Graue Haare und Bart: Ursachen und was man dagegen tun kann

Früher oder später bekommen wir sie alle: graue Haare. Bei manchen ist es schon mit Mitte 20 so weit und andere finden erst mit 50 das erste graue Haar. Warum das von Person zu Person so unterschiedlich ist, wie genau graue Haare entstehen und ob man das Ergrauen hinauszögern kann, erfährst du hier.

Warum bekommen Männer graue Haare?

Aus dem gleichen Grund wie Frauen: Unsere Haare wachsen aus Haarwurzeln, in denen sich Zellen befinden, die für die Farbe unserer Haare verantwortlich sind. Im Fachjargon heißen diese Zellen Melanozyten, die Farbpigmente Melanin. Sobald die Haare an der Kopfhautoberfläche sichtbar werden, sind sie pigmentierte Hornfäden. Sie zeigen die Information, die sie in der Zelle mitbekommen haben: etwa blonde Locken. Die Farbe und Struktur verändert sich jetzt nicht mehr. Denn sobald sie sichtbar werden, sind Haare quasi tote Materie, die keine Informationen aus der Wurzel mehr bekommen kann.

Die Rolle von Melanin

Graue Haare entstehen meist im fortschreitenden Alter, wenn im Haar die Produktion des natürlichen Farbpigments Melanin abnimmt. Dies führt dazu, dass Haare grau werden. Sicher ist Dir schon aufgefallen, dass manche Menschen graue Haare haben und andere wiederum weißes Haar. Hierzu gibt es eine Besonderheit: Graue Haare entstehen, wenn die in den Haarfollikeln enthaltenen Pigmentzellen (Melanozyten) weniger Melanin produzieren. Dieses Farbpigment ist für die Haarfarbe eines Menschen verantwortlich, ganz gleich, ob er blondes, rotes, braunes oder schwarzes Haar hat. Lässt die Produktion dieses Pigments nach, erscheinen die Haare grau oder weiß.

Weißes Haar ist das Resultat davon, dass die Melanozyten die Produktion des Farbpigments vollständig eingestellt haben. Übrigens: Weißes Haar gibt es so gesehen gar nicht. Es erscheint nur weiß, weil es durch den Mangel an Melanin das Licht reflektiert.

Um den Haarfarbstoff Melanin produzieren zu können, braucht der Körper die Aminosäure Tyrosin. Ist davon nicht ausreichend vorhanden, wird in der Zelle kein Melanin mehr gebildet. Bei der Haarproduktion wird es dann durch Leerräume, so genannte "Vakuolen", ersetzt. "Fehlt das Melanin, wächst das Haar farblos beziehungsweise weiß nach", erklärt Dr. Frank-Matthias Schaart, Dermatologe und Haarexperte aus Hamburg.

Graue Haare sind also in der Regel eine optische Täuschung: Durch die Kombination von weißen, farblosen und noch pigmentierten, dunklen Haaren wirken die Haare insgesamt grau.

Ursachen für graue Haare

Die Ursachen für graue Haare sind genetischer, gesundheitlicher und altersbedingter Natur. Aber auch Lebensgewohnheiten spielen bei der Entstehung eine wesentliche Rolle.

Genetische Veranlagung

Es ist schon lange klar, dass es auch die Gene sind, die den Alterungsprozess der Haare bestimmen. Unsere Veranlagung bestimmt, wann und wie ausgeprägt wir graue Haare bekommen. Manche Menschen bekommen früher graue Haare als andere. Keine Sorge, dass im Laufe des Lebens immer mehr Haare grau nachwachsen, ist ein natürlicher, genetisch festgelegter Prozess. Die Melanin-Produktion in den Haarwurzeln verlangsamt sich, bis der Körper sie irgendwann ganz einstellt. Wann es so weit ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Genen, Ernährung, Lebensstil etwa. Wann die ersten weißen Haare hervorblitzen, ist daher bei jedem anders. Bei Mitteleuropäern beginnt das in der Regel mit Mitte 30, bei Afrikanern und Asiaten deutlich später. Manche Menschen bekommen aber auch schon graue Haare mit 20 oder 25. Das ist genauso normal, wie graue Haare mit 50 oder 60 zu bekommen.

