Bart, Schnauzer oder glatt rasiert? Die Gesichtsbehaarung ist vielfältig: Der Drei-Tage-Bart und der Stoppel-Look liegen weiterhin klar im Trend, doch die klassische Glattrasur feiert ein Comeback.
Branchenanalysen zeigen: Die Nachfrage nach Nassrasierern, Klingen und klassischem Zubehör nimmt spürbar zu.
Stiftung Warentest hat 20 Nassrasierer umfassend geprüft. Der Testbericht zeigt, welche Modelle etwa bei Rasurgründlichkeit und Klingenhaltbarkeit überzeugen.
Zwar liegen die bekannten Marken knapp vorn, doch fast gleichauf landet ein günstiger Discounter-Rasierer. Besonders ins Auge fiel die enorme Kostenspanne beim Klingennachkauf.
Diese sei „riesig“, betonte Sara Waldau, Redakteurin bei der Stiftung Warentest.
Im Gesamtergebnis erhielten alle vier Premiummodelle - Gillette Fusion 5, Gillette Labs, Wilkinson Hydro 5 und Wilkinson Hydro 5 Ultimate - die Note „gut (1,8)“.
Unterschiede zeigten sich jedoch in den Einzelkategorien. Besonders in der „Rasurgründlichkeit“ konnten die Markenrasierer mit Bestnoten zwischen 1,6 und 1,7 die Spitzenplätze sichern.
Der günstige Aldi Lacura Men 4-Klingen-Rasierer kam hier auf „gut (1,8)“ und lag damit nur knapp dahinter. Interessant ist, dass auch einige weitere günstige Eigenmarken in der Rasurgründlichkeit sich auf Augenhöhe mit den Premiumprodukten von Gillette und Wilkinson positionieren.
Gillette sehe sich als Marktführer in der Nassrasur, insbesondere durch seine umfangreichen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten.
Der Ansicht, dass gute Qualität zwangsläufig teuer sein müsse, widerspricht Aldi Süd. „Aldi Süd steht seit jeher für gute Qualität zum besten Preis. Das belegen unabhängige Tests wie die der Stiftung Warentest oder von Öko-test immer wieder.
Doch auffällig ist: Trotz der hohen Preise der Gillette-Modelle halten deren Klingen nicht länger. Viele günstigere Eigenmarken erwiesen sich in der Kategorie „Haltbarkeit der Klingen“ als gleichwertig.
Stiftung Warentest hat insgesamt 20 Nassrasierer unter die Lupe genommen, darunter 16 moderne Systemrasierer und 4 klassische Rasierhobel. Einwegrasierer wurden in den aktuellen Test nicht aufgenommen.
Zum einen spielten Nachhaltigkeitsgründe eine Rolle, zum anderen hatten frühere Prüfungen gezeigt, dass die günstigen Wegwerfmodelle schnell stumpf werden und die Haut stärker reizen.
Die Testkriterien umfassten:
Bei einem Nassrasierer gleiten die Klingen des Rasierers über die nasse Haut und schneiden so die Haare ab. Durch die vorherige Aufweichung der Haut und Haare mit Wasser gelingt die Rasur einwandfrei.
In der Regel haben Nassrasierer einen ergonomischen Griff sowie einen Gelstreifen, der die Rasur bei Wasserkontakt noch angenehmer macht.
Um Hautreizungen zu vermeiden, verwendet man zudem ein Rasiergel beziehungsweise Rasierschaum. Hier gilt grundsätzlich, dass die Klinge sauber und scharf sein muss, um eine einwandfreie Rasur zu gewährleisten.
Wer sich täglich rasiert, tauscht seine Klingen alle ein bis zwei Wochen aus. Rasiert man sich jeden zweiten Tag, sollte man alle 2 bis 3 Wochen die Klinge wechseln.
Zunächst kürzt man die Haare bei zu großer Länge mit einem Trimmer, da man sonst Gefahr läuft, dass die Haare herausgezogen werden. Dies führt dann zu kleinen Beschädigungen der Haut und somit zu Rasierpickeln.
Um die Haare und die Haut für die Rasur vorzubereiten, weicht man sie zunächst mit warmem Wasser und einer milden Seife auf. Die Klingen des Rasierers müssen außerdem scharf sein.
Zusätzlich ist die Verwendung eines Rasierschaumes- oder Gels, um die Haut zusätzlich vor Schnittverletzungen zu schützen. Nun rasiert man die Haare in Wuchsrichtung und pflegt die Haut anschließend mit einer entsprechenden Creme.
