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Ohne Ehrenamtliche geht beim „Theater am Meer" - der Niederdeutschen Bühne in Wilhelmshaven - nichts. Egal ob Schauspieler, Souffleuse oder eben auch die Thekenkräfte im „Café Kulissensnack", die helfenden Hände arbeiten alle kostenlos und voller Leidenschaft. Beispielhaft dafür ist Iris Watty. Bereits seit 2010 ist sie Thekenkraft im Café des „Theaters am Meer".
An Vorstellungstagen steht , sie im Wechsel mit anderen Ehrenamtlichen hinter hinter dem Tresen und versorgt die Theatergäste mit Snacks sowie kalten und warmen Getränken. Vor allem bei den Premieren ist sie sehr oft selbst mit von der Partie.
„An den Premierenabenden öffnen wir um 19 Uhr, also immer eine Stunde vor der Aufführung“, sagt Iris Watty. Doch bereits vorher gebe es einiges zu tun, führt sie weiter aus: „Um 18 Uhr beginnen wir im Café mit der Arbeit. Dann bereiten wir die Tische vor, einige Gäste reservieren bereits ihren Platz für die Pause. Außerdem sind wir fürs Herstellen der Snacks - zum Beispiel Käsespieße - zuständig.
Dann, in den Pausen und nach dem Ende des Stückes, ist Iris Watty für ihre Kundschaft da. Denn auch nach der Aufführung bleibt das „Café Kulissensnack" für eine weitere Stunde geöffnet. „Gerade in diesem Zeitraum kommt man mit den Gästen ins Gespräch und tauscht sich mit ihnen aus.
Über die Qualität der Zurschaustellungen weiß sie auch familiär bedingt bestens Bescheid. Sowohl Iris Wattys Mann als auch ihr Sohn sind bzw. waren als Schauspieler beim „Theater am Meer" tätig. Sohn Kay begann in der Schauspielschule der Niederdeutschen Bühne und spielte fortan in mehreren Inszenierungen eine Rolle.
„Damals haben wir dabei geholfen, die Bühnenbilder auf- und abzubauen. Aktive Mitglieder waren wir noch nicht." Das änderte sich nach dem Umzug an die Kieler Straße schlagartig. Iris Watty übernahm eine tragende Rolle im „Cafe Kulissensnack“, ihr Mann Wolfgang Watty wurde Schatzmeister. Wolfgang Watty ist mittlerweile auch als Schauspieler tätig.
Aufgrund seines Studiums wohnt Kay Watty jedoch nicht mehr in Wilhelmshaven, so dass auch Vater Wolfgang ins Rampenlicht gelangte. Mit ihrem Mann ist Iris Watty bereits seit 24 Jahren verheiratet. Neben ihrem Sohn haben die beiden noch eine gemeinsame Tochter.
Kennengelernt hat die gebürtige Wilhelmshavenerin ihren Liebsten bei einem Treffen mit einer Freundin in einer Bar. „Da sind wir hingegangen, weil ein gemeinsamer Freund ebenfalls dort den Abend verbrachte." Eben jener Freund hatte in ihrem späteren Mann Wolfgang seine Begleitung.
Seither sind die beiden ein glückliches Paar und teilen mit dem „Theater am Meer" ein zeitintensives Hobby. Zu vielen anderen Ensemblemitgliedern pflegt das Paar eine Freundschaft. Iris Watty: „Wir sind schon sowas wie eine kleine Familie.
Zeit für andere Hobbys bleibt da nicht wirklich übrig im Tagesplan der Familie Watty. Nichtsdestoweniger schafft es Iris Watty einmal pro Woche zu ihrer Aqua-Jogging-Gruppe, was durchaus beachtlich ist. Denn zusätzlich zu ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit bei der Niederdeutschen Bühne übt sie zwei Berufe aus.
Vormittags sitzt die Wilhelmshavenerin am Empfang einer Zahnarztpraxis, am Nachmittag ist sie als selbstständige Fußpflegerin unterwegs. „Die Ausbildung zur Fußpflegerin habe ich neben meinem Hauptberuf beim Zahnarzt absolviert.
Für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement im Bereich der Pflege und Förderung der niederdeutschen Sprache, des Theaterspiels und der Jugendkulturarbeit haben Marion Zomerland und Arnold Preuß die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland beziehungsweise das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen bekommen.
