Haare waschen ohne Shampoo liegt im Trend. Hierfür wird immer häufiger zur umweltfreundlichen Alternative der Haarseife gegriffen. Sie kommt ganz ohne Plastikverpackung aus und besteht aus natürlichen Inhaltsstoffen. Doch wo liegt eigentlich der Hauptunterschied zwischen herkömmlichem Shampoo und Haarseife?
Viele Hersteller werben damit, dass die festen Waschstücke keine Konservierungsstoffe und andere zum Teil problematische Inhaltsstoffe benötigen. Es gibt eine Vielzahl von festen Haarreinigungsprodukten auf dem Markt, was die Wahl erschweren kann. Um die richtige Wahl zu treffen, ist es wichtig, die Unterschiede zwischen Haarseife und festem Shampoo zu kennen.
Ganz schön viele unterschiedliche Begriffe und oftmals ist die Verwirrung groß. Was genau ist denn jetzt der Unterschied? Ist Haarseife festes Shampoo? Gerade die letzte Frage höre ich ziemlich oft, bzw. ich bekomme die Infos, dass bereits Haarseife benutzt wird, aber schlussendlich handelt es sich um ein festes Shampoo.
ACHTUNG: Die Begrifflichkeiten sind nicht geschützt und daher gilt es: genau hinschauen. Denn nur wenn Du weißt, was Du benutzt kannst Du auch die Richtige Handhabung und Pflege anwenden. Also, schauen wir es uns das ganze Thema gemeinsam an: Was ist also was?
Während Haarseifen meist klassische Seifen sind, waschen feste Shampoos mit Tensiden, also mit Waschsubstanzen, die Schmutz gut lösen. So wie flüssige Shampoos auch.
Der Unterschied zur Seife liegt im pH-Wert. Haarseife hat einen pH-Wert zwischen acht und neun, ist also sehr basisch. Dadurch wird das Haar geöffnet, Kalk aus dem Wasser kann sich ablagern.
Feste Shampoos sind dagegen vom pH-Wert sauer wie das Haar selbst. Der Vorteil bei allen festen Produkten: Konservierungsstoffe sind nicht nötig. Verzichtet wird oft auch auf weitere problematische Inhaltsstoffe wie Silikone und Parabene.
Haarseife und festes Shampoo unterscheiden sich in einigen wichtigen Aspekten:
Die Hauptaufgabe eines Shampoos ist die Reinigung und Entfettung des Kopfhaars sowie der Kopfhaut. Weil Wasser alleine nicht ausreicht, um alle Fett- und Schmutzpartikel aus unserem Haar zu lösen, nutzen herkömmliche Shampoos dafür sogenannte Tenside. Dabei handelt es sich um eine waschaktive Substanz, die auch für das aufschäumen unseres Shampoos verantwortlich ist. Obwohl viele von uns viel Schaum mit einer gründlichen Reinigung gleichsetzen, bringen die Tenside aber nicht nur positives mit sich.
Schon einmal Shampoo ins Auge bekommen und ein schmerzhaftes Brennen verspürt? Dafür sind ebenfalls die Tenside verantwortlich. Sie reizen nämlich die Schleimhäute. Es gilt hier anzumerken, dass nicht alle Tenside gleich schädlich sind. Je nach Produktionsart können sie sowohl eine milde, wie auch eine aggressive Wirkung haben. Das kann zu verschiedenen Nebenwirkungen führen: Eine stark ausgetrocknete oder gar entzündete, wie auch übermäßig schnell nachfettende Kopfhaut.
So braucht es zudem Konservierungsstoffe, Silikone und Duftstoffe, welche ebenfalls allergische Reaktionen und Hautprobleme auslösen können. Im schlimmsten Fall führt das Waschen mit einem herkömmlichen Shampoo statt zu weichem, glänzendem Haar also zu einer irritierten, ausgetrockneten und nachhaltig geschädigten Kopfhaut.
Bei der Haarseife handelt es sich - wie der Name bereits sagt - um ein festes Seifenstück. Von der herkömmlichen Handseife unterscheidet sie sich in ihren Inhaltsstoffen, die speziell an die Haare angepasst sind. Künstliche Tenside haben in einer Haarseife allerdings nichts verloren. Das Reinigen erledigen hier nämlich verseifte Öle und Fette. Manchmal sind zusätzlich nicht verseifte Öle enthalten, welche dann im Haar bleiben und eine pflegende Wirkung haben. Die verschiedenen Haarseifen-Typen unterscheiden sich zwar in ihren pflegenden Inhaltsstoffen, fördern aber stets die gesunde Funktion unserer Kopfhaut. Sie erhalten das Eigenfett von Haar und Haut und wirken dadurch viel milder als ein herkömmliches Shampoo.
Auch bei den Haarseifen sollten die Inhaltsstoffe zur Sicherheit überprüft werden. Denn Seife ist nicht gleich Seife. Unsere BINU Green Tea Hair Soap beispielsweise besteht aus 100% natürlichen Inhaltsstoffen. Pflanzliche Öle wie Kokos-, Rizinus- und Traubenkernöl helfen deiner gereizten Kopfhaut bei der Regeneration.
