Bärte sind noch immer im Trend. Viele Männer tragen die Gesichtsbehaarung als modisches Statement. Eine erstaunlich hohe Anzahl der barttragenden Männer hat sogar rötliche Barthaare, obwohl der Schopf nicht einmal ansatzweise in diese Farbrichtung geht. Doch warum ist das so?
Ein roter Bart kann genetisch bedingt sein, auch wenn das Haupthaar eine andere Farbe hat.
Eure Gene entscheiden über eure Haarfarbe. Die Haarfarbe wird bestimmt durch den Anteil von Melanin, oder Pigmenten, im Haar. Die DNS enthält nicht nur Informationen darüber, welches Pigment ihr in euch trägt, sondern auch wie viel davon.
Petra Haak-Bloem, Expertin auf dem Gebiet, erklärte gegenüber „Motherboard“: „Die Gene, die für die Haarfarbe verantwortlich sind, sind so genannte ,unvollständige dominante Erbmerkmale‘.“ Die Haarfarbe, so Haak-Bloem, würde nicht nur von den Eltern vererbt. Auch die Großeltern, Urgroßeltern und sogar noch weiter entfernte Ahnen würden dabei eine Rolle spielen. So weit ist das nicht weiter überraschend.
„Bei weißen Menschen hängen die Schattierungen von zwei Arten von Melanin ab: Eumelanin (schwarzes Pigment) und Phäomelanin (rotes Pigment). Die Haarzellen von dunkelhaarigen Menschen enthalten nur Eumelanin. Blonde Menschen besitzen weniger davon.
Vor mehr als einem Jahrzehnt fanden Forscher heraus, dass ein bestimmtes Gen auf Chromosom 16, MC1R, eine große Rolle dabei spielt, ob jemand rote Haare bekommt oder nicht. Dieses Gen stellt ein Protein her, das Phäomelanin in Eumelanin verwandelt.
„Erbt eine Person zwei mutierte Versionen des MC1R-Gens, also von jedem Elternteil eines, wird weniger Phäomelanin in Eumelanin verwandelt. Auch der rote Bart, der nicht zur Farbe des Kopfhaars passt, ist auf genau diese Mutation des MC1R-Gens zurückzuführen. Zwei mutierte Gene bedeuten vollständig rote Haare, nur ein mutiertes MC1R-Gen kann dafür verantwortlich sein, dass die roten Haare nur an einzelnen unerwarteten Stellen auftreten - und eben nicht überall gleich. Es ist also sogar möglich, dass euer Bruder als einziger in der Familie rote Barthaare hat - ohne, dass eure Eltern ein außereheliches Geheimnis hätten.
Schema zur Vererbung der Haarfarbe.
Rote Haare sind selten. Nur ein bis zwei Prozent der Menschen weltweit haben rote Haare. Auffällig viele der "Redheads" oder "Ginger Heads" tummeln sich in Europa, genauer in Wales, Schottland und Irland. Dort ist jeder zehnte Bewohner rothaarig.
Menschen mit roten Haaren haben weniger und andere Pigmente in den Haaren und der Haut. Letztere ist sehr hell und empfindlich gegenüber Sonnenstrahlen. Es ist bekannt, dass wiederholte Sonnenbrände das Risiko für Hautkrebs steigern. Dabei gilt: Je mehr Eumelanin, umso dunkler die Haut und umso unempfindlicher ist sie gegen Sonnenstrahlung.
Übrigens: Rote Haare sind im Vergleich zu anderen Farbvarianten sehr dick. Dafür tragen rothaarige Menschen mit 90.000 vergleichsweise wenige Haare auf dem Kopf. Braun- und schwarzhaarige Menschen haben im Schnitt 100.000, blonde sogar bis zu 150.000 Kopfhaare.
Auch wenn es nur wenige rothaarige Menschen gibt, ist es unwahrscheinlich, dass sie irgendwann verschwinden. Denn die rote Haarfarbe wird verdeckt oder rezessiv vererbt. Das bedeutet, dass auch dunkelhaarige und blonde Menschen die Erbanlagen für rote Haare in ihren Genen tragen können, solange unter ihren Vorfahren irgendwann Rothaarige waren. So kann Rothaarigkeit über Generationen versteckt weitergetragen werden.
Rothaarige fallen auf, mit Haartönen von Rotblond bis Kastanienbraun, meist heller Haut und blauen Augen sowie unzähligen Sommersprossen.
Tabelle: Vergleich der Melaninarten
| Melaninart | Farbe | Funktion | Empfindlichkeit gegenüber Licht |
|---|---|---|---|
| Eumelanin | Braun und Schwarz | Sorgt für dunkle Farben und Sonnenbräune | Photostabil |
| Phäomelanin | Orange und Rot | Sorgt für rote Haarfarben | Sehr empfindlich |
Und solltet ihr unglücklich darüber sein, dass euer roter Bart nicht zu euren schwarzen Haaren passt: An euren Genen könnt ihr nichts ausrichten.
Es muss nicht gleich der Kilt sein. Rote Haare animieren viele Männer dazu, sich auch modisch an Irland und Großbritannien zu orientieren. Männer mit roter Mähne wirken schon von Natur aus extravagant und außergewöhnlich.
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