Haarausfall ist ein weit verbreitetes Problem, das sowohl Männer als auch Frauen betrifft. Es gibt verschiedene Formen von Haarausfall, die unterschiedliche Ursachen haben können. In diesem Artikel werden wir die häufigsten Ursachen von Haarausfall untersuchen, Diagnosemethoden erläutern und Behandlungsoptionen aufzeigen.
Jeder Mensch verliert natürlicherweise Haare. Jedes Haar hat nur eine begrenzte Lebensdauer: Es hört irgendwann auf zu wachsen, fällt aus und ein neues wächst nach. Pro Tag gehen üblicherweise bis zu 100 Haare verloren. Es ist also normal, wenn man vereinzelt Haare auf dem Kopfkissen entdeckt, im Waschbecken oder in der Haarbürste.
Von Haarausfall sprechen Ärztinnen und Ärzte, wenn:
Haarausfall kann zur Haarlosigkeit führen. Ärztinnen und Ärzte sprechen dann von Alopezie oder Alopecia.
Je nach Form des Haarausfalls, kann der Haarverlust nur vorübergehend sein oder dauerhaft bestehen. Medizinerinnen und Mediziner benutzen oft die Begriffe nicht vernarbend und vernarbend, um die Wachstumsfähigkeit zu beschreiben. Ist Haarausfall vernarbend, bedeutet das, dass die Haare nicht nachwachsen können.
Es gibt verschiedene Formen von Haarausfall, darunter:
Hier ist eine Tabelle, die die verschiedenen Formen von Haarausfall und ihre Merkmale zusammenfasst:
| Form des Haarausfalls | Merkmale |
|---|---|
| Anlagebedingter Haarausfall (Androgenetische Alopezie) | Genetisch bedingt, betrifft Männer und Frauen, bei Männern "Geheimratsecken" und Stirnglatze, bei Frauen Ausdünnung entlang des Scheitels |
| Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata) | Runde kahle Stellen im Kopfhaar, Autoimmunreaktion, betrifft manchmal Bart, Augenbrauen oder Körperbehaarung |
| Diffuser Haarausfall | Haare dünnen über den gesamten Kopf aus, Kopfhaut schimmert stärker durch, keine kahlen Stellen |
| Vernarbender Haarausfall | Dauerhafter Haarverlust, Haarfollikel sind zerstört |
Im Folgenden werden die häufigsten Formen des Haarausfalls genauer betrachtet:
Diese Form ist genetisch bedingt und entsteht durch den Einfluss männlicher Geschlechtshormone. Sie betrifft rund 80 Prozent aller Männer und 40 Prozent aller Frauen über 70 Jahre. Je nach Geschlecht, fallen die Haare in charakteristischer Weise aus. Bei Männern bilden sich „Geheimratsecken“ und eine Stirnglatze; bei Frauen lichtet sich das Haar verstärkt entlang des Scheitels.
Es gibt Medikamente, die den Haarausfall stoppen können.
Bei Frauen zeigt sich Haarausfall oft anders als bei Männern. Typischerweise beginnt er mit einer Ausdünnung der Haare entlang des Scheitels. Diese Veränderung wird als "female pattern hair loss" bezeichnet und folgt dem Ludwig-Schema. Betroffene Frauen bemerken häufig, dass ihr Mittelscheitel breiter wird und die Kopfhaut deutlicher durchschimmert.
Die ersten Anzeichen treten oft in der Prämenopause auf. Im Gegensatz zu Männern bleibt die frontale Haarlinie bei Frauen meist erhalten, was den Haarverlust weniger offensichtlich macht.
Norwood-Skala für männlichen Haarausfall
Beim kreisrunden Haarausfall (Alopecia areata) bilden sich kahle runde Stellen im Kopfhaar, mitunter an den Augenbrauen, dem Bart oder dem Körperhaar. Solch ein Haarausfall kommt bei Frauen und Männern vor: Etwa eine von 50 Personen erlebt ihn im Lauf ihres Lebens. Die Erkrankung kann in jedem Alter auftreten, beginnt aber oft im Kindes- und jungen Erwachsenenalter.
Grund für den Haarausfall sind wahrscheinlich Autoimmunreaktionen. Dabei erkennt das Immunsystem die Haarwurzeln fälschlicherweise als fremd, greift sie an und schädigt sie. Je nach Schwere der Erkrankung können die Haare nachwachsen oder dauerhaft ausgehen.
