Einen eigenen Friseursalon zu eröffnen, ist der Traum vieler angestellter Friseurinnen und Friseure. Grund ist oftmals die schlechte Bezahlung in der Branche. Aber auch der Wunsch, sich z. B. als Colorist, Damen-, Kinder- oder Herrenfriseur, Stylist oder Hairdresser zu spezialisieren oder sich mit einem trendigen Barbershop, einem Brautservice oder als mobiler Friseur selbst zu verwirklichen, spielt eine wichtige Rolle bei der Entscheidung für die Selbstständigkeit.
Wer sich als Friseur selbstständig machen will, sollte sich vor allem zwei Dinge bewusst machen:
Auf dem Weg in die Selbstständigkeit müssen Sie als Friseur einiges beachten. Vorschriften und Formalitäten sind jedoch nur die eine Seite, eine gute Vorbereitung und Planung die andere: Eine schlüssige Geschäftsidee mit einem gut durchdachten Konzept ist gerade im hart umkämpften Friseurgewerbe der Erfolgsfaktor, um sich von der Masse der Mitbewerber abzusetzen und langfristig mit dem eigenen Salon nicht nur kostendeckend, sondern gewinnbringend zu arbeiten.
Sie haben kein zündendes Konzept für einen Friseursalon, das Sie selbst richtig überzeugt? Dann kann Franchise für Sie die passende Alternative sein. Als Franchisenehmer setzen Sie auf ein erprobtes und bereits am Markt etabliertes Geschäftsmodell - und müssen je nach Franchisekonzept nicht einmal ausgebildeter Friseur sein. Schauen Sie sich in unserer Franchisebörse um!
Bevor Sie loslegen, analysieren Sie Ihre eigenen Stärken und Schwächen: Finden Sie heraus, wo Ihre Potenziale und wo Risiken liegen! So können Sie schon vor der Gründung Ihres eigenen Friseursalons gezielt Schwerpunkte setzen, erfolgskritische Aspekte im Auge behalten und ggf. passende Unterstützung durch Partner, Mitarbeiter oder Berater an Bord holen. Mit unserem kostenfreien Gründer-Test finden Sie heraus, wie gut Ihre Voraussetzungen für eine erfolgreiche Existenzgründung sind.
Um Ihren Friseurbetrieb erfolgreich zu gründen und zu führen, sollten Sie einige zentrale Eigenschaften mitbringen. Bevor Sie Ihre Festanstellung kündigen und Ihr eigener Chef werden, horchen Sie einmal tief in sich hinein und fragen Sie sich selbst nach Ihren Beweggründen: Ist die Selbständigkeit schon lange Ihr Traum oder eine spontane Idee? Warum wollen Sie sich selbstständig machen? Wollen Sie sich mit Ihrem eigenen Friseursalon selbst verwirklichen oder suchen Sie einfach eine berufliche Veränderung? Hätten Sie gerne ein höheres Einkommen? Ist die Gründung ein Ausweg aus der Arbeitslosigkeit? Oder möchten Sie sich nebenberuflich ein Zusatzeinkommen sichern?
Klar werden sollten Sie sich auch über finanzielle, persönliche und zeitliche Einschnitte: Haben Sie genügend Eigenkapital, um einen eigenen Friseursalon zu eröffnen? Reichen Ihre Rücklagen, um eventuell auch längere „Durststrecken" zu überstehen? Sind Sie bereit (zumindest anfangs) überdurchschnittlich viel Zeit und Arbeit in Ihren eigenen Friseursalon zu investieren? Haben Sie Unterstützung durch Partner und/oder Familie?
Fachlich sollten Sie sich als ausgebildeter Friseur sicher fühlen und über entsprechende Erfahrung und Qualifikationen verfügen - andernfalls müssen Sie qualifiziertes Personal einstellen und sich auf die Kompetenzen Ihrer Mitarbeiter verlassen oder Ihren Salon als Gründer-Team gemeinsam mit einem oder mehreren Partnern eröffnen. Da im Friseurhandwerk Meisterpflicht besteht, muss einer der Gründer Meister sein oder ein Friseurmeister als fachlich-technischer Betriebsleiter in Vollzeit angestellt werden. Die optimale Kasse optimiert Ihr Salonmanagement.
Die wohl am häufigsten gestellte Frage unter Gründern und Gründerinnen im Friseurgewerbe ist: Braucht man einen Meister, um einen Friseursalon zu eröffnen? Die Antwort auf diese Frage lautet: Ja und nein. Es gilt nach wie vor Meisterzwang im Friseurhandwerk. Das Friseurhandwerk gehört zu den zulassungspflichtigen Handwerken laut Handwerksordnung. Das bedeutet, dass nach wie vor Meisterzwang besteht. Wer also in die Handwerksrolle der Handwerkskammer eingetragen werden will, benötigt eine Gewerbeerlaubnis.
