Haarausfall bei Magersucht: Ursachen und Behandlung

Die Magersucht, auch Anorexie oder Anorexia nervosa genannt, ist eine schwerwiegende und meist sehr langwierige Erkrankung, die unbedingt behandelt werden muss. Typisch für die Magersucht ist, dass Betroffene häufig auffallend dünn sind bzw. stark an Gewicht verlieren. Sie selbst nehmen sich jedoch als unförmig und dick wahr.

Bei einer Magersucht kommt es zu einem starken Gewichtsverlust oder anhaltendem Untergewicht, wobei die Betroffenen häufig die Schwere ihres Zustandes aufgrund ihrer verzerrten Körperwahrnehmung nicht erkennen können. Sie fühlen sich in ihrem Körper sehr unwohl und empfinden sich auch dann noch als zu dick und unförmig, wenn sie bereits untergewichtig sind. Körpergewicht oder Figur haben zudem einen übertrieben hohen Einfluss auf ihr Selbstwertgefühl.

Menschen mit einer Magersucht leiden unter der ständigen Angst, zuzunehmen. Ihre Gedanken kreisen permanent um das Essen, ihr Gewicht und ihre Figur. Sie fürchten sich davor, die Kontrolle darüber zu verlieren.

Um abzunehmen, halten Betroffene strikte Ernährungsregeln ein: Sie essen sehr wenig und verzichten vor allem auf kalorienreiche Speisen. Häufig entwickeln sie Rituale. Dazu gehören Kalorienzählen, langsames Essen, Kleinschneiden der Nahrung oder Essen nach bestimmten Zeitplänen.

Einige Betroffene setzen zusätzlich Medikamente ein oder führen Erbrechen herbei (Purging), um noch mehr Gewicht zu verlieren. Darüber hinaus treiben viele übermäßig Sport.

Bei einem sehr niedrigen Gewicht kann es zu Heißhunger- bzw. Essanfällen kommen. Diese können Schuldgefühle auslösen und dazu führen, dass Betroffene sich mit noch strengerer Disziplin bei der Nahrungsaufnahme „bestrafen“.

Ihren Beginn hat die Magersucht vor allem während der Pubertät. Aber auch junge Erwachsene und ebenso Kinder unter 13 Jahren können erkranken.

Die Anorexie, auch Magersucht genannt, ist eine psychische Erkrankung, die zu den Essstörungen gehört. Betroffene werden immer dünner, entwickeln Symptome wie Haarausfall oder Herzprobleme. Welche Behandlung hilft? Essen oder nicht essen - den ganzen Tag kreisen die Gedanken um die Ernährung und trotzdem wird gehungert. Oft fängt es mit einer Diät an, doch der Wunsch das Gewicht zu reduzieren verselbständigt sich und wird zur psychischen Erkrankung: Anorexia nervosa - besser bekannt als Magersucht oder Anorexie.

Beteuerungen von Angehörigen und Freunden, sie seien zu dünn und ganz sicher nicht dick, können die Betroffenen nicht verstehen, denn sie haben eine gestörte Wahrnehmung ihres Körpers, eine sogenannte Körperbildstörung. Das heißt, sie sehen nicht mehr ihren tatsächlichen Körper, sondern einen anderen. Ihre Wahrnehmung ist verzerrt und entspricht nicht mehr der Realität. Menschen mit Magersucht sehen meist einen fülligeren Körper, schätzen sich also dicker ein, als sie sind.

Die Betroffenen sind oft müde, frieren, viele haben einen zu langsamen Herzschlag, Herzrhythmus- und Konzentrationsstörungen oder Osteoporose. Bei Frauen bleibt oft die Monatsblutung aus. Auch äußerlich verändert die Magersucht den Körper: Haarausfall, trockene und juckende Haut, ein feiner Flaum auf der Haut (Lanugo-Behaarung) und Zahnschäden durch häufiges Erbrechen sind Anzeichen.

Die Magersucht ist eine Erkrankung, die das Wohlbefinden und die Gesundheit auf vielfältige Weise beeinträchtigen kann. Betroffene nehmen die Gefahren und Auswirkungen ihrer Essstörung jedoch selbst oft nicht wahr.

Ursachen und Auslöser der Magersucht

Bei der Entstehung der Krankheit wirken verschiedene Faktoren zusammen, die sich gegenseitig beeinflussen können. Man unterscheidet zwischen Ursachen und Auslösern, wobei der Übergang zwischen beiden Begriffen teilweise fließend ist.

