Afro-Locken sind weit mehr als nur eine Frisur; sie sind Ausdruck einer reichen Kulturgeschichte. Ursprünglich repräsentierten sie Stärke und Identität afrikanischer Völker. Mit der Zeit haben Afro-Locken jedoch viele Veränderungen durchgemacht, sowohl im Bezug auf Stil als auch Bedeutung. In den 1960er Jahren wurden sie beispielsweise zu einem Symbol für Bürgerrechte und die Black Power Bewegung in den USA.
Berühmtheiten spielen eine große Rolle bei dem Einfluss von Afro-Locken in der Popkultur. Stars wie Beyoncé, Solange Knowles, Nikita Thompson, Viola Davis oder Lupita Nyong'o haben mit ihren einzigartigen Lockenkreationen Modetrends gesetzt und dazu beigetragen, dass sich immer mehr Menschen trauen, ihre natürliche Haarpracht zu zeigen. Die Präsenz von Afro-Locken auf den roten Teppichen ist gestiegen und hat damit neue Standards in Sachen Schönheit gesetzt. Die Einflüsse und Ausdrucksformen der afroamerikanischen Kultur haben die Popkultur weltweit geprägt.
In den 1970er Jahren war es vor allem Angela Davis, eine prominente Aktivistin und Professorin, deren voluminöse Afro-Locken zu einem Symbol des schwarzen Stolzes und der politischen Proteste wurden. Auch in Hollywood war das Afro-Haar sehr präsent. Die Schauspielerin Pam Grier trug diese Frisur in ihren Rollen als starke Frauenfigur in Filmen wie "Coffy" oder "Foxy Brown". Musikalisch setzte Jimi Hendrix mit seinen wild abstehenden Afro-Locken ein Statement für Individualität und künstlerische Freiheit.
Heutzutage sind viele Prominente bekannt für ihre natürlichen Frisuren. Alicia Keys beispielsweise wechselt häufig zwischen glattem Haar und wunderschönen Lockenkreationen. Die Schauspielerin Lupita Nyong'o ist ebenfalls bekannt für ihre natürlichen Haar-Styles. Auch der Sänger The Weeknd hat mit seinen unverkennbaren Dreadlocks eine neue Ära der Frisurentrends eingeläutet.
Afro-Locken, einst ein Symbol für politischen Widerstand und kulturelle Identität, sind heute in der modernen Gesellschaft weit verbreitet. Im Laufe der Zeit haben Berühmtheiten wie Lupita Nyong'o, Alicia Keys und The Weeknd dazu beigetragen, Afro-Locken in der Popkultur zu normalisieren. Heute ist die Pflege von Afro-Locken oft mit Selbstliebe und -akzeptanz verbunden. Darüber hinaus gibt es weiterhin eine starke Verbindung zwischen Afro-Locken und kultureller Identität. Afro-Locken symbolisieren nicht nur kulturelle Identität und Selbstliebe, sondern sind auch eine vielseitige Grundlage für zahlreiche Frisuren.
Afro-Locken, ein Symbol kultureller Identität und Selbstliebe, erfordern besondere Aufmerksamkeit in Bezug auf Pflege und Styling. Trotz ihrer robusten Erscheinung sind sie oft empfindlich und können leicht brechen. Die richtige Pflege ist wesentlich für die Gesundheit und das Aussehen von Afro-Locken. Sie profitieren besonders von natürlichen Produkten wie Kokosöl, Sheabutter oder Aloe Vera-Gel, die das Haar mit Feuchtigkeit versorgen und vor Trockenheit schützen. Eine regelmäßige Tiefenausreinigung mit Apfelessig kann helfen, Produktablagerungen zu entfernen und den natürlichen Glanz des Haares wiederherzustellen.
Eine wichtige Rolle spielt auch der Umgang mit den Locken: Anstelle einer herkömmlichen Bürste empfiehlt es sich, einen breitzinkigen Kamm oder Finger zu verwenden, um Schäden durch Ziehen oder Reißen zu vermeiden. Hitze kann Afro-Locken austrocknen und deren Struktur beeinträchtigen. Daher ist es ratsam, hitzefreie Methoden zum Formen der Locken anzuwenden.