Es besteht die Möglichkeit auch ohne eigenen Meisterbrief oder angestellten Meister zu gründen. Grundsätzlich ist dies ein Ausnahmefall.
Wenn sie über langjährige Berufserfahrung im Friseurhandwerk verfügen, können Friseure von der Handwerkskammer eine Ausübungsberechtigung nach §7 HwO erhalten. Voraussetzungen hierfür sind:
Nachweise einer sechsjährigen Anstellung im Friseurberuf, davon vier Jahre in einer leitenden Funktion (als Nachweise gelten u. a. Die Handwerkskammer kann verlangen, dass die Nachweise der erforderlichen Kenntnisse durch eine zusätzliche Teilnahme an Lehrgängen nachgewiesen werden.
Auch wenn sich Ihr Konzept von dem eines herkömmlichen Friseursalons deutlich unterscheidet oder Sie eine sehr spezielle Tätigkeit (z. B. als mobiler Friseur ohne eigene Geschäftsräume) anbieten wollen, ist es möglich, sich ohne Meister als Friseur selbstständig zu machen. In diesem Fall können Sie von der Handwerkskammer eine Ausnahmebewilligung (§8 HwO) bekommen - und zwar dann, wenn es sich dabei um sogenannte „einfache Tätigkeiten“ handelt, die nicht „wesentliche Friseurtätigkeiten“ sind.
Einfache Tätigkeiten zeichnen sich dadurch aus, dass sie in maximal drei Monaten erlernt werden können, sich nicht aus dem Friseurgewerbe entwickelt haben und keine Kenntnisse und Fähigkeiten aus dem Hauptbereich der Friseurausbildung erfordern. Zudem dürfen nicht mehrere einfache Tätigkeiten zusammen angeboten werden, so dass sie einen wesentlichen Bereich des Friseurhandwerks abbilden würden.
Beispiel: Wollen Sie sich als Herrenfriseur spezialisieren, dürfen Sie keine für weibliche Kunden typische Leistungen wie Hochsteckfrisuren anbieten.
Die Handwerkskammer kann eine Ausnahmebewilligung nach §8 des Gesetzes zur Ordnung des Handwerks erteilen. Die schwammige Formulierung im Gesetzestext lässt der Handwerkskammer und anderen Behörden, die über eine Ausnahmebewilligung entscheiden, viel Freiraum, Ihren individuellen Fall zu bewerten.
Unser Tipp: Vieles ist hier Auslegungssache. Erkundigen Sie sich frühzeitig bei Ihrer zuständigen Handwerkskammer und legen Sie sich passende Argumente zurecht! Ein ausgefeiltes Konzept kann Ihnen dabei gute Dienste leisten. Ihre Handwerkskammer ist auch der richtige Ansprechpartner, wenn Sie Ihren Meisterbrief im Ausland erworben haben. Dieser muss in der Regel in Deutschland erst anerkannt werden.
Eine dritte Möglichkeit, sich den dem Traum vom eigenen Friseursalon ohne Meisterbrief zu erfüllen, ist die Tätigkeit als mobiler Friseur. Sie dürfen keinen Salon im klassischen Sinne besitzen, aber Sie sind selbständig tätig und arbeiten eigenverantwortlich als Friseur. Eine Existenzgründung mit einem mobilen Friseur-Service erfordert eine Ausnahmebewilligung oder eine Ausübungsberechtigung.
Die Ausarbeitung eines stimmigen Konzepts ist der nächste Schritt zu Ihrem eigenen Friseursalon. Welche Qualifikationen, Erfahrungen, Kenntnisse und Kompetenzen bringen Sie als Gründer mit? Haben Sie einen Meisterbrief im Friseurhandwerk? Na klar, ihre Geschäftsidee ist, einen Friseursalon zu eröffnen - aber davon gibt es ja reichlich. Was unterscheidet Ihren Salon von denen der Konkurrenz? Beschreiben Sie Ihre Dienstleistung oder Ihr Produkt mit den Besonderheiten, Wiedererkennungsmerkmalen und Alleinstellungsmerkmalen. Gibt es eine Nische für Ihr Angebot?
