Haarausfall bei Frauen über 70: Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Haarausfall ist ein weit verbreitetes Problem, das viele Frauen betrifft, insbesondere im Alter. Bis zu 40 Prozent der Frauen entwickeln im Laufe ihres Lebens Anzeichen von hormonell erblich bedingtem Haarausfall (androgenetische Alopezie). In diesem Artikel werden die Ursachen für Haarausfall bei Frauen über 70 untersucht und Möglichkeiten aufgezeigt, wie man ihn stoppen kann.

Der menschliche Haarzyklus

Der Haarzyklus ist ein natürlicher Prozess, der dafür sorgt, dass das Haar auf dem Kopf ständig erneuert wird. Dieser Zyklus besteht aus drei Phasen:

  1. Wachstumsphase (Anagenphase): In der Haarzwiebel entstehen stetig neue Hornzellen, wodurch das Haar in die Länge wächst. Etwa 90 Prozent der Kopfhaare von (haar) gesunden Personen befinden sich in dieser Phase. Der Vorgang zieht sich über mehrere Jahre.
  2. Übergangsphase (Katagenphase): Das Haarwachstum stoppt und das Haar erhält keine Nährstoffe mehr. Es löst sich von der Haarwurzel. Diese Phase beträgt etwa 2 bis 4 Wochen.
  3. Ruhephase (Telogenphase): Sobald das Haar von der Blutversorgung abgetrennt ist, kommt es langsam aus der Kopfhaut heraus und fällt schließlich aus. Das dauert mehrere Monate.

Mit dem Ende der letzten Phase beginnt der Haarzyklus erneut. Er ist jedoch nicht bei allen Haaren synchronisiert, was bedeutet, dass sich die Haare auf dem Kopf in verschiedenen Stadien des Zyklus befinden können.

Arten von Haarausfall

Grundsätzlich gibt es verschiedene Arten von Haarausfall, die wiederum auf unterschiedliche Ursachen zurückzuführen sind:

  • Hormonell erblich bedingter Haarausfall (androgenetische Alopezie): Diese Form des Haarausfalls gilt sowohl bei Männern als auch bei Frauen als die häufigste. Er entsteht durch die erhöhte Empfindlichkeit gegenüber dem körpereigenen Hormon DHT (Dihydrotestosteron) und hat zur Folge, dass die Haarwurzel nur unzureichend mit Nährstoffen versorgt wird. Bei Frauen tritt die Form des Haarverlusts vor allem im Bereich des Scheitels auf und nimmt mit dem Alter zu.
  • Diffuser Haarausfall: Für diese Art kommen unterschiedliche Auslöser infrage. Verantwortlich sind beispielsweise ein Eisen- oder Nährstoffmangel sowie Stress. Bemerkbar macht sich die Form durch insgesamt dünner werdendes Kopfhaar.
  • Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata): Bei dieser Art des Haarausfalls bilden sich klar abgegrenzte kahle Stellen auf der Kopfhaut. Aufgrund einer Autoimmunerkrankung greift der Körper eigenes Gewebe an - das können unter anderem die Haarwurzeln an der Kopfhaut sein.

Ursachen für Haarausfall bei Frauen über 70

Viele Frauen blicken besorgt in den Spiegel und fragen sich, warum es zu ihrem Haarausfall kommt. Ob Stress, Hormone, erbliche Faktoren oder Erkrankungen - die Gründe sind vielfältig.

Hormonelle Veränderungen

In den Wechseljahren sinkt der Östrogenspiegel, während die Androgene (männliche Sexualhormone wie Testosteron) auf einem ähnlichen Niveau bleiben. Dadurch entsteht ein hormonelles Ungleichgewicht. Oft ist dieses aber nicht allein für den Haarausfall verantwortlich, sondern die eigentliche Ursache für den vermehrten Haarausfall liegt in einer genetischen Überempfindlichkeit der Haarwurzeln gegenüber dem Hormon DHT (Dihydrotestosteron). Fachleute sprechen in diesem Fall von dem hormonell-erblich bedingten Haarausfall.

Bei Betroffenen lichtet sich meist das Haar am Scheitel, der dadurch immer breiter wird. Auch in seiner Gesamtheit erscheint das Haar dünner und an einigen Stellen zeigt sich die Kopfhaut. Da die Wechseljahre für viele Frauen ohnehin eine herausfordernde Phase sind, empfinden sie den Haarverlust oft als weitere emotionale Belastung.

Erbliche Veranlagung

Unabhängig vom Geschlecht leiden 90 Prozent aller Betroffenen unter erblichem oder anlagebedingtem Haarausfall. Hatten die Mutter und/oder die Großmutter ebenfalls Haarausfall? Ja, dann ist diese Ursache wahrscheinlich.

Ernährung und Stress

Stress und Hektik bestimmen oft unseren Alltag. Zeitdruck, ständige Erreichbarkeit und viel zu volle Terminkalender führen auf Dauer bei manchen zu psychischen und physischen Beeinträchtigungen. Eine Unterversorgung mit wichtigen Nährstoffen kann den Haarausfall fördern. Besonders Eisen, Zink, Biotin (Vitamin B7), Vitamin A, Vitamin E und Vitamin C sind wichtig für gesunde Haare.

Alternative Ursachen

Zusätzliche mögliche Gründe für den Haarverlust sind zum Beispiel entzündliche oder chronische Erkrankungen, Fehlfunktionen der Schilddrüse, manche Medikamente oder Essstörungen. In nahezu allen Fällen ist es ratsam, sich ärztlichen Rat einzuholen, um gemeinsam über eine geeignete Therapie zu entscheiden.

Haarausfall bei Frauen: Welche Medikamente und Behandlungen helfen? | ARD GESUND

Was tun gegen Haarausfall?

