In diesem Jahr sind Kostüme aus der Rokoko- und Barock-Epoche wieder beliebt. Das Schöne an diesen Kostümen ist, dass sie besonders toll aussehen, wenn sie in größeren Gruppen getragen werden. Aus diesem Grund eignen sich diese Kostüme aus dem 17. Jahrhundert auch ideal für eine Mottoparty. Dabei ist es natürlich jedem selbst überlassen, ob man sein Barock-Kostüm für Halloween selber machen will und mit einem leichten Vampirlook kombiniert, oder ob man sein Barock-Kostüm für Karneval selber machen möchte und beispielsweise einen vergammelten Herren aus der Rokoko-Zeit darstellt (da sitzt die Frisur dann nicht ganz so perfekt).
Natürlich kann man auch das klassische und pompöse Bild vom Barock- und Rokoko-Zeitalter darstellen, indem man sich festlegt, ein Barock-Kostüm mit prunkvollem Kleid selber zu machen. Weitere Vorschläge zum Thema Rokoko-Kostüm selber machen und Ideen für Barock-Kostüme zum selber machen finden Sie auf dieser Heimwerker.de-Themenseite.
Ein Barock-Kostüm bzw. Kleid selber machen, inklusive Accessoires, ist sehr aufwendig und zeitintensiv. Zudem ist ein geübter Umgang mit der Nähmaschine unumgänglich. Da die Kostüme im Handel teuer sind, lohnt es sich natürlich, diese selber anzufertigen.
Das Kleid benötigt viele Meter Stoff - hier wird in der Regel Taft oder Seide verwendet. Um stilecht zu bleiben, das Karnevalskostüm aber nicht zu teuer werden zu lassen, können glänzende Synthetikstoffe verwendet werden.
Vergessen Sie neben dem Barock-Kostüm selber machen nicht die Deko, wenn die Party bei Ihnen stattfinden soll. Farblich kommen folgende Töne in Frage: Pastelltöne, kräftige Rot- und Blautöne sowie Goldstickereien.
Zum Barock-Kostüm selber machen passen Accessoires wie Perücken, Reifen oder Stäbchen sind im Fachhandel erhältlich.
Die Perücke ist quasi der Inbegriff der Rokoko- und Barock-Epoche. Sie ist auch unter dem Begriff Renaissance-Perücke bekannt. Zu keiner anderen Zeit gehörte die Perücke so sehr zum klassischen Tagesbild. Heutzutage werden Perücken vor allem zu Karneval getragen. Klar also, dass man diese beiden Ereignisse wunderbar miteinander kombinieren kann!
Klassisch ist die weiße oder schwarze Perücke. Aber wer es etwas auffälliger mag, kann natürlich auch eine pinke oder blaue Perücke wählen. Eine Anleitung, wie Sie Perücken selber machen, finden Sie hier.
Schon im Barock trug der Adel gern Perücke, denn kaum jemand hatte die Zeit, die Muße oder einfach das nötige Haarvolumen und Locken, um sich regelmäßig eine aufwendige Hochsteckfrisur machen zu können. Das galt sowohl für den Edelmann als auch für die Dame.
Perücken gab es bereits im alten Ägypten sowie im antiken Griechenland und dem Römischen Reich. Zunächst bestanden sie aus Pflanzenmaterial. Zum Teil waren sie aber schon komplexer und aus Tier- oder Menschenhaar geknüpft. Reiche Römerinnen hielten sich eigens zu diesem Zweck sogar Sklavinnen, denen mindestens einmal im Leben die Haare geschoren wurde.
Nach dieser Phase der Ablehnung fand die Perücke ab der Renaissance wieder zu ihrer alten Beliebtheit zurück. Grund dafür war neben dem Einflussverlust der Kirche vor allem das schüttere, wachstumsunwillige Haar vieler Menschen von Stand.
Durch den relativ freien und ungezwungenen Lebensstil des Adels kam es zu einer weiten Verbreitung der Geschlechtskrankheit Syphilis. Diese ging mit starkem Haarverlust einher. Als Folge wurden die unwissenden Menschen nach dem damals besten Gewissen mit Quecksilber behandelt - ein Stoff, dem man nach heutigem Wissen und Informationen nach Möglichkeit nur noch unter entsprechenden Schutzvorkehrungen begegnet.
Andere hatten auch ohne Krankheitsursache dünnes und schütteres Haar. Dies betraf zum Beispiel eitle Könige Frankreichs. Erster dieser Art war König Ludwig XIII. Er besaß nicht viel eigenes Haar und wollte diesen Umstand nur ungern zur Schau stellen. Es etablierte sich die Mode der Herrenperücke, häufig als Zopfperücke getragen.
Der Durchbruch in der Perückenmacherei gelang aber erst durch den Einfluss seines Sohnes, König Ludwig XIV. Dieser hatte die Haarprobleme geerbt. Er prägte einen völlig neuen Stil. Die Perücke musste nun aus kunstvoll hochgesteckten Locken bestehen. Diese wurden mit der neu geschaffenen Papillotier-Technik hergestellt. Dabei wird das Haar im feuchten Zustand über dünne, weiche Stäbe gewickelt und in dieser Position getrocknet. So entstehen feinste Korkenzieherlöckchen.
Da Ludwig XIV klein war, mussten sich seine Perücken zum Kaschieren voluminös in die Höhe recken. Eine Perücke im verspielten Stil von König Ludwig XIV wird Allonge-Perücke genannt. Je nach Kaufkraftvermögen des jeweiligen Einkäufers bestanden sie aus faserigem Pflanzenmaterial, Menschen- oder Tierhaar.
