Friseure sind mehr als nur Haarschneider. Sie haben ihre eigene Identität und leisten oft mehr, als viele denken. Lange Arbeitstage von 16 bis 18 Stunden sind keine Seltenheit. Daher sollten Friseure an ihren Leistungen und nicht an Klischees gemessen werden.
Ein ganz normaler Tag beginnt oft früh:
Das Mittagessen fällt oft aus und wird zwischendurch erledigt. An der Kasse stehen, Gespräche mit Kunden führen, Streit schlichten. Ein Rückwärtswaschbecken leckt, ein Anruf beim Installateur ist nötig. Ein Vertreter steht vor der Tür, ungelegen. Anweisung an Auszubildende: Welltechnik am Übungskopf üben, Prüfungen stehen bevor. Unordnung im Aufenthaltsraum, Wäsche stapelt sich. Anruf bei der Bank, beim Steuerberater.
Verantwortung als Unternehmerin, Chefin, Ausbilderin und Mittelpunkt des Salons. Dazu permanenter Wettbewerb mit anderen Friseurbetrieben. Eine Kundin ist unzufrieden, die Chefin schlichtet und beruhigt.
Viele Friseure und Friseurinnen sind Leistungsvorbilder unserer Gesellschaft: als Handwerker, Unternehmer, Ausbilder und Mensch. Leider wird darüber nicht oder zu selten berichtet.
Friseure schneiden, färben und legen ihren Kunden die Haare. Sie kümmern sich auch um Bärte und Augenbrauen, gestalten Make-ups und führen Maniküren durch. Wer geschickt ist, einen Sinn für Ästhetik hat und gerne plaudert, kann in diesem Beruf glücklich werden.
Die Ausbildung zum Friseur dauert drei Jahre. Auch Bewerber ohne Schulabschluss haben Chancen auf eine Lehrstelle. Manche Friseure werden im Laufe der Zeit zu regionalen oder überregional bekannten Persönlichkeiten.
Zu den Aufgaben eines Friseurs gehören:
Bei der Ausgestaltung der Bewerbungsunterlagen sollten Friseure in ihrem Lebenslauf folgende Fähigkeiten nicht unerwähnt lassen:
Wer in seinem Beruf viel mit Menschen zu tun haben möchte, könnte über eine Karriere als Friseur nachdenken. Die Haarstylisten kommunizieren viel und ausgiebig. Sie erhalten von ihren Kunden Feedback und Bestätigung und sehen das Ergebnis ihrer Mühen mit eigenen Augen vor sich. Als Selbstständige haben sie ihr Schicksal selbst in der Hand und können ihre Kreativität ausleben.
Das größte Argument gegen eine Laufbahn als Friseur ist die Bezahlung. Friseure zählen zu den am schlechtesten bezahlten Arbeitnehmern auf dem Arbeitsmarkt. Auch werden sie mit einer steigenden Erwartungshaltung und so manchem notorisch unzufriedenen Kunden konfrontiert - Stress pur. Auch Wochenendarbeit und Existenznöte gehören zum Alltag vieler Friseure.
Friseure in Vollzeit verdienen in der Regel zwischen 1.600 und 2.000 Euro brutto im Monat. Die Einstiegsgehälter fangen bei 1.250 Euro an. Mit zunehmender Berufserfahrung sind 2.500 Euro brutto im Rahmen der Möglichkeiten. Friseurmeister können auch weitaus höhere Einkommen erzielen - ein eigener Salon und eine anspruchsvolle Klientel vorausgesetzt. Friseur-Azubis können mit 540 bis 815 Euro brutto im Monat rechnen.
Friseure und Friseurinnen können je nach Bundesland mit diesen Ausbildungsgehältern rechnen:
Drei Jahre lernen angehende Friseure, um später in ihrem Beruf arbeiten zu können. Dabei handelt es sich um einen dualen Ausbildungsgang, der abwechselnd im Friseursalon und in der Berufsschule stattfindet. Wer sich als handwerkliches Talent entpuppt und mit besten Noten in der Schule aufwarten kann, hat die Möglichkeit, die Ausbildung zu verkürzen und die Abschlussprüfung um ein halbes Jahr vorzuziehen.
Ein Schulabschluss ist keine zwingende Voraussetzung, um eine Ausbildung als Friseur zu absolvieren. Die meisten Bewerber verfügen aber über einen Hauptschulabschluss. Mitunter gibt es auch Abiturienten, die sich für das Handwerk entscheiden. Von allen Ausbildungsanfängern zu Friseuren im Jahr 2019 hatten nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit sieben Prozent die Hochschulreife, 29 Prozent einen mittleren Bildungsabschluss, 51 Prozent einen Hauptschulabschluss und acht Prozent keinen Hauptschulabschluss.
