Die Welt der Fische ist unglaublich vielfältig, und während die meisten von ihnen mit Schuppen bedeckt sind, gibt es auch faszinierende Arten, die keine Schuppen haben. Diese schuppenlosen Fische haben im Laufe der Evolution unterschiedliche Strategien entwickelt, um sich vor Verletzungen und Krankheitserregern zu schützen. In diesem Artikel werden wir uns genauer ansehen, welche Fischarten keine Schuppen haben, wie sie sich schützen und welche kulturelle Bedeutung sie haben.
Ein Wels, ein typischer schuppenloser Fisch
Schuppen dienen Fischen als Schutz vor mechanischen Schäden und Krankheitserregern. Ohne diesen Schutz würde der Kontakt mit Steinen oder anderen Objekten die zarte Fischhaut dauerhaft schädigen. Über den Schuppen liegt zudem eine dünne Schleimschicht, die das Eindringen von Krankheitserregern verhindert. Fische ohne Schuppen haben stattdessen alternative Schutzmechanismen entwickelt:
Es gibt verschiedene Fischarten, die keine oder kaum Schuppen haben. Hier sind einige Beispiele:
Die Schleimhaut, auch Oberhaut genannt, besteht aus mehreren Schichten und wird in Schleimdrüsen produziert. Sie enthält spezielle Abwehrstoffe gegen Außenparasiten und Krankheitserreger. Zudem verringert die Schleimhaut den Reibungswiderstand im Wasser. Eine intakte Oberhaut ist für Fische sehr wichtig, weshalb sie nicht mit trockenen Händen oder Gegenständen berührt werden sollten.
Die Schuppen der Fische haben sich im Laufe der Evolution aus der sogenannten Lederhaut entwickelt. Es gibt verschiedene Arten von Schuppenstrukturen, wie z.B.
Diese dienen in der Natur dem Fisch zu unterschiedlichen Zwecken.
Die Schuppen unserer heimischen Fische sind kompliziert aufgebaut. Im Wesentlichen bestehen sie aus einer durchsichtigen Deckschicht und einer darunterliegenden, knöchernen Grundschicht. Sie sind mit knorpeligen Fasern verstärkt und durch sogenannte Zuwachsringe charakterisiert, die radial unterbrochen sind, so dass die Schuppen biegsam bleiben.
In der Fischereiwissenschaft werden verschiedene Schuppentypen unterschieden. Für uns sind vor allem die beiden großen Gruppen Rundschuppen und Kammschuppen interessant. Die Rundschuppen sind nahezu kreisförmig und haben einen glatten Rand. Die fester sitzenden Kammschuppen erinnern am hinteren Ende an einen kleinen Kamm.
Die Schuppen mancher Fische sind charakteristisch geformt, sie können sogar zur Bestimmung ihrer ehemaligen Besitzer herangezogen werden. In den Speiballen der Kormorane finden sich beispielsweise neben Fischknochen die unverdaulichen Schuppen. Ihre Untersuchung gibt ausreichend genaue Aufschlüsse über das Nahrungsspektrum Fisch fressender Vögel.
Schuppen eines Karpfens
Im Sommer wachsen die Fische und mit ihnen auch die Schuppen schneller als im Winter, so dass sich deutliche Jahresringe auf den Schuppen ausbilden, die zur Altersbestimmung herangezogen werden können. Auch zur Laichzeit ist das Wachstum gebremst, sie hinterlässt Spuren bei den Schuppenringen. Spezialisten können aus dem vergrößerten Bild einzelner Schuppen viel über die Lebensgeschichte des Fisches erfahren.
Die Anzahl an Schuppen bleibt das Fischleben lang gleich, die Schuppen wachsen gleichmäßig mit. Schuppenverluste durch Verletzungen regenerieren zügig. Die neu gebildeten Schuppen wachsen sehr rasch, oft wird aber das harmonische, ursprüngliche Schuppenbild nicht mehr erreicht. Im Narbengewebe der Lederhaut wachsen die Schuppen meist kreuz und quer.
Der Spiegelkarpfen ist eine Zuchtform des Karpfens, die nur wenige oder keine Schuppen hat. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass eine Genverdopplung für dieses Merkmal verantwortlich ist. Eine mutierte Kopie eines Gens, das für die Schuppenbildung notwendig ist, führt zu fehlenden Schuppen, während eine intakte Kopie das Überleben des Fisches sichert. Dieser Mechanismus zeigt, wie Reserve-Gene eine wichtige Rolle in der Evolution der Arten spielen können.
Ein Spiegelkarpfen mit geringer Beschuppung
In den jüdischen Speisevorschriften der Tora gelten nur Fische, die Schuppen und Flossen haben, als koscher. Der Talmud erklärt, dass alles, was Schuppen hat, auch Flossen hat. Es gibt jedoch Ausnahmen, wie z.B. Fische, die mit Schuppen geboren werden, diese aber mit zunehmendem Alter verlieren. Ob ein Fisch koscher ist oder nicht, kann im Zweifelsfall beim Rabbiner erfragt werden.
In manchen Gegenden haben Schuppen auch eine mythische Bedeutung. Einige Menschen legen jedes Jahr eine Schuppe des Weihnachtskarpfens in ihre Geldbörse, damit sie nie ganz leer wird.
Die Vielfalt der Fische, ob mit oder ohne Schuppen, ist ein faszinierendes Beispiel für die Anpassungsfähigkeit der Natur. Jeder Fisch hat seine eigenen Strategien entwickelt, um in seinem Lebensraum zu überleben und zu gedeihen.
| Fischart | Schuppenart | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Hering | Rundschuppen | Klein, zart, leicht abgehend |
| Forelle | Rundschuppen | Klein, rund, ohne Radiärstreifen |
| Karpfen | Cyprinidenschuppen | Groß, hart, silbrig bis golden glänzend |
| Hecht | Rundschuppen | Fest, typisch gefaltet |
| Aal | Sehr kleine Schuppen | Tief in die Haut eingebettet, kaum sichtbar |
| Quappe | Kleine Schuppen | Klein, zart |
| Flussbarsch | Kammschuppen | Klein, liegen fest in der Haut, winzige Zähne |
| Zander | Kammschuppen | Kleinen Dornen am hinteren Rand |
| Wels | Keine Schuppen | Dicke und zähe Schleimschicht |
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