Die Funktion der Haare auf der Haut: Aufbau, Wachstum und Gesundheit

Haare sind mehr als nur ein Schönheitsmerkmal; sie sind faszinierend in ihrer Vielfalt und Ausdruck unserer ganz individuellen Persönlichkeit. Sie spielten schon immer eine große Rolle als Symbol für Wohlbefinden und Attraktivität. Haare sind für viele Menschen ein natürlicher Schmuck und Ausdruck der Persönlichkeit. Aber was genau sind Haare und welche Funktionen erfüllen sie auf unserer Haut? Dieser Artikel beleuchtet die Struktur, das Wachstum und die Bedeutung der Haare für den menschlichen Körper.

Haare sind lange Hornfäden, die aus Keratin bestehen. Als sogenannte Hautanhangsgebilde bilden sie sich ab dem dritten Embryonalmonat in der Oberhaut.

Anatomie des Haares

Die verschiedenen Haartypen

Man unterscheidet drei Haartypen beim Menschen:

  • Lanugohaare (Flaumhaare): feine, kurze, dünne und unpigmentierte Haare, die während der Embryonalzeit vorkommen und spätestens bis zum 4. Lebensmonat abgestoßen werden.
  • Vellushaare (Wollhaare): diese kurzen, feinen, leicht pigmentierten Haare ersetzen zunächst die Lanugohaare. Sie bilden bei Kindern, teils aber auch bei Frauen die Körperbehaarung.
  • Terminalhaare (Dauerhaare): meist lange, dicke und mehr oder weniger pigmentierte Haare, die seit der Geburt die Kopfhaare, Wimpern und Augenbrauen bilden. In der Pubertät werden aus den Vellushaaren in Achseln und im Genitalbereich solche Terminalhaare. Das Gleiche gilt für den Großteil der männlichen Körperhaare.

Der Aufbau eines Haares

Haare entstehen aus zapfenförmigen Anlagen in der Tiefe der Oberhaut, die in das embryonale Bindegewebe einwachsen. Daraus entwickelt sich die Haarpapille, ein durchbluteter Bindegewebszapfen. Um diese herum sitzt die Haarzwiebel, das verdickte Ende der Haarwurzel, die schräg in die Unterhaut reicht.

Äußerlich sichtbar ist nur der aus der Haut ragende Haarschaft. Das Haar wird nach außen von einem einfachen, verhornten Plattenepithel umgeben (Kutikula), das nach oben gerichtete, gezackte Kanten hat. Diese Kanten greifen dachziegelartig übereinander. Wenn sie dicht ineinander greifen, wirkt das Haar glatt und glänzend. Wenn sie aber auseinander stehen, wirkt es spröde und glanzlos.

Da die Haare schräg in der Haut stehen, ist eine Richtung, ein „Strich“, zu erkennen. Sichtbar wird dies besonders bei Wirbeln, die die Haare bilden.

Zwischen dem Haarbalg und der Hautoberfläche verläuft ein Haarbalgmuskel, der sich bei Erregung zusammenziehen kann, wodurch sich die Haare aufstellen und die Hautoberfläche wie eine „Gänsehaut“ aussehen lassen. Auf der Felderhaut gibt es Haaraufrichtermuskeln, die für die Gänsehaut und das Entleeren der Talgdrüsen zuständig sind.

Ob Haare glatt oder lockig sind, liegt am Querschnitt des Haarschafts. Ist der Querschnitt rund, sind sie meist sehr glatt. Bei einem runden bis ovalen Querschnitt sind sie glatt oder können Locken bilden. Bei einem stark elliptischen Querschnitt bilden sie meist sehr starke, kleine Locken.

Der Haarwachstumszyklus

Die Entwicklung eines Haares erfolgt zyklisch, und jeder Haarfollikel oder Haarbalg hat einen eigenen Zyklus, der unabhängig von anderen Haarfollikeln ist. Der Zyklus lässt sich in drei Abschnitten einteilen: Anagen-, Katagen- und Telogenphase.