Der "Bantu Knot Out" beinhaltet das Eindrehen kleiner Haarpartien zu Knoten, die über Nacht im Haar bleiben und am nächsten Tag herausgenommen werden. Die "Twist Outs"-Methode hingegen besteht darin, das Haar in mehreren Zweistrangzwirnen zu teilen und diese ebenfalls über Nacht einwirken zu lassen. Beide Techniken eignen sich hervorragend zur Schonung der Haare und zum Kreieren individueller Styles.
Afro-Haar neigt dazu trocken zu sein. Daher ist es für die Pflege sehr wichtig, die Haare nicht zu häufig zu waschen, da sonst die körpereigenen Fette entfernt werden. Für gewöhnlich werden die Haare alle 1,5 bis 2 Wochen gewaschen und intensiv mit Feuchtigkeitsspendenden Produkten gepflegt. Um die Feuchtigkeit in den Haaren zu behalten, werden Haaröle verwendet. Nachts sollten die Haare in Seidenschals gewickelt werden - oder man schläft auf Seidenkissenbezügen. Die normalen Baumwollbezüge entziehen Feuchtigkeit und die Locken können in dem Stoff hängen bleiben und dadurch abbrechen oder sich verknoten.
Afro-Locken symbolisieren nicht nur kulturelle Identität und Selbstliebe, sondern sind auch eine vielseitige Grundlage für zahlreiche Frisuren. Prominente wie Alicia Keys, Beyoncé und Lupita Nyong'o haben die Schönheit und Vielseitigkeit von Afro-Haar unter Beweis gestellt. Alicia Keys zum Beispiel ist bekannt für ihre Zöpfchenfrisuren. Sie variiert oft zwischen Cornrows und Box Braids. Beyoncé hingegen wechselt häufig zwischen glattem Haar, Wellen oder Locken. Ihre voluminösen Lockenauftritte auf dem roten Teppich sind legendär. Lupita Nyong'o hat gezeigt, dass kurzes Afrohaar genauso vielseitig sein kann wie lange Locken.
Diese Beispiele zeigen, dass es eine große Bandbreite an Afro-Locken-Frisuren gibt. Sie reichen von traditionellen Zöpfchen und Schutzfrisuren bis hin zu modernen und experimentellen Looks.
Hier eine kleine Tabelle, die einige der gängigsten Frisuren zusammenfasst:
| Frisur | Beschreibung | Bekannte Persönlichkeiten |
|---|---|---|
| Cornrows | Am Kopf entlang geflochtene Zöpfe | Alicia Keys |
| Box Braids | Einzelne, geflochtene Zöpfe, oft mit Kunsthaar verlängert | Alicia Keys |
| Dreadlocks | Verfilzte Haarsträhnen | Bob Marley, The Weeknd |
| Afro | Natürliche, voluminöse Locken | Angela Davis |
| Twist Outs | Haare werden in Zweistrangzwirne geteilt und über Nacht eingewirkt | Lupita Nyong'o |
| Fades | Stufenartige Verläufe am Hinterkopf oder an den Seiten | Verschiedene |
Dreadlocks und Braids sind nicht nur Frisuren. Sie können einiges über ihre Trägerinnen und Träger aussagen und symbolisieren Kultur, Religion oder politische Statements. Assoziiert werden sie oftmals mit People of Color. Doch die Ursprünge solcher Frisuren sind nicht immer eindeutig zu bestimmen.
Dreadlocks sind verfilzte Haarsträhnen, die auch Rastalocken genannt werden. Wer seine Haare nicht kämmt, kann die Frisur auch auf natürliche Weise herstellen. Im Normalfall werden Dreadlocks aber mit gezielten Techniken erzeugt. Ob mit einem Toupierkamm oder durch rubbeln: Es gibt verschiedene Methoden, die Haare selbst zu verfilzen. Es empfiehlt sich aber, die Locken von einem Profi machen zu lassen.
Dreadlocks werden meist direkt mit Reggaemusik und den Rastafari auf Jamaika in Verbindung gebracht. Bob Marley ist dessen bekanntester Vertreter. Die Rastafari sind eine religiöse Bewegung von vor allem PoC-Jamaikanerinnen und -Jamaikanern, die in den 1930er-Jahren auf Jamaika entstand. Sie tragen die Dreadlocks aus religiösen Gründen. Erfunden haben sie die verfilzten Locken allerdings nicht. Denn Dreadlocks zählen als eine der ältesten bekanntesten Frisuren und sind bereits auf Wandgemälden oder Statuen aus dem alten Ägypten oder von anderen Völkern Nordafrikas zu entdecken. Bei Ausgrabungen wurden bei Mumien sogar Überreste ähnlich verfilzter Frisuren gefunden.
