Kreisrunder Haarausfall - befürchten Sie, auch darunter zu leiden? Viele Männer stellen sich diese Frage, da sie statistisch häufiger von Haarausfall betroffen sind als Frauen. Eine Form des Haarausfalls, bei der man aufmerksam werden sollte, ist der kreisrunde Haarausfall.
Wenn sich die Haarfollikel nicht mehr erholen, bilden sich kahle Flecken, die dem Namen nach eine runde Form haben. Wer das bei sich beobachtet, ist damit nicht alleine. Rund 1,5 Millionen Menschen in Deutschland, darunter auch junge Erwachsene, sind vom kreisrunden Haarausfall betroffen, schätzen Experten.
Hier erfahren Sie mehr über den Verlauf der Alopecia areata und welche Behandlungen helfen können, erklärt von einem Dermatologen.
Kreisrunder Haarausfall kann sich durch runde, kahle Stellen äußern. (Quelle: apotheken-umschau.de)
Der medizinische Fachbegriff für den kreisrunden Haarausfall lautet Alopecia areata. Am häufigsten tritt er an den Kopfhaaren auf, allerdings kann jede Körperstelle, an der Haare wachsen, betroffen sein, weiß Professor Dr. Gerhard Lutz, Facharzt für Dermatologie. Besonders häufig ist der Kopf betroffen. Bei Männern ist häufig auch der Bart betroffen. Auch weitere Körperhaare können ausfallen, zum Beispiel können sich runde Stellen an den Wimpern oder den Augenbrauen bilden.
Der Haarausfall - egal, ob Kopf- oder Körperbehaarung - kann relativ schnell gehen, sich aber auch über einen Zeitraum von mehreren Monaten ziehen. Dabei fallen die Haare an einer lokal begrenzten, runden oder fleckenförmigen Stelle aus, wo vorher noch Haare waren. Bei einigen bilden sich die betroffenen Stellen von alleine wieder zurück. Bei anderen bleibt der kreisrunde Haarausfall. In den meisten Fällen ist das Auftreten unbedenklich. Dennoch sollte das Aufkommen immer medizinisch abgeklärt werden, rät der Experte.
Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata) trifft Männer häufig an Kopf und Bart. (Quelle: hautarztzentrum-kiel.de)
Die genauen Ursachen für Alopecia areata sind noch nicht eindeutig geklärt. Als sicher gilt, dass es sich um eine Autoimmunreaktion handelt, so Professor Dr. Gerhard Lutz. Dabei greift der Körper seine eigenen Zellen an - in diesem Fall an den Haarzwiebeln. In Untersuchungen fand man dort massive Entzündungszeichen und eine Häufung eines bestimmten Typs weißer Blutkörperchen, den sogenannten T-Lymphozyten.
Diese Lymphozyten greifen aus noch unbekannten Gründen die Haarzwiebeln an, sagt der Experte über die häufig vorkommende Autoimmunerkrankung. Die T-Lymphozyten sind so etwas wie die Polizei im Körper. Sie streifen durch den gesamten Körper. Wenn es beispielsweise einen Eindringling gibt, dann bekommen sie den Befehl, ihn anzugreifen. Es kommt zur Attacke, die beim kreisrunden Haarausfall an den Haarzwiebeln allerdings fehlgeleitet ist und dazu führt, dass die Haare an dieser Stelle ausfallen.
Wir wissen leider bislang noch nicht, wer den T-Lymphozyten den Befehl gibt, dort anzugreifen - und warum das so ist, so Lutz weiter.
Seit Jahren wird diskutiert, ob Umwelteinflüsse oder Stress für die Immunreaktion eine Rolle spielen. Studien sind dabei zu unterschiedlichen Ergebnissen gekommen, sagt Lutz. Er geht nicht davon aus, dass Stress den kreisrunden Haarausfall auslöst. Es ist allenfalls vorstellbar, dass andauernder Stress das Immunsystem zusätzlich ins Ungleichgewicht bringt, erklärt er. In der Folge sei denkbar, dass dieser Zustand die Autoimmunreaktion begünstige.
Als häufigsten Auslöser Alopecia areata sieht man in der Medizin nicht Stress, sondern die Gene. Für erblich bedingten Haarausfall gibt es immer mehr Anzeichen. Ich habe immer wieder festgestellt, dass es eine familiäre Häufung gibt, sagt Lutz. Bislang sind vierzehn genetische Auffälligkeiten bekannt, die bei der Krankheit eine Rolle spielen. Ohnehin ist Alopecia areata auf der ganzen Welt verbreitet - und das auch schon sehr lange: Das erste Mal wurde diese Art des Haarausfalls definitiv 400 vor Christus in der griechischen Medizin beschrieben.
Die Haarzwiebel wird angegriffen und so entstehen kahle Stellen. Die Ursachen können unterschiedlich sein. (Quelle: derma-kl.de)
Manchmal bilden sich die haarlosen Stellen von selbst zurück, aber das ist nicht immer der Fall - vor allem nicht, wenn Sie eine genetische Veranlagung haben. Ich rate immer zu einer Behandlung, sagt der Experte Professor Dr. Gerhard Lutz. Je länger die Haarzwiebeln angegriffen worden sind, desto geringer ist die Chance, dass sich dort neue Haare bilden. Zur Behandlung gibt es unterschiedliche Methoden - einige davon sind wissenschaftlich anerkannt, andere nicht. Im Grunde zielen sie alle darauf ab, die Entzündung einzudämmen.