Oberbürgermeister Andreas Wagner überreichte die Auszeichnungen an Marion Zomerland und Arnold Preuß im Wilhelmshavener Rathaus. Beide, so Wagner, hätten nicht nur sehr viel für die Theaterlandschaft allgemein, sondern für das Theaterwesen in der Jadestadt im Besonderen getan: "Beide haben dafür gesorgt, dass das ,Theater am Meer' in den Herzen der Menschen überregional verwachsen ist."
Zomerland und Preuß hätten nicht nur vielen Figuren Leben eingehaucht und damit "den Besuchern kurzweilige Abende beschert", sondern auch eine bühneneigene Theaterschule aufgebaut.
Wäre es möglich, den Tag von 24 auf 48 Stunden zu verlängern, dann hätte Talke Wittig diesen Antrag längst gestellt. Denn viel zu tun hat die 27-Jährige immer. Das hat sich auch nicht geändert, seit sie mit 14 Jahren dem Jugendparlament beitrat oder später in der Oberstufe am Neuen Gymnasium eine eigene Theater-AG gründete.
Trotz einiger persönlicher Veränderungen und Umzüge ist eine große Leidenschaft geblieben: das Theater am Meer. Begonnen hat alles in der Theaterschule. Die 27-Jährige blickt mit Begeisterung auf diese Zeit zurück. „Hier bin ich gewachsen, konnte mich ausprobieren und habe an Selbstbewusstsein gewonnen“, sagt sie.
Dort lernte sie auch, dass am Theater jeder wichtig ist - egal ob auf oder hinter der Bühne. Nach der Theaterschule folgten diverse Rollen auf der großen Bühne und auch als Inspizientin durfte sie schon tätig sein.
Als sie im vergangenen Jahr gefragt wurde, ob sie die Planung für den Servicebereich „Kulissensnack“ übernehmen möchte, zögerte sie nicht. Denn vor Verantwortung schreckt Talke Wittig nicht zurück. Zusammen mit ihrem Ensemblekollegen Yannik Marschner startet sie eine Werbekampagne, um neue Mitglieder zu gewinnen.
Nach dem Abitur am Neuen Gymnasium reist sie allein durch Nepal und Indien. Eine Erfahrung, die sie prägt. „Ich habe sehr viele Menschen kennengelernt und besonders viel über mich selbst.“ Danach zieht es die Wilhelmshavenerin nach Hannover, um dort Tourismusmanagement zu studieren.
Wie kommt man auf die Idee, ein Auslandssemester im Oman zu verbringen? Für die 27-Jährige gibt es eine einfache Erklärung: „Ich habe mir angesehen, wohin frühere Studierende gereist sind, und da tauchte der Oman auf.“ Also verbringt sie sechs Monate in dem Land, in dem die Tourismusbranche mittlerweile boomt.
„Ich habe ein gewisses Grundvertrauen in andere und in mich selbst und höre sehr genau auf mein Bauchgefühl.“ Sowieso ist sie kein Heimweh-Typ. Ein Praktikum bei der Schloss Gödens Entertainment GmbH während ihres Studiums führt Talke Wittig zu ihrem heutigen Arbeitgeber.
Mittlerweile ist sie nicht nur Eventmanagerin, sondern auch Prokuristin. Sie schätzt die familiäre Arbeitsatmosphäre. „Man hat mir von Anfang an sehr viel Vertrauen entgegengebracht.“ Zu ihrem Arbeitsbereich gehört es, nicht nur die eigenen Landpartien auf dem Schloss auszurichten, sondern in ganz Deutschland. Dazu zählen unter anderem Landpartien auf Burg Adendorf in der Nähe von Bonn oder auf dem Wasserschloss Lembeck bei Münster. „Die Arbeit ist sehr vielfältig und spannend.“ In Kürze darf sie auch selbst ausbilden.
Angesichts ihres vollen beruflichen Terminkalenders ist es für Talke Wittig nicht immer einfach, ihr Engagement beim Theater am Meer zu integrieren. Während der Hauptspielzeit verbringt die 27-Jährige oft vier bis fünf Abende pro Woche im Theater, sei es auf oder hinter der Bühne.
Bei all ihren Projekten und Vorhaben ist ihre Familie eine große Stütze, besonders ihr drei Jahre jüngerer Bruder Claas. „Er ist für mich der wertvollste Mensch“, sagt sie. Und ein neues Projekt soll bald dazustoßen. Die 27-Jährige sucht noch aktiv nach neuen Wegen, sich in die Gesellschaft einzubringen.