Stress

Wie entstehen graue Haare? | Die Maus | WDR

Dass dir durch eine Stress-Phase im Job plötzlich ein graues Haar wächst, ist reichlich unwahrscheinlich. Aber: "Stress kann ein Auslöser für Haarausfall und damit eben doch für frühzeitiges Ergrauen der Haare sein", erklärt Haarexperte Schaart. Wieso? "Wenn sich Abbauprodukte von Stresshormonen im Körper ansammeln, können sie einen hormonell bedingten Haarausfall auslösen. Da dunkle Haare weniger fest in der Haarwurzel verankert sind als unpigmentierte, fallen dunkle Haare bei anhaltendem Stress schneller aus, zurückbleiben die grauen Haare."

Einige Studien zeigen, dass stressbedingte Vergrauung tatsächlich reversibel sein kann, wenn der Stress beseitigt wird.Es scheint also als würde Stress wie bereits oben beschreiben sehr wohl einen Effekt auf deine Barthaare nehmen. (Der nicht unbedingt negativ für dich sein muss, viele Männer und auch Frauen finden graue Barthaare sehr attraktiv.) Also in beiderlei Hinsicht: Entspann dich!

Ernährung und Lebensstil

Oft hört man, dass eine schlechte Ernährung und damit zusammenhängend z.B. ein Vitaminmangel, Alkoholkonsum oder schädliche Umwelteinflüsse dafür verantwortlich sind. Mangelnde Ernährung beziehungsweise Übersäuerung stehen im Verdacht, durch Nährstoffmangel Auslöser fürs Ergrauen zu sein. "Allerdings gibt es keine Studie, die belegt, dass ein bestimmtes Nahrungsmittel graue Haare verhindern kann", sagt Dermatologe Schaart. Da aber pigmentierte Haare aus medizinisch noch ungeklärter Ursache weniger fest in den Haarwurzeln verankert sind, kann eine gesunde Ernährung und Lebensweise, die generell die Körperzellen schützt, dazu beitragen, dass diese länger auf dem Kopf verbleiben.

Die Empfehlungen: Obst, Gemüse und Proteine liefern dem Körper reichlich Nährstoffe, während Kaffee, Alkohol und Zucker Säurebilder und Nährstoffräuber sind. Und: "Über die Ernährung zusätzlich Tyrosin aufzunehmen, um das Ergrauen der Haare zu verhindern oder hinauszuzögern, hat sich als wirkungslos erwiesen", sagt Dermatologe Schaart.

Aus einer Studie geht hervor, dass Rauchen tatsächlich das Risiko für graue Haare steigert.

Es gibt kosmetische Behandlungen, um graue Haare zu überdecken, von Haarfärbemitteln bis hin zu Henna. Für diejenigen, die dauerhaftere Lösungen suchen, gibt es medizinische Behandlungen, die das Ergrauen verlangsamen oder möglicherweise teilweise rückgängig machen können. Eine PRP-Behandlung kann die Haarwurzeln stärken, wichtige Nährstoffe zuführen und so die Haargesundheit verbessern und möglicherweise das Ergrauen verlangsamen.

Weitere Faktoren

  • Hormonelle Veränderungen
  • Schilddrüsen-Erkrankungen
  • Mineralstoff- oder Vitaminmangel (zum Beispiel Eisenmangel)

Woher graue Haare kommen, lässt sich also nicht eindeutig beantworten. Insgesamt begünstigen alle genannten Faktoren das Ergrauen der Haare. Sie haben zudem Einfluss auf den Zeitpunkt, also ab wann man graue Haare bekommt.

Was kann ich tun gegen graue Haare?

