Frau Glatze: Ursachen und Behandlung von Haarausfall bei Frauen

Fast jede dritte Frau hat im Laufe ihres Lebens mit Haarausfall zu kämpfen. Der Leidensdruck ist groß, denn volles Haar gilt gesellschaftlich oft mit Gesundheit und Attraktivität verbunden wird. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Ursachen von Haarausfall bei Frauen und stellt effektive Behandlungsmöglichkeiten vor.

Haarwachstum und Haarausfall: Ein Überblick

Haare erneuern sich beim Menschen ständig. Sie hören nach einer bestimmten Zeit auf zu wachsen und fallen aus, neue Haare wachsen nach. Und auch lichteres Haar ist mit zunehmendem Alter keine Seltenheit.

Um Haarausfall und seine Ursachen zu verstehen, muss man sich zunächst die Wachstumsphasen von normal gesundem Haar anschauen. Denn das Haarwachstum befindet sich in einem stetigen Kreislauf, in dem jedes einzelne Haar einen Zyklus mit drei Phasen durchläuft:

  • Anagenphase: Während dieser aktiven Wachstumsphase bildet sich das Haar im sogenannten Follikel, der sich in der Kopfhaut befindet. Die Dauer der Phase beträgt circa zwei bis sechs Jahre. In dieser Zeit wird das Haar nicht nur länger, sondern auch dicker. Bis zu 90 % unseres Haupthaars befindet sich in der Anagenphase. Dabei wächst das Haar relativ gleichmäßig um jeweils einen Zentimeter pro Monat.
  • Katagenphase: In dieser Übergangsphase durchläuft etwa 1 % der Haare einen Änderungsprozess. Zunächst wird die Zellteilung eingestellt. Die Versorgung der Haarwurzel mit Nährstoffen verringert sich und die Wurzel wird kleiner. Diese Phase dauert etwa zwei Wochen und endet mit der Verhornung der Haarwurzel.
  • Telogenphase: In der Ruhephase findet im Haarfollikel keine Stoffwechselaktivität mehr statt und das Haar fällt schließlich aus. In dieser letzten Phase des Zyklus befinden sich etwa 9 % der Haare über einen Zeitraum von rund drei Monaten. Im Anschluss daran wächst ein neues Haar im Follikel und der Zyklus beginnt erneut mit der Wachstumsphase.

Dauert der Haarausfall mehrere Wochen und gehen täglich mehr als hundert Haare aus oder es entstehen haarfreie Stellen, liegt Haarausfall vor. Doch bis zu 100 Haare am Tag zu verlieren, ist noch normal. Erst wenn es mehr werden, spricht man in der Medizin von krankhaftem Haarausfall (Effluvium). Er sollte behandelt werden, bevor noch mehr Haare verloren gehen.

Formen von Haarausfall

Haarausfall tritt in unterschiedlichen Formen auf:

  1. Erblicher Haarausfall (Androgenetische Alopezie) ist die häufigste Ursache von Haarausfall - bei Männern und Frauen.
  2. Frauen leiden häufig auch unter Haarausfall aufgrund einer Veränderung im Hormonhaushalt.
  3. Kreisrunder Haarausfall - auch Alopecia areata genannt - kann in nahezu jedem Lebensalter auftreten.
  4. Diffuser Haarausfall ist eine häufige Form von Haarverlust.
  5. Einige Kopfhauterkrankungen können vorübergehend oder dauerhaft zu Haarverlust führen. Dazu zählen schwere Ekzeme der Kopfhaut oder Pilzerkrankungen.
  6. Auch Druck und Zug auf die Haare kann zum Ausfall führen.
  7. Vernarbender Haarausfall (Alopecia cicatricalis)

1. Erblich bedingter Haarausfall (Androgenetische Alopezie)

Dauerhafter Haarausfall betrifft 70 % der Männer und 40 % der Frauen im Laufe ihres Lebens. Grundsätzlich sind Männer anfälliger für eine Erkrankung, die als androgenetische Alopezie (auch als androgene Alopezie bekannt) bezeichnet wird. Dabei handelt es sich um eine genetisch vererbte Erkrankung, die bei Männern oft als männliche Glatze und bei Frauen als weibliche Glatze bezeichnet wird und mit einem Haarausfall beginnt, der an den Schläfen beginnt und sich in den charakteristischen "M"-förmigen Haaransatz zurückzieht.

