Warum schwimmt Haar auf Wasser? Der Water Test und die Porosität deiner Haare

Glätten, Föhnen, Färben: Unser Haar wird im Alltag zahlreichen Strapazen ausgesetzt. Die Folge? Brüchiges, sprödes und trockenes Haar, das glanzlos und platt über die Schulter fällt. Bevor es so weit kommt, kann man zum Glück einiges tun, um die Längen rechtzeitig vor irreparablen Schäden zu schützen. Der sogenannte Water Test hilft dir etwa, herauszufinden, wie es um die Gesundheit deiner Haare steht und zeigt, welche Pflege deine Mähne wirklich benötigt.

Wenn du dich auch manchmal fragst, warum deine Locken so trocken sind oder warum der reichhaltige Conditioner oder die intensive Haarmaske nicht die gewünschten Ergebnisse bringt, dann könnte die Antwort auf deine Frage in der Porosität deiner Haare liegen. Denn sie ist maßgeblich dafür, wie gut die Pflegestoffe eindringen und ihre Wirkung entfalten können.

Was ist der Water Test für die Haare?

Der Water Test ist eine einfache, schnelle sowie völlig kostenfreie Methode, um herauszufinden, wie trocken und geschädigt dein Haar aktuell ist. Genauer gesagt wird dabei die sogenannte Porosität der Mähne ermittelt.

Doch was bedeutet das nun genau? Ganz einfach: Die Porosität dreht sich rundum die Anatomie deiner Haare. Sie verrät, wie die Keratin-Schuppen, die den Haarschaft ummanteln, angeordnet sind. Je nachdem, ob diese glatt aneinandergereiht oder aber geöffnet sind, unterscheidet man zwischen verschiedenen Arten der Porosität der Haare:

  • Geringe Porosität: Die Schuppenschicht ist geschlossen, glatt und liegt eng am Haarschaft an. Die Mähne ist meist glatt und glänzend, aber auch etwas schwer und braucht lange, um zu trocknen.
  • Normale Porosität: Ist die beste Voraussetzung, denn bei diesem Typ stehen die Keratin-Schuppen leicht vom Haarschaft ab. Das Haar kann Feuchtigkeit gut aufnehmen sowie behalten und auch Pflegeprodukte werden schnell absorbiert.
  • Hohe Porosität: Betrifft meist Girls, die ihre Mähne regelmäßig färben oder blondieren. Die Schuppenschicht ist rau und geöffnet, das Haar trocken, strapaziert und neigt zu Frizz. Pflegen werden zwar im Rekordtempo absorbiert, entweichen aufgrund der offenen Struktur der Schuppen aber mindestens so schnell.

"Wie bestimme ich die Haarporosität?" Ich beantworte eure 28 Fragen zur Curly Girl/ Hair Methode

Wie funktioniert der Water Test für deine Haare?

Um herauszufinden, wie porös a.k.a gesund oder strapaziert dein Haar ist, hilft der Water Test.

Und so funktioniert die Methode Schritt für Schritt:

  1. Das Haar im ersten Schritt mit Shampoo waschen. Auf Conditioner und Spülungen unbedingt verzichten, da diese das Ergebnis verfälschen können.
  2. Die Haare an der Luft und ohne zusätzliche Pflegeprodukte trocknen lassen.
  3. Eine Schüssel zur Hälfte mit Wasser füllen.
  4. Dann eine kleine Strähne (ein bis zwei Zentimeter) abschneiden. Am besten nimmst du dafür die unteren Härchen im Nacken.
  5. Die Strähne ins Wasser legen und beobachten, wie schnell das Haar das Wasser absorbiert. Je nachdem, ob es sofort sinkt oder aber an der Oberfläche schwimmt, sagt das einiges über die Beschaffenheit der Mähne aus...

Nach etwa fünf bis zehn Minuten kannst du den Test auswerten. Lege die Haarsträhne jetzt ins Wasser und beobachte, wie schnell das Haar das Wasser aufnimmt.

Die Ergebnisse des Water Tests im Detail

Nachfolgend eine detaillierte Auswertung der Ergebnisse des Water Tests:

Ergebnis #1: Die Strähne schwimmt an der Oberfläche

Bleibt die Strähne an der Wasseroberfläche, spricht das für eine geringe Porosität der Haare. Probleme mit Trockenheit? Hast du höchst wahrscheinlich nicht, damit das so bleibt, solltest du jedoch vorsichtig mit Hitzestyling-Tools umgehen und dein Pflegeregime optimieren.

Schwere Leave-in-Produkte sollten etwa aussortiert werden, denn diese können durch die dichte Schuppenstruktur nur schlecht aufgenommen werden und bleiben so an der Oberfläche der Härchen sitzen. Das beschwert und kann die Mähne sogar strähnig wirken lassen. Besser sind deshalb Produkte, die direkt unter der Dusche ausgespült werden, sowie leichtere Texturen - zum Beispiel in Form eines hydratisierenden Haarserums.