Oft wachsen die Haare allmählich von allein nach. Passiert das nicht, können Ärztinnen und Ärzte zum Beispiel Medikamente einsetzen.
Was kennzeichnet kreisrunden Haarausfall?
Beim kreisrunden Haarausfall (Alopecia areata) bilden sich meist einzelne, runde, haarlose Flecken im Kopfhaar. Seltener betroffen sind Gesichtsbehaarungen wie Bart, Augenbrauen, Wimpern oder das Körperhaar. Zudem befinden sich am Rand der Flecken meist kurze, abgebrochene Haare, die zur Kopfhaut hin dünner werden. Man nennt diese umgangssprachlich Kolben-, Ausrufezeichen- oder Komma-Haare.
Menschen mit kreisrundem Haarausfall können außerdem Probleme mit den Finger- und Zehennägeln haben. Typischerweise bilden sich Grübchen oder Tüpfel im Nagel.
Bei manchen Menschen fallen ausschließlich die farbigen (pigmentierten) Haare aus; schon vorhandene, aber bislang kaum aufgefallene graue Haare bleiben übrig. Das erweckt den Eindruck, als sei die Person innerhalb kürzester Zeit ergraut.
Alopecia areata kann im Zusammenhang mit einer anderen Erkrankung auftreten. Mitunter gehen weitere Autoimmunerkrankungen mit kreisrundem Haarausfall einher.
Die kahlen Stellen im Haar können zusammenfließen und zu einem kompletten Haarverlust auf dem Kopf (totalis) oder am Körper (universalis) führen.
Hier fallen die Haare bandförmig am Hinterkopf und Nacken aus. Die Haare oben und seitlich am Kopf sind nicht betroffen.
Wie kommt es zu kreisrundem Haarausfall? Welche Ursachen genau hinter kreisrundem Haarausfall stecken, ist bisher nicht bekannt.
Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass es sich um eine Autoimmunreaktion handelt. Darunter versteht man eine fehlgeleitete Reaktion des Immunsystems. Genauer gesagt, erkennt das Immunsystem die körpereigenen Haare fälschlicherweise als fremd und bildet Abwehrstoffe dagegen. In der Folge entzünden sich die Haarwurzeln: Die Haare wachsen nicht mehr richtig und fallen aus.
In manchen Familien kommt kreisrunder Haarausfall gehäuft vor. Fachleute vermuten deshalb, dass diese Form des Haarausfalls erblich bedingt sein kann.
Manche Menschen mit kreisrundem Haarausfall berichten, zum Zeitpunkt des Haarausfalls starkem emotionalem Stress ausgesetzt gewesen zu sein. Bei einem Großteil der Betroffenen ist das hingegen nicht der Fall. Stress könnte daher in einem gewissen Maß ein Mitauslöser sein.
Einzelne Studien weisen zudem darauf hin, dass geringe Mengen von Vitamin D im Blut kreisrunden Haarausfall begünstigen könnten. Ob Stress und Vitamin D tatsächlich eine Rolle spielen, ist aber bisher wissenschaftlich nicht sicher belegt.
Häufig wachsen die ausgefallenen Haare nach mehreren Monaten von selbst wieder nach. Es ist jedoch möglich, dass die Haare erneut ausfallen. Wie genau die Erkrankung im Einzelnen verläuft, lässt sich nur schwer vorhersagen.
Bei ungefähr der Hälfte der Menschen mit mildem kreisrundem Haarausfall wachsen die Haare nach der ersten Episode innerhalb von einem Jahr nach.
Ein Großteil aller betroffenen Personen erlebt mehr als ein Haarausfall-Ereignis im Lauf des Lebens.
Es gibt Faktoren, die einen wiederkehrenden Haarausfall wahrscheinlicher machen. Dazu zählen:
Kreisrunder Haarausfall
Davon spricht man, wenn über den Kopf verteilt mehr Haare als gewöhnlich ausfallen. Die Haare dünnen dabei aus, sodass die Kopfhaut stärker durchschimmert. Kahle Stellen entstehen nicht. Häufig gibt es einen Auslöser für den Haarausfall.