Ein Systemrasierer (oft auch Mehrklingenrasierer genannt) ist ein Rasierer, welcher speziell für die Nassrasur geeignet ist. Der sogenannte Scherkopf ist in der Regel austauschbar und lässt sich nach Abnutzung durch einen neuen Wechselkopf austauschen.
Ein Einwegrasierer ist, wie der Name bereits herausstellt, ein Rasierer für ein bis drei Anwendungen. Der Rasierhobel besitzt nur eine Klinge, welche leicht aus dem Hobel hervorsticht, um Schnittwunden zu vermeiden. Aus diesem Grund nenn man ihn auch Sicherheitsrasierer.
Alle Rasierer haben parallel angeordnete Rasierklingen. Bei Nassrasierern sind in der Regel 3, 5 oder 6 Klingen vorhanden. Weiterhin ist wichtig, dass der Rasierkopf beweglich ist und sich demnach der entsprechenden Körperstelle anpassen kann.
In den meisten Fällen sind beim Kauf eines Nassrasierers Klingen für den Austausch dabei. Zudem sind auch Rasierer-Sets erhältlich, welche unterschiedliche Griffe oder einen Mini-Rasierer für unterwegs beinhalten.
Rasieren ist eine wiederkehrende Aufgabe und begleitet Männer ab dem ersten Bartwuchs bis zu ihrem Lebensende. Keine triviale Tätigkeit - es lohnt sich also, die richtige Methode für sich zu finden.
Viele Männer entscheiden sich für die Nassrasur mit Systemrasierern und nicht wenige nehmen einfach den nächstbesten, den sie günstig bei ihrem Discounter oder Drogeriemarkt entdecken.
Für die Nassrasur spricht ihre Gründlichkeit. Weil die Klinge sehr nah über die Haut gleitet, werden Barthaare ebenda abgeschnitten.
Auch die Kosten sind ein wichtiger Faktor. Nassrasierer kosten zwar bei der Anschaffung nicht viel, die Klingen gehen jedoch stark ins Geld - und man muss sie oft wechseln.
Auch für Männer mit unebener Gesichtshaut geht nichts über die Elektrorasur. Sich mit einem Rasierapparat zu schneiden, ist nahezu unmöglich.
An den offenen Schneiden von Nassrasierern kann man sich hingegen relativ leicht verletzen, und das Risiko wird durch den Rasierschaum noch gesteigert. Darüber hinaus ist Nassrasieren zeitaufwendiger als die Trockenrasur.
Viele Nassrasur-Afficionados schwören auf Rasierhobel. Diese sind teurer in der Anschaffung, aber meist auch hochwertiger und oft auch schöner gestaltet.
Im Gegenzug sind die Klingen deutlich günstiger und man ist flexibel bei der Wahl des Herstellers, denn Rasierhobel nutzen standardisierte Klingen. Der Umgang mit Rasierhobeln erfordert aber Übung und Konzentration, denn hier zieht man die Klinge direkt über die Haut - eine Schutzzone gibt es nicht.
Der Gillette Mach3 ist ein moderner Klassiker. Auch noch über 25 Jahre nach seinem Marktstart schneidet er meisterhaft - großen Verbesserungsbedarf sehen wir nicht.
Die Rasur ist sanft und gründlich, der Griff erlaubt eine tadellose Handhabung und die Klingen halten sehr lange durch, weshalb der Mach3 nicht nur die Haut, sondern auch langfristig den Geldbeutel schont.
Der Griff ist kürzer als die der anderen Rasierer im Testfeld, sehr schmal, gerade und erst nahe der Klingenaufnahme abgewinkelt. Die Oberfläche besteht aus Metall und wird von gummierten Stellen durchbrochen, unten ist der Griff fast vollständig mit Gummi bezogen.
Dadurch lässt er sich auch mit nassen Händen und Rasierschaum an den Fingern rutschfest und sicher halten. Er wirkt zudem recht hochwertig.
Die Klingenaufnahme ist ein Dorn in der Mitte, der in eine Öffnung gesteckt wird - ein bewährtes Prinzip. Eine Taste löst die Arretierung. Der Klingenwechsel geht damit leicht von der Hand und benötigt nicht mehrere Anläufe, wie wir es leider bei einigen Konkurrenten erlebt haben.
