Haarausfall bei Zwergkaninchen: Ursachen, Symptome und Behandlung

Haarausfall ist oft ein Anzeichen dafür, dass das Kaninchen krank ist, kommt aber auch bei gesunden Tieren vor. Es ist nicht unbedingt schlimm, wenn Kaninchen Fell verlieren. Ein gewisser Haarausfall gehört zum normalen Fellwechsel im Verlauf der Jahreszeiten. Bei Haarausfall verliert das Kaninchen aber mehr Haare, als nachwachsen. Die Haare brechen entweder ab, fallen frühzeitig aus oder wachsen nicht mehr ausreichend nach.

Ein Haarausfall beim Kaninchen kann sehr unterschiedliche Ursachen haben. Nicht immer lässt sich der Auslöser leicht ermitteln. In vielen Fällen sind Hautparasiten (Ektoparasiten) für die Alopezie verantwortlich. Nur beim jährlichen Fellwechsel sowie bei Trächtigkeit kommt ein Haarverlust auch bei gesunden Kaninchen vor.

Mögliche Ursachen für Haarausfall beim Kaninchen:

  • Ansteckung mit Hautparasiten, z.B. Milben
  • Allergie
  • Verhaltensstörung durch Einsamkeit oder Stress

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Symptome von Haarausfall bei Kaninchen

Die Symptome von Haarausfall sind leicht erkennbar: Betroffene Kaninchen weisen kahle Stellen auf. Diese können unterschiedlich aussehen, zum Beispiel kreisrund erscheinen (typisch für Hautpilz beim Kaninchen) oder unregelmäßig begrenzt sein. Haarausfall ist häufig das Symptom einer Erkrankung des Kaninchens. Dann treten meist weitere Symptome auf:

Oftmals juckt die Haut an den haarlosen Stellen und das Kaninchen kratzt sich ständig. Betrachtet man die kahlen Stellen, fallen Hautveränderungen (z.B. Rötung, Schuppenbildung) auf. Auch übermäßiges Lecken oder Fellfressen sind bei Haarausfall möglich: Dies sind oftmals Symptome von Stress oder Langeweile beim Kaninchen.

Kahle Stellen und Hautirritationen sind typische Symptome für Haarausfall bei Kaninchen

Diagnose von Haarausfall beim Kaninchen

Bei Haarausfall ist eine tierärztliche Diagnose wichtig. Wenn Sie mit Ihrem Kaninchen die Praxis aufsuchen, macht sich die Tierärztin oder der Tierarzt zunächst ein möglichst genaues Bild, denn es gibt viele Gründe, die zu Haarausfall führen. So ist es zum Beispiel wichtig zu erfahren, seit wann der Haarausfall beim Kaninchen besteht und ob bzw. welche weiteren Symptome auftreten.

Die genaue Diagnose von Haarausfall beim Kaninchen erfordert zunächst eine Reihe von Untersuchungen:

  • Körperliche Untersuchung: Die Tierärztin bzw. der Tierarzt untersucht ein kleines Hautgeschabsel auf Pilze oder Parasiten.
  • Hautgeschabsel: Ein kleines Hautgeschabsel hilft, Pilze (Hautpilz beim Kaninchen) oder Parasiten (z.B. Milben) nachzuweisen.
  • Fellprobe: Anhand einer Haarprobe lässt sich erkennen, ob die Haare abgebrochen oder ausgefallen sind, oder ob das Kaninchen sie sich ausgerupft hat.
  • Weitere Untersuchungen je nach Verdachtsdiagnose, zum Beispiel bildgebende Verfahren (z.B. Röntgen).

Behandlung von Haarausfall beim Kaninchen

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache des Haarausfalls. Solche Wirkstoffe sind gewöhnlich als Salbe oder Tinktur erhältlich, die äußerlich wirken. Wird der Haarausfall beim Kaninchen durch eine andere Erkrankung ausgelöst, richtet sich die Behandlung nach dieser Ursache.

