Gundula Gause: 30 Jahre "heute journal" und ein legendärer Pagenkopf

Seit 30 Jahren moderiert Gundula Gause das "heute journal". Am 8. Februar 1993 erschien ihr blonder Pagenkopf zum ersten Mal im „heute journal“-Studio. Am Mittwoch, 8. Februar, feierte die gebürtige Berlinerin Gundula Gause Jubiläum: Sie ist seit 30 Jahren Komoderatorin des „heute journals“.

In dieser Zeit ist sie nicht nur dem ZDF treu geblieben, sondern auch ihrer Frisur. Zum Jubiläum wird Gundula Gause in diversen Interviews natürlich auch auf ihren berühmten Bob angesprochen. Auch wenn sie Fragen zu ihrer Haartracht eigentlich nicht mehr hören kann.

Gundula Gause, heute 57, feierte ihr Debüt als Co-Moderatorin an der Seite Wolf von Lojewskis.

Gundula Gause (Quelle: Goldene Kamera)

Der ikonische Pagenkopf

Seit dem 8. Februar 1993 begrüßt die Journalistin die Zuschauer mit ihrem Markenzeichen: dem blonden Pagenschnitt. Der Gundula Gause-Pagenkopf ist ja fast schon legendär.

Sie finde einfach, dass der Schnitt ihr stehe. Sie fühlt sich damit einfach wohl. Doch sie bringt ihren Bob auch in Verbindung mit ihrer beruflichen Beständigkeit. Sie sieht sich als "Frau, die für Kontinuität und Verlässlichkeit steht".

Sie habe schon "vor ungefähr 30 Jahren erkannt, dass das meine Frisur ist", sagte sie im teleschau-Interview. Dieselbe Treue, die sie dem ZDF und dem "heute journal" entgegenbringt, gilt auch für ihre Haare: "Weil ich ein treuer, an Kontinuität interessierter Mensch bin, hatte ich danach keine Lust mehr auf Veränderung", führte sie aus.

"Verrückte Experimente" seien nicht so ihr Ding. Ihr Fazit zur Frisur: "Einmal für gut befunden und dabeigeblieben".

Man hat seine Gründe, warum man bei einem Stil bleibt. Vielleicht steht mir diese Frisur einfach am besten - was daran liegen könnte, dass ich einen langen Hals habe.

Co-Moderatorin und Redakteurin

Neben ihrer Frisur wird Gundula Gause immer wieder auf einen anderen Sachverhalt angesprochen: Stört es sie nicht, seit 30 Jahren als Co-Moderatorin nur die zweite Geige beim "heute journal" zu spielen?

Auch das sieht sie entspannt. Sie identifiziere sich "in hohem Maß mit der Aufgabe der Nachrichtenauswahl, des Schreibens derselben und des Mitgestaltens der Sendung im Team". Mit der ZDF-Philosophie, als Hauptmoderatoren nur erfahrene Korrespondenten einzusetzen, habe sie kein Problem.

Gause sieht sich als Co-Moderatorin und RedakteurinGemeinsam mit Claus Kleber bildete Gundula Gause, die schon mal einen Schwächeanfall im Studio hatte, lange eines der bekanntesten Moderatoren-Gespanne der Bundesrepublik: Von 2003 bis 2021 präsentierten sie gemeinsam das "heute journal".

Dass sie oft nur als Frau in der zweiten Reihe wahrgenommen wurde, störte Gause nicht, "weil es auch nicht stimmt", wie sie 2023 im Interview mit der Agentur teleschau sagte. "Ich bin Co-Moderatorin und Redakteurin im Studio", stellte sie klar. "Das mit der zweiten Reihe sieht nur nach außen so aus."

"Ich indes war immer Redakteurin und habe überwiegend im Büro, in meiner 'Nachrichtenwerkstatt', wie ich immer sage, gearbeitet", sagt sie. Es passt schon so, wie es ist.

Mit Claus Kleber bildete Gundula Gause von 2003 (Bild) bis 2021 eines der bekanntesten Duos der deutschen TV-Landschaft.

Am Mittwoch, 30. April 2025, wird sie 60 Jahre alt.

In der Wahrnehmung vieler Menschen sind Sie seit 30 Jahren die Frau in der zweiten Reihe beim „heute journal“.

Nein, weil es auch nicht stimmt. Ich bin Komoderatorin und Redakteurin im Studio. Das mit der zweiten Reihe sieht nur nach außen so aus.

Claus Kleber hat immer gesagt, dass es bei uns keinen ersten und zweiten Moderator gibt. Wer sich mit dem Nachrichtengeschäft auskennt, weiß, dass man nur im Team eine gute Sendung herstellen kann. Genauso war es immer beim „heute journal“.

Wir haben uns stets als gleichwertiges Team empfunden, und das Feedback der Menschen, die ich auf der Straße treffe, ist immer klasse.

Sie werden also oft auf der Straße erkannt? Es gibt ja TV-Menschen, die sehen in echt ganz anders aus als im Fernsehen. Und andere genauso wie auf dem Bildschirm. Zur letzteren. Aber ich weiß, was Sie meinen, und habe die eine oder andere Kollegin oder auch Kollegen vor Augen, die abseits der Kamera tatsächlich ganz anders wirken oder aussehen.

Ich sehe in echt etwa so aus, wie Sie mich aus dem Fernsehen kennen. Nur dass ich privat sehr viel legerer gekleidet bin.

Ich bin eine ZDF-Pflanze und fühle mich sehr wohl. Wenn man sich in einem Kosmos auskennt, bietet das viele Vorteile, die man nutzen kann. Ich bin Nachrichten-Redakteurin durch und durch. Jeder Tag ist anders, je nach Nachrichtenlage. Insofern: Auch wenn die Ereignisse, über die ich in meinem Beruf berichte, oft bedrückend sind.

Nachrichten waren und sind noch immer mein Traumjob.

Hätten Sie gern den Job der „Anchorwoman“ beim „heute journal“ übernommen? Wenn, dann hätten das andere entscheiden müssen. Ich bin in meinem Job sehr akzeptiert - das ist eine tolle Rückmeldung, die ich da bekomme.

Mit allem anderen habe ich kein Problem. Erst recht nicht, seitdem ich mich zuletzt in anderen Formaten außerhalb vom „heute journal“ noch mal anders zeigen kann. Ich mag das „journal“ sehr - es ist für mich wie ein geliebtes Familienmitglied. Da macht man vor allem das, was für das große Ganze gut ist.

Eine letzte persönliche Frage noch, Sie gelten als die Frau mit der deutlichsten Aussprache im deutschen Fernsehen.

Vielen Dank fürs Kompliment, das war mir gar nicht bewusst. Allerdings hat das mein „heute journal“-Chef, Wulf Schmiese auch vor ein paar Tagen gesagt. Ich wusste nicht, dass ich damit auffalle (lacht).

Nein, ich bin als Kind oft umgezogen, deshalb hat sich bei mir nie ein Dialekt festgesetzt. Ich bin zum ZDF gekommen, da war ich 23 oder 24 Jahre alt. Damals habe ich ein bisschen Sprecherziehung bekommen, aber nach kurzer Zeit wusste ich, dass ich das kann. Seitdem habe ich nicht mehr „trainiert“.

Gundula Gause im Interview

tags: #claus #kleber #perücke

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