Eine Systemklinge hat drei Schneiden, wie der Name Mach3 bereits andeutet. Die Klinge ist angenehm schmal, was das Rasieren an feinen und unebenen Stellen wie dem Philtrum, dem Adamsapfel und nahe der Mundwinkel erleichtert.
Die Klinge ist flexibel neigbar und hat einen angenehmen Widerstand - sie klappert nicht und wackelt nicht bei jeder Bewegung herum, man muss aber auch nicht stark aufdrücken, was Hautreizungen begünstigen und das Verletzungsrisiko durch Schnitte erhöhen würde. Der Mach3 liegt in der goldenen Mitte.
Rundum brillieren konnte der Mach3 bei der Nutzungsdauer der Klingen. Sie halten eine gefühlte Ewigkeit - bei allen Testpersonen deutlich länger als der Durchschnitt unter allen getesteten Systemrasierern, und sie haben selbigen ordentlich angehoben.
Den Gillette Mach3 als Testsieger auszuzeichnen war keine schwere Entscheidung. Das Gesamtpaket stimmt, gleichzeitig hat der Rasierer keine eklatanten Nachteile, sofern man nicht unbedingt eine Trimmerklinge benötigt.
Die Stiftung Warentest hat unseren Favoriten mit der Gesamtnote 1,9 (»gut«) bewertet.
Der Wilkinson Sword Hydro 5 schlug sich in unserem Test fast genauso gut wie unser Favorit - welchen man bevorzugt ist zu einem großen Teil eine Geschmacksfrage. Preislich liegen beide nah beieinander.
Wer Gillette aus irgendeinem Grund nicht mag, dem silbern glänzenden Metall-Look nichts abgewinnen kann oder sich an der kompakten Bauweise des Mach3 stört, bekommt mit dem Wilkinson Sword Hydro 5 die beste Alternative in unserem Test.
Der Griff ist ein gutes Stück länger und breiter, außerdem ist er ergonomischer geformt. Es ist somit schlicht mehr zum Anfassen da - mit großen Pranken lässt er sich besser greifen. Er ist auch stärker gummiert - das spürt man und man sieht es auch.
An den wenigen Stellen, die nicht von Gummi bedeckt sind, kommt auch beim Hydro 5 Metall zum Einsatz, allerdings farbig lackiert.
Die Klinge ist flexibel, sie kann auf einer Achse geneigt werden. Ihr Widerstand ist gering - etwas zu gering für unseren Geschmack. Es bleibt aber im Rahmen.
Beim Rasieren ist alles in Ordnung, schüttelt man den Rasierer, hört man sie aber ganz leise klappern. Die Klinge ist sehr viel breiter als die des Mach3, was für präzises Rasieren kleiner Stellen ein Nachteil ist und daran liegt, dass der Hydro 5 zum einen fünf statt nur drei Klingen hat und zum anderen der Kunststoffrahmen über- und unterhalb der Klinge recht großzügig dimensioniert ist.
Der obere Teil lässt sich immerhin zurückklappen, was die Übersicht etwas erleichtert. Auf eine separate Trimmerklinge muss man hingegen verzichten - zwar spricht der Hersteller bei dem Feature von einer Konturenklinge, gemeint ist aber der Klappmechanismus.
Die Klingenaufnahme folgt dem Spreizklemmenprinzip, was wir in der Regel nicht für ideal halten. Weil der Hydro 5 eine Führungsnase hat, ist das Einsetzen aber zum Glück kein Problem. Wir erwischten uns dennoch immer wieder beim Überprüfen, ob die Klinge tatsächlich sitzt oder gleich wieder abfällt.
Die Gründlichkeit bewerteten alle Tester mit gut bis sehr gut. Nur eine Testperson berichtete über ein gelegentliches Auftreten leichter Hautirritation, die anderen hatten keinerlei Probleme.
Schlechter ist es um den Gleitstreifen bestellt: Er trägt viel zu stark auf und »schleimt« regelrecht - nach der Rasur muss man den Schlick richtig von der Haut waschen. Gut ist der Hydro 5 wieder bei den Kosten: Ähnlich wie beim Mach3 halten die Klingen sehr lange. Sie sind allerdings etwas teurer.
Wer auf eine sehr gründliche und reizarme Rasur Wert legt, aber auf keinen Fall auf die Trimmerklinge verzichten möchte, bekommt beides vom Gillette Fusion5. Ein Klingentausch ist auch diesem Rasierer nur sehr selten nötig, denn die Schneiden sind wie bei unserem Favoriten extrem ausdauernd.