Eine Möglichkeit, die gegen kreisrunden Haarausfall helfen kann, ist eine Reiztherapie. Bei dieser wird die Kopfhaut mit bestimmten Substanzen angegriffen, um das Haarwachstum anzuregen. Die Idee dabei ist, die T-Lymphozyten von dem Ort wegzulocken, an dem sie die Haarzwiebeln angreifen, so Lutz. Es sei aber nicht gesichert, ob diese Lymphozyten ihren ursprünglichen Angriff nicht einfach fortsetzen und es zu Rückfällen, sobald die Reizung abgeklungen ist.
Einige Ärzte arbeiten mit Kortison, das sie in die Kopfhaut injizieren. Professor Lutz setzt auf eine starke Kortison-Creme und eine Kortison-Lösung zur äußerlichen Behandlung in Kombination mit einer innerlichen Zinktherapie. Für mich hat sich das als der effektivste und nebenwirkungsärmste Ansatz erwiesen.
Ob man sich nun entscheidet, eine Behandlung gegen Alopecia areata durchführen zu lassen oder nicht - in jedem Fall sollte man andere Krankheiten ausschließen, die teilweise auch zu fleckenförmigem Haarverlust am ganzen Körper führen, zum Beispiel eine Pilzinfektion oder Neurodermitis auf der Kopfhaut. Auch das Blut sollten Betroffene einmal untersuchen lassen. Dabei wird zum Beispiel geschaut, ob begleitend eine Schilddrüsenerkrankung oder ein Eisenmangel oder Zinkmangel vorliegen.
Falls es Mangelzustände gibt, kann das ebenfalls dazu führen, dass die Haare dünner werden und ausfallen oder die Haarwurzeln nicht mehr richtig nachwachsen. Auch wer sich einer Behandlung unterzieht, kann leider nie sicher sein, dass die Krankheit zu einem späteren Zeitpunkt nicht womöglich erneut auftritt - häufig dann an einer anderen Stelle. Leider haben wir bislang noch kein effektives Mittel gefunden, mit dem sich die Ausbrüche von vornherein verhindern lassen, sagt der Hautarzt.
Von dieser Behandlung gegen Haarverlust rät der Experte ab: Seit einiger Zeit gibt es auch immer wieder Berichte über sogenannte JAK-Inhibitoren, die gegen den kreisrunden Haarausfall helfen sollen. Sie wirken direkt auf das Immunsystem, beziehungsweise die Immunzellen. Diese Stoffe haben allerdings erhebliche und bedenkliche Nebenwirkungen, warnt Lutz. Er rät davon ab, JAK-Inhibitoren bei Alopecia areata anzuwenden. Die möglichen Nebenwirkungen stehen dabei in keinem Verhältnis zum Nutzen.
Haarausfall bei Männern ist nun wirklich nichts Unübliches. Immerhin ist mehr als die Hälfte aller Männer von ihm betroffen. Und dennoch versucht man(n) oftmals mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln dagegen anzukämpfen - vom einfachen Kaschieren über diverse Pflegemittel bis hin zum kostspieligen Haarimplantat.
Ist es Eitelkeit, oder soll dem weiblichen Geschlecht mit der Haarpracht imponiert werden? Bitte liebe Männer, Frauen finden es doch gar nicht schlimm, wenn ihr Mut zur Glatze zeigt.
Hier sind einige Styling-Ideen, die Ihnen Anregungen bieten können, wie Sie trotz Haarausfalls eine für Sie passende Frisur finden können:
Verschiedene Frisuren können helfen, Haarausfall zu kaschieren oder zu akzeptieren. (Quelle: glamour.de)
Mit einer perfekt sitzenden Frisur kann Haarausfall kaschiert werden:
Ein makelloser Haarschnitt ist eine Grundvoraussetzung und vor allen Dingen bei Geheimratsecken oder dünner werdendem Haar ein Muss. Doch nur die Frisur alleine kann keine Wunder wirken - dazu ist auch ein passendes Pflegeprodukt gefragt. Sogenannte Pomade, beziehungsweise Haarwachs - in geringen Mengen und mit mattem Finish - oder besser sogar Haarpuder, verleihen dem Haar mehr Volumen und lassen es voller aussehen. Profis können ein eingefärbtes Trockenshampoo auftragen, um schütteres Haar sanft "aufzufüllen".
Es ist wichtig, selbstbewusst zu bleiben und den Haarausfall als Teil der eigenen Persönlichkeit anzunehmen, auch wenn dies nicht immer einfach ist. Haarausfall ist ein weitverbreitetes Problem, und es gibt viele Menschen, die sich damit auseinandersetzen müssen. Akzeptanz und Selbstfürsorge sind der Schlüssel, um das Beste aus der eigenen Erscheinung zu machen und das Selbstbewusstsein zu stärken.
Selbstbewusstsein und Akzeptanz sind wichtig im Umgang mit Haarausfall. (Quelle: vitality.de)
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