Wer sind Ihre Kunden? Alle Menschen mit Haaren? Wohl eher nicht. Möchten Sie sich beispielsweise auf Damenfrisuren mit dem Schwerpunkt Hochzeitsfrisuren spezialisieren? Möchten Sie Ihre Friseurdienstleistungen ausschließlich im hochpreisigen Segment anbieten? Überlegen Sie sich, an wen sich das Angebot Ihres Friseurstudios richten soll. Notieren Sie wichtige demografische Eigenschaften wie Alter, Wohnort, Einkommen, Beruf etc. Ihrer potenziellen Kunden. Was mag die Zielgruppe? Was nicht? Was braucht sie?
Haben Sie sich schon über Ihren Einzugsbereich und Ihre Konkurrenz vor Ort informiert? Wie groß ist der Markt und wie viele Mitbewerber gibt es? Google Maps liefert Ihnen für die erste Wettbewerbsanalyse in Ihrem bevorzugten Gebiet sicherlich gute Ergebnisse. Neben der Zahl der Wettbewerbe ist aber auch das Konzept der Wettbewerber wichtig.
Die Preiskalkulation ist eine große Herausforderung für viele Gründer. Um realistische Preise kalkulieren zu können, müssen Sie als erstes Ihre Ausgaben analysieren. Gründungskosten, Anschaffungskosten (u.a. für die Einrichtung Ihres Salons) und laufende Kosten (wie Miete und Strom) müssen Sie bei der Preisfindung berücksichtigen, damit Ihr Friseurbetrieb kostendeckend arbeitet, Sie Ihre Angestellten angemessen bezahlen und sich selbst einen Unternehmerlohn auszahlen können, für den sich die Selbstständigkeit lohnt.
Werbung, Kundenakquise und Kundenbindung sind weitere zentrale Erfolgsfaktoren für den Betrieb Ihres Friseursalons. Machen Sie sich erste Notizen bei der Geschäftsmodellentwicklung, welche Marketingkanäle Sie nutzen wollen und wie Sie bspw. Definieren Sie Ihre unterschiedlichen Einnahmequellen nach Dienstleistung (z. B. Waschen, Schneiden, Föhnen, Färben, Herrenhaarschnitt, Hochsteckfrisur etc.), Produkt (z. B. Pflegeprodukte, Haarshampoo, Färbemittel, Conditioner) und Kunden. Schätzen Sie die Anzahl Ihrer potenziellen Kunden (z. B. anhand von Branchenkennzahlen), deren Besuchsfrequenz und was die Kunden in Ihrem Friseursalon im Durchschnitt ausgeben realistisch ein.
Bedenken Sie in der Konzeption, welche laufenden Kosten ein Friseursalon verursacht. Dabei sind die wichtigsten Kostenarten:
Wie viel Eigenkapital bringen Sie für die Gründung Ihres Friseurstudios mit? Wie viel Kapital brauchen Sie? Eine ganz entscheidende Ressource sind zudem Ihre Mitarbeiter, ebenso Kooperationspartner, Lieferanten und Dienstleistern, mit denen Sie zusammenarbeiten wollen. Wer noch ganz am Anfang der Existenzgründung steht, sollte zunächst die eigenen Stärken und Schwächen kennen. Ist meine Idee auch wirklich gut und habe ich an alles gedacht?
Ihr Geschäftsmodell steht. Nun geht es an die detaillierte Aufstellung des Business- und Finanzplans. Widmen Sie diesem Schritt Ihre ganze Aufmerksamkeit, denn sowohl Businessplan als auch Finanzplan sind wichtige Planungsinstrumente, die Ihnen helfen, den Überblick über Ihre Finanzen und erfolgskritische Faktoren (wie Standort, Personal und Werbung) Ihres Geschäftsbetriebs zu behalten. Mit unserer kostenfreien Businessplansoftware geht das ganz einfach!
Wollen Sie Ihren Friseursalon als Einzelunternehmer, GbR oder GmbH gründen? Bei der Entscheidung für eine Rechtsform spielen Startkapital, Haftung und steuerliche Aspekte zentrale Rollen. Egal ob als Einzelunternehmer, GbR, UG oder GmbH. Sie sind noch unsicher bei der Wahl der passenden Rechtsform für Ihren Friseursalon? Als lokales Unternehmen ist für Ihren Friseursalon die Auswahl des richtigen Standorts entscheidend. Wo halten sich Ihre Kunden auf? Ist die Lage gut frequentiert und ideal für Laufkundschaft?
Qualifizierte Fachkräfte werden im Friseurhandwerk händeringend gesucht. Eine gute Personalauswahl und regelmäßige Weiterbildungen sind für den langfristigen Erfolg Ihres Salons sehr wichtig.