Kriege, Klimawandel und ein drohender Rechtsruck bereiten ihr große Sorgen, doch sie sieht darin auch einen Ansporn. „Wut lässt sich in positive Energie umwandeln“, erklärt sie.
Ein Reihenhaus an der Freiligrathstraße: Die Schultasche steht in der Ecke des Wintergartens, Hausaufgaben sind nachher schnell gemacht. Jetzt macht Talke Wittig erst einmal einen Tee und setzt sich ganz entspannt an den Esstisch.Die 14-Jährige hat nichts besonderes vor an diesem Nachmittag. Das kommt selten vor.
Schaut man in ihren Terminkalender, kann einem richtig schwindelig werden: In die Theaterschule der Niederdeutschen Bühne geht es jeden Donnerstag. Auftritte im „Theater am Meer" sind an den Wochenenden. Einmal im Monat geht sie in die Schreibwerkstatt und dienstagabends besucht Talke einen Tanzkurs. Nicht zu vergessen die monatlichen Sitzungen und Besprechungen des Jugendparlaments, in das die Schülerin vergangenes Jahr gewählt wurde. Inzwischen ist sie Pressesprecherin.
Als Mitglied im Jugendparlament will Talke andere Jugendliche für Politik begeistern und davon überzeugen, dass sie selbst etwas bewegen können. „Ich bin jemand, der gerne seinen Mund aufmacht.
Schnell wird klar: Talke Wittig hat viele Interessen und ist ein Organisationstalent. In der Schule lässt sie ebenfalls nichts aus. Dort stehen die Internet-AG und seit kurzem eine Theatergruppe auf dem Plan. Talke besucht das Neue Gymnasium Wilhelmshaven und hat die Homepage der Schule mitentworfen. Jetzt schreibt und aktualisiert sie die Texte. Zudem nimmt die 14-Jährige an plattdeutschen Lesewettbewerben teil.
Nur der Schul-Chor käme inzwischen etwas zu kurz. Stress ist der Schülerin aber fremd. „Mein Tag ist ja nicht länger, sondern nur etwas voller." Ihr Motto: Wenn nicht jetzt, wann dann? „Ich will die Zeit nutzen, so lange ich noch die Möglichkeit dazu habe."
Ihre Freizeit verbringt Talke zum Beispiel viel lieber auf der Bühne des „Theaters am Meer". Zurzeit spielt sie ihre erste Rolle im Stück „Dat Hörrohr". Als Magd Elke muss sie Opa Meiners ein neues, modernes Hörrohr unterjubeln. „Dass ich mit 14 Jahren schon mitspielen darf ist total cool und eine große Ehre", sagt Talke, die sich anfangs an das Lampenfieber gewöhnen musste.
Theatererfahrungen hatte die junge Wilhelmshavenerin bereits im Jugendclub der Landesbühne Niedersachsen Nord gesammelt. Talke schlüpft aber nicht nur mit viel Freude in andere Rollen, sie entwirft auch Charaktere für ihre eigenen Geschichten.
Seit der vierten Schulklasse nimmt sie an der Schreibwerkstatt teil, die von der Autorin Regine Kölpin geleitet wird. Eine ihrer Geschichten heißt „Die Glasbläserin" und spielt in einem kleinen Dorf. Es geht um eine Entführung. Talke ganz selbstkritisch: „Eigentlich sollte es ein Krimi werden, ist aber total kitschig geworden." Ihre längste Geschichte geht über 32 Seiten.
Pläne für die Zeit nach der Schule hat die 14-Jährige ebenfalls: Erst einmal eine Auszeit nehmen und die Welt erkunden. Mit den Eltern und ihrem elfjährigen Bruder ist sie schon oft mit dem Wohnmobil verreist. „Ich bin ein richtiges Fernwehkind." Ihr Traum: Ein Jahr lang mit dem Rucksack durch Kanada reisen und ausprobieren, wie weit man alleine zurecht kommt. Ohne die Familie oder Freunde als Antriebsfeder. Und beruflich? Schriftstellerei und Theater sollen ein Hobby bleiben. „Etwas im Bereich Management fände ich spannend", sagt Talke, die sich zurzeit einen Platz für das Schulpraktikum suchen muss.
Einige Mitglieder wurden für ihre langjährige Mitgliedschaft geehrt. Hier eine Auflistung einiger Jubilare:
Diese Personen haben sich über viele Jahre hinweg aktiv in das Theaterleben eingebracht und wurden für ihre Treue und ihr Engagement geehrt.
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