Um als Friseur erfolgreich zu sein, sind gute Chemie- und Deutsch-Kenntnisse von erheblichem Vorteil. Chemische Zusammenhänge spielen etwa beim Haarefärben eine große Rolle. Sprachkenntnisse sind wichtig, da ein großer Teil des Tages auf die Beratung der Kunden entfällt.
Zu den Ausbildungsinhalten gehören diese Schwerpunkte:
Die Ausbildung zum Friseur dauert drei Jahre. Teil eins der Gesellenprüfung findet in der Mitte des zweiten Ausbildungsjahres statt. Teil zwei der Gesellenprüfung steht nach dem dritten Lehrjahr auf dem Programm. Von den Prüflingen im Jahr 2020 haben nach Angaben des Zentralverbands des deutschen Handwerks rund 82,5 Prozent ihre Abschlussprüfung bestanden. Die Frauenquote liegt bei ca. 78 Prozent.
Wer vom eigenen Salon träumt, kann sich diesen Wunsch erfüllen, indem er die Meisterprüfung absolviert. Voraussetzung dafür ist der Besuch eines Bildungszentrums der Handwerkskammern. Die Weiterbildung dauert zwischen drei Monaten und zwei Jahren - je nachdem, ob sie in Teilzeit neben der Arbeit oder in Vollzeit absolviert wird.
Die Arbeit im Friseursalon birgt viele Gesundheitsgefahren. Friseure kommen täglich beim Haarstyling und Haarewaschen mit Wasser in Kontakt, was die Haut langfristig strapaziert. Dazu kommen verschiedene Kosmetikprodukte, die bei ständigem Kontakt zu chronischen Erkrankungen der Atemwege und der Haut führen können.
Für Arbeitgeber gilt daher, den Mitarbeitern geeignete Produkte zum Schutz und zur Pflege ihrer Haut zur Verfügung zu stellen und mit dem Team zu besprechen, warum diese verwendet werden sollten. Auch sollte die Wassertemperatur an Waschbecken individuell reguliert werden können. Einmalhandtücher, die regelmäßig bei mindestens 60° gewaschen werden, vervollständigen diese Hygienemaßnahmen.
Insbesondere beim Färben kommen Friseurinnen und Friseure nicht selten mit starken Chemikalien in Kontakt. Um die Haut dennoch bestmöglich zu schützen, empfiehlt sich das Tragen von Einmalhandschuhen. Auch beim Haarewaschen können diese verwendet werden, damit die Hände nicht übermäßig strapaziert werden. Ideal geeignet sind Handschuhe, die über das Handgelenk reichen, so dass auch diese trocken bleiben.
Die Gefährdungsbeurteilung ist im Friseursalon unerlässlich, da sie mögliche Risiken und Gefahrenquellen aufdeckt und zeigt, wo noch Bedarf an einer erhöhten Sicherheit besteht. Auch in einem Friseurbetrieb lauern viele Gefahren, die oft nicht beachtet werden, die aber durchaus schwerwiegende Folgen haben können.
Beim sogenannten STOP-Prinzip handelt es sich um eine Reihe von Maßnahmen, die die Substitution eines Gefahrenstoffs der technischen, organisatorischen und personellen Lösung voranstellt. Erst dann, wenn diese drei Maßnahmen nicht für den Schutz ausreichen, um die Gefahr weitestgehend zu reduzieren, ist es zu empfehlen, personenbezogene Schutzmaßnahmen zu ergreifen.
Grundsätzlich ist es so, dass der Arbeitgeber immer die Verantwortung für die Gefährdungsbeurteilung übernimmt. Wer einen Friseursalon besitzt, muss auch dafür sorgen, dass die Gesundheit und die Sicherheit der Mitarbeitenden durchgehend gewährleistet ist.
Von einer soliden Gefährdungsbeurteilung im Friseursalon profitieren nicht nur die Mitarbeitenden, sondern kommt auch dem Betreiber des Salons zugute. Achtet dieser umfassend auf Gesundheits- und Arbeitsschutz, trägt dies wesentlich zur Qualitätssicherung bei.
Die Dienstleistungen, die Friseure anbieten, sind zeitlos. Zwar ist die Zahl der Auszubildenden im Friseurgewerbe in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Trotzdem ist der Beruf mit rund 17.800 Lehrlingen im Jahr 2020 der fünfstärkste Ausbildungsberuf Deutschlands.
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