Viele glauben, dass eine Friseur-Abschlussprüfung nur aus dem praktischen Teil besteht. Das stimmt aber nicht! Auch bei einer Friseur-Abschlussprüfung gibt es einen theoretischen Teil. Dieser Artikel erklärt, worum es sich dabei handelt und wie du dich perfekt darauf vorbereitest.
Früher wurde die Friseur-Abschlussprüfung als Gesellenprüfung bezeichnet. Dieser Begriff kommt auch heute noch vor: Gesellenprüfung im Friseurhandwerk. Aber aus welchen Teilen besteht nun diese Prüfung?
Als Erstes möchten wir dich darüber informieren, dass es bereits während der Ausbildung eine Prüfung gibt, und zwar die Zwischenprüfung. Die tatsächliche Friseur-Abschlussprüfung wird am Ende der Ausbildungszeit, circa im 36. Monat abgelegt.
Die Basis für den gelungenen Eintritt in zahlreiche interessante Berufsfelder bildet die Friseurausbildung. Faktische Voraussetzung ist eine erfolgreich abgeschlossene Schullaufbahn (entweder mit Haupt-, Realschulabschluss, Abitur oder Fachabitur). Im Rahmen einer dreijährigen Ausbildung, die unter gewissen Bedingungen auf zwei Jahre verkürzt werden kann, erfolgt die Vermittlung der handwerklichen und theoretischen Kompetenzen des Friseurberufs. Erweitert durch überbetriebliche Kurse, ist der Hauptteil der Ausbildung praktisch orientiert und wird in einem Friseurmeisterbetrieb geleistet. Entsprechend den Öffnungszeiten des jeweiligen Salons findet der Praxisteil Vollzeit innerhalb dieser Zeitspannen statt. Der schulische Ausbildungsteil wird wöchentlich durch ein- bis zweimaligen Besuch der Berufsschule absolviert, alternativ in Form einer Blockveranstaltung. Beginn der Ausbildung ist meistens der 1. August oder 1. September, dies kann jedoch, je nach Betrieb, auch variieren (friseurhandwerk.de).
Den Auszubildenden ist eine angemessene Vergütung zuzusichern, die mindestens einmalig pro Jahr anzusteigen hat (friseur-news.de).
Laut Ausbildungsrahmenplan ist die Lehre dreier Qualifikationsgruppen vorgesehen: der sog. "Kernqualifikationen", der "Wahlqualifikationen" sowie der "integrativen Fertigkeiten". Erstere und letztere sind im Laufe der gesamten Ausbildung zu erwerben, die "Wahlqualifikationen" zwischen dem 19. und 36. Ausbildungsmonat.
Im Einzelnen gehört zur Behandlung der Haare auch die Pflege der Kopfhaut. Über das Schneiden gemäß klassischer und moderner Techniken hinaus sowie das Kolorieren werden das Verlängern, Verdichten und die Strukturveränderung der Haare erlernt sowie das Konzipieren von Frisuren aller Art. Des Weiteren geht es um die Aneignung der umfassenden Betreuung der Kundinnen und Kunden, stets mit dem Fokus auf deren speziellen Anliegen und individuellen Typen. Dazu zählt die erwähnte Beratung bezüglich der Produktauswahl und -anwendung sowie der Verkauf der entsprechenden Waren. Zudem gewinnt - analog zu Fragen der Nachhaltigkeit - das Thema Digitalisierung der Arbeitswelt mehr und mehr an Bedeutung (handwerk.de).
Was erwartet dich im praktischen Teil? Die praktische Prüfung fordert zum Beispiel das Beurteilen der Kopfhaut und der Haare als auch das Erstellen einer Frisur. Im weiteren Verlauf kommt das Färben der Haare als auch die Anwendung von Kosmetik zum Zug. Zudem wird bereits bei der Zwischenprüfung ein Fachgespräch erwartet, das du mit einem „Kunden“ führst.
Im Rahmen des praktischen Teils gilt es, das bereits Erlernte vorzuführen, indem jeweils eine zuvor in der Prüfungsmappe geplante und dokumentierte Damen- und Herrenfrisur anhand eigener Modelle realisiert wird.
Ohne bestandene Abschlussprüfung kannst du weder als Friseur noch als Friseurin arbeiten. Das verdeutlicht, dass du dich zumindest auf den theoretischen Teil vorbereiten solltest. Um dich hier zu unterstützen, haben wir einen Online-Test entwickelt, der sich mit den Prüfungsfragen beschäftigt, die im Allgemeinen in dieser Prüfung vorkommen. Somit bist du bereits auf der sicheren Seite, da wir die Inhalte der Prüfungen nutzen. Zusätzlich kannst du unsere anderen Tests verwenden, um zum Beispiel eine Sicherheit bei der Gesprächsführung zu erlangen.
