Gotische Frisuren im Mittelalter: Ein Überblick

Solange es Menschen gibt, werden die Kopfhaare gepflegt und geordnet. Auf Grund von Gräberfunden weiss man, dass die Ägypter schon 4000 Jahre vor Christus ihre Haare mit Messern, Haarnadeln und Kämmen gepflegt haben. Bereits ab ca. 3000 v. Chr. wurden bei wichtigen Anlässen kunstvolle Perücken getragen. Schon damals wurden die eigenen Haare und die Perücken gefärbt.

Die Geschichte der Frisuren ist lang und vielfältig. Sie reicht von den kunstvollen Haartrachten der alten Griechen und Römer bis zu den fantasievollen Kreationen der Renaissance und des Barock. Auch im Mittelalter spielten Frisuren eine wichtige Rolle, wobei sich die Mode je nach Epoche und sozialem Stand unterschied.

Dieser Artikel beleuchtet die Entwicklung der gotischen Frisuren im Mittelalter (1250 - 1500 n. Chr.) und gibt Einblicke in die damaligen Trends, Einflüsse und gesellschaftlichen Konventionen.

Frisuren im Mittelalter vor der Gotik

Betrachten wir zunächst die vorherigen Epochen, um die Entwicklung bis zur Gotik besser zu verstehen:

  • Romanik (900 - 1250 n. Chr.): Im Hochmittelalter trugen die adligen Damen und Herren ihre Haare gerne in offenen Locken. Wer von Natur aus glatte Haare hatte, liess sich diese wellen. Normale Bürger hingegen trugen ihr Haar kurz oder halblang (Pagenschnitt).

In dieser Zeit waren offene Locken bei adeligen Menschen sehr gesehen. Glatthaarige Menschen ließen sich ihr Haar sogar dafür wellen.

Frisuren im Mittelalter

Gotik (1250 - 1500 n. Chr.): Einfluss von Kirche und Gesellschaft

In der Epoche der Gotik hat die religiöse Haltung der Menschen bereits einen starken Ausdruck erhalten, Kirchen gelten in dieser Zeit als sozialer Treffpunkt für die Menschen. Gleichsam gingen Machtkämpfe zwischen Kaisern und Päpsten einher. Kulturträger war in dieser Zeit das erstarkte Bürgertum. Es entstanden in dieser Zeit viele Bauwerke, wie etwa Dombauten, Kirchen und sonstige Profanbauten (Rathäuser, Bürgerhäuser).

Die Kirche schrieb vor, dass verheiratete Frauen ihre Haare in der Öffentlichkeit nicht mehr zeigen durften. Deshalb trugen die Frauen Hüte und Hauben, welche zum Teil mit Schleiern versehen waren.

Das gesellschaftliche Leben der Badestuben, welches sich bereits in der Romanik zu entwickeln begann, driftete mit weiter steigendem Reichtum der Bevölkerung in ein immer unsittlicheres Treiben ab. Badestätten waren belegt vom Laster der Bevölkerung, das Amt des damaligen „Bademeisters“ galt als unehrenhaft. Dagegen konnte auch die Kirche mit Ihren Verboten und Geboten nichts machen. Dagegen wurde der Berufsstand der Barbiere immer weiter gestärkt. In den Barbierstuben konnte sich die Bevölkerung Wunden und Zahnschmerzen behandeln lassen, aber auch Haare und Bärte schneiden lassen.

Nachdem die große Pestepidemie im 14. Jahrhundert vorüber war, kam das in der Mitte gescheitelte Haar auf. Es wurde hochgesteckt oder zu Zöpfen geflochten und am Vorder- bzw. Hinterkopf in kreisform um den Kopf gelegt, oder auch schlaufenförmig um die Ohren.

Außerdem war eine hohe Stirn ein Zeichen von Schönheit, weswegen sich die Frauen ihre Stirnhaare abrasierten.

Haarfarben: Schwarzes oder blondes Haar war in der Gotik sehr beliebt, ganz im Gegensatz zu roten Haaren. Diese waren verpönt und wurden mit dem Teufel in Verbindung gebracht. Rothaarige Frauen galten als Hexen. Haare wurden dunkel gefärbt oder blond gebleicht.

Die Männer trugen halblanges, gewelltes Haar, bis im 15. Jahrhundert kurze Haare aufkamen. Männer trugen in dieser Zeit zum Teil sogar Zöpfe und ein Schapel.

Um das Jahr 1500 regierte eine unauffälligere Haarmode, bei welcher das mittig gescheitelte Haar eng am Gesicht über die Wangen und Ohren gekämmt wurde und anschließend im Nacken geknotet wird. Den Hinterkopf schmückte dabei ein feines Netz, die Stirn ein häufig mit Juwelen bestücktes Band.

Junge Männer tragen eine Zazzera: Dabei wird das halblange Haar in seiner Breite stark toupiert. Ein kurzer Lockenkopf, bei dem die obere Partie eben bleibt steht für das Ideal eines ewigen Jünglings.

Kopfbedeckungen

Zu Beginn der Gotik wurde als Kopfschmuck ein Schapel bevorzugt, ein reifenförmiger Kopfschmuck aus Metall oder Blumen. Später wurden diese dann durch spitze zuckerhut- oder walzenförmige Kopfbedeckungen ersetzt, „Hennins“ (auch Burgunderhaube oder burgundische Haube) genannt, die das Haar möglichst vollständig bedeckten. Hennins erreichten angeblich eine Höhe von bis zu ca. 70 Zentimetern.

Ein Hennin hatte ein Gestell aus Pappe, Messingdraht oder Fischbein. Dieses wurde wiederum mit feinen Stoff, Samt oder edlen Tüchern überzogen, welche nach hinten hin abfielen. Ränder waren mit Perlen besetzt oder mit Samt bestickt. Stirn- und Schläfenhaare wurden rasiert.

Hier eine Tabelle, die die wichtigsten Aspekte der gotischen Frisuren zusammenfasst:

Aspekt Beschreibung
Haarbedeckung Verheiratete Frauen trugen Hauben und Hüte mit Schleiern
Haarfarbe Schwarz und blond waren beliebt, rot war verpönt
Frisuren Hochgestecktes Haar, Zöpfe, kreisförmig um den Kopf gelegt
Kopfschmuck Schapel, Hennins (Burgunderhauben)
Männermode Halblanges, gewelltes Haar, Zöpfe, Schapel

Die Frisuren sind meist mit Zöpfen, aber so, dass man die Haarlänge gut erkennen kann. Länge: ca.

Es wurde am Oberkopf zurückgeflochten (verschiedene kleine Zöpfe) und dann aber hinten zusammengenommen, ab dort dann offen gelassen und als dicker Zopf über die Schulter nach vorn gelegt. Der Zopf wurde dann mit einer Borte umschlungen... und die Schläfenpartie wurde mit nem Brenneisen gelockt... - klingt das verwirrend?

Es ist wichtig zu beachten, dass die Rekonstruktion authentischer mittelalterlicher Frisuren eine Herausforderung darstellt. Oftmals geht es eher um eine stilisierte Interpretation für historische Darstellungen oder Mittelaltermärkte.

Die Frisuren im 20. Jahrhundert waren vielfältig und spiegelten die sich ändernden gesellschaftlichen Normen und technischen Fortschritte wider.

Im Mittelater waren die Haare halt meistens bedeckt.

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