Friseur Innung Rheinland: Informationen und Aktuelles

Der Landesverband Friseure & Kosmetik Rheinland vertritt als Arbeitgeberverband von acht Innungen die Interessen des Friseurhandwerks in den Kammerbezirken der Handwerkskammern Koblenz, Rheinhessen und Trier.

Wenn Sie im Friseurhandwerk tätig sind, ist der Landesverband Friseure & Kosmetik Rheinland Ihre Organisation. Wir bieten unseren Mitgliedsbetrieben viele Vorteile: kostenfreie Beratung, spannende Rahmenverträge, aktuelle Infos und Presse-Arbeit. Wir setzen uns für Tarifpolitik ein und stellen Arbeitshilfen bereit.

Herausforderungen im Friseurhandwerk

Für Friseur Torsten Stauter ist es Realität: "Das ist schon traurig, aber es ist die Realität."

Bis kurz vor Weihnachten ist der Terminkalender voll, die Nachfrage ungebrochen. Doch was nützt ein voller Kalender, wenn niemand da ist, um Haare zu schneiden? Zwei Jahre lang hat er erfolglos gesucht.

Ob Handwerk, Industrie oder Handel - überall fehlen Fachkräfte. Menschen aus Nicht-EU-Ländern zu beschäftigen, ist aber an viel Bürokratie geknüpft.

Die Gründe für den Nachwuchsmangel sind vielfältig: Immer mehr junge Menschen entscheiden sich fürs Studium statt für eine Lehre. Viele kleinere Betriebe können sich Ausbildung auch kaum noch leisten, erklärt die Handwerkskammer der Pfalz.

Landesinnungsmeister Ingo Cappel vom Friseurverband Pfalz sagt: "Wir müssen hart arbeiten", und meint damit den Alltag eines Friseurs: Lange Stehen, Waschen, Schneiden, Färben, Föhnen, Hochstecken und natürlich eine gewisse Gabe für Smalltalk mit der Kundschaft. Das alles sei weit entfernt von den Vorstellungen, die manche jungen Leute von diesem Beruf hätten.

Seine eigenen Erfahrungen mit Azubis und auch die von Kolleginnen und Kollegen würden zeigen, dass die Lehrlinge oft nicht genügend Ehrgeiz und Durchhaltevermögen mitbringen. Ingo Cappel sagt aber auch, dass die Friseurmeisterinnen und -meister ein gewisses Gespür brauchen, um die jungen Leute zu motivieren.

Friseur/in

Erfolgsbeispiele und Lösungsansätze

Einen Betrieb, in dem es wohl richtig gut läuft mit den Auszubildenden, gibt es in Ludwigshafen. Jessica Kihm ist 29 Jahre alt und führt den Friseursalon in Ludwigshafen-Oggersheim. Sie erzählt, dass sie sich vor Bewerbungen kaum retten kann und ihr gute Arbeitsbedingungen sehr wichtig sind.

Sie zahlt ihren Mitarbeiterinnen mehr als den Mindestlohn und finanziert ihnen Weiterbildungen.

Um herauszufinden, was im Team besser laufen kann, gibt es einmal im Monat sogenannte Feedback-Gespräche. "Ich lasse meinen Mitarbeiterinnen auf jeden Fall genügend Freiraum, mir auch Vorschläge zu machen", sagt Kihm. Sie sagt, dass sie in ihrer Ausbildung damals nicht ihre Meinung sagen durfte und sich dadurch unwohl gefühlt hat. Das will sie bei ihren Mitarbeitern heute vermeiden.

Ihre Mitarbeiterinnen dürfen selbst nach Bauchgefühl entscheiden, ob sie Kunden bedienen wollen oder nicht. In Momenten, in denen es im Geschäft eher ruhig ist, drehen ihr Team und sie Videos für soziale Medien wie Instagram. Das stärke auch die Bindung im Team.

Ausbildung und Perspektiven

In der Berufsschule in Kaiserslautern sprühen viele Friseur-Azubis vor Begeisterung für ihren Job. Sie erzählen, wie viel Freude es macht, Menschen zu verändern und ihnen mit einem neuen Schnitt ein gutes Gefühl zu geben. Trotzdem sagen manche auch: Das Geld ist ein Problem. Die 20-jährige Lara meint: "Am Anfang ist es ziemlich schwierig, von zuhause auszuziehen.

Wenn die Jugendlichen von ihren Betrieben erzählen, fällt auf, wie unterschiedlich die Erfahrungen sind. Manche Chefs nehmen sich Zeit, erklären geduldig und lassen die Azubis auch früh Verantwortung übernehmen.