Auch etablierte sich unter den Adligen das Pudern der Perücke mit Kartoffelstärke und anderen Ingredienzien wie Pigmenten oder Duftstoffen, weshalb sie stets Weiss oder Grau wirkte. Das Puder führte zu einer relativ einheitlichen Farbe, diente aber oft auch dem Schutz vor Ungeziefer und sorgte dafür, dass der Träger besser roch.
Im Barock und im Rokoko war das Waschen nicht allzu beliebt, weshalb auf solche Hilfsmittel zurückgegriffen wurde.
Die Allongeperücke wurde ausschließlich von Männern getragen. Frauen hingegen trugen die sogenannte Fontange-Frisur. Das eigene Haar wurde über ein Drahtgestell aufgetürmt und mit Fremdhaar und Schmuck verschönert.
Mit dem Tod Ludwigs XIV endete auch die Mode von Allongeperücken und Fontangefrisuren. Obwohl er in erster Linie selbst die Mode prägte, hatte er sie schon viele Jahre vor seinem Tode satt. Das änderte aber nichts daran, dass er und der Großteil seiner Untertanen trotzdem weiter Allonge oder Fontange trugen.
Nur wenige Jahre nach seinem Tod verloren die voluminösen Gebilde an Bedeutung. Zwar trug man noch einige Zeit Perücke, diese waren aber weniger spektakulär. In der Regel waren sie glatt und kurz. Bald wurden gar keine Perücken mehr getragen. Bis heute kamen sie nicht mehr so recht in Mode. Nur aus gesundheitlichen Gründen oder zu Verkleidungszwecken werden sie noch getragen.
Mittlerweile sind Perücken sehr pflegeleicht, so lassen sie sich oft mit warmem Wasser und Shampoo reinigen, ohne ihre Form zu verlieren. Außerdem zeichnen sie sich dadurch aus, dass sie relativ wenig wiegen und aus atmungsaktivem Material bestehen.
Im Brauchtum ist die Gesichtsmaske und die Gesamtverhüllung insbesondere zu Zeiten der Fastnacht allgegenwärtig. Im Vergleich zur Schminkmaske eines Clowns ist die Barock-Maske starr.
Ob Sie eine Maske für das Barock-Kostüm selber machen oder lieber eine kaufen, bleibt Ihrem persönlichen Geschmack und dem Vertrauen in Ihre Bastel-Fähigkeiten überlassen. Wer sich auf der Karnevalsfeier mit Freunden nicht direkt zu erkennen geben will, ist mit der Barock-Kostümierung gut bedient, denn hier waren gerade zu besonderen Veranstaltungen Augenmasken für Frauen und Männer an der Tagesordnung.
Ob die Maske im Laufe des Abends ablegen wird, bleibt natürlich jedem selbst überlassen. Besonders bekannt sind die Masken des venezianischen Karnevals. Die Halbmasken bedecken nur die Hälfte des Gesichts. Sie lässt das Gesicht besonders puppenhaft wirken und rückt die Augen in den Fokus der Aufmerksamkeit.
Ursprünglich war diese Maskenform Schauspielern vorbehalten, die mit ihr verkleidet waren, aber auf der Bühne dennoch deutlicher sprechen konnten als mit der sogenannten Bauta, der Ganzmaske. Die Bauta, die Ganzmaske, bedeckt das komplette Gesicht.
Klassisch wirken glatte und einfache Masken. Häufig wirken sie wie Porzellan.
Welche Vor- und Nachteile das Tragen einer Halbmaske im Vergleich zur Ganzmaske mit sich bringt, haben wir für Sie in diesem Abschnitt zusammengefasst:
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Essen und trinken möglich | Weniger Anonymität, man ist leichter zu erkennen |
| Keine Verständigungsschwierigkeiten |
Ideen zum Barock-Kostüm selber machen haben Sie nun mehr als genug, zum Abschluss unseres Heimwerker.de-Ratgebers widmen wir uns deshalb in diesem Kapitel der Party-Planung. Wer mit Liebe zum Detail arbeitet, kann einen unvergesslichen Abend kreieren:
Wie bereits erwähnt, macht der aktuelle Kostümtrend als Unikat genauso viel Spaß und Eindruck wie in großen Massen. Daher ist es egal, ob man sich für den Straßenkarneval an Fasching mit ein paar Freunden trifft oder eine eigene Mottoparty unter dem Motto „Rokoko und Barock“ veranstalten möchten.
Bunte venezianische Masken können Sie über den Onlinehandel oder im Sommerurlaub kaufen, um Ihre Gäste in eine andere Zeit zurückzuversetzen.
Wenn zu der Verkleidung passende Musik von Johann Sebastian Bach eingespielt wird und man versucht, wie in der damaligen Zeit zu tanzen, wird die Illusion perfekt. Falls die Stimmung dann doch kippen sollte, ist ein Wechsel zurück zur Karnevalsmusik zwar sehr radikal, aber umso lustiger.
Zu später Stunde werden die hochwertigen Masken dann schließlich beiseite gelegt und es wird bis zum Morgengrauen ausgelassen getanzt.
Im Party-Taumel kann ein Kostüm schnell zu Schaden kommen. Eine Tube Sekundenkleber oder Textilkleber kann zum Retter in der Not werden, um kleine Risse und andere Schäden zu beheben.
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