Das 19. Jahrhundert war eine Epoche des Wandels und der Vielfalt, was sich auch in den Frisuren dieser Zeit widerspiegelte. Von schlichten Eleganz bis hin zu aufwendigen Konstruktionen gab es für jeden Anlass und Geschmack die passende Haartracht. In diesem Artikel werden wir uns einige typische Frisuren genauer ansehen und Anleitungen geben, wie man sie selbst nachstylen kann.
In Deutschland war die Zeit zwischen dem Wiener Kongress 1815 und der Märzrevolution 1848 als Biedermeier bekannt. Diese Epoche, die parallel zur Regency-Zeit in England verlief, zeichnete sich durch eine gewisse Spießigkeit, aber auch durch viel Schönheit aus. Die Frauen dieser Zeit legten großen Wert auf ihr Äußeres und insbesondere auf ihre Frisuren.
Man sieht richtig den Übergang von den kürzeren Frisuren im klassizistischen Stil zu den langen Zopffrisuren mit den komplizierten, in Schleifen gelegten Strähnen auf dem Kopf. Die Biedermeierporträts sind so detailverliebt gemalt, daß man die Frisuren richtig gedanklich aufdröseln kann. In dem Katalog sieht man auch ältere Frauen, Kinder und Porträts aus verschiedenen sozialen Schichten. Für Fans historischer Kleidung und Haartrachten jedenfalls interessant. Darin wird immer wieder erwähnt, daß die Frauen sich mit Zuckerwasser die Locken legten.
Typische Biedermeier Frisur mit aufwendig gelegten Locken und Zöpfen.
Ein Chignon ist eine klassische Hochsteckfrisur, bei der das Haar zu einem Knoten oder Knoten am Nacken zusammengebunden wird. Der Chignon hat seine Wurzeln im antiken Griechenland, wo Frauen ihre Haare zu eleganten Knoten steckten und mit Bändern oder Blumen schmückten.
Schritt-für-Schritt Anleitung für einen einfachen Chignon.
Auch wenn das 19. Jahrhundert seine eigenen Trends hervorbrachte, so warf man doch immer wieder einen Blick zurück in die Geschichte, insbesondere in die Antike. Römische Frisuren, die von Kaiserinnen getragen wurden, dienten oft als Vorbild für elegante Hochsteckfrisuren.
Unter Römerinnen war es üblich, die Frisur zu tragen, die auch die Kaiserin gerade trug. So setzten die Damen des Palastes den Frisurentrend. Sie besaßen Sklavinnen, von denen sie sich ihre Haare zu aufwändigen Frisuren hoch türmen ließen.
Ich tippe mal ganz grob das der Film irgendwann in der letzten Hälfte des 19. Jahrhunderts spielt. Das Haar wird in 3 Partien gescheitelt. Zuerst zieht man einen Mittelscheitel mit besagtem Stielkamm o.ä. (ich hab nen Haarstab genommen). Das Scheiteln ist bei dieser Frisur das wichtigste, weil die schnurgeraden Scheitel den ganzen Charme machen (finde ich). Dann kommt noch ein Scheitel von Ohr zu Ohr hinzu. Den setzt man ca. Jetzt bindet man die Partie am Hinterkopf zum Pferdeschwanz. Dieser sollte schön weit oben sitzen. Bevor man das Zopfgummi reinmacht, wird der Ansatz mit der WBB gaaaaanz glatt gebürstet.
Eine dünne Strähne (vllt. ein fünftel oder Sechstel des Zopfes) abteilen und ganz bis unten zu einem englischen Zopf durchflechten, mit einem kleinen Zopfgummi befestigen. Den verbleibenden Pferdeschwanz zum Cinnamon Bun (einfach eine Schnecke) aufstecken. Man kann da bei mangelndem Eigenhaarvolumen auch einen Sockendutt mit machen, den krieg ich bloß nicht hin. Jetzt kommen die vorderen Zöpfe - auch englisch. Wieder den Ansatz besonders gründlich mit der WBB bearbeiten, damit alles glatt anliegt. Alle Haare sollten zu dem Ansatzpunkt direkt vor dem Ohr gebürstet werden, das heißt, das man die Haare hinterm Ohr ungewohnterweise vor das Ohr bürstet.
Der Zopf setzt direkt vor dem Ohr an, fangt auch stramm mit flechten an, damit der Ansatz nicht wieder zerfällt und es strähnig aussieht. Bis unten durchflechten, allerdings nach den ersten zwei Runden nicht mehr so feste, damit der Zopf nicht so mickrig aussieht. Jetzt wir das Akzentzöpfchen festgesteckt: dazu eignen sich (böseböse) Haarklemmen am Besten. Der Zopf wird irgendwo unter dem Cinnamon Bun raushängen, man pinnt den Anfang des Zopfes dann auf der einen Seite des Dutts fest, das Ende auf der gegenüberliegenden Seite. Wie weit er in den Nacken hängt, ist Geschmackssache. Wer ganz lange Haar hat, kann den Anfang des Zopfes auch wie im Filmausschnitt erst einmal um den Dutt wickeln und die zweite Runde davon hängt dann herunter.
Jetzt werden die beiden anderen Zöpfe aufgesteckt. Man nimmt den Zopf dazu ganz nah unterm Ohr vorbei, sodass das Ohrläppchen quasi nicht mehr zu sehen ist. Dann wird er nach oben über den Cinnabun geführt, aufpassen, dass er sich nicht verdreht. Ich hab ihn auf dem weg nach oben einmal seitlich festgesteckt. Was vom Zopf noch übrig ist, um den Dutt wickeln und feststecken. Dabei über dem Akzentzopf wickeln. Andere Seite genauso.
Beispiel einer aufwendigen Flechtfrisur aus dem 19. Jahrhundert.
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