Haarausfall mit 16 Jahren: Ursachen und Lösungen

Viele Menschen assoziieren Haarausfall vor allem mit älteren Männern. Tatsache ist jedoch, dass Haarverlust im Erwachsenenalter bei beiden Geschlechtern in fast jedem Alter einsetzen kann. Haarausfall kann bereits in sehr jungen Jahren, mit 15 oder 16 beginnen.

Es ist zwar ungewöhnlich, aber der Haarausfall im Teenageralter beginnt in der Regel allmählich, zunächst mit dünner werdendem Haar oder einer zurückweichenden Haarlinie. In diesen Fällen ist es besonders wichtig, sich Hilfe durch eine Haarfachklinik zu suchen, um die Ursachen dieses sehr frühen Haarausfalls zu bestimmen.

Um den Haarverlust wirksam bekämpfen zu können, sollten die Ursachen bekannt sein. Zur diagnostischen Abklärung ist ein Besuch beim Hautarzt und zu empfehlen. Inzwischen gibt es in ganz Deutschland so genannte Haarsprechstunden für Betroffene. In der Haarsprechstunde widmen sich die Ärzte intensiv den Formen des Haarausfalls und den Erkrankungen der Kopfhaut.

Normaler Haarverlust vs. Krankhafter Haarverlust

Jeder Mensch verliert täglich bis zu 100 Haare. Dieser Haarverlust ist vollkommen normal und wird durch die drei Phasen unseres Haarwachstums bestimmt.

  • Anagene Phase: Das aktive Wachstum der Haarfollikel. Die meisten Haare bleiben zwei bis sechs Jahre in dieser Phase.
  • Katagene Phase: Eine zwei- bis dreiwöchige Übergangsphase, in der das Zellwachstum an der Haarwurzel aufhört.
  • Telogene Phase: Ruhephase.

Es befinden sich nie alle Haare in derselben Phase, so dass die Haardichte auf dem Kopf relativ konstant bleibt. Erst wenn über einen längeren Zeitraum täglich mehr als 100 Haare ausfallen, spricht man von krankhaftem Haarverlust.

Formen von Haarausfall

Der Begriff Haarausfall, auch Alopezie genannt, ist übrigens recht weit gefasst. Mediziner und Medizinerinnen ordnen ihm bestimmte Formen von Haarausfall wie den anlagebedingten Haarausfall (androgenetische Alopezie), kreisrunden Haarausfall (Alopecia areata) oder vernarbenden Haarausfall zu.

Häufige Anzeichen für Haarausfall sind:

  • Dünner werdende Schläfen
  • Zurückweichender Haaransatz/Geheimratsecken (vor allem bei Männern)
  • Lichter werdendes Haar am Oberkopf (vor allem bei Männern)
  • Lichter werdendes Haar am Scheitel (vor allem bei Frauen)
  • Gleichmäßiger Haarverlust am gesamten Kopf (vor allem bei Frauen)

In der Regel verläuft genetisch bedingter Haarausfall bei Frauen Männern graduell und über einen Zeitraum von vielen Jahren. Sollten Sie bei sich bemerken, dass die Haare gleich büschelweise ausfallen, liegen meist andere Ursachen vor.

Plötzlich büschelweise HAARAUSFALL! Arzt erklärt Grund für Haarverlust (kein Vitaminmangel!)

Ursachen für Haarausfall bei Jugendlichen

Haarausfall kann alle Altersgruppen treffen. Wird das Haar auf dem Kinderkopf dünner oder finden sich einzelne kahle Stellen, ist das kein kosmetisches Problem, sondern ein ernstzunehmendes Alarmzeichen.

Es gibt viele Ursachen für Haarausfall bei Kindern und Jugendlichen, von denen viele harmlos und leicht zu behandeln sind. In den meisten Fällen lässt sich die Ursache gut behandeln.