Ursachen sind Einflüsse, die die individuelle Anfälligkeit eines Menschen für die Erkrankung bestimmen. Sie erhöhen also das Risiko, eine Magersucht zu entwickeln. Dazu zählen unter anderem:

  • Biologische und körperliche Faktoren, zum Beispiel eine erbliche Veranlagung, ein gestörtes Essverhalten in der frühen Kindheit oder früheres strenges Diäthalten.
  • Bestimmte Persönlichkeitsmerkmale wie ein niedriges Selbstwertgefühl, emotionale Labilität oder hohe Ansprüche an Aussehen, Figur und Gewicht.
  • Gesellschaftliche Einflüsse wie das vorherrschende Schönheitsideal, das Attraktivität mit Schlankheit und perfekten Körpermaßen gleichsetzt.

Auslöser dagegen sind konkrete Ereignisse und Umstände, die letztlich den Ausbruch der Magersucht anstoßen können. Dazu gehören unter anderem:

  • Belastende Erlebnisse wie etwa ein Verlust, eine Trennung, ein Umzug oder Mobbing.
  • Der Eintritt in die Pubertät mit ihren körperlichen Veränderungen und hormonellen Umstellungen.

Ein erhöhtes Risiko, an der Magersucht zu erkranken, weisen auch Menschen auf, die Leistungssport treiben. Das trifft besonders auf Sportarten zu, bei denen eine schlanke Figur (Ballett, Turnen etc.) oder das Körpergewicht (z. B. Kampfsport) eine große Rolle spielen. Die sogenannte Anorexia athletica ist zwar noch keine Krankheit.

Eine einzelne Ursache für die Entstehung einer Anorexie gibt es nicht. Diese Faktoren allein machen aber nicht krank, sondern bereiten der Erkrankung den Boden. Die Auslöser für eine Magersucht stecken meist tiefer und sind komplexer. Das können zum Beispiel belastende Erlebnisse sein, wie der Verlust eines geliebten Familienmitglieds, die Trennung vom Partner oder ein Trauma beispielweise durch Gewalt, was häufig mit Machtlosigkeit einhergeht. Fast alle Patientinnen und Patienten geben an, Angst vor einem Kontrollverlust zu haben. Wer an dieser Krankheit leidet, lebt ständig mit dem schlechten Gewissen, seinen Hunger nicht kontrollieren zu können.

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Körperliche und seelische Folgen der Magersucht

Bei einer Magersucht wird der Körper nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt. Es kommt zu Mangelerscheinungen. Die Betroffenen sind oft müde und frieren. Sie haben einen zu langsamen Herzschlag, gegebenenfalls Herzrhythmusstörungen, Kreislaufbeschwerden und Konzentrationsprobleme. Außerdem kann es zu einer Verringerung der Knochendichte (Osteoporose) kommen.

Eine Magersucht führt auch zu Hautveränderungen: Die Betroffenen haben zum Beispiel Haarausfall oder trockene und juckende Haut. Bei starkem Untergewicht kann eine sogenannte „Lanugo-Behaarung“ auftreten, eine feine, flaumartige Behaarung.

Es treten hormonelle Veränderungen auf: Bei Jungen und Mädchen kann dies zu einer Verzögerung der Pubertät und der körperlichen Entwicklung führen. Auch das Wachstum verlangsamt sich. Bei Mädchen und Frauen bleibt die Monatsblutung aus. Bei Jungen und Männern kann es zu Verlust der Potenz kommen.

Selbst herbeigeführtes Erbrechen schädigt Zähne und Speiseröhre. Oft kommt es zu einer Vergrößerung der Speicheldrüsen sowie Störungen des Wasser- und Salzhaushalts und der Nierenfunktion.

Bei einer Magersucht leiden Betroffene häufig auch an seelischen und sozialen Krankheitsfolgen:

Zu Beginn der Erkrankung erleben viele Betroffene positive Gefühle von Leichtigkeit und Euphorie. Sie genießen die scheinbar vollständige Kontrolle über einen Bereich ihres Lebens. Die positiven Emotionen halten jedoch nicht lange an. Sie schlagen in Gleichgültigkeit, depressive Stimmung und hohe Reizbarkeit um.

Menschen mit einer Magensucht beginnen am Anfang zwar freiwillig damit, zu hungern, ihre Nahrungsaufnahme zu kontrollieren oder exzessiv Sport zu treiben. Im Verlauf der Krankheit wird ihr Verhalten jedoch zu einer Art Zwang, aus dem sie ohne Hilfe von außen keinen Ausweg finden.