Beim diffusen Haarausfall dünnt das Haar über den gesamten Kopf aus. Bemerkbar macht sich das dadurch, dass täglich mehr als 100 Haare ausfallen. Häufig gibt es einen Auslöser dafür.
Von diffusem Haarausfall spricht man, wenn sich das Haar auf dem Kopf insgesamt ausdünnt und die Kopfhaut stärker durchschimmert als üblich. Anzeichen dafür ist, dass täglich mehr als 100 Haare ausgehen. Mitunter macht sich der Haarausfall an den Schläfen, am Vorderkopf und im Scheitelbereich verstärkt bemerkbar.
Anders als beim anlagebedingten oder kreisrunden Haarausfall, bilden sich beim diffusen Haarausfall üblicherweise keine kahlen Stellen. Es passiert auch nicht, dass die Haare komplett ausfallen.
Meist gibt es ein auslösendes Ereignis. Die Ursachen für den Haarausfall sind sehr verschieden. So können zum Beispiel Hormonveränderungen, bestimmte Erkrankungen, Nährstoffmangel oder die Einnahme einiger Medikamente diffusen Haarausfall auslösen. Manchmal lässt sich auch kein Auslöser finden.
Für gewöhnlich beginnt der Haarausfall zwei bis drei Monate nach dem auslösenden Ereignis. Bis die Haare wieder sichtbar nachgewachsen sind, dauert es zwischen sechs bis zwölf Monaten. Manchmal kann es passieren, dass der Haarausfall vier bis sechs Monate oder länger anhält.
Haare durchlaufen einen Lebenszyklus. Zunächst wachsen sie, dann ruhen sie und schließlich fallen sie aus. Die Haare durchlaufen diese Phasen zu unterschiedlichen Zeiten. Normalerweise befinden sich circa 10 Prozent aller Kopfhaare in der Ruhephase. Beim diffusen Haarausfall betrifft das bis zu 35 Prozent.
Die möglichen Ursachen für Haarausfall sind vielfältig. Sie reichen von Fehlern bei der Haarpflege, über bestimmte Erkrankungen bis hin zur Einnahme von Medikamenten und manchen Krebstherapien. Nährstoffmangel, Stress, Vererbung und Hormone spielen bei Haarausfall ebenfalls eine Rolle. Manchmal kann es sein, dass sich keine Ursache für den Haarausfall finden lässt.
Hier sind einige der häufigsten Ursachen:
Ein täglicher Verlust von bis zu 100 Haaren am Tag ist normal.
Um die Ursachen für Haarausfall abzuklären, ist ein Besuch in der hausärztlichen Praxis sinnvoll.
Um Haarausfall zu diagnostizieren, ist ein ausführliches Gespräch wichtig. Daneben genügt es häufig schon, das Muster des Haarausfalls zu prüfen und die Kopfhaut zu betrachten.
Ärztliches Gespräch
Hier geht es unter anderem darum zu ermitteln:
Äußerliche Untersuchung der Kopfhaut
Mithilfe eines Auflichtmikroskops (Dermatoskop) kann sich die Ärztin der der Arzt die Kopfhaut stark vergrößert anschauen.
So lässt sich zum Beispiel erkennen, ob es an den haarlosen Stellen noch Poren der Haarbälge (Haarfollikel) gibt. Ist das der Fall, deutet das darauf hin, dass die Haare wieder nachwachsen können.
Zudem lassen sich Zeichen für eine mögliche Erkrankung der Kopfhaut finden.
Weiterführende Untersuchungen
Darüber hinaus gibt es weitere Tests und Laboruntersuchungen, die Hinweise zur Form des Haarausfalls und deren Ursachen liefern.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Haarausfall zu behandeln. Wichtig: In vielen Fällen muss man die Behandlung selber bezahlen. Lassen Sie sich gut über die Vor- und Nachteile der jeweiligen Therapie und die anfallenden Kosten beraten.
Welche Therapie zum Einsatz kommt, richtet sich immer nach der jeweiligen Ursache. Liegt eine Erkrankung vor, muss diese entsprechend behandelt werden. Ist die Einnahme von Medikamenten der Auslöser, kann der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin eventuell ein anderes Präparat verschreiben. Wichtig ist, die Medikamente nicht eigenmächtig abzusetzen.