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Genetische Veranlagung

Sog. genetischer Haarausfall wird von den Eltern auf die Kinder vererbt, von der Mutter auf die Tochter und vom Vater auf den Sohn. Nicht selten tritt der genetische Haarausfall bereits in der Pubertät auf. Bei Mädchen kommt es zu einer Ausdünnung im Mittelscheitel-Bereich und bei Jungen zu einer leichten Ausdünnung am Oberkopf, mit Bildung von Geheimratsecken.

Die meisten Männer, die an androgenetischer Alopezie (erblich bedingtem Haarausfall) leiden, bemerken ihren Haarausfall bereits mit Mitte bis Ende zwanzig. Je älter man wird, desto größer ist Risiko von Haarausfall.

Hormonelle Veränderungen

Während der Pubertät macht der Körper viele Veränderungen durch, darunter Hormonschwankungen und Wachstumsschübe, die sich auch auf den Haarzyklus auswirken können. Im Teenageralter verändert sich der Hormonspiegel erheblich und kann das Haarwachstum beeinträchtigen. Diese Veränderungen treten sowohl bei Mädchen als auch bei Jungen auf und können zu dünner werdendem Haar und sogar zu Haarausfall führen. Hormonbedingter Haarausfall sollte von einem Arzt untersucht werden, damit er die beste Behandlung verschreiben kann.

Einige Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Einnahme der Anti-Baby-Pille sowie Hormonrückstände in Lebensmitteln und Trinkwasser mögliche Faktoren sein könnten. Zudem wurde beobachtet, dass Haarausfall bei Mädchen und jungen Frauen zwischen 16 und 20 Jahren auftreten kann, oft ausgelöst durch Hormonschwankungen nach der Pubertät.

Ernährung

Eine unausgewogene Ernährung kann zu Mangelerscheinungen führen, die sich auf das Haarwachstum auswirken können (Eisenmangel, Vitaminmangel etc.). Sehr häufig führen auch Nährstoff- oder Vitaminmangel zu einem Haarausfall. Die Ursache kann in einer Bulimie, Magersucht oder in einer einseitigen Ernährung liegen. Bei einer einseitigen oder unzureichenden Ernährung fehlen dem Körper wichtige Nährstoffe. Insbesondere zu wenig Eisen oder Zink im Körper können das Haarwachstum beeinträchtigen und für Haarausfall bei Kindern sorgen.

Psychische Ursachen

Starker Stress, Psychische Störungen wie Depressionen, Angstzustände und Zwangsstörungen können sich ebenfalls das Haarwachstum auswirken. Diese Umstände können auch dazu führen, dass sich das Kind selbst die Haare ausreißt.

Manche Kinder reißen sich bei seelischer Überlastung die Haare aus. Oft finden sich dann noch weitere Anzeichen wie Lippenbeißen oder Nägelkauen. Kinder mit diesen Symptomen brauchen Hilfe. Die Eltern sollten deshalb bei der Kinderärzt*in Rat suchen.

Alopecia Areata (Kreisrunder Haarausfall)

Von der Alopecia areata oder kreisrundem Haarausfall sind in Deutschland über 1,5 Millionen Menschen betroffen, darunter fast ein Drittel Kinder. Kreisrunder Haarausfall bei Kindern kommt bei etwa 1 von 1000 jungen Menschen vor. Es entstehen kreisförmige oder ovale komplett kahle Stellen am Kopf.

Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der sich der Körper fälschlicherweise gegen die körpereigenen Haarwurzeln zur Wehr setzt. Es kommt zu einer Entzündungsreaktion an der Haarwurzel, die zu einem Haarverlust führt. Meistens entstehen mehrere kreisrunde kahle Areale, die von gesundem Haar umgeben sind. Man spricht in diesem Fall von einer Alopecia areata circumscripta.

Häufige Auslöser für Alopecia areata ist Stress, in physischer oder psychischer Form. Diese kann ein traumatisches Erlebnis, eine gestörte Darmflora, falsche Ernährung oder bestimmte Medikamente sein.