Im Theorie-Teil geht es um die korrekte Beantwortung berufsbezogener Fragestellungen. Am Ende der Ausbildungszeit ist der zweite Teil der Gesellenprüfung abzulegen. Analog zu Prüfungsteil eins müssen auch hier die gewonnenen fachspezifischen Kenntnisse und Fähigkeiten sowohl schriftlich als auch praktisch unter Beweis gestellt werden (friseurhandwerk.de).
Begleitend zur Ausbildung wird zudem ein handschriftlich oder per App geführtes Berichtsheft zur Dokumentation der individuellen Lernfortschritte erstellt, das zur Abschlussprüfung eingereicht wird. Zusätzlich unterstützt z. B. die Lern-Applikation "GETHAIR" die Auszubildenden bei der Aneignung der Lehrinhalte (friseurhandwerk.de).
Zwar wird der theoretische Teil der Prüfung nicht so stark gewichtet wie der praktische Teil - dies ist für dieses Berufsbild auch absolut logisch.
Abgesehen von der schriftlichen Prüfung und dem praktischen Prüfungsteil könntest du auf eine mündliche Prüfung bestehen. Aus dieser ziehst du dann einen Nutzen, wenn du durch deine Ergebnisse im theoretischen und im praktischen Teil auf der Kippe stehst. Dann hast du das Recht, eine mündliche Prüfung zu verlangen, um mit dieser zu beweisen, dass du über ausreichend Fähigkeiten verfügst.
Zur Kategorie der Handwerks- und Dienstleistungsberufe zählend, muss die Friseurtätigkeit speziellen Anforderungen gerecht werden, die Kundinnen und Kunden an heutige Dienstleistungsarbeit stellen; sie umfasst diverse Dienstleistungen, die in den vergangenen Jahrzehnten stetig komplexer geworden sind: "Mit der traditionellen Tätigkeitsbeschreibung durch Waschen, Schneiden, Föhnen ist es schon seit Längerem nicht mehr getan. Inhalte wie Trend-, Typ- und Beautyberatung sowie eine stärkere Betonung kommunikativer Kompetenzen und neuer Anforderungen an handwerklich-praktische Fertigkeiten spielen eine zunehmende Rolle" (Bauer und Böhle 2020: 105). Der Verkauf zielgruppenorientierter Produkte ergibt sich als "logische Konsequenz [der] Beratung" (Jany, Diekmann, Lipp-Thoben und Lück 2009: 317). Des Weiteren werden etwa betriebswirtschaftliche sowie EDV-Kenntnisse vorausgesetzt (Jany, Diekmann, Lipp-Thoben und Lück 2009: 4).
Du möchtest mehr zur Ausbildung und dem Einstellungstest erfahren? Zur Orientierung: Trendbewusstsein, Kreativität und Empathie
"Denken Sie daran, dass die Kunden nicht nur wegen der perfekten Frisur in den Salon kommen: Sie wollen auch verwöhnt und umsorgt werden" (Jany, Diekmann, Lipp-Thoben und Lück 2009: 7). Dieses Zitat verdeutlicht, dass für den Beruf der Friseurin / des Friseurs nicht nur technisches Geschick und fachliche Kenntnisse ausschlaggebend sind: Neben einer kreativen Ader, dem Sinn für Schönheit und Stil sowie einem Blick für Trends sollten Anwärterinnen und Anwärter des Friseurhandwerks durch Aufgeschlossenheit und Empathie charakterisiert sein. Ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit sowie Einfühlungsvermögen helfen dabei, einen gleichermaßen unterhaltsamen wie taktvollen Kundenumgang zu realisieren. Des Weiteren ist die Befähigung zur Teamarbeit und ein guter Umgang mit Kritik von Vorteil (Jany, Diekmann, Lipp-Thoben und Lück 2009: 4ff.).
Hier sind einige Beispiele für Lehrgänge zur Vorbereitung auf die Gesellenprüfung, die von der Friseur- und Kosmetik-Innung Köln angeboten werden:
Die Aufgaben beziehen sich auf praxisbezogene Fälle aus folgenden Gebieten:
Bei den integrierten Mathematikaufgaben darf ein Taschenrechner benutzt werden.
Damenmodell:
Herrenmodell:
Damenmodell:
Die Naturhaarfarbe/Ausgangsfarbe (am Ansatz) des Modells muss deutlich in der Farbtiefe (mind. 2 Stufen) sowie in der Farbrichtung verändert werden.
Untergrundvorbehandlung
Gestaltung und Beschriftung
Qualitätskontrolle & Nacharbeiten
tags: #Frisuren #Beschreibung #Gesellenprüfung #Beispiele
Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen
Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.