Die teuren Klingen sind der Hauptgrund, warum der Gillette Fusion5 für uns nicht als Testsieger in Frage kam, denn für sich genommen ist der Rasierer super. Auszusetzen haben wir daran überhaupt nichts.
Zum einen ist der Griff größer und ergonomischer geformt, sodass er noch etwas besser in der Hand liegt. Er besteht aus stabilem Metall, das oben und unten mit feinen Gummilamellen bestückt ist, die einen hervorragenden Halt gewährleisten. Auch die Gewichtsverteilung ist exzellent, der Schwerpunkt des Nassrasierers mit Klinge liegt ziemlich genau in der Mitte.
Die Klinge ist auf einer Achse flexibel und hat genau den richtigen Widerstand - nicht zu viel und nicht zu wenig, hier hat Gillette den Sweetspot getroffen. Der Gegendruck ändert sich auch nicht, wenn die Klinge in einen stärkeren Winkel geneigt wird - perfekt!
Der Gleitstreifen gehört zu den besten im Test. Man bemerkt ihn - aber positiv. Er macht die Rasur spürbar angenehmer, trägt nicht zu viel auf und bleibt ziemlich lange bestehen, bevor er aufgebraucht ist, was besonders in Hinsicht auf die lange Nutzungsdauer der Klingen eine äußerst respektable Leistung ist.
Insgesamt haben die günstigen Discounter- und Drogeriemarkt-Modelle in unserem Test eher enttäuscht. Eine Ausnahme gibt es aber: Mit dem Cien Men Dynamic 5 Pro vertreibt Lidl einen Nassrasierer, der nicht nur auf den ersten Blick Sparpotenzial bietet.
Den Cien Men Dynamic 5 Pro kennen einige vielleicht noch unter seinem alten Namen »Shark«. Die Oberseite ist mit Metall bedeckt, was dem Cien einen etwas edleren Anstrich verleiht als die Discounter-Konkurrenten bieten, aber nicht ganz die Klasse eines Gillette Mach3 erreicht. Unten ist der Dynamic 5 Pro dezent gummiert und mit Rillen versehen, um Rutschen zu verhindern.
Die Klingenaufnahme besteht aus einem breiten Metalldorn, gewechselt wird der gesamte Klingenkopf. Das ähnelt einigen Konkurrenten, unter anderem dem Balea Men Revolution 5.1 und dem Harry’s Truman, deren Fassungen allerdings aus Kunststoff bestehen.
Die Klinge selbst ist relativ breit - nur minimal weniger als die des Wilkinson Hydro 5 - und somit nicht allzu gut für Feinheiten geeignet. Die Gründlichkeit erreicht nicht ganz die unserer anderen Empfehlungen, ist aber überdurchschnittlich hoch. Auch Hautreizungen traten im Test nicht auf.
Das ändert sich jedoch mit zunehmendem Abstumpfen der Klinge, was leider relativ schnell passiert und unser größter Kritikpunkt am Cien-Rasierer ist. Allerdings sind die Ersatzklingen günstig, wodurch der Preis pro Rasur dennoch niedrig ist.
Hier ist eine tabellarische Übersicht der getesteten Nassrasierer, basierend auf den Ergebnissen der Stiftung Warentest:
| Rasierer | Note (Stiftung Warentest) | Rasurgründlichkeit | Klingenhaltbarkeit | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|
| Gillette Fusion 5 | Gut (1,8) | Sehr gut (1,6-1,7) | Gut | Premiummodell, Trimmerklinge |
| Gillette Labs | Gut (1,8) | Sehr gut (1,6-1,7) | Gut | Premiummodell |
| Wilkinson Hydro 5 | Gut (1,8) | Sehr gut (1,6-1,7) | Gut | Premiummodell, Ergonomischer Griff |
| Wilkinson Hydro 5 Ultimate | Gut (1,8) | Sehr gut (1,6-1,7) | Gut | Premiummodell |
| Aldi Lacura Men 4-Klingen-Rasierer | Gut (1,8) | Gut (1,8) | - | Günstige Alternative |
| Gillette Mach3 | Gut (1,9) | Gut | Sehr Gut | Klassiker, lange haltbare Klingen |
| Cien Men Dynamic 5 Pro (Lidl) | - | Überdurchschnittlich | Gering | Preiswerte Klingen, Trimmerklinge |
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