Ergebnis #2: Das Haar sinkt langsam ab

Sinkt das Haar in der Wasserschüssel unter die Oberfläche, allerdings langsam und nicht ganz bis zum Boden, hast du eine mittlere bzw. normale Porosität. Das Haar ist gesund und gut durchfeuchtet. Im Hinblick auf die Pflege kannst du deshalb bei deiner gewohnten Routine bleiben.

Eine tolle Ergänzung für deinen Typ sind zudem natürliche Haaröle, die einmal pro Woche in die Längen massiert werden und dem Haar eine Extraportion Glanz sowie wertvolle Nährstoffe verleihen. Auf sehr schwere Texturen solltest du hingegen verzichten - besser eignen sich leichte Feuchtigkeitspflegen mit Hyaluronsäure oder Aloe vera. Und nicht vergessen: Damit deine Mähne lange gesund bleibt, solltest du immer auf Hitzeschutz beim Styling mit dem Föhn, Glätteisen und Lockenstab setzen.

Ergebnis #3: Das Haar sinkt schnell zu Boden

Ist die Schuppenschicht der Haare geöffnet und steht vom Schaft ab, absorbiert es sehr viel Wasser, wird schwer und geht sofort unter. Das bedeutet Alarmstufe Rot, denn deine Mähne ist bereits strapaziert und neigt zu Trockenheit.

Auf Colorationen und Hitzestyling solltest du - wenn möglich - verzichten, um die fragile Struktur nicht noch mehr in Mitleidenschaft zu ziehen. In Sachen Styling braucht deine Mähne intensive Feuchtigkeit in Form von Spülungen und Masken, auch Haaröle und reichhaltige Leave-in-Produkte sind zu empfehlen. Ideal sind zudem mit Keratin angereicherte Pflegen, die das Haar versiegeln und die Schuppenschicht glätten.

Zusammenfassend lassen sich die Ergebnisse wie folgt darstellen:

Ergebnis Porosität Zustand Pflegeempfehlung
Strähne schwimmt Gering Dicht, geschlossen Leichte Produkte, Haarserum
Strähne sinkt langsam Normal Gesund, ausgeglichen Gewohnte Routine, Haaröle
Strähne sinkt schnell Hoch Strapaziert, trocken Intensive Feuchtigkeit, Keratin

Haarporosität: Was bedeutet das im Detail?

Glänzend gepflegte Haare sind für viele Menschen ein Beauty Statement. Umso ärgerlicher ist es, wenn die vermeintliche Wunderpflege keine Ergebnisse bringt. Doch am Produkt selbst liegt es oft gar nicht. Stattdessen kann es sein, dass die Pflegestoffe gar nicht bis ins Innere des Haares gelangen und somit schlicht im Abfluss landen. Hier kommt die Porosität der Haare ins Spiel. Dazu schauen wir uns an, wie ein einzelnes Haar aufgebaut ist.

Die Anatomie eines Haares

Grob betrachtet besteht das Kopfhaar aus der Wurzel und dem Schaft. Während die Wurzel für Wachstum und Verankerung in der Kopfhaut verantwortlich ist, ist der Schaft ausschlaggebend für die Pflegewirkung deiner Produkte. Der Cortex besteht zum größten Teil aus dem Strukturprotein Keratin und besitzt 90 % Anteil an einem einzelnen Haar. Darüber liegt die Schuppenschicht, die aus 5-10 Lagen verhornter Zellen besteht und das Innere vor schädlichen Einflüssen bewahren soll.

Sprechen wir nun über die Porosität der Haare, betrachten wir genau genommen den Winkel, indem die Schuppenschicht zum Cortex angeordnet ist.

Die verschiedenen Porositätsgrade beeinflussen die Haarpflege:

  • Niedrige Porosität: Deine Schuppen sind fest geschlossen. Feuchtigkeit kann nur schwer in die Haare eindringen. Stattdessen lagern sich Pflegestoffe äußerlich an, was zum sogenannten „Build up“ führt. Daher musst du Haare mit niedriger Porosität in der Regel öfter waschen. Durch ihre glatte und glänzende Struktur lassen sich nur schwer mit Lockenstab und Wicklern in Form bringen.
  • Normale Porosität: Deine Haare sind in einem guten Zustand, weder zu offen noch zu geschlossen. Sie zeigen sich robust gegen äußere Einflüsse wie Hitze und sind elastisch.
  • Hohe Porosität: Deine Schuppen sind weit offen. Deine Haare nehmen Feuchtigkeit leicht auf, verlieren sie aber genauso schnell wieder.

Weitere Methoden, um die Porosität deiner Haare zu testen

Sollte dir das zu aufwändig sein, kannst du die Haarporosität auch ganz einfach zu Hause testen. Nachfolgend zeigen wir dir vier Wege, wie du mit einfachen Hausmitteln den Grad der Porosität ermitteln kannst.