Wie die Dreadlocks nach Jamaika kamen, darüber gibt es verschiedene Theorien. Zum einen könnten indische Sadhu-Schamanen die Dreadlocks zusammen mit Curry und Marihuana nach Jamaika gebracht haben. Zum anderen könnten die Rastafaris auch durch die Bibel, auf die sich ihr Glaube unter anderem stützt, inspiriert worden seien. So soll laut dem Gleichnis über Samson sein ungeschnittenes Haar ihm Stärke verliehen haben.
Eine weitere Möglichkeit könnten die Mau-Mau-Krieger des heutigen Nigeria sein. Sie kämpften gegen die Kolonialmacht Großbritannien und trugen dabei aus praktischen Gründen Dreadlocks. Die Haare waren somit ein Teil der Rebellion. Auch das könnte die Rastafari inspiriert haben. Denn auch heute ist die Frisur noch immer eine Art spirituelles oder auch politisches Statement. Neben der Freiheit und Verbundenheit zu Gott kann sie somit ebenfalls eine Rebellion gegen Anpassung und Unterdrückung symbolisieren. Andere sehen in den Locken auch nur eine praktische Frisur oder einen schönen Haartrend.
Aus dem Englischen übersetzt heißen Dreadlocks etwa „Furchtlocken“. Vor dem Begriff der Rastafari nannten sich die Anhängerinnen und Anhänger Dreads, was etwa Respekt vor Gott bedeutet. Als das Christentum die Bewegung als Bedrohung ansah, brachte diese auch den Begriff Dreadlocks ins Spiel und setzten ihn mit Angst in Verbindung. Daher wird die Verwendung des Begriffes teils kritisch gesehen.
Bei Braids wird das gesamte Kopfhaar in kleine Zöpfe geflochten. Um möglichst lange Zöpfe zu erhalten, werden dabei häufig auch Extensions mit eingeflochten. Wird entlang der Kopfhaut geflochten, ist von den sogenannten Cornrows die Rede. Bürsten oder föhnen fällt bei den Braids weg, das macht sie ebenfalls zu einer praktischen Frisur.
Die Stile können dabei ganz verschieden sein. So können die Braids sehr fein gearbeitet werden, wie bei den Micro-Braids. Hier werden mehr als 200 Zöpfe in etwa zehn Stunden geflochten. Es gibt aber auch dickere Zöpfe, die deutlich schneller zu machen sind. Diese werden Casamas-Braids genannt. Egal, in welcher Form: Die Braids werden vor allem von afrikanischstämmigen Frauen, darunter auch Afroamerikanerinnen, getragen und sind Teil der PoC-Kultur.
Die Ursprünge der Braids finden sich vor allem in Afrika. Ähnlich wie bei den Dreadlocks gibt es auch hier erste Hinweise auf Braids etwa 3500 vor Christus im alten Ägypten. Andere Formen von Flechtfrisuren gab es auch in anderen Kulturen, wie bei den amerikanischen Ureinwohnerinnen und Ureinwohnern sowie bei mitteleuropäischen Völkern. Hier wurde meist aber eher grob geflochten. Das unterscheidet sie zumindest in der Optik von den klassischen Braids.
Noch heute symbolisieren Braids in Teilen Afrikas die Zugehörigkeit einer Volksgruppe oder den gesellschaftlichen Stand der Trägerin oder des Trägers. Bei den Massai in Kenia haben die geflochtenen Zöpfe aber auch religiöse beziehungsweise spirituelle Hintergründe. Durch die Sklaverei kam diese Art der Flechtkunst vor einigen Hundert Jahren auch in die USA.
Die ältesten Überlieferungen stammen aus der Zeit der Sklaverei. "Über vieles konnte man damals nicht offen sprechen, etwa über Fluchtpläne. Oft mussten die Männer in Minen arbeiten und kannten die Umgebung nicht. Die Frauen dagegen schon: Sie wurden losgeschickt, um Küchenkräuter zu sammeln", erklärt Vargas, inzwischen fertige Soziologin. Dann flochten sie auf den Köpfen der Kinder einen Plan der Umgebung: im Nacken das Ziel, zum Beispiel der große Baum. Um den Weg zu zeigen, markierten sie mit den Zöpfen Hügel, Täler, Flußläufe, Felsen. "Die Kinder liefen eine Zeitlang mit diesem Plan auf dem Kopf herum, mischten sich unter die Männer, damit die den Plan in Ruhe lesen konnten. Und am Tag der Flucht stoben alle auseinander, kannten aber den Treffpunkt", so Vargas.