Wenn der Haarausfall durch eine Diät entstanden ist, ist es sinnvoll, die Diät zu beenden und auf eine ausgewogene Ernährung umzustellen. Besteht ein anhaltender Mangel an Nähr- oder Mineralstoffen, kann die Ärztin oder der Arzt diesen feststellen und gegebenenfalls ein geeignetes Präparat verschreiben.
Einige Behandlungsoptionen umfassen:
Für manche Menschen ist Haarausfall ein einschneidendes Erlebnis, das emotional stark belastet. Mitunter entwickeln sie psychische Probleme wie Ängstlichkeit und Depressivität. Zudem kann es vorkommen, dass Betroffene sozial ausgegrenzt oder gemoppt werden. Vor allem bei Kindern und Jugendlichen ist das Risiko groß.
Sich an eine Psychotherapeutin oder einen Psychotherapeuten zu wenden, kann dann sehr hilfreich sein.
Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass Rosmarin das Haarwachstum fördern und den Verlust der Haare reduzieren kann. Weltweit werden bis zu 70.000 Pflanzenarten zu Heilzwecken in der traditionellen und modernen Medizin genutzt. Allerdings wurde bisher keinem Hausmittel ein wissenschaftlich erwiesener Nutzen gegen Haarausfall als alleinige Therapie zugesprochen. Ergänzend zu einer medizinischen Behandlung können natürliche Hausmittel jedoch unterstützend wirken.
Wichtig: Die hier bereitgestellten Informationen können einen Arztbesuch nicht ersetzen.
Jeder Mensch geht unterschiedlich damit um, Haare zu verlieren. Manche kommen gut damit klar, für andere ist es ein einschneidendes Erlebnis. Kreisrunder Haarausfall fällt leicht auf und kann dazu führen, dass sich Betroffene unwohl fühlen.
Tritt der Haarverlust sehr plötzlich auf oder ist er sehr stark ausgeprägt, kann das emotional enorm belasten. Mitunter passiert es, dass Menschen aufgrund des Haarausfalls gemobbt und sozial ausgegrenzt werden - vor allem bei Kindern und Jugendlichen ist dieses Risiko groß.
In solchen Fällen lässt sich einiges tun, um den Leidensdruck zu mindern.
Kosmetische Maßnahmen
Manchen hilft es, den Kopf zu rasieren - viele Männer greifen zu dieser Maßnahme. Andere tragen lieber eine Perücke oder ein Haarteil. Man bekommt den Haarersatz ärztlich verordnet. Die Krankenkassen übernehmen dafür unter bestimmten Voraussetzungen ganz oder teilweise die Kosten. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse zu den genauen Konditionen.
Wer kreisrunden Haarausfall an den Wimpern hat, kann erwägen, künstliche Wimpern zu tragen. Sind die Augenbrauen betroffen, kann man künstliche Augenbrauen aufkleben, die Augenbrauen mit Schminke nachzeichnen oder tätowieren lassen (Permanent-Make-up). Bevor man sich für die eine oder andere Maßnahme entscheidet, ist eine Beratung zu den Kosten sowie zu den Vor- und Nachteilen der Methode sinnvoll.
Wenn der Haarausfall trotz kosmetischer Maßnahmen sehr stark belastet und psychische Symptome wie Depressivität oder Ängstlichkeit hinzukommen, ist professionelle psychotherapeutische Hilfe sinnvoll.
Vielen Menschen mit kreisrundem Haarausfall hilft es, sich in Selbsthilfegruppen auszutauschen. Das Gespräch mit Menschen, die selbst mit Haarausfall zu tun haben und die Probleme und Herausforderungen kennen, bewirkt oft schon viel. Zudem bieten sie eine Plattform, um einen besseren Umgang mit der Erkrankung zu finden.
Haarausfall tritt auch als Nebenwirkung einer Chemotherapie oder Bestrahlung auf. Solche Behandlungen schädigen gesundes Gewebe, das schnell wächst und sich erneuern kann - wie die Haare. In der Folge der Therapie verkümmern die wachsenden Haare und fallen ein bis vier Wochen später aus. Das passiert meist sehr rasch und großflächig. In der Regel betrifft es neben dem Kopfhaar auch Augenbrauen, Wimpern und Schambehaarung.
Hinweis: Die hier bereitgestellten Informationen können einen Arztbesuch nicht ersetzen.
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