  • Der Wassertest: Tauche nun einfach die Haarsträhne ins Wasser und warte. Sinken sie sofort? Dann hast du möglicherweise hohe Porosität, da das Wasser in die Haare eindringen kann. Schwimmen sie über längere Zeit an der Oberfläche? Dann ist deine Porosität wahrscheinlich niedrig - kaum Feuchtigkeit kann ins Innere vordringen.
  • Der Tasttest: Schließe dazu deine Augen, um dich komplett auf deinen Tastsinn zu fokussieren. Reibe deine Haare zwischen deinen Fingern. Fühlen sie sich rau, vielleicht sogar ein bisschen spröde an? Das ist ein Hinweis auf hohe Porosität.
  • Der Mehltest: Bestreue einfach deine frisch gewaschenen Haare mit etwas Mehl und schaue, was passiert: Haftet das Mehl gut? Dann sind deine Schuppen aufgeraut und du hast wahrscheinlich hohe Porosität. Wenn es einfach wieder abfällt, ist die Schuppenschicht eng geschlossen.
  • Der Öltest: Bedecke eine kleine Strähne mit Kokosöl und lasse es einwirken. Haare mit hoher Porosität werden ihren Glanz verlieren und aufgebläht erscheinen, während sich niedrige Porosität durch glänzende Geschmeidigkeit zeigt.

Nun kennst du die Porosität deiner Haare und bist dadurch in der Lage, die ideale Pflege für deine perfekt gestylten Haare auszuwählen.

Optimale Pflege für verschiedene Haarporositäten

  • Hohe Porosität: Feuchthaltefaktoren: Aloe vera, Glycerin, Hyaluron - sie binden Wasser und tragen zur Erhöhung der allgemeinen Durchfeuchtung bei.
  • Alle Porositäten: Ölkuren: Wärme dein Haar an, damit sich die Schuppenschicht öffnet. Öle: Traubenkernöl, Hanföl und Avocadoöl sind reich an ungesättigten Fettsäuren.
  • Niedrige Porosität: Niedrige Porosität bedeutet eng anliegende Schuppen. Du benötigst Öle mit kleiner Molekülgröße wie Kokos oder Rizinus.
  • Normale Porosität: Haar mit normaler Porosität zeigen sich meist sehr genügsam. Hier kannst du einfach ausprobieren, welche Produkte deine Routine ergänzen und dir die besten Ergebnisse bringen.

Faktoren, die die Haarporosität beeinflussen

Grundsätzlich liegt sie in den Genen und steht bei der Geburt bereits fest. Dennoch können jahrelanges Colorieren oder Dauerwellen, permanente Glättungen oder Blondierungen die Schuppenschicht aufrauen und somit poröser machen. Denke deswegen immer an ausreichend Hitzeschutz vor dem Styling und pflege deine Mähne typgerecht.

Mit dem Wasserglas-Test kannst du schnell und einfach herausfinden, welche Pflege dein Haar gerade braucht. Wiederhole ihn am besten regelmäßig, um deine Pflege-Routine anzupassen.

Zusätzliche Tipps für gesundes Haar im Sommer

Sonne, Salz, Chlor: Was nach Sommerlaune klingt, bedeutet für die Haare puren Stress. UV-Strahlen greifen die Haarstruktur an, entziehen Feuchtigkeit und lassen selbst kräftiges Haar stumpf und spröde wirken. Dazu kommen häufiges Waschen, Meerwasser, Sand und Hitze-Stylings, die Sommer-Haare zusätzlich strapazieren. Zum Glück kann man vorbeugen: Wer auf die richtige Pflege setzt, kann Schäden minimieren und den Glanz erhalten.

  • Schutz vor Sonne, Salz und Chlor: Verwende Produkte, die Haarbindungen wieder aufbauen, zum Beispiel die Plex-Technologie von Syoss.
  • Pflege für coloriertes Haar: Spezielle Color-Shampoos verwenden und lauwarmes Wasser verwenden.
  • Frizz vermeiden: Beim Föhnen immer am Ansatz beginnen und ein Hitzeschutzprodukt verwenden.
  • Feuchtigkeit bewahren: Beim Sonnenbaden die Haare hochstecken oder einen Hut tragen. Vor dem Schwimmen die Strähnen mit Süßwasser befeuchten und nach dem Baden gründlich ausspülen.
  • Häufigkeit des Waschens: Nicht häufiger als einmal täglich waschen.
  • Fehler vermeiden: Nicht mit nassen Haaren schlafen gehen und das Haar vor dem Shampoonieren gründlich mit Wasser ausspülen.

Keratin erlebt gerade ein Comeback - zu Recht! Bei ihm handelt es sich um den Hauptbaustein unseres Haares und sorgt für Glanz, Elastizität und Widerstandskraft. In Kombination mit der Plex-Technologie von Syoss ergibt das eine besonders starke Basis, um Sommer-Haare sichtbar zu stärken und präventiv zu schützen.

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