Die Erkrankung erhöht die Aktivität der Androgenrezeptoren in den Haarfollikeln. Diese Rezeptoren reagieren auf Androgene wie Dihydrotestosteron (DHT), ein Nebenprodukt des Testosterons, das die Haarfollikel schrumpfen lässt und ihnen das Leben schwer macht.

Auch bei Frauen ist die Überempfindlichkeit gegenüber dem männlichen Sexualhormon Dihydrotestosteron (DHT), das auch vom weiblichen Körper in geringen Mengen produziert wird, der Auslöser des androgenetischen Haarausfalls. Dieser tritt jedoch nicht ein, solang das von Frauen gleichzeitig produzierte weibliche Sexualhormon Östrogen ausreicht, um eine Überempfindlichkeit zu neutralisieren. Erst wenn sich die Produktion von Östrogen deutlich verringert, beispielsweise in der Menopause, bei einer Schwangerschaft oder durch Einnahme bzw.

Weil sich der androgenetische Haarausfall bei Frauen anders als bei Männern entwickelt, verwenden die Mediziner die hierfür besser geeignete Ludwig-Skala (Ludwig-Schema). In der ersten Stufe (Nr. 1 in der Grafik) nach der Ludwig-Skala verringert sich das Volumen der Haare bei Frauen vom Scheitel aus. In der zweiten Stufe (Nr. 2 in der Grafik) ist bereits eine Verbreiterung des Scheitels erkennbar, die sich zunehmend schwerer durch eine Frisur kaschieren lässt.

Es dient der Verlaufsklassifikation und Dokumentation des Haarausfalls. Erst später lichtet sich das Haar am oberen Hinterkopf, wie in den Stadien IV bis VI zu sehen (Abbildungen oberste Reihe und mittlere Köpfe der mittleren Reihe).

2. Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata)

Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata) ist eine eher seltenere Form des Haarverlusts, bei dem auf dem Kopf (seltener auch im Bartbereich oder anderen Stellen des Körpers) kleinere, anfangs nur münzgroße runde kahle Stellen entstehen. Die Haut zeichnet sich durch eine ungewöhnliche Elfenbeinfarbe aus. Im Randbereich dieser kahlen Stellen findet man häufig sogenannte Kolbenhaare, die wegen ihres Aussehens auch „Ausrufezeichen-Haare“ genannt werden.

Da die unregelmäßig auftretenden kahlen Stellen des kreisrunden Haarausfalls deutlich sichtbar sind, belastet er die Psyche und das Wohlbefinden der Betroffenen stark. Viele Patienten schildern uns, dass sie subjektiv mit jedem Haar an Attraktivität und damit an Selbstvertrauen einbüßen. Viele Patienten ziehen sich aus ihrem sozialen Umfeld zurück und erleben psychisches Leiden bis hin zu einer Depression, bevor sie sich in eine professionelle Behandlung trauen. Oft handelt es sich dabei um jüngere Menschen, denn der kreisrunde Haarausfall, der in der Regel schon vor dem 40. Lebensjahr auftritt.

Formen des kreisrunden Haarausfalls:

  • Alopecia circumscripta. Sie ist mit einem Anteil von 80 % die häufigste Form des kreisrunden Haarausfalls.
  • Alopecia totalis. Wie der Name schon andeutet, ist diese Art des kreisrunden Haarausfalls dadurch gekennzeichnet, dass die Betroffenen ihr gesamtes Kopfhaar einschließlich der Gesichtsbehaarung verlieren.
  • Alopecia universalis. Sie kennzeichnet den schwersten Verlauf der Krankheit, bei dem die Haare am gesamten Körper ausfallen.

Der kreisrunde Haarausfall tritt selten allein, sondern meistens zusammen mit anderen Grunderkrankungen auf. Zudem erkrankt jeder 10. Dadurch kommt das Haarwachstum zