Gloria von Thurn und Taxis: Zwischen "Punk-Fürstin" und konservativen Ansichten

Gloria Fürstin von Thurn und Taxis, geboren als Maria Gloria Ferdinanda Joachima Josefine Wilhelmine Huberta Gräfin von Schönburg-Glauchau am 23. Februar 1960 in Stuttgart, ist eine schillernde Persönlichkeit, die polarisiert und provoziert. Ihr Leben ist geprägt von Gegensätzen: Sie war eine "Punk-Fürstin" der 1980er Jahre und ist heute eine gläubige Katholikin mit konservativen Ansichten.

Kindheit und Jugend

Gloria wuchs als zweites von vier Kindern auf. Ihr Vater war Journalist, ihre Mutter stammte aus altem ungarischen Adel. Fünf Jahre verbrachte die Familie in Afrika, was Gloria rückblickend als prägend für ihre Liebe zur Natur und ihren Freigeist bezeichnet. Nach mehreren Schulwechseln stürzte sie sich mit 19 Jahren ins Münchner Nachtleben.

Heirat und Jet-Set-Leben

Dort begegnete sie dem 34 Jahre älteren Fürsten Johannes von Thurn und Taxis. Die beiden heirateten 1980 in Regensburg auf Schloss Sankt Emmeram. Gloria brachte drei Kinder zur Welt: Maria Theresia, Elisabeth und Albert. Sie liebte ihre Kinder, und der Fürst ließ ihr alle Freiheiten, sich im Jet-Set-Leben zwischen Paris und New York auszutoben.

Als ihr Mann 60 wird, organisiert sie ihrem "Goldie" ein Don-Giovanni-Kostümfest, zu dem Freunde wie die Familie des Waffenhändlers Khashoggi oder Mick Jagger geladen sind. Da hat sie sich längst als Gastgeberin etabliert, die Vertreter aus Kunst, Politik, Kirche und Medien zusammenführt.

Witwenschaft und Sanierung des Familienunternehmens

Nach zehn Jahren Ehe stirbt im Dezember 1990 der Fürst. Gloria musste zeigen, dass sie ein Geschäftsimperium trotz hoher Schulden zusammenhalten kann. Noch zu Lebzeiten ihres Mannes hatte sie ihm bewiesen, dass er sich mit falschen Beratern umgeben hatte. Sie schaffte es, mit Verkäufen und Umwandlungen alles auf solide finanzielle Füße zu stellen. Daneben bleibt ihr Faible für schnelle Autos genauso wie das Sammeln moderner Kunst. Mit Begeisterung malt sie zudem Porträts prominenter Kirchenmänner.

Nach dem Tod Ihres Mannes sanierte sie die Finanzen des Familienunternehmens unter anderem, indem sie wertvolle Kunst versteigern ließ. Einen Teil der fälligen Erbschaftssteuern beglich sie, indem sie Wertgegenstände an den Freistaat Bayern übertrug.

Gloria Fürstin von Thurn und Taxis als junge Mutter mit ihrem Mann, Johannes Fürst von Thurn und Taxis, und den drei Kindern (l-r) Maria Theresia, Elisabeth und Albert im Juni 1983.

Die "Punk-Fürstin" und ihre Frisuren

In den 1980er Jahren sorgte Gloria mit ihren extravaganten Frisuren und Outfits für Aufsehen. Besonders ihre hoch toupierten Haare wurden zum Markenzeichen. Eine ihrer bekanntesten Frisuren trug sie 1986 bei "Wetten, dass ..?". Am Tag darauf war ihre Frisur Tuschelthema Nummer eins. "Punker-Fürstin" wurde Gloria genannt.

Zumindest einen Teil ihres Ruhms verdankt sie auch Gerhard Meir. "Wir wollten schocken, mit edlem Punk. Und die Fürstin hat mich bei unserem Projekt immer als Partner behandelt, nicht als Dienstleister. Ihre Prominenz, unsere Auftritte in Talkshows - das hat mich tatsächlich aus der Regionalliga in die Champions League katapultiert.

Gerhard Meir, der Starcoiffeur, der Gloria von Thurn und Taxis' Punk-Frisur kreierte, ist verstorben. 1986 bestaunte die ganze Nation die Punk-Frisur der damals 26-Jährigen. "Wir kannten uns seit 50 Jahren und waren gut befreundet. Ich bin sehr traurig", sagte Udo Walz dem stern.

Meir habe nicht nur mit Schockfrisuren Schlagzeilen gemacht. "Er hat den schönen halblangen Bob erfunden und die Münchner Frauen hübsch gemacht." Seine gute Laune sei immer ansteckend gewesen, seine Redseligkeit berüchtigt.

Auch wenn sie heute sagt: "Ich habe noch allerlei lustige Klamotten. Die ziehe ich aber eher in New York oder Paris an. Hier in Bayern sieht das nach Kostümierung aus. Was dort völlig selbstverständlich daherkommt, wirkt hier aufgesetzt. Mein exzentrischstes Accessoire ist heute meine Harley."