Welches Mittel das richtige ist, hängt vom Stadium des Ergrauens ab. Sind es nur ein paar Härchen oder ist schon der ganze Kopf weiß? Das hilft:

1. Stadium: hier und da ein graues Haar

In deinem ansonsten kräftigen Haar sprießen ein paar graue Strähnchen? Das kann viele Gründe haben: Alter, Stress, Ernährung und Ähnliches. Prüfe, ob und was sich bei dir verändert hat, und stelle es, wenn möglich, ab - vielleicht wachsen dann wieder dunkle Haare nach. Anti-Grau-Shampoos versprechen, dass sich bei regelmäßigem Gebrauch Farbpigmente gezielt in den für die weiße Farbe verantwortlichen Leerräumen anlagern können, um die dort fehlenden Farbpigmente zu ersetzen. "Das Haar erhält dadurch seinen natürlichen Farbton zurück", erklärt Rudolf Reisbeck, Vizepräsident des Zentralverbandes des deutschen Friseurhandwerks.

2. Stadium: graue Schläfen und erste weiße Barthaare

Die Vorstufe zum vollständigen Ergrauen siehst du zuerst an Schläfen und Bart, wo die Haare eine kürzere Lebensdauer haben. In diesem Stadium ist die Produktion des Farbpigmentes Melanin bereits gedrosselt. Tipp: Möchtest du das Ergrauen tarnen, hilft ein Produkt zur Repigmentierung (zum Beispiel Re-Nature von Schwarzkopf), das du alle 6 bis 8 Wochen in das Haar massierst. Dabei wird tief in die Haarwurzeln eine Vorstufe der Farbpigmente eingeführt, wo sich diese dann entwickeln. Reisbeck: "Das Gute an einer Repigmentierung ist, dass die Farbveränderungen nicht so plötzlich passieren, weil das Haar seinen natürlichen Farbton erst nach ein paar Tagen zurückbekommt." Du siehst also nicht schlagartig "gefärbt" aus.

3. Stadium: voll und ganz grau

Du bist bereits komplett grau? Dann fehlt dir die Möglichkeit, Melanin zu bilden. Nachwachsende Haare sind weiß beziehungsweise farblos. Verstärkend kommt hinzu, dass du keine dunkleren Haare mehr hast, die den Effekt optisch abschwächen. Du hast jetzt 2 Möglichkeiten: 1.: Die grauen Haare tönen oder färben. Oder aber 2.: Das graue Haar einfach mit Stolz tragen und dafür sorgen, dass es gepflegt aussieht.

Was muss ich beachten, wenn ich graue Haare färben will?

Friseure:innen können Männern helfen, ganz gleich, in welchem Stadium des Ergrauens sie sich befinden. Aber Vorsicht: Gefärbte Haare sehen schnell unnatürlich aus - vor allem, wenn sie am Tag vorher noch komplett grau waren. "Männer kommen deshalb selten mit dem Wunsch in den Salon, die Haare zu färben, da sie Angst haben, dass es zu künstlich wirkt", sagt Friseur Markus Salm. "Ich würde graue Haare niemals färben, sondern tönen, da es die weißen Haare nicht komplett abdeckt, sondern vereinzelt noch leicht durchscheinen lässt. Das wirkt viel natürlicher!" Eine gute Alternative ist es ergraute Stellen mit Kammsträhnen im Naturton zu kaschieren. Dabei kämmt der Friseur die Haarfarbe gezielt in weißen Haarpartien, lässt aber ein paar Härchen aus, damit die Farbe am Ende nicht helmartig wirkt.

Tipp: Am besten du lässt dich vom/von der Friseur:in bei der Farbwahl beraten. Zu dunkle Haare lassen Männer älter erscheinen, als sie sind. Deshalb immer lieber einen Ton zu hell als zu dunkel wählen. Auch fallen verbliebene und nachwachsende graue Haare dadurch weniger auf. Da die Farbe nach und nach bei jeder Haarwäsche schwächer wird. Nachfärben solltest du am besten immer dann, wenn du ohnehin zum Haareschneiden gehst.

Übrigens kann man auch graue Bärte tönen. "Die meisten grauen Bärte sehen in der Regel cool aus", sagt Markus Salm, "Jedoch kann man bei einigen partiell mit einer Tönung nachhelfen. Auch hier gilt: Leichte Transparenz erhöht die Natürlichkeit."

Welche Haarfarbe graue Haare am besten kaschiert, hängt oft von Ihrem natürlichen Haarton und Ihrem persönlichen Stil ab. Im Allgemeinen kaschieren permanente Haarfarben graue Haare besser als semipermanente oder temporäre Haarfarben. Für ein natürliches Aussehen wählen viele Menschen eine Farbe, die ihrer ursprünglichen Haarfarbe nahe kommt. Dunklere Farbtöne können graue Haare gut kaschieren, sie können aber auch stärker auffallen, wenn die Haare wieder nachwachsen.

Was hilft gegen einen Gelbstich in grauen Haaren?

Du hast dich entschieden, zu deinem grauen Haar zu stehen? Dann befindest du dich in bester Gesellschaft: Ryan Reynolds, Ben Affleck und Bastian Schweinsteiger machen vor, wie attraktiv dieser Look sein kann. Wenn er richtig gepflegt ist. Denn weiße Haare sind empfindlicher als dunkle. So können sie sich gegen UV-Licht mangels Melanin nicht gut schützen. Chlor, Nikotin oder Autoabgase lagern sich in ihnen sichtbarer an. Folge: Das Haar bekommt einen Gelbstich.

Dagegen hilft ein Silbershampoo. Es enthält violettfarbene Pigmente. Im Farbkreis steht Lila gegenüber von Gelb. Heißt: Nach dem Komplementärfarbenprinzip neutralisieren sich die beiden Töne. Das Ergebnis sind silbrig-graue Haare. Lass das Shampoo für einen intensiven Effekt am besten 1-2 Minuten einwirken, während du deinen restlichen Körper mit Duschgel einschäumst und abduscht. Danach solltest du deine Haare schleunigst ausspülen. Denn bleibt Silbershampoo zu lange auf dem Kopf, bekommen die Haare einen Lila-Stich. Den kennst du vielleicht von älteren Damen und Herren.

Das ist dir zu heikel? Dann kannst du bei:m Friseur:in eine Silber-Tönung machen lassen, die etwa 4 Wochen hält. Beim Nachschneiden kannst du den kühlen Glanz dann wieder auffrischen lassen.

Kann ich graue Haare einfach zupfen?

Im Volksmund heißt es: "Wenn man ein graues Haar zupft, wachsen zwei neue". Völliger Blödsinn! "Man verliert den Kampf gegen die grauen Haare", sagt Star-Friseur Manfred Kraft. "Das ist nun mal der Lauf der Dinge. Je älter man wird, desto mehr graue Haare bekommt man. Deshalb erscheint es vielleicht so, als würde man nach dem ersten ausgerissenen Haar viele weitere graue Haare bekommen." Auch wenn du das Ergrauen dadurch nicht beschleunigst, solltest du weiße Haare nicht zupfen. Denn das schädigt auf Dauer die Haarwurzeln und kann dazu führen, dass ursprünglich glatte Haare plötzlich krisselig und drahtig sprießen oder im schlimmsten Fall gar nicht mehr nachwachsen. Und dann hast du doch lieber graue als gar keine Haare, oder?

Welche Haarschnitte passen zu grauen Haaren?

Star-Friseur Tobias Tröndle aus Frankfurt findet, dass graue Haare Männer interessanter machen. Tendenziell rät er bei grauen Haaren zu kurzen, präzisen Haarschnitten à la George Clooney, David Beckham oder Ben Affleck. "Längere Haare wirken oft trocken, spröde und lassen sich nur schlecht stylen. Sie benötigen intensive Pflege und viel Feuchtigkeit. Es gibt nur wenige Ausnahmen wie zum Beispiel das Haar von Colin Farrell", so der Experte.

Graue Haare und Bart: Ein Trend

Männer mit Bart sind ein Hingucker für sich - erst recht, wenn die Gesichtszierde grau ist oder es langsam wird! Mit grauen Haaren und Bart liegst du voll im Trend. Mehren sich bei dir die grauen Haare, solltest du dich mit einer Tatsache langsam anfreunden: Männer mit grauem Bart - und Haaren - wirken älter. Punkt. Das muss aber nichts Schlechtes sein, im Gegenteil! Denn ein grauer Bart macht dich optisch zwar älter, er lässt die meisten Männer im Umkehrschluss aber auch sofort souveräner und reifer wirken. Kein Wunder, dass graue Haare und Bärte inzwischen absolut angesagt sind.

Graues Haar braucht meist besonders sorgfältige Pflege, damit es nicht austrocknet. Benutze also ein passendes Bartshampoo. Auch Bartöl und Bartbalsam versorgen deine Gesichtszierde mit wichtigen Nährstoffen und Feuchtigkeit, sodass dein Bart immer kräftig und gesund aussieht. Und ganz nebenbei: Was für deinen Bart gilt, trifft auch auf deine Kopfbehaarung zu.

Je mehr weiße Strähnen sich in deinen grauen Bart mischen, desto stärker kann ein etwas unschöner Effekt zum Vorschein treten: Dein Bart und deine Haare bekommen einen Gelbstich. Schuld an der meist ungeliebten Gelbfärbung ist die Aminosäure Tryptophan beziehungsweise der Abbau derselben. Verstärkt wird dieser „Vergilbungsprozess“ durch freie Radikale im Körper. Zum Glück gibt es Möglichkeiten, mit denen Männer den Gelbstich aus ihren grauen Haaren und dem Bart herausbekommen. Besonders effektiv ist sogenanntes Silbershampoo. Es enthält blaue oder violette Pigmente, die sich bei der Wäsche auf den Haaren ablagern. So neutralisiert das Shampoo den Gelbeffekt. Das Schöne: Meist enthalten Silbershampoos zusätzlich pflegende Inhaltsstoffe, die dein graues Haar mit Feuchtigkeit versorgen.

Haarschnitte für graue Bärte

Die gute Nachricht vorweg: Männer mit grauen Haaren und Bart können im Großen und Ganzen problemlos jede Frisur tragen. Aber: Da sich mit dem Farbwechsel meist auch die Struktur deiner Haare verändert, kann es bei längeren Frisuren leichter zu Haarbruch kommen. Trockene Barthaare sehen außerdem leichter struppig aus.

  • Der Pompadour ist mit Abstand eine der beliebtesten und wandelbarsten Männerfrisuren und sieht auch mit grauen Haaren einfach gut aus.
  • Der Undercut ist im Grunde eine kürzere Version des Pompadour.
  • Männer wie Hollywoodstar Bradley Cooper machen es vor: Nur weil sich im Bart das erste Grau bemerkbar macht, musst du dich noch lange nicht von deinem Bro Flow trennen.

Egal, für welche Kombi du dich entscheidest - denke daran, dass gepflegte Männerbärte die schönsten Bärte sind. Und zwar erst recht in schickem Grau!

Methoden gegen graue Haare

Nicht jeder möchte sich mit grauen Haaren abfinden. Umfragen zeigen: Graue Haare sind für die meisten Männer kein Problem. Mann steht dazu. Frauen dagegen möchten ihre grauen Haare am liebsten verstecken oder so schnell wie möglich loswerden. Sie fragen sich viel öfter: Was kann man gegen graue Haare tun?

Grundsätzlich haben Sie die Wahl zwischen:

  • Renaturieren
  • Färben
  • Tönen
  • Hausmittel
  • Tabletten
  • Vitamine, um Mängel auszugleichen

Renaturieren

Durch das sogenannte Renaturieren können graue Haare wieder verschwinden. Mehr noch: Sie bekommen ihre alte Farbe zurück. Anders als beim Färben werden dabei keine körperfremden Farbstoffe genutzt, um die Haarfarbe zu überdecken. Stattdessen werden die Substanzen dort ins Haar eingelagert, wo die natürlichen Pigmente fehlen. Das geschieht auf zwei unterschiedlichen Wegen:

  • Eumelanin: Einige Mittel enthalten Eumelanin. Dabei handelt es sich um den dunklen Anteil des Melanins. Dementsprechend ist es nur für die Behandlung dunkler Haartypen geeignet.
  • Mittel mit Bleiacetat: Andere Produkte enthalten Bleiacetat, das mit den Schwefelteilchen der Haarsubstanz und dem Luftsauerstoff reagiert. Dabei bilden sich schwarze Bleisulfid-Pigmente.