Haarausfall bei Frauen in den Wechseljahren lässt sich aber behandeln. Wenden Sie sich zuerst an Ihre behandelnde Ärztin oder Ihren behandelnden Arzt. Die Fachleute können Sie bei Wechseljahrbeschwerden wie Haarausfall am besten beraten, die Ursachen herausfinden und Ihnen optimale Therapien vorschlagen.

Was macht der Arzt?

Arzt oder Ärztin haben verschiedene Möglichkeiten, Haarausfall in den Wechseljahren zu behandeln. Was wirklich hilft, ist individuell verschieden.

  • Hormonersatztherapie: Bei manchen Frauen hilft eine Hormonersatztherapie (HRT oder Hormontherapie) generell bei Wechseljahrbeschwerden und lindert auch den Haarausfall.
  • Supplemente: Eine hormonelle Therapie lässt sich mitunter durch die Einnahme von Spurenelementen wie Selen und Zink sowie Eisen und Vitamin B12 unterstützen.
  • Minoxidil: Ebenfalls möglich ist bei anhaltendem Haarausfall eine Behandlung mit dem Wirkstoff Minoxidil. Experten vermuten, dass dessen Wirkung zum Teil darauf beruht, dass er die Durchblutung der Kopfhaut verbessert.

Was können Sie selbst tun?

Es gibt einige Hausmittel, pflanzliche Alternativen oder Möglichkeiten der komplementären und Alternativmedizin, um Haarausfall in den Wechseljahren zu lindern. Die meisten dieser Methoden sind wissenschaftlich jedoch nicht belegt. Wenden Sie sie daher nur in Absprache mit Arzt oder Ärztin und/oder lediglich ergänzend zu einer klassischen Therapie an.

  • Ernährung anpassen: Um Haarausfall in den Wechseljahren zu reduzieren, ist eine Ernährung reich an den Vitaminen C, B und A sowie den Mineralstoffen Zink, Eisen, Kupfer, Magnesium oder Calcium sinnvoll.
  • Rosmarinöl auftragen: Auf die Kopfhaut aufgetragen, soll es die Durchblutung und die Gesundheit der Kopfhaut fördern.
  • Pflanzliche Hausmittel: Antioxidantien, etwa Flavonoide in Äpfeln, Zimt, Kakao oder Trauben, können mitunter das Haarwachstum fördern. Koffein soll Zellvermehrung und Haarwachstum ankurbeln. Zwiebelsaft kann die Haarfollikel stimulieren und so helfen, Haarausfall in den Wechseljahren zu reduzieren.

Weitere Therapiemöglichkeiten im Überblick

  • Medikamente: Einige Arzneimittel helfen Frauen unter Umständen, den Haarausfall zu reduzieren oder zu stoppen. Minoxidil - oft als Haarwasser bekannt - wird zum Beispiel direkt auf die Kopfhaut gegeben. Das soll die Blutgefäße weiten und die Durchblutung der Kopfhaut fördern, wodurch das Haarwachstum stimuliert wird.
  • Priorin® Kapseln: Für eine natürliche und gut verträgliche Behandlung von hormonell erblich bedingtem Haarausfall bei Frauen empfiehlt sich die Einnahme von Priorin® Kapseln im Rahmen des Diätmanagements. Die Kapseln stärken die Haarwurzel mit wichtigen Mikronährstoffen von innen und unterstützen ihren Zellstoffwechsel.
  • Haartransplantation: Dafür werden Haare am Hinterkopf entnommen. An den kahlen Stellen setzt der Arzt Mikroschlitze und verpflanzt die Transplantate. Dabei bestimmt er auch die Dichte und Richtung, in der die Haare in Zukunft wachsen sollen. Das Ganze geschieht in Millimeterarbeit.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Haarausfall bei Frauen zu behandeln. Die Wahl der Therapie hängt stets von der Ursache ab. Wichtig ist es immer, zu kontrollieren, ob Deine Nährstoffversorgung ausreichend ist. Eine Blutuntersuchung gibt Aufschluss über eventuell fehlende Nährstoffmengen im Körper. Liegt ein Vitaminmangel (zum Beispiel Selen- oder Vitamin-D-Mangel) oder eine zu geringe Konzentration an Spurenelementen (wie Eisen oder Zink) vor, solltest Du den Nährstoffmangel ausgleichen. Eine Ernährungsumstellung kann dabei unterstützen, den Haarverlust einzudämmen.

Tabelle: Übersicht über Behandlungsmöglichkeiten bei Haarausfall

Behandlungsmethode Wirkungsweise Hinweise
Minoxidil Weitet die Blutgefäße und fördert die Durchblutung der Kopfhaut Kann Nebenwirkungen wie Hautreizungen verursachen
Priorin® Kapseln Stärken die Haarwurzel mit Mikronährstoffen von innen Natürliche Inhaltsstoffe, Langzeitanwendung möglich
Haartransplantation Verpflanzt Haare von anderen Körperstellen auf kahle Stellen Geeignet bei bereits gestopptem Haarausfall
Hormonersatztherapie Gleicht den Hormonhaushalt aus Hilft bei Wechseljahrbeschwerden und Haarausfall
Supplemente (Selen, Zink, Eisen, Vitamin B12) Unterstützen die hormonelle Therapie Ergänzend zur Hormonersatztherapie

Es mag schwerfallen, aber bring für die Behandlung Geduld mit. Das Tempo des Haarwachstums gibt vor, wann Du Effekte bemerkst. Auch, wenn verstärkter Haarverlust sehr belastend sein kann und es einige Zeit beansprucht, bis Verbesserungen durch die Anwendung geeigneter Mittel sichtbar werden: Probier, dem Problem mit einer entspannten Haltung zu begegnen.

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