Bei Fellfressen aus Langeweile beispielsweise hilft oftmals bereits, sich häufig mit dem Kaninchen zu befassen und ihm ausreichend Auslauf zu geben. Bei großflächigem Haarausfall ist es sinnvoll, das Kaninchen regelmäßig zu bürsten - allerdings nur, wenn die Haut nicht entzündet ist.

Milben sind häufige Ursache für Haarausfall bei Kaninchen

Behandlung von Milbenbefall

Milben sind der häufigste Parasit des Kaninchens, meist ist ein Befall als erstes am schlechten Fell und Auffälligkeiten der Haut zu erkennen. Zum Beispiel fallen große, dicke Schuppen auf, die an den Haaren kleben. Zupft man das Fell heraus, bleiben sie trotzdem an den Haaren hängen und oft kommt es auch zu Fellausfall. Kaninchen zeigen bei den meisten Milben selten Juckreiz, allerdings ist der Juckreiz oft vom Tierarzt auslösbar.

Bei leichten Befall, der sich durch Schuppen und ggf. leichten Juckreiz äußert, kann eine Behandlung mittels Kieselgur-Milbenpulver ohne tierärztlichen Rat versucht werden. Sollte das Kaninchen bereits starken Juckreiz, Kahlstellen, Schorf oder andere Anzeichen für starken Befall haben, ist ein Tierarztbesuch jedoch unumgänglich.

Tierärzte setzen, je nach Milbenart, meist folgende Medikamente ein:

  • Selamectin
  • Ivermectin
  • Imidacloprid/Moxidectin
  • Doramectin
  • Fluralaner

Kieselgur gegen Milben

Kieselgur (Siliziumdioxid) wird aus Kieselalgen gewonnen und ist ein reiner Naturstoff, der höchst wirksam gegen oberflächlich lebende Milben aller Arten, Flöhe, Haarlinge, Läuse und andere Insekten ist. Er wirkt im Gegensatz zu vielen Medikamenten rein mechanisch, deshalb kann es auch zu keiner Resistenzbildung kommen.

Anwendung: Kieselgur ist nur wirksam, wenn die Umgebung absolut trocken ist, deshalb sollte während der Anwendung penibel auf eine absolut trockene Umgebung geachtet werden. Es reichen bereits Kleinstmengen vom Kieselgur aus, um einen Milbenbefall erfolgreich zu behandeln. Eine größere Menge ist nicht nötig und sollte nicht verwendet werden, da sonst die Atemwege durch die Staubbelastung belastet werden.

Vorbeugung von Haarausfall

Einem Haarausfall lässt sich nicht gezielt vorbeugen. Viele Gesundheitsstörungen kommen als mögliche Ursache der Alopezie in Frage. Generell ist es wichtig, dem Kaninchen ein gesundes Lebensumfeld zu bieten. Dazu zählt, es artgerecht zu halten.

Starker Haarausfall kann zur Bildung von Haarballen im Magen und Darm führen. Es empfiehlt sich, bei Haarausfall eine Tierärztin oder einen Tierarzt aufzusuchen. Nur bei jahreszeitlichem Fellwechsel und bei Trächtigkeit des Kaninchens ist Haarausfall meist unbedenklich.

Eine ausgewogene Ernährung ist wichtig zur Vorbeugung von Haarausfall

Prognose bei Haarausfall

Bei Haarausfall lässt sich keine allgemeine Prognose stellen. Meist ist die Prognose von Haarausfall aber gut. Gelingt es, die Ursache zu behandeln (z.B. Parasitenbefall), so wächst das Fell nach.

Bei jeder Art von Haarausfall ist allerdings Geduld gefragt. Entzündete Haut zum Beispiel muss zunächst vollständig heilen, bevor die Haare wieder wachsen. Bei anderen Ursachen von Haarausfall beim Kaninchen richtet sich die Prognose nach der jeweiligen Erkrankung.

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