Häufig fühlen sich Betroffene miss- und unverstanden. Aus Furcht vor Ablehnung und Stigmatisierung verheimlichen sie ihre Probleme, ziehen sich von ihren sozialen Kontakten zurück und vernachlässigen ihre Interessen.

Oft leiden Menschen mit einer Magersucht auch unter weiteren psychischen Erkrankungen, wie etwa Depression, Zwangsstörungen oder Angststörungen. Die Essstörung kann diese Probleme verstärken. Umgekehrt können andere psychische Symptome (Komorbiditäten) einen negativen Einfluss auf den Verlauf der Essstörung haben.

Menschen mit Magersucht haben ein mehr als 5-fach höheres Sterberisiko (Mortalität) als Gleichaltrige ohne die Erkrankung. Eine Auswertung von Patientenakten zeigte, dass die meisten Menschen mit Magersucht an gesundheitlichen Störungen verstorben waren, die die Essstörung verursacht hatte. Jeder fünfte Todesfall war ein Suizid. Die Todesrate bei Magersucht steigt vor allem, wenn weitere psychische Erkrankungen vorliegen. Menschen mit Magersucht haben im Vergleich zu Gesunden ein 18-fach höheres Risiko, sich selbst das Leben zu nehmen.

Haarausfall als Folge der Magersucht

Haarverlust wegen Essstörung tritt bei Menschen mit Magersucht und Bulimie auf, da der Körper nicht genügend mit Nährstoffen versorgt wird. Den Haaren fehlen wichtige Stoffe wie Vitamine, Eisen und Zink.

Bei einem Haarausfall wegen Essstörung werden die Haare nicht genügend mit Nährstoffen versorgt. Die Wachstumsphase der Haare kann sich verkürzen. Die Haarfollikel treten verfrüht in die Ruhephase ein. Die Haare werden immer weniger. Es kann zu kahlen Stellen auf dem Kopf kommen.

Der Haarverlust wegen Essstörung kann auch schnell voranschreiten, indem die Ruhephase hinausgezögert wird. Die Haare fallen aus, während keine neuen Haare nachwachsen. Der Haarverlust wegen Essstörung tritt als diffuser Haarausfall auf.

Menschen, die unter einer Essstörung und unter Haarausfall leiden, erkennen häufig nicht, dass die Essstörung die Ursache für den Haarverlust ist. Selbst Ärzte erkennen die Essstörung nicht immer als Ursache für den Haarausfall, wenn nicht eindeutige Anzeichen für eine Essstörung bekannt sind.

Die Wachstumsphasen der Haare

Die Haare des Menschen durchlaufen mehrere Wachstumszyklen:

  • Wachstumsphase: Dauert 2-6 Jahre, über 80% der Haare befinden sich in dieser Phase.
  • Übergangsphase: Dauert 2-3 Wochen, betrifft ca. 2% der Haare, Nährstoffversorgung der Follikel wird eingestellt.
  • Ruhephase: Dauert 2-4 Monate, betrifft ca. 18% der Haare, Haarfollikel regenerieren sich, Haare fallen aus und neue wachsen nach.

In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu verstehen, dass die Haarfollikel aufgrund der Essstörung nicht genügend mit Nährstoffen sowie mit Eisen, Zink und Vitaminen versorgt werden. Daher kann das Wachstum der Haare mit Nahrungsergänzungsmitteln gefördert werden, in denen diese Stoffe enthalten sind.

Behandlung von Magersucht und Haarausfall

Die Magersucht ist eine Erkrankung, die einer Behandlung bedarf. Betroffen empfinden sich jedoch häufig selbst nicht als krank. In vielen Fällen suchen sie sich daher erst spät professionelle Hilfe. Wird die Krankheit frühzeitig erkannt und behandelt, sind die Aussichten auf vollständige Genesung jedoch besonders gut.

In der Behandlung geht es zunächst darum, die akuten Symptome zu lindern und den Patientinnen und Patienten zu helfen, an Gewicht zuzunehmen und ein gesundes Essverhalten zu entwickeln. Im weiteren Verlauf der Therapie werden mögliche auslösende und aufrechterhaltende Faktoren betrachtet. Es werden zusammen mit den Betroffenen Strategien entwickelt, um einen Rückfall in die Essstörung zu verhindern.

Wie eine Magersucht behandelt wird, ist unter anderem abhängig davon, wie schwer die Erkrankung ausgeprägt ist. Möglich ist:

  • Eine ambulante Behandlung.
  • Eine teil- oder vollstationäre Behandlung in einer Klinik.
  • Eine Online-Therapie, bei der die Behandlung teilweise oder manchmal auch ganz digital durchgeführt wird.