Experten warnen vor den gesundheitlichen Risiken des Bleiacetats.

Färben und Tönen

Alternativ zu den Methoden der sogenannten „Renaturierung“ können Sie graues Haar auch färben. Vor allem Frauen versuchen auf diese Weise, graue Haare zu überdecken.

Eine Tönung eignet sich nicht immer für graue Haare. Ob das Ergebnis zufriedenstellend ausfällt, hängt stark von dem Weißanteil der Haare ab: Bis zu einem Weißanteil von 30 Prozent deckt eine Tönung das pigmentlose Haar noch vollständig ab. Liegt der Anteil jedoch darüber, greifen Sie besser zur Haarfarbe.

Hausmittel

Manche Menschen schwören darauf, dass bestimmte Lebensmittel gegen graue Haare helfen - ganz ohne färben zu müssen. Ein Beispiel ist die Annahme, Apfelessig wirke gegen graue Haare. Wissenschaftliche Beweise gibt es dafür nicht. Fest steht nur: Apfelessig enthält viele Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Davon profitiert möglicherweise auch die Kopfhaut.

Auch Reiswasser ist manchmal im Gespräch, wenn es darum geht, grauen Haaren Farbe zurück zu bringen. Wissenschaftliche Studien zur Wirkung von Reiswasser auf die Haare gibt es kaum. Bewiesen ist lediglich, dass Reiswasser viele Proteine enthält. Diese sind grundsätzlich gut für die Gesundheit der Haare.

Melanin-Tabletten

Die Pharmaindustrie wirbt mit Melanin-Tabletten als Alternative. Dabei handelt es sich um eine Art Nahrungsergänzungsmittel, das die Pigmentproduktion in den Haaren wieder ankurbeln soll. Anders als die Bezeichnung vermuten lässt, ist nicht Melanin, sondern Tyrosin in den Tabletten enthalten. Diese Aminosäure benötigt der Körper in ausreichender Menge, um Melanin zu produzieren.

Wie gut Melanin-Tabletten jedoch gegen graue Haare wirken, ist nicht eindeutig geklärt. Bislang gibt es nur wenig Forschung auf diesem Gebiet.

Vitamine

Manche Menschen versuchen mit Vitaminen, grauen Haaren entgegenzusteuern. Der Hintergrund: Wissenschaftlerinnen fanden in Studien heraus, dass in vielen Fällen ein Vitamin B12-Mangel Ursache für graues Haar ist. Wichtig sind auch Mineralstoffe und Spurenelemente wie Eisen und Kupfer. Während Eisen für eine gute Durchblutung sorgt, ist Kupfer an der Bildung von Melanin beteiligt.

Diese sind nur dann sinnvoll, wenn ein nachgewiesener Mangel besteht. Klären Sie dies vor einer Einnahme mit Ihrem Arzt ab.

Pflege von grauen Haaren

Im Handel sind mittlerweile zahlreiche Haarpflegeprodukte speziell für graue Haare erhältlich. Sie enthalten Pflegesubstanzen, die dem Haar Feuchtigkeit und Elastizität zurückgeben sollen. Graue Haare an sich benötigen keine besondere Pflege. Jedoch wirkt sich das fortschreitende Alter auf die Struktur der Haare aus: Es wird mit den Jahren trockener und brüchiger.

Stellen Sie eine Veränderung fest, greifen Sie zu Produkten für strapaziertes Haar. Glanzsprays oder -cremes verleihen mattem Haar wieder einen schönen Schimmer. Dann gibt es vielleicht sogar gar keinen Grund mehr, die grau melierten Haare zu kaschieren. Wer aber trotz Alter weiterhin robuste Haare hat, muss die Pflege für graue Haare nicht verändern.

Gut zu wissen: Das Haarfarbpigment Melanin wirkt wie ein UV-Filter. Es schützt vor Schäden der Sonneneinstrahlung. Experten raten bei ergrautem Haar deshalb zu Pflegeprodukten mit UV-Filtern. Wenn Sie sich längere Zeit in der Sonne aufhalten, tragen Sie ein Tuch oder einen Hut.

Ab wann sprießen graue Haare?

Bei manchen Menschen zeigen sich die ersten grauen Haare schon mit 20, bei anderen erst ab 40 Jahren. Die meisten entdecken das erste graue Haar mit Mitte 30. Zunächst werden nur einzelne Haare grau, mit der Zeit sind aber immer mehr Haare betroffen. Der Prozess beginnt an den Schläfen, da die Haare dort einen kürzeren Lebenszyklus haben und schneller ausfallen. Aus diesem Grund sind bei Männern die Barthaare früh betroffen.

Mit der Frage, ob graue Haare wieder farbig nachwachsen können, beschäftigte sich eine amerikanische Studie mit insgesamt 14 Probanden zwischen 9 und 39 Jahren. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass bei einer Reduzierung von Stress, graue Haare teilweise wieder farbig nachwachsen. Ältere Menschen befanden sich nicht unter den Studien-Teilnehmern. Daher kann nicht davon ausgegangen werden, dass Menschen, die seit mehreren Jahren graue Haare tragen, die Naturhaarfarbe durch Stress-Reduktion wieder zurückerlangen.

Vorbeugung von grauen Haaren

Grauen Haaren vorzubeugen, gelingt nur begrenzt - zum Beispiel mit einer ausgewogenen, mineralstoffreichen Ernährung und dem Verzicht auf Alkohol und Nikotin. Auch bei Menschen, die Stress gut bewältigen, wird im Durchschnitt das Haar später grau. Dass graue Haare durch Stress entstehen, ist wissenschaftlich bewiesen.

Hausmittel gegen graue Haare

Du liebst DIY-Haarpflege? Mit Hausmitteln lassen sich graue Haare zwar nicht rückgängig machen, aber vielleicht ein wenig kaschieren. Nutze hierfür Schwarzen Tee und eine Prise Salz. Koche etwa 2 Beutel schwarzen Tee auf, gib etwas Salz hinein und lass ihn abkühlen. Danach trägst Du den Tee auf das gewaschene, noch feuchte Haar auf und lässt ihn eine Stunde einwirken. Anschließend einfach gründlich ausspülen und wie gewohnt trocknen.

Fazit: Mach graue Haare zu deinem Vorzug statt zum Makel

"Ich beobachte, dass die heutigen Männer selbstbewusst sind und kein Problem damit haben, graue Haare zu bekommen", sagt Trendfriseur Tröndle.

Studien zu grauen Haaren

Hier finden Sie eine Auswahl von Studien, die sich mit den Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von grauen Haaren beschäftigen sowie einige Stichpunkte zum Untersuchungsgegenstand.

Studie Untersuchungsgegenstand
Babadjouni A, Pouldar Foulad D, Hedayati B, Evron E, Mesinkovska N. The Effects of Smoking on Hair Health: A Systematic Review. Skin Appendage Disord. 2021 Jun;7(4):251-264. doi: 10.1159/000512865. Epub 2021 Feb 24. Auswirkungen des Rauchens auf die Haargesundheit
Sharma N, Dogra D. Association of Epidemiological and Biochemical Factors with Premature Graying of Hair: A Case-Control Study. Int J Trichology. 2018 Sep-Oct;10(5):211-217. doi: 10.4103/ijt.ijt_39_18. Zusammenhang zwischen epidemiologischen und biochemischen Faktoren und vorzeitigem Ergrauen der Haare
Almohanna HM, Ahmed AA, Tsatalis JP, Tosti A. The Role of Vitamins and Minerals in Hair Loss: A Review. Dermatol Ther (Heidelb). 2019 Mar;9(1):51-70. doi: 10.1007/s13555-018-0278-6. Epub 2018 Dec 13. Die Rolle von Vitaminen und Mineralien bei Haarausfall

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