungen nicht vertragen, gibt es mehrere Alternativen zur Senkung des Cholesterinspiegels. Alternativ können auch Cholesterin-absorbierende Medikamente oder Gallensäure-Bindemittel in Betracht gezogen werden.

Überdies kann die Verwendung von PCSK9-Inhibitoren, einer neuen Klasse von Medikamenten, hilfreich sein. Die Wahl des richtigen Medikaments hängt von verschiedenen Faktoren ab und sollte immer mit einem Arzt abgestimmt werden.

Statine & Cholesterin: Meine persönliche Erfahrung als Arzt

Weitere Ursachen für Haarausfall

Neben der medikamentösen Ursache gibt es auch noch weitere Gründe für Haarausfall:

  • Genetische Prägung
  • Eisenmangel
  • Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen
  • Schilddrüsenleiden

Wegen der vielfältigen möglichen Auslöser rät die Dermatologin unisono mit anderen Experten dringend dazu, Haarausfall nicht ohne ärztliche Diagnose selbst zu behandeln. Die Diagnoseerhebung besteht in der Regel aus einem Anamnesegespräch, einer Untersuchung der Kopfhaut und einem Trichogramm bzw. einem Trichoscan, mit dem die Haarwurzeln inspiziert werden.

Nebenwirkungen von Atorvastatin

Atorvastatin hat sich im Laufe der Jahre als zuverlässiger Helfer im Kampf gegen erhöhte Cholesterinwerte etabliert. Aber wie jedes Medikament kann auch Atorvastatin Nebenwirkungen haben, die individuell unterschiedlich ausfallen können. Obwohl Atorvastatin allgemein als sicher gilt, sollten bestimmte Personengruppen besondere Aufmerksamkeit auf potenzielle Nebenwirkungen richten.

Wichtig ist hierbei zu betonen, dass Atorvastatin nicht als gefährlich einzustufen ist, sondern wie jedes Medikament eine fachgerechte Anwendung gemäß ärztlicher Verschreibung erfordert. Tatsächlich vertragen über 90 Prozent aller Patienten Statine problemlos.

Einige Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen oder Verdauungsbeschwerden können kurz nach Beginn der Behandlung auftreten und nach einigen Tagen oder Wochen nachlassen, sobald sich der Körper an das Medikament gewöhnt hat.

Sollten die Atorvastatin Nebenwirkungen schwerwiegend sein oder über einen längeren Zeitraum anhalten, ist es wichtig, dass Patienten dies ihrem Arzt mitteilen.

Die Dauer der Nebenwirkungen von Atorvastatin kann von Person zu Person erheblich variieren und hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Dosierung, der individuelle Gesundheitszustand und die gleichzeitige Einnahme anderer Medikamente.

Hier ist eine Tabelle mit möglichen Nebenwirkungen von Atorvastatin, basierend auf ihrer Häufigkeit:

Häufigkeit Nebenwirkungen
Häufig Verstopfung, Blähungen, Verdauungsstörungen, Übelkeit, Durchfall, allergische Reaktionen, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Benommenheit, Fehlempfindungen der Haut wie Kribbeln, Überempfindlichkeit der Haut, Hautausschlag, Juckreiz, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Mattigkeit, Schmerzen im Brustkorb, Rückenschmerzen, Wassereinlagerungen in den Beinen, Blut-Kreatinkinase-Konzentrationsanstieg.
Gelegentlich Appetitlosigkeit (Anorexie), Erbrechen, Blutplättchenmangel, Haarausfall, Blutzuckeranstieg, Blutzuckerabfall, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Gedächtnisverlust, Nervenstörungen, Ohrgeräusche, Nesselsucht, entzündliche Muskelerkrankungen (Myopathie), Impotenz, Unwohlsein, Gewichtszunahme, Blut-Leberwerterhöhung (Transaminasen, vorübergehend), Blut-Kreatinkinase-Konzentrationserhöhung (vorübergehend).
Selten Leberentzündung, Gelbsucht mit Gallestau, entzündliche Muskelerkrankungen, Rhabdomyolyse (Zerfall der quergestreiften Skelettmuskulatur).
Sehr selten Überempfindlichkeitsreaktionen, Gesichtsschwellungen (angioneurotisches Ödem), blasenartiger Hautausschlag (einschließlich Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse), akuter Gedächtnisverlust, Muskelzerfall aufgrund einer Autoimmunreaktion.

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