In lebensbedrohlichen Situationen kann auch eine Zwangsbehandlung notwendig sein.

Auch nach einer erfolgreichen Behandlung bleiben oft Symptome bestehen, die zu einem Rückfall in die Krankheit führen können. Die Nachsorge ist daher bei der Behandlung der Magersucht wichtig.

Die Behandlung der Essstörung erfordert die Zusammenarbeit von Psychotherapeuten mit verschiedenen Fachärzten und kann einige Zeit in Anspruch nehmen.

Soll der Haarverlust behandelt werden, gilt es, die Essstörung als Ursache zu behandeln. Das kann ein langer Prozess sein. Zusätzlich kann das Wachstum der Haare gefördert werden.

Um den Haarausfall wegen Essstörung wirksam zu behandeln, muss die Essstörung behandelt werden. Das ist entweder ambulant oder stationär möglich und nimmt einen längeren Zeitraum in Anspruch. Je früher mit der Behandlung begonnen wird, desto größer sind die Erfolgsaussichten.

Sie erfolgt zumeist als Gesprächstherapie. Die Ursachen für die Essstörung werden ermittelt. Mit neuen Verhaltensmustern soll das Essverhalten verändert werden.

Eine stationäre Behandlung kann vollstationär mit einem zeitlich begrenzten Klinikaufenthalt, aber auch teilstationär in verschiedenen Tageskliniken erfolgen.

Bei der Behandlung von Essstörungen arbeiten Psychotherapeuten mit Internisten oder Allgemeinmedizinern zusammen. Eine medikamentöse Therapie erfolgt bei der Behandlung von Essstörungen nur selten.

Es gilt, wieder ein gesundes Körpergefühl zu entwickeln. Ziel ist das Erlernen eines gesunden Essverhaltens, das dauerhaft beibehalten wird.

War die Behandlung erfolgreich, können die Haare wieder wachsen.

Diese Stoffe können dem Körper durch Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden, doch um den Haarausfall auf Dauer erfolgreich zu behandeln, muss die Essstörung als Ursache behandelt werden.

Es gibt unterschiedliche Arten von Haarausfall, die verschiedene Ursachen haben können. Doch bis zu 100 Haare am Tag zu verlieren, ist noch normal.

Wichtige Vitamine und Nährstoffe für das Haarwachstum

Da die Haarfollikel aufgrund der Essstörung nicht genügend mit Nährstoffen sowie mit Eisen, Zink und Vitaminen versorgt werden, kann das Wachstum der Haare mit Nahrungsergänzungsmitteln gefördert werden, in denen diese Stoffe enthalten sind.

Vitaminmangel kann eine Vielzahl von Symptomen hervorrufen, da Vitamine für viele Körperfunktionen unentbehrlich sind. Bei Verdacht auf Vitaminmangel sollten Sie einen Arzt aufsuchen, mithilfe einer Blutanalyse haben Sie rasch Klarheit.

Ein Haar hat nur eine bestimmte Lebensdauer. Daher ist es normal, dass täglich Haare ausfallen. Wenn über einen längeren Zeitraum ein deutlich ausgeprägterer Haarverlust besteht oder einzelne kahle Stellen auf dem Kopf entstehen, spricht man von Haarausfall.

Hier eine Übersicht über wichtige Vitamine und Nährstoffe:

  • B-Vitamine (B3, B5, B6, B7): Regulieren Stoffwechselvorgänge an der Haarwurzel, sorgen für glänzende Haare und verhindern Spliss.
  • Vitamin D: Wichtig für die Haargesundheit, wird im Winter oft nicht ausreichend gebildet.
  • Vitamin E: Schützt das Haar vor Sonneneinstrahlung.
  • Proteine: Wichtig für die Haarentwicklung und Haarstruktur.
  • Spurenelemente (Zink, Kupfer): Wichtig für den Haarstoffwechsel, ein Mangel kann zu Haarausfall führen.
  • Mineralstoffe (Calcium, Magnesium): Fördern Wachstum und Reifung der Haarzellen.
Vitamin/Nährstoff Funktion Mögliche Folgen bei Mangel
Vitamin B7 (Biotin) Sorgt für glänzende Haare, verhindert Spliss und Entzündungen Haarausfall, brüchige Nägel
Vitamin D Unterstützt das Haarwachstum Haarausfall
Zink Wichtiger Bestandteil von Enzymen Veränderung der Haarstruktur, Haarausfall
Eisen Transportiert Sauerstoff zu den Haarfollikeln Haarausfall

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