Eine noch heute in Kolumbien übliche Sitte sei es, Erlebtes am Ende des Arbeitstages den Freunden zu erzählen und nachzuflechten: "Los sucedidos" heißen diese Zöpfchen. "Das machen zum Beispiel die Frauen, die in den Flüssen Gold waschen", sagt die Soziologin. "Wenn eine von ihnen tauchen muss, um an das Gold heranzukommen, flicht sie abends beim Erzählen einen Zopf und legt viele andere quer darüber. Je mehr Läden Lina María Vargas besuchte, desto mehr Friseure kannte sie. Irgendwann galt sie als Expertin und wurde letztes Jahr in die Jury eines Frisurenfestivals geladen, bei dem Afrokolumbianer aus dem ganzen Land die neuesten Frisuren vorstellten.
Das "El festival de la moña" wird jedes Jahr im Oktober von der Stiftung "Colombia Bella" organisiert. "Ich habe für eine Frisur gestimmt, die eine Brücke zeigte. Darunter war eine Fischfigur eingeflochten. Die Form der Brücke war dem Dorf nachempfunden, aus dem die Frau stammte", sagt Lina.
Es ist wichtig zu verstehen, dass die einzelnen Frisuren frei miteinander kombiniert werden können. Viele Frisuren wie z. B. Cornrows bzw. Braids sind ganz einfach Zöpfe. Dabei gibt es natürlich Unterschiede in der Größe (von millimeterdicken Micro-Braids über stiftdicke Zöpfe bis zu Jumbo-Size) und wie sie am Kopf geflechtet werden. Sowohl bei Box-Braids als auch bei Cornrows kann man Kunsthaar (oder echtes Haar) einflechten. Es gibt diese Styles in unterschiedlichen Farben, Formen und Längen.
Wer nach natürlichen Afro-Frisuren sucht, wird zumindest im englischsprachigen Bereich über das Wort „shrinkage” stolpern: Vor allem sehr stark lockige Haare ziehen sich beim Trocknen zusammen. Im nassen Zustand können die Haare bis über die Brust reichen und im trockenen Zustand gerade bis zum Kinn oder zu den Schultern reichen.
Um die Haare darüber hinaus zu schützen, werden Protective Styles (schützende Frisuren) verwendet, die verhindern sollen, dass die Haare zwischen den einzelnen Waschtagen zu viel Feuchtigkeit verlieren, oder sich aufreiben und verknoten. Das sind am Kopf entlanggeflochtene Zöpfe. Man kann zwei große Cornrows über den Kopf flechten oder auch mehrere kleine in Reihen oder wellenförmigen Mustern. Der Kreativität ist dabei keine Grenze gesetzt.
Es gibt auch noch viele verschiedene Möglichkeiten sich Headwraps zu machen. Eine Übersetzung mit „Kopftuch“ ist in diesem Fall allerdings nicht ganz richtig, da Kopftücher unter anderem religiöse Symbole sind. Vielleicht kann man diese Frisuren Hochsteck-Tuchfrisuren oder hochgesteckte Wickelfrisuren nennen. Headwraps sind auf jeden Fall Seidentücher oder Seidenschals, die man sich kunstvoll um den Kopf wickeln und darunter die Haare verstecken kann. Meistens würde man sich die Haare vorher zu Cornrows oder Flattwists frisieren, damit sie enger am Kopf anliegen.
Bei Kurzhaarfrisuren wird man immer wieder auf Fades oder Fade Haircut stoßen. Das sind stufenartige Verläufe am Hinterkopf oder an den Seiten, sodass es so aussieht, als würden die Haare zum Hals/Nacken hin verblassen (fade out). Auch hier kann man wieder drauf los kombinieren. Dabei sind die Haare nur wenige Millimeter oder Zentimeter lang. Man kann die Locken definieren (Frisur 1 und 2), indem man mit einem Lockenschwamm in kreisförmigen Bewegungen am Kopf entlangbewegt. Dabei werden die Locken definiert.
tags: #Frisuren #Afrikaner #Männer
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