Trichotillomanie

Unter artifiziellen Alopezien versteht man einen selbst herbeigeführten Haarverlust. Es handelt sich dabei weniger um ein Problem der Haare selbst als um ein psychologisches Krankheitsbild. Das Bekannteste davon ist die Trichotillomanie. Dabei reißen sich die Kinder zwanghaft ihre eigenen Haare aus. Es entstehen unscharf begrenzte lichte Stellen.

Infektiöse Erkrankungen der Kopfhaut

Zusätzlich kommen bei Kindern infektiöse Erkrankungen der Kopfhaut besonders häufig vor. Insbesondere Pilzerkrankungen wie die Tinea capitis oder Ringelflechte sind verbreitet. Dabei entstehen trockene, gerötete, schuppige Hautveränderungen, die wie eine Entzündung aussehen können.

Traktionsalopezie

Bei der Traktionsalopezie entsteht ein Haarverlust durch regelmäßige feste Frisuren, die an den Haaren ziehen. Auch Dreadlocks, das Tragen von Haarextensions, Wimpernextensions oder zu fest sitzende Haargummis können die Ursache für den Haarverlust sein.

Diagnose und Behandlung

Wenn ein Kind unter Haarausfall leidet, sollte zur Diagnose und Behandlung ein Arzt aufgesucht werden. Der Arzt kann eine körperliche Untersuchung durchführen und Fragen zu den Symptomen, der Krankengeschichte, der Ernährung, dem Lebensstil und der Familiengeschichte stellen.

Durch eine körperliche Untersuchung und eine Blutabnahme können bereits wichtige reversible und behandelbare Ursachen gefunden werden.

  • Blutuntersuchungen: Blutuntersuchungen bzw.
  • Allergietest: Ein Allergietest kann durchgeführt werden, um allergische Reaktionen auf Haarpflegeprodukte oder andere Substanzen auszuschließen.

In den allermeisten Fällen wachsen die Haare bei Kindern wieder nach, wenn die Ursache des Haarausfalls behandelt wird. Wenn es zu einer Narbenbildung oder dauerhafte Schädigung der Haarfollikel kommt, können dort keine Haare mehr ausgebildet werden. Daher ist es wichtig, frühzeitig ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen und die Ursache des Haarausfalls so schnell wie möglich abzuklären.

Behandlungsmöglichkeiten

Die gute Nachricht für alle von Haarausfall betroffenen Frauen und Männer ist, dass sich die meisten Formen des Haarverlustes gut behandeln lassen. Entscheidend ist, die genauen Ursachen des Haarausfalls zu kennen.

Bei speziellen Formen von Haarverlust, wie dem kreisrunden Haarausfall bei Kindern, ist die Spontanheilungsrate hoch. Ansonsten kommen meistens lokale Therapien infrage wie das Auftragen von cortisonhaltigen Cremes oder noch besser eine Injektion von Cortison. Auch topische Immunmodulatoren sind als Shampoo verfügbar. Deren Wirksamkeit gilt jedoch nicht als gesichert.

Bei genetisch bedingtem Haarausfall bietet sich eine Haartransplantation als dauerhafte Lösung gegen den Haarverlust an. Die Technik einer Haartransplantation fußt auf einem einfachen Prinzip: bei den meisten Männern und Frauen, die unter Haarverlust leiden, ist der Haarwuchs am Hinterkopf in der Regel nicht von Haarausfall betroffen. In sehr wenigen Fällen kann auch bei Kindern oder Jugendlichen eine Haartransplantation sinnvoll sein. Bevor dies infrage kommt, ist jedoch zunächst eine umfassende Untersuchung nötig, um reversible Ursachen auszuschließen.

Eine Haarwurzelbehandlung mit konzentriertem Blutplasma und Wachstumsfaktoren. Bei der Haarwurzelbehandlung und der Mesohair-Therapie handelt es sich um besonders schonende Verfahren. Nebenwirkungen kommen normalerweise kaum vor.