Konservative Ansichten und Kontroversen

Immer wieder hat sich Gloria quasi neu erfunden, wobei ihr der katholische Glaube stets Richtschnur war. Schrille Auftritte legt sie nicht mehr mit Mode hin, sondern mit rechts-konservativen, bisweilen bizarren Ansichten, etwa wenn sie Kardinal Müller und US-Präsident Donald Trump für die einzigen Männer hält, die Klarheit geben. Doch die Fürstin kann auch zugeben, wenn sie sich verrannt hat.

Vergangenen Sommer sorgte von Thurn und Taxis Medienberichten zufolge für Empörung, als sie den AfD-Politiker Maximilian Krah zu den Festspielen in ihrer Schlossanlage einlud. Im Jahr zuvor hatte ein Treffen der sehr konservativen Werteunion mit Ex-Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen im Schloss für Schlagzeilen gesorgt.

Rechtsextremismus-Vorwürfe weist von Thurn und Taxis in Interviews zurück. «Ich stehe auf der Seite der Deutschen. Eine gegen die Deutschen gerichtete Politik, die für sich in Anspruch nimmt sowohl das Klima zu retten als auch anderen Völkern zu dienen, halte ich für abstrus.» Einen vom Menschen gemachten Klimawandel bezeichnet sie als eine «nicht bewiesene Theorie».

Dass ihre Äußerungen einen Sturm der Entrüstung hervorrufen können, erlebte von Thurn und Taxis, die einen Teil ihrer Kindheit in Togo und Somalia verbracht hat, schon 2001: In einer TV-Sendung hatte sie gesagt: «In Afrika sterben die Leute an Aids, weil sie zu viel schnackseln. Der Schwarze schnackselt gerne.»

In Regensburg bewohnt von Thurn und Taxis Schloss St. Emmeram, das mit rund 500 Zimmern größer ist als der Buckingham Palace in London.

Engagement für die Familie und Schloss St. Emmeram

Heute führt ihr Sohn Albert die Geschäfte. Gloria engagiert sich weiterhin für die Familie und Schloss St. Emmeram. Sie hält Lesungen zur Mystik der mittelalterlichen Heilerin und Seherin Hildegard von Bingen. Derzeit finden bei Ihnen auf St. Emmeram die Schlossfestspiele statt. Am Wochenende wird als Stargast Sting auftreten.

Regensburg betrachtet Gloria nach eigenen Worten als ihr Zuhause, auch wenn sie viel Zeit in Afrika und Italien verbringt. «Als Kind von Flüchtlingen und durch die häufigen Umzüge damals, kann ich mich überall dort zu Hause fühlen, wo liebe Menschen mich umgeben.»

Mit ihren Kindern - Maria Theresia, Elisabeth und Albert - spreche sie auch über die Diskussionen um ihre Person, sagte sie der dpa: «Wir sind nicht immer der gleichen Meinung, aber meine Kinder sind dankbar über solide, gut recherchierte Fakten», meint sie.

Und wie ist sie als Oma? Streng? «Streng bin ich sicher nicht», schrieb Gloria.

Schloss St. Emmeram bei Regensburg.

Die Fürstin suchte auch nach neuen Geschäftsideen und entwickelte unter anderem eine Palette mit Weihnachtsprodukten namens "Gloria". Dazu gehörten Tee nebst Schokolade und Keksen.

Gloria von Thurn und Taxis: Eine Frau, die ihre Meinung sagt

"Ich sag meine Meinung, ich gehöre vielleicht auf eine Comedybühne": Wer Gloria von Thurn und Taxis einlädt, kann sicher sein, dass es nicht langweilig wird. So wie jüngst in einer ARD-Talkshow, wo die "Katholikin und Unternehmerin" frei von der Leber weg redete. Noch nach Jahren hängt ihr ein Zitat nach, wonach Afrikaner eben gern "schnackseln". Wenn Gloria in Fahrt kommt, ist sie nicht zu bremsen.

Sie sagt, was sie denkt, und schert sich zumeist wenig darum, was die Leute darüber denken: Gloria Fürstin von Thurn und Taxis polarisiert und provoziert. Zuletzt sorgten vor allem Rechtsextremismus-Vorwürfe für Gesprächsstoff und in Regensburg für Proteste gegen die Unternehmerin und Society-Lady. Nun wird sie 65.Ihren Geburtstag verbringt sie in ihrem Ferienhaus in Afrika (23. Februar), wo sie sich traditionell in den Wintermonaten aufhält.

«Selbstverständlich haben diese Vorwürfe rein gar nichts mit der Wirklichkeit zu tun. Aber langsam merkt jeder, dass auch über vieles andere gelogen wird, dass sich die Balken biegen. Wer die gängigen Narrative hinterfragt, soll so de-legitimiert werden.» Dass gegen sie demonstriert worden sei, zeige, «dass es mir gelungen ist, die Woke-Politik zu hinterfragen. Besser unerhört als ungehört», teilte sie mit. Provokation solle «zum Denken anregen und die Diskussion entfalten».

Fürstin Gloria von Thurn und Taxis

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