Eine Haarseife unterscheidet sich also durch ihre natürlichen Inhaltsstoffe von einem herkömmlichen Shampoo. Damit tut sie nicht nur Haar und Kopfhaut, sondern auch deiner Gesundheit einen Gefallen. Haarseifen benötigen lediglich eine minimale Verpackung. Auf umweltschädliche Kunststoffflaschen kann also verzichtet werden.
Zunächst braucht man viel Wasser, um das Produkt zu lösen. Dann wird das Shampoo mit kreisenden Bewegungen von der Kopfhaut bis zu den Haarspitzen einmassiert. Bis ein reinigender Schaum entsteht, dauert es deutlich länger als bei flüssigem Shampoo.
Bei der Haarseife ist eine Nachbehandlung nötig, damit der basische pH-Wert wieder sauer wird. Sonst wirkt das Haar spröde. Dafür gibt es einen Trick: Saure Rinse. Die kann zum Beispiel mit Wasser und Apfelessig hergestellt werden und soll den pH-Wert nach dem Waschen neutralisieren und das Haar geschmeidig machen.
Hier ist eine Tabelle, die die wichtigsten Unterschiede zwischen Haarshampoo und Haarseife zusammenfasst:
| Merkmal | Haarshampoo (fest) | Haarseife |
|---|---|---|
| Hauptwirkstoffe | Tenside | Verseifte Öle und Fette |
| pH-Wert | Sauer (ähnlich dem Haar) | Basisch (8-9) |
| Nachbehandlung | Nicht notwendig | Saure Rinse empfohlen |
| Verpackung | Minimal, ohne Plastik | Minimal, ohne Plastik |
Das feste Produkt ist vor allem auf Reisen praktisch: Die Seife kann problemlos im Handgepäck mitgeführt werden. Die Haarseife hat eine höhere Konzentration als ein herkömmliches Shampoo und muss im Normalfall seltener verwendet werden. Das führt dazu, dass sie deutlich länger hält als eine Shampooflasche. Natürlicher geht’s gar nicht. Haarseifen gibt es auch mit 100% natürlichen Inhaltsstoffen - innen und aussen!
Im September 2020 hat Ökotest 26 feste Haarwaschprodukte getestet und die Inhaltsstoffe unter die Lupe genommen. Mit sehr gutem Ergebnis. Nur bei zwei Marken wurden bedenkliche Inhaltsstoffe gefunden: Der künstliche Duftstoff Lilial in dem Shampoo von Lush und zwei künstliche Moschusdüfte in der Sementes-Naturhaarseife. Diese sind nicht ungefährlich. Beide synthetischen Duftstoffe können Allergien und bei Astmathikern Atemwegsbeschwerden auslösen. In Tierversuchen konnte nachgewiesen werden, dass Lilial die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen kann. Beide Stoffe können auch das Krebsrisiko erhöhen.
Das Waschen mit der Haarseife ist nicht kompliziert. Wichtig bei der Reinigung mit der Haarseife, ist dass sie gründlich ausgespült wird. Das dauert seine Zeit. Mögliche Seifenrückstände kannst du zudem mit einer sogenannten sauren Rinse ausspülen. Gib deiner Haarseife nach der Wäsche Zeit und Luft zum Trocknen bevor du sie verstaust. Und: Schneide die Seife in kleine Stücke und bewahre diejenigen, die du gerade nicht nutzts, an einem trockenen, kühlen Ort auf.
Weil herkömmliche Shampoos oft sehr stark entfetten, ist sich die Kopfhaut gewöhnt viel mehr Fett als eigentlich nötig zu produzieren. Bis sich dein Haar an die viel weniger austrocknende Haarseife gewöhnt hat, kann dein Haar deshalb fettig und schwer wirken. Mit unseren Tipps zu einer erfolgreichen Umstellung kriegst du das aber schnell in den Griff.
Endlich können wir uns auch bei Shampoos von Kunststoffflaschen verabschieden und Produkte nutzen, die nur minimale Verpackung benötigen - und trotzdem super reinigen.
Hier sind weitere Tipps zur Anwendung, Schritt für Schritt erklärt:
Erfahrungsgemäß profitiert das Haar von der Anwendung unterschiedlicher Haarseifen im Wechsel. So wird das Haar von einzelnen Bestandteilen nie über- bzw. unterpflegt. Auch kann ich Dir eine langsame Steigerung der Überfettung empfehlen, denn somit trocknet die Kopfhaut weniger aus und die Pflegekomponenten der unverseiften Fette in der Naturseife können Dein Haar intensiv(er) pflegen.
Weil die Frage immer wieder aufkommt: Wie oft soll ich die Haarseife wechseln? Das ist sehr individuell: ich weiß, das willst Du bestimmt nicht hören, aber auch hier sind Deine ganz persönlichen Erfahrungen entscheidend. Aber ich kann Dir sagen wie ich es mache und einige Rückmeldungen meiner Kunden.
Ich wasche bei jeder Wäsche mit einer anderen Seife und habe 3-4 im Wechsel unter der Dusche bereit. Auch immer mal wieder eine mit niedriger ÜF, da die super reinigend ist und lästige Buildups oder Ablagerungen entfernt.
Ein Hinweis für Dich: Das Haar fühlt sich nach dem Waschen anders an, nicht erschrecken es ist einfach sehr sauber und nicht unnatürlich weich gemacht oder mit Silikonen behandelt. Einfach alles wie normal handhaben. Es fühlt sich nur so an.
tags: #Haarshampoo #Seife #Unterschiede
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