Die Preisstruktur in der DDR war stark von staatlicher Regulierung und Planwirtschaft geprägt. Die Grundversorgung wurde stark subventioniert, was sich auch auf die Preise für Dienstleistungen wie Friseurbesuche auswirkte. Im Gegensatz dazu stehen die heutigen marktwirtschaftlichen Preise, die durch Angebot und Nachfrage bestimmt werden. Dieser Artikel beleuchtet die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Friseurpreise in der DDR und heute.
Die Preispolitik in der DDR folgte einem streng regulierten System der staatlichen Subventionierung. Grundnahrungsmittel wie Milch, Gemüse, Fisch und Kartoffeln wurden vom Staat finanziell unterstützt, um sie für die Bevölkerung erschwinglich zu halten. Die Versorgungssituation war jedoch von deutlichen Engpässen geprägt. Während Grundnahrungsmittel verfügbar waren, blieben Luxusartikel wie Südfrüchte oder Kaffee Mangelware. Der Rondo Kaffee DDR Preis war entsprechend hoch angesetzt.
Auch bei Friseuren gab es Unterschiede. Es gab die PGH (Produktionsgenossenschaften des Handwerks) und private Einrichtungen. Die Restaurants waren HOG = HO Gaststätten. Die haben fast alles gemacht. Das hat die HO gemacht - HO Gaststätten.
Auch in der DDR gab es eine Klassengesellschaft beim Friseur. Drei Klassen, drei verschiedene Preise. Klasse 1 waren Meister an der Schere und besonders teuer, zur Klasse 2 gehörte der Durchschnitt der Friseure und Klasse 3 war besonders billig - bevorzugt von Männern, die nicht nach Form, sondern nach „einmal kurz“ verlangten. In der Klasse 3 kostete nichts mehr als zehn Mark.
Preisbeispiele (Klasse 3):
Viele Dinge mussten extra bezahlt werden. Dazu zählte etwa der Einsatz von Haarlack (15 Pfennige), eine Kopfmassage (ab 35 Pfennige) oder eine Haarkurpackung (1,90 Mark). Der teuerste Service: die Erstfärbung für 9,85 Mark.
Von der Mangelwirtschaft in der DDR waren auch Friseure betroffen. In einigen Salons fehlten passende Strähnchenhauben, sodass man auf Badekappen zurückgreifen musste und mithilfe einer Häkelnadel die einzelnen Strähnen herauszog, erzählte der Star-Friseur Ralf Bohmgarn, der schon in der DDR seine Karriere begann, in der Berliner Zeitung. DDR-Friseure mussten nicht nur beim Schneiden kreativ sein. Da nahm man manchmal Fußpilzmittel aus der Apotheke zum Haarefärben oder flüssiges Sprühpflaster, wenn die Haare hochtoupiert wurden.
Heutzutage überlegt man sich zweimal, ob es schon wieder Zeit für den Friseur ist. Die Preise sind in den letzten Jahren explodiert, selbst Jungen bis sechs Jahren zahlen jetzt für den Trockenschnitt schon 30 Euro und mehr. Der Friseurbesuch ist ein Luxusgut geworden. Die Friseurpreise haben sich in den vergangen zehn Jahren verdoppelt.
Selbst beim Billigfriseur, den man online bucht und bei dem man dann dort von irgendjemand geschnitten wird, kostet die Herrenfrisur inkl. Schneiden und Stylen schnell 35 Euro und mehr, die Dauerwelle komplett für die Dame schlägt ab 90 Euro zu Buche. Aber es geht natürlich auch viel teuer: Beim Promifriseur Shan’s Welt im KaDeWe werden für Kinderfrisuren 65 bis 80 Euro aufgerufen, für Waschen/Schneiden/Föhnen 80 bis 120 Euro, Hochsteckfrisuren kosten auch mal 150 Euro.
Ein persönlicher Erfahrungsbericht verdeutlicht den Unterschied: Über 120 Euro wurden für Strähnchen bezahlt, inklusive Cappuccino, Naschwerk, Kopfhautverwöhnung, Handpeeling und Massagestuhl. Obwohl das Ergebnis zufriedenstellend war, wurde der nächste Termin aufgrund des hohen Preises hinausgezögert.
Als Alternative wurde ein Friseurbesuch in Polen für 25 Euro (inklusive Trinkgeld) in Anspruch genommen. Die Ausstattung war einfach, es gab weder Kaffee noch namhafte Pflegeprodukte, und das Haar wurde mit Küchenrolle abgetrocknet. Trotzdem war der Schnitt tipptopp.
Vor 40 Jahren hat diese Unterscheidung vielleicht noch Sinn gemacht. "Ein kleines Rätsel," schreibt der Friseur auf Instagram: "Kunde A hat langes Haar und zahlt 40 Dollar für einen Haarschnitt. Kunde B hat kurzes Haar und zahlt 70 Dollar für einen Haarschnitt. Kunde A’s Schnitt dauert 20 Minuten länger, aber Kunde B zahlt trotzdem mehr.
Die Lösung: Der Salon will die Preise jetzt einzig und allein nach Zeit und verwendeten Produkten berechnen. So einfach - so gut. Wird Zeit, dass sich dieses Modell auch bei uns durchsetzt. Und ich endlich mal davon profitiere, dass mein Haar nicht lang und dicht ist.
| Leistung | DDR (Klasse 3) | Heute (Durchschnitt) |
|---|---|---|
| Herrenhaarschnitt | 0,65 - 0,90 Mark | 35 Euro |
| Damen Dauerwelle | 7,65 Mark | 90 Euro |
| Strähnchen | Nicht üblich/begrenzt verfügbar | 120 Euro |
Die Transformation nach der Wende brachte erhebliche Veränderungen im Konsumverhalten mit sich. Plötzlich standen den Menschen eine Fülle von Produkten zur Verfügung, allerdings zu marktwirtschaftlichen Preisen.
Einige DDR-Marken haben die Wende erfolgreich überstanden und sind heute noch beliebte Produkte. Rotkäppchen Sekt etablierte sich als führende deutsche Sektmarke. Besonders bemerkenswert ist die Geschichte von Nudossi, dem ostdeutschen Pendant zu Nutella. Vita Cola repräsentiert eine besondere Erfolgsgeschichte der DDR-Getränkeindustrie. Die Marke symbolisiert die erfolgreiche Transformation eines DDR-Produkts in die Marktwirtschaft. Das Waschmittel Spee, ursprünglich ein Produkt aus der DDR, hat eine bemerkenswerte Entwicklung durchgemacht.
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