Tipps zur Stärkung der Haargesundheit

  • Gesunde Ernährung: Um die Haargesundheit zu stärken, sollte auf eine gesunde Ernährung geachtet werden.
  • Richtige Haarpflege: Die richtige Haarpflege ist essentiell, um Haarverlust zu vermeiden. Seien Sie vorsichtig beim Kämmen und Frisieren der Haare Ihres Kindes.
  • Lockere Frisuren: Vermieden werden kann das Problem durch lockere Frisuren oder wenn das Haar öfter mal offen getragen wird.
  • Psychologische Unterstützung: Es ist zudem wichtig, dass Eltern ihr Kind in dieser schwierigen Phase unterstützen, indem sie ihm helfen, gesunde Gewohnheiten beizubehalten, ihm Mut zusprechen und das Selbstbewusstsein stärken.

Die Bedeutung der Früherkennung

Bei Patienten in jüngeren Jahren ist es meist einfacher, den Haarausfall noch rechtzeitig zu behandeln. Doch ganz gleich in welchem Alter Sie sind, es ist nie zu spät, etwas gegen Ihren Haarverlust zu unternehmen.

Haarausfall bei Männern: Was sind die Ursachen?

Der anlagebedingte Haarausfall heißt deshalb so, weil bereits bei der Geburt genetisch festgelegt ist, wann die Haare ausfallen - das kann mit 20 Jahren oder erst mit 70 Jahren passieren. Fest steht jedoch, dass das Haar dabei im Laufe des Lebens plötzlich sehr sensibel auf Testosteron und das zugehörige Stoffwechselprodukt 5alpha-Dihydrotestosteron (DHT) reagiert. Dihydrotestosteron verkürzt den Lebenszyklus des Haares, es fällt eher aus und wächst dünner nach. Im weiteren Verlauf verkümmert die Haarwurzel - sie ist dann nicht mehr in der Lage, ein neues Haar zu bilden.

Verlieren Männer übermäßig viele Kopfhaare, liegt besonders häufig ein anlagebedingter Haarausfall vor. Klassischerweise kommt es dabei zur Bildung von „Geheimratsecken“ oder dem Verlust von Haaren im Oberkopfbereich bis hin zu einer Halbglatze.

Neben dem anlagebedingten Haarausfall beim Mann gibt es auch andere Ursachen für einen Haarverlust. Bilden sich kreisrunde haarfreie Stellen auf dem Kopf, kann es sich um kreisrunden Haarausfall handeln. Die lichten Areale entstehen dadurch, dass sich das Immunsystem gegen die Haarfollikel richtet. Kreisrunder Haarausfall kann bei einer besonders starken Ausprägung auch zu einem vollkommenen Haarverlust führen. Die Erkrankung tritt vornehmlich bei jüngeren Menschen auf.

Es gibt wenige wirksame Mittel, die Männer bei Haarausfall anwenden können. Die evidenzbasierte (S3)-Leitlinie zur Behandlung der androgenetischen Alopezie bei Männern empfiehlt die Wirkstoffe Minoxidil und Finasterid. Minoxidil ist eigentlich ein Wirkstoff gegen Bluthochdruck. In fünfprozentiger Lösung oder als Schaum kann er, zweimal täglich auf die Kopfhaut aufgetragen, Haare leicht nachwachsen lassen und den Verlauf des Haarausfalls abmildern. Eine andere Option für Männer ist Finasterid, einmal täglich als Tablette eingenommen. Dieser Wirkstoff kann den Haarausfall über längere Zeit stabilisieren.

Dem anlagebedingten Haarausfall können Männer weder mithilfe von speziellen Nahrungsergänzungsmitteln noch Shampoos oder Tinkturen auf Kräuterbasis vorbeugen - schließlich bestimmt die Genetik darüber, wann das Haar ausfällt. Eine gesunde Ernährung ist aber in jedem Fall empfehlenswert, um der Haarwurzel genügend Nährstoffe für ein gutes Wachstum zu liefern.

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