Für Ihr Haarstudio sind aber durchaus auch klassische Werbemaßnahmen wie Anzeigen und PR-Berichte in lokalen Tageszeitungen und Anzeigenblättern interessant. Und ganz wichtig: Mundpropaganda und Empfehlungen - ganz egal, ob online oder klassisch!
Zur Grundausstattung Ihres Friseurgeschäfts gehört auch eine Kasse. Die Gründung eines Friseurbetriebs ist mit recht hohen Ausgaben verbunden, die durch Eigen- oder Fremdkapital finanziert werden müssen. Bedenken Sie dabei, dass allein die Ausgaben für Einrichtung und Erstausstattung schnell im fünfstelligen Eurobereich liegen!
In der folgenden Übersicht haben wir für Sie zusammengestellt, für welche Posten Sie einmalige Gründungs- und Startkosten, Investitionen und laufende Kosten für den Betrieb ihres Friseursalons einkalkulieren müssen:
| Kostenart | Details |
|---|---|
| Gründungskosten / Startkosten | Businessplan- und Finanzierungsberatung, Logo, Webseite und Corporate Design, Markenanmeldung, Gewerbeanmeldung, ggf. Gesellschaftsvertrag, Handelsregistereintrag, Notargebühren, Makler- und Abstandszahlungen, Werbemaßnahmen zur Eröffnung |
| Investitionen | Umbau und Renovierung der Räumlichkeiten, Einrichtung (Frisiertische, Frisierstühle, Spiegel, Waschbecken, Kasse u.a.), Equipment (Scheren, Föhne, Lockenwickler, Glätteisen u.a.), Erstausstattung Haarpflegeprodukte, Später Reparatur und Ersatz von Möbeln, Werkzeugen und Geräten, Spätere Renovierungen ggf. Ausbau |
| Laufende Kosten | Miete des Friseursalons, Versicherungen (u.a. Betriebshaftpflicht, Berufsunfähigkeits- und Krankenversicherung), Lohnkosten und Sozialabgaben für Ihre Angestellten sowie Ihr Unternehmerlohn, Strom, Wasser, Heizung, Telefon und Internet, Kosten für Kassensoftware, Beiträge (u.a. Handwerkskammer, Berufsgenossenschaft), Haarpflegeprodukte und weitere Waren, Werbung und Marketing, Beratung (z.B. Steuerberater), Gebühren (z.B. |
Der Finanzplan hat Ihnen aufgezeigt, wie viel Geld Sie für die Gründung brauchen, wie viel Sie davon als Eigenkapital selbst in Ihr Unternehmen einbringen können und wie viel Sie finanzieren lassen müssen. Für letzteres gilt es nun, passende Finanzierungsmöglichkeiten zu finden. Informieren Sie sich über mögliche Zuschüsse und Fördermittel für Ihren Friseursalon.
Der Businessplan ist Ihr Plan fürs Business. Bisher wurden Finanzpläne meist mühsam mit Excel erstellt.
Nun geht es an die praktischen Schritte Ihrer Gründung, die noch vor der Eröffnung Ihres Friseursalons zu beachten sind. Dabei steht einiges „Papierkram" und formalen Schritten an wie u.a. Welche Gründungsschritte sind konkret nötig? Welche Ämter spielen eine Rolle? Wo muss ich mich anmelden? Sie wollen einen Friseursalon eröffnen? Unsere Checkliste führt Sie durch die praktischen Gründungsschritte.
Auf dem Weg in die Selbstständigkeit müssen auch Friseure mit einigen Stolpersteinen rechnen. Es gibt einiges zu beachten, insbesondere, wenn Sie Ihren Salon ohne Meister eröffnen wollen. Mit einer guten Planung und einem überzeugenden Geschäftskonzept stellen Sie jedoch gleich von Anfang an die Weichen für die erfolgreiche Eröffnung Ihres eigenen Friseursalons: Konkretisieren Sie Ihre Idee in einem Konzept, das Ihren Salon von denen der Konkurrenz abhebt, analysieren Sie Markt und Mitbewerber und wählen Sie einen geeigneten Standort. Und: Schätzen Sie Einnahmen und Ausgaben realistisch ein, um sich mit konkurrenzfähigen Preisen langfristig gewinnbringend im Markt etablieren zu können. Unsere kostenfreie Vorlage gibt Ihnen zudem eine Übersicht über alle notwendigen bürokratischen Gründungsschritte. Diese können Sie ganz einfach abarbeiten, wenn Sie einen Friseursalon eröffnen.
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