Der Landesverband Friseure und Kosmetik Rheinland hat die Ausbildungsgehälter in den vergangenen Jahren übrigens erhöht und liegt nach eigenen Angaben bundesweit vorn. In der Pfalz verdienen Azubis jedoch weiterhin deutlich weniger - um die 500 Euro netto im ersten Lehrjahr.

Ganz so düster steht es um die Zukunft des Friseurhandwerks in Rheinland-Pfalz allerdings nicht. Immerhin entscheiden sich seit 2024 wieder etwas mehr junge Menschen für eine Ausbildung im Friseurberuf als in den Jahren davor.

Initiativen zur Nachwuchsgewinnung

Mit seinen Aktionen schafft es unser Mitgliedsbetrieb Hairstyle Baier immer wieder in die Presse. Ein Praktikant war sogar schon zum zweiten Mal im Salon. Er ist fest der Überzeugung, dass er 2027 im Salon seine Ausbildung starten möchte. Wir freuen uns sehr mit Ralf Baier und seinem Team, dass die Praktikanten so viel Spaß hatten an dem Tag!

Ein weiterer Innungsbetrieb wurde ausgezeichnet mit dem Preis "Attraktiver Arbeitgeber Rheinland-Pfalz".

Marco hat beim Girls' Day und Boys' Day einen Tag im Friseursalon von Ralf Baier geholfen und ist begeistert. Wird er der neue Azubi 2027? Marco ist total geflasht vom Friseurhandwerk. Der Sechstklässler durfte anlässlich des Girls' Day und Boys' Day: Marco (12) brennt fürs Friseurhandwerk Day einen Tag im Salon "Hairstyle by Baier" von Ralf Baier in Freinsheim (Pfalz) verbringen.

Mit glänzenden Augen habe er seine Mutter ein paar Tage später in den Salon begleitet und wollte gleich wieder helfen, erzählt Ralf Baier. Auch nach einem Praktikumsplatz für das kommende Schuljahr hat sich der Realschüler schon erkundigt. Friseurmeister Ralf Baier hat jetzt - mit einem Augenzwinkern - ein T-Shirt für Marco bedrucken lassen.

Einmal im Jahr bieten Betriebe, Behörden und Großunternehmen beim Girls' Day und Boys' Day Praktika für Schülerinnen und Schüler an, die dann einen Tag lang in mädchentypische oder jungstypische Berufe schnuppern. Auch zahlreiche Handwerksbetriebe und -organisationen haben sich beteiligt.

Ende April meldeten die Handwerkskammern laut Zentralverband des Deutschen Handwerks ZDH bundesweit noch rund 40.000 offene Ausbildungsplätze.

Ralf Baier ist überzeugt, dass man die Kinder und Jugendlichen abholen muss, bevor die Eltern zu viel Einfluss nehmen. Das Handwerk geht mit viel Engagement dagegen an.

Die Kreishandwerkerschaft Südpfalz - Deutsche Weinstraße beispielsweise unterstützt die Strahlemann-Stiftung für das Projekt "Talent Company - Fachraum für Berufsorientierung". Die Stiftung richtet bundesweit Räume für die Berufsorientierung an Schulen ein.

Ob Marco tatsächlich in vier Jahren eine Friseurausbildung beginnt, steht in den Sternen. "Aber er konnte erleben, was für ein toller und kreativer Beruf das Friseurhandwerk ist", betont der Unternehmer, der sich in den Sozialen Medien dafür engagiert, das Image des Handwerks allgemein und des Friseurhandwerks im Besonderen zu verbessern.

"Marcos Mutter, die am Anfang skeptisch war, hätte nichts dagegen", erzählt der Friseurmeister.

Vorstandsmitglieder

  • Ralf Baier, Bahnhofstraße 24, 67251 Freinsheim
  • Daniela Reiland, Immelmannstraße 19, 76829 Landau
  • Elke Gilfert-König, Mandelring 86, 67433 Neustadt
  • Annette Clade, Lärchengasse 17, 67487 St. Martin
  • Simone Hoffmann-Abraham, Gutenbergstr. 6 a, 76761 Rülzheim
  • Ute Schwind, Klosterstr.

Die Bedeutung von Vertrauen und handwerklicher Perfektion

Hierfür sind Vorstellungskraft, Kenntnis der aktuellen Moden und handwerkliche Perfektion notwendig.

Über die Zeit entsteht zwischen dem Kunden und dem Fachbetrieb eine von Verlässlichkeit und gegenseitigem Vertrauen getragene Basis.

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