Haarwachstumszyklus

Anagenphase (Wachstumsphase)

Die Haarzwiebel nimmt während der Entwicklung des Haarschafts verschiedene Formen an: In der Wachstumsphase (Anagenphase), in der sich ein neues Haar bildet, entsteht auch eine neue Zwiebel in der Haarwurzel, die durch dauernde Neubildung von Zellen in mehreren Lagen geschichtet ist. Es besteht eine hohe Stoffwechselaktivität, aber auch eine hohe Empfindlichkeit gegenüber Schadstoffen aller Art.

Die Anagenphase dauert zwei bis sechs Jahre und ist abhängig vom Alter, Geschlecht und von der Stelle, an der das Haar wächst. Etwa 90 Prozent der Kopfhaare befinden sich in der Anagenphase.

Katagenphase (Übergangsphase)

In der Übergangsphase (Katagenphase) enden die Stoffwechselaktivität und damit die Zellproduktion der Haarzwiebel - sie wird geschlossen und verhornt (Einlagerung von Keratin). Das Haar wird unten abgerundet und von der äußeren Scheide der Haarwurzel umschlossen und rückt langsam nach oben.

Die Katagenphase dauert ein bis zwei Wochen. In ihr befinden sich etwa ein Prozent der Kopfhaare.

Telogenphase (Ruhephase)

In der End- oder Ruhephase (Telogenphase) wird die Zwiebel verdrängt, die innere Haarwurzelscheide verschwindet und die neu entstandene Matrix erneuert die Haarpapille und die Zellteilung beginnt wieder. Es bildet ein neues „Anagenhaar“, das dann das Kolbenhaar in seiner Telogenphase ausstößt.

In dieser Phase befinden sich etwa 18 Prozent der Haare auf dem Kopf. Die Telogenphase dauert zwei bis vier Monate.

Wie viele Haare hat ein Mensch?

Die Zahl der Kopfhaare beträgt ungefähr 90.000 bis 100 000. Es gibt aber deutliche Unterschiede bei Menschen mit verschiedenen Haarfarben:

Im Durchschnitt die meisten Haare haben blonde Menschen mit rund 140.000. Dann folgen brünette Menschen mit rund 100.000 Haaren auf dem Kopf. Das Schlusslicht bilden Rothaarige mit nur etwa 85.000 Haaren.

Trotz Unterschieden bei der Gesamtzahl ist aber die Zahl der Haare, die täglich ausfallen, bei allen gleich: Der natürliche Haarausfall beträgt etwa 70 bis 100 Haare pro Tag.

Die Haare wachsen täglich um etwa 0,3 Millimeter, also etwa einen Zentimeter im Monat. Die Haardicke (Durchmesser/Haar) beträgt bei den Vellushaaren 0,04 Millimeter, bei den Terminalhaaren 0,12 Millimeter. Die Dichte liegt bei etwa 200 Haaren pro Quadratzentimeter.

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Die Haarfarbe

Die Farbe der Haare entsteht durch Pigmente, die von bestimmten Zellen, den Melanozyten, gebildet wird. Diese Zellen finden sich reichlich im Bereich der Haarzwiebel. Wenn Luft in das Haarmark eindringt, führt dies zum Ergrauen. Die anfängliche Mischung von farblosen und naturfarbenen Haaren erweckt den Eindruck von „Grau“. Wenn alle Haare pigmentfrei sind, sehen sie weiß aus.

Welche Probleme können die Haare verursachen?

Eine eitrige Entzündung der Haarbalgdrüse nennt man Furunkel. Ihre schwerste Verlaufsform wird als Karbunkel bezeichnet. Dabei sind mehrere benachbarte Haarfollikel entzündet (mit Gewebeeinschmelzung).

SchadstoffeGiftstoffe schädigen Haare besonders in der Anagenphase. Die Stärke und Dauer der Einwirkung eines Schadstoffs und die Empfindlichkeit des einzelnen Follikels spielen eine Rolle bei der Intensität der Schädigung.

Bei leichteren Schadstoffen wandeln sich Anagenhaare vorzeitig in Telogenhaare um, was nach zwei bis vier Monaten (entsprechend der Dauer der Telogenphase) zu Haarausfall führt.

Bei stärkeren Schadstoffen wird nur ein Teil der Anagenhaare in Telogenhaare umgewandelt. Die Mehrzahl der empfindlichen Anagenhaare wird dystrophisch und bricht an der schmalsten Stelle ab, was zu einem rasch einsetzenden Haarausfall führt.

Bei sehr starken Schadstoffen passieren die Umwandlung und das Einsetzen des Haarausfalls innerhalb von Stunden bis Tagen.

Extrem starke oder plötzlich einwirkende Schadstoffe führen innerhalb von Stunden zu einem Untergang der gesamten Haarmatrix: Die Haare brechen und fallen aus.

Haarausfall und Haarmangel

Die Bildung einer Glatze beruht bei Männern auf einer erblichen Veranlagung. Sie kann schon kurz nach der Pubertät einsetzen.

Androgene (männliche Geschlechtshormone) wie Testosteron haben auf das Wachstum der Haare unterschiedliche Wirkungen. Die Entwicklung der Kopfhaare wird gehemmt, es kommt zu Haarausfall und Glatzenbildung (wobei hier auch Vererbung und Alter eine Rolle spielen). Die Entwicklung der Körperhaare bei Männern wird dagegen durch Androgene gefördert.

Bei manchen Menschen kommt es plötzlich zu einem kreisrunden Haarausfall (Alopecia areata). Er kann zum Beispiel die Haare am Kopf, Bart, unter den Achseln, in der Genitalregion oder die Augenbrauen betreffen.

Ein Haarmangel (Hypotrichose) kann verschiedene Ursachen haben, zum Beispiel Stoffwechselstörungen (wie Eisenmangel oder Mangelernährung), hormonelle Veränderungen (etwa in der Schwangerschaft, Stillzeit und in den Wechseljahren) oder Infektionskrankheiten (wie Typhus, Spätstadium der Syphilis, Grippe). Eine Hypotrichose kann aber auch erblich bedingt und angeboren sein.

Übermäßig viele Haare

Bei Frauen führt ein Überschuss an Androgenen zu einem männlichen Behaarungstyp (Hirsutismus). Die Ursache dafür bleibt in manchen Fällen unklar. In anderen ist der Grund eine Überproduktion von Testosteron (etwa bei Eierstocktumoren, Morbus Cushing, Adipositas oder Polyzystischem Ovarialsyndrom).

Menschen mit der sogenannten Hypertrichosis congenita tragen am Körper lange, dichte, seidigenartige Haare: Die angeborenen Lanugohaare weiter bestehen und werden nicht durch Vellushaare ersetzt. Die Betroffenen werden oft umgangssprachlich auch "Affenmenschen" genannt.

Die Funktionen der Haare

Heute haben Haare beim Menschen zwar keine lebenswichtigen Funktionen mehr, aber dennoch erfüllen sie wichtige Aufgaben. Kopfhaare schützen vor starker Sonnenbestrahlung und verlangsamen im Winter das Abkühlen. Wimpern und Augenbrauen verhindern, dass Staub, Schmutz oder Schweiß in die Augen geraten. Auch in der Nase und den Ohren schützen Haare vor Eindringlingen.

Neben einer ästhetischen Rolle, die Haare für viele Menschen spielen, erfüllen sie auch einige wichtige Funktionen für unseren Körper. Am Haarfollikel enden auch viele Nervenfasern. Dadurch können wir Haarbewegungen wahrnehmen und selbst einen leichten Luftzug gut spüren.

Haarpflege

Shampoos, Spülungen, Kuren, Gele, Conditioner und Sprays - die Vielzahl an Haarpflegeprodukten ist überwältigend. Häufiges und intensives Bürsten, Kämmen, Färben und Föhnen kann sie ebenso strapazieren wie mechanische Belastungen - zum Beispiel durch strenge Frisuren, wie sehr feste Knoten oder Zöpfe. Zudem kann das Haar spröde, glanzlos und brüchig werden.

Schönes und glänzendes Haar muss kein Wunschtraum sein. Vermeide nach Möglichkeit häufiges bzw.

Die Haare sind für viele Menschen ein natürlicher Schmuck und Ausdruck der Persönlichkeit.

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