Haarausfall bei Frauen ist ein häufiges Symptom, aber noch stärker als bei Männern mit Scham und sinkendem Selbstwertgefühl verbunden. Doch was hilft bei Haarausfall bei Frauen? Welche Therapie infrage kommt, hängt stark von der Form des Haarausfalls und ihrer Ursache ab. Viele Frauen leiden im Lauf ihres Lebens unter Haarausfall, und die Ursachen sind vielfältig.
Im Folgenden klären wir auf: Welche Ursachen hinter dem Haarausfall bei Frauen liegen, wie die Diagnose erfolgt und welche Behandlungen wirklich helfen.
Alle netDoktor.de-Inhalte werden von medizinischen Fachjournalisten überprüft.
Haarausfall bei Frauen fällt meist dadurch auf, dass immer mehr Haare in der Bürste, im Duschabfluss oder auf dem Kopfkissen zurückbleiben. Der Zopf oder die Haarlängen wirken dünner als sonst. Im fortgeschrittenen Stadium lichtet sich das Haar auf der Kopfhaut sichtlich, meist im Bereich des Scheitels, der Stirn oder der sogenannten "Geheimratsecken". Seltener kommt es auch zu umschriebenen kahlen Stellen, wie beim kreisrunden Haarausfall (Alopecia areata). Etwa 70 bis 100 Haare am Tag zu verlieren ist normal und zunächst kein Grund zur Sorge. Bei vermehrtem Haarausfall sprechen Mediziner auch von Effluvium. Alopezie bezeichnet die Haarlosigkeit an sich.
Manchmal tritt er nur vorübergehend auf, etwa infolge einer hormonellen Veränderung nach einer Schwangerschaft oder in den Wechseljahren (Klimakterium). Auch bestimmte Medikamente oder einfach ein zu straffes Zopfgummi können Auslöser für den Haarverlust sein - dann lässt er sich relativ leicht beheben. Häufig ist jedoch auch die sogenannte androgenetische Alopezie die Ursache, also ein erblich bedingter Haarausfall. Jedoch verbergen sich manchmal auch andere Erkrankungen hinter einem Haarausfall bei Frauen.
Auch wenn Haarverlust bei Männern deutlich bekannter ist, leiden auch fast 50 Prozent aller Frauen unter Haarausfall. Weil eine volle Haarpracht insbesondere beim weiblichen Geschlecht als Zeichen von Eleganz, Attraktivität und Schönheit gilt, leiden Frauen besonders stark unter auftretendem Haarverlust. Die Arten des Haarverlusts sind grundsätzlich ähnlich wie bei Männern, jedoch sind hormonelle Ursachen deutlich häufiger vertreten. Bei Frauen ist meist ein generalisiertes Ausdünnen des Haars zu beobachten, das sich vor allem durch einen lichten und breiter werdenden Mittelscheitel äußert. Bei Frauen kommen neben dem erblich bedingten Haarausfall zwei weitere Ursachen besonders häufig vor. Frauen leiden deutlich häufiger als Männer unter Autoimmunerkrankungen, die mit Haarverlust einhergehen (wie der Alopecia areata).
Es gibt verschiedene Formen und Ursachen von Haarausfall bei Frauen. Hier finden Sie die wichtigsten:
Bis zu 42% der Frauen leiden jedoch unter einer Haarausfall-Art, die viele überrascht: dem erblich bedingten Haarausfall. Bei Frauen setzt der erblich bedingte Haarausfall meist zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr und besonders häufig in den Wechseljahren ein. Die Ursache liegt in einer Überempfindlichkeit der Haarwurzeln gegen das körpereigene Hormon Dihydrotestosteron (DHT). Dies hat die Folge, dass sich feine Blutgefäße, die für das Haar notwendig sind, zurückbilden.
Androgenetische Alopezie Erblich bedingter Haarausfall, bekannt als androgenetische Alopezie, betrifft auch Frauen - wenn auch seltener als Männer. Der Haarverlust beginnt bei Frauen meist zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr und ist durch eine zunehmende Ausdünnung des Haares gekennzeichnet. Ursache ist das Hormon Testosteron, genauer gesagt sein Abbauprodukt Dihydrotestosteron (DHT). Es lässt die Haarfollikel schrumpfen. Mit der Zeit können die betroffenen Haarfollikel so stark geschädigt werden, dass sie schließlich gar kein neues Haar mehr produzieren.
Erkrankungen wie Schilddrüsenprobleme oder Nebennierenstörungen können ebenfalls Haarausfall bei Frauen verursachen. Eine über- oder unteraktive Schilddrüse beeinflusst den Hormonhaushalt, was sich direkt auf den Haarzyklus auswirkt. Ähnlich verhält es sich bei Störungen der Nebennieren. Sie beeinträchtigen das Gleichgewicht der Stresshormone im Körper und können auf diese Weise Haarausfall bei Frauen begünstigen. Auch chronische Hauterkrankungen wie Ekzeme oder Pilzinfektionen auf der Kopfhaut schwächen die Haarfollikel und verlangsamen das Haarwachstum. Zudem können bestimmte Medikamente das Haarwachstum hemmen.
Traktionsalopezie, also mechanisch bedingter Haarausfall, wird durch physische Belastungen der Haare verursacht. Das ständige Tragen enger Zopfgummis, übermäßiges Bürsten oder andere Frisuren, die starken Zug auf das Haar ausüben, können Haarausfall bei Frauen begünstigen. Gerade bei Frauen mit langen Haaren ist die sogenannte Traktionsalopezie eine nicht zu unterschätzende Ursache für Haarverlust. Ursächlich ist eine längerfristige Zugbelastung des Haars. So schön ein Dutt oder ein fest geflochtener Zopf beim Sport, in der Schule oder auf der Arbeit sind - auf Dauer sind sie eine hohe mechanische Belastung für das Haar. Die Traktionsalopezie beginnt oft damit, dass Haare abbrechen und sich viele kurze Haare aus der Frisur lösen und vom Kopf abstehen. Im Verlauf fallen die Haare an besonders stark beanspruchten Stellen aus - meist am Haaransatz.
Auch starke Hitzeeinwirkung beim Föhnen, Glätten oder einer Dauerwelle macht das Haar trocken und spröde. Neben festen Frisuren können auch andere Arten von Zugbelastung dem Haar schaden, zum Beispiel die Befestigung von Extensions am Haaransatz, Dreadlocks, Cornrows, Lockenwickler oder starkes Ziehen beim Kämmen. Insbesondere Extensions können irreversible Schäden der Haarwurzel verursachen. Gerade bei Frauen mit dünnem Haar ist die Haarwurzel das verhältnismäßig hohe Gewicht der Extensions nicht gewohnt, das Haar kann abbrechen oder komplett ausfallen.
Bei Frauen schwankt der Spiegel der Geschlechtshormone deutlich mehr als bei Männern. Grundsätzlich sorgt das weibliche Geschlechtshormon Östrogen dafür, dass die Haare lang wachsen und gesund aussehen. Insbesondere in Phasen eines verminderten oder abfallenden Östrogenspiegels kann es daher zu Haarausfall bei Frauen kommen. Nach dem Absetzen der Anti-Baby-Pille kommt vermehrter Haarausfall häufiger vor. Ähnlich ist es im Rahmen einer Schwangerschaft.
Später in den Wechseljahren nimmt die Östrogenproduktion der Eierstöcke ab. Meistens passiert das zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr. Als bekannteste Wirkungen dieses Hormonumschwungs zählen Hitzewallungen, Reizbarkeit oder Schlafstörungen.
Die folgende, vereinfachte Darstellung auf Basis der sog. Ludwig-Skala verdeutlicht, wo der Haarverlust beginnt und wie er fortschreitet.
Vor der Therapie eines Haarausfalls steht die richtige Diagnose. Um diese herauszufinden, gehört neben einer Anamnese und einer körperlichen Untersuchung eine Blutentnahme dazu, um beispielsweise eine Blutarmut oder hormonelle Schwankungen nachzuweisen. In manchen Fällen wird auch eine Biopsie der Kopfhaut entnommen, um eine Entzündung oder eine infektiöse Erkrankung (zum Beispiel einen Pilzbefall) auszuschließen.
Die Behandlung von Haarausfall bei Frauen richtet sich nach der Ursache. Die Behandlungsoptionen hängen von der Ursache des Haarverlusts ab. Es macht wenig Sinn, ohne Kenntnis der Ursache irgendein Medikament oder Haarwuchsmittel auszuprobieren. Auf Basis der gefundenen Ursache kommen verschiedene Behandlungsansätze infrage.
Wenn zum Beispiel bestimmte Medikamente diffusen Haarausfall verursachen, ist es ratsam, ein Gespräch mit dem behandelnden Arzt zu suchen. Möglicherweise lässt sich die Dosis reduzieren oder die Behandlung auf ein alternatives Präparat umstellen, das dem Haarwachstum weniger schadet. Wenn nicht, normalisiert sich der Haarverlust meist nach Beenden der medikamentösen Therapie von allein wieder. Zudem können Präparate aus der Apotheke helfen, den Haarausfall zu stoppen und das Haarwachstum anzuregen.
Sind Erkrankungen (wie eine Schilddrüsenüberfunktion oder Tuberkulose) oder Vergiftungen der Auslöser für den Haarausfall, ist es entscheidend, dass diese fachgerecht therapiert werden. Das stoppt in der Folge dann meist auch den Haarausfall.
Die Therapie von vernarbendem Haarausfall gestaltet sich schwierig und langwierig. Bei Lupus erythematodes verschreibt der Arzt zur Behandlung der entzündeten Stellen auf der Kopfhaut häufig Kortison und andere Wirkstoffe, welche die Entzündungsprozesse und damit den Haarausfall stoppen. Bereits verloren gegangene Haare wachsen nicht nach, weil die Haarfollikel unwiederbringlich geschädigt sind.
Mechanisch bedingter Haarausfall bei Frauen lässt sich verhindern, indem die Haarwurzeln keinem übermäßigen Zug ausgesetzt werden. Das bedeutet zum Beispiel, einen Pferdeschwanz nur locker zu binden oder die Haare häufiger offen zu tragen.
Ein vorübergehender Haarausfall bei Frauen nach einer Geburt, nach Operationen oder Infektionen bedarf meist keiner Therapie, sondern normalisiert sich von allein wieder. Mit etwas Geduld und eine ausreichende Nährstoffzufuhr (vor allem bei stillenden Frauen) füllt sich das Haar nach und nach wieder.
Es gibt wirksame Mittel gegen Haarausfall bei Frauen - im Alter ebenso wie in jungen Jahren. Für die richtige Behandlung ist die Ursache des Haarausfalls grundlegend.
Ein Besuch beim Hausarzt oder Dermatologen ist wichtig, damit Sie die richtige Hilfe erhalten. Folgende Behandlungen sind möglich:
Für die Therapie von kreisrundem Haarausfall bei Frauen (und Männern) stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung.
Die Erfolgsaussichten der einzelnen Behandlungsmöglichkeiten von kreisrundem Haarausfall bei Frauen (und Männern) sind insgesamt eher bescheiden. Außerdem kommt es öfters zu Rückfällen. In manchen Fällen heilt der kreisrunde Haarausfall bei Frauen (sowie Männern und Kindern) auch von allein wieder aus.
Diffusen Haarausfall behandelt der Arzt abhängig von seiner Ursache. Sind Medikamente wie beispielsweise Lipidsenker oder Krebsmedikamente die Ursache, legt sich der Haarausfall nach Beenden der Therapie meist wieder. Möglich ist auch, auf ein alternatives Präparat umzusteigen, das den Haaren weniger schadet.
Manchmal wird diffuser Haarausfall von Infektionen oder anderen Erkrankungen wie etwa Schilddrüsenerkrankungen verursacht. B-Vitamine und bestimmte Aminosäuren (L-Cystein) stärken die Haarwurzeln und regen die Bildung neuer Haarzellen an.
Frauen können Hausmittel oder homöopathische Mittel neben den Medikamenten ausprobieren. Einige schwören auf homöopathische Globuli gegen Haarausfall bei Frauen. Deren Wirkung ist aus wissenschaftlicher Sicht aber nicht belegt.
Daneben gibt es einige Hausmittel, die dabei helfen können, Ihre Haarpracht zu erhalten und zu stärken, zum Beispiel gelten Brennnessel, Apfelessig oder Zwiebelsaft als gut fürs Haar. Oft ist die wissenschaftliche Datenlage bezüglich der Wirksamkeit von Hausmitteln aber dünn.
Auch gesunde, vitaminreiche Lebensmittel können gegen Haarausfall bei der Frau helfen. Zu solchen Nahrungsmitteln gehören unter anderem Vollkornprodukte (Zink), Nüsse und Pilze (Selen) oder Haferflocken (Biotin).
Hausmittel haben ihre Grenzen. Wenn Ihre Beschwerden über einen längeren Zeitraum bestehen, trotz Behandlung nicht besser oder sogar schlimmer werden, sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen.
Das Konzept der Homöopathie und ihre spezifische Wirksamkeit sind jedoch umstritten und durch Studien nicht eindeutig belegt.
Macht sich Haarausfall bei Frauen bemerkbar, fragen sich viele, was sich dagegen tun lässt. Sprich hierzu mit einem/einer Ärzt*in, wenn Du den Verdacht hast, unverhältnismäßig viele Haare zu verlieren. Das bedeutet nicht, dass Du einzelne, ausgefallene Haare zählen sollst. In der Regel bemerkst Du es, wenn Dein Kopfhaar sich lichtet. Indem Du Deine Symptome abklären lässt, bekommst Du eine genaue Diagnose und kannst mit der richtigen Therapie starten. Hol Dir ebenfalls ärztlichen Rat ein, wenn Du plötzlichen Haarausfall bemerkst.
Gelassenheit und Geduld sind wichtige Verbündete Immer mehr Haare zu verlieren kann die eigene Psyche negativ beeinträchtigen. Das dünner werdende Haar rückt in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und erhält im Alltag einen deutlich erhöhten Stellenwert. Hier hilft kritische Distanz: Lass dich von verstärktem Haarverlust nicht vollständig einnehmen und versuch stets daran zu denken, dass der Haarausfall nicht Deine Persönlichkeit bestimmt. Es mag schwerfallen, aber bring für die Behandlung Geduld mit. Das Tempo des Haarwachstums gibt vor, wann Du Effekte bemerkst.
| Art des Haarausfalls | Ursachen | Behandlungsmöglichkeiten |
|---|---|---|
| Erblich bedingter Haarausfall (Androgenetische Alopezie) | Genetische Veranlagung, Überempfindlichkeit gegenüber DHT | Minoxidil, Antiandrogene, Behandlung der Grunderkrankung |
| Kreisrunder Haarausfall (Alopecia Areata) | Autoimmunerkrankung | Kortison, Dithranol, Topische Immuntherapie |
| Diffuser Haarausfall | Medikamente, Infektionen, Stoffwechselstörungen, Nährstoffmangel | Behandlung der Grunderkrankung, Medikamentenwechsel, Nährstoffergänzung |
tags: #gegen #haarausfall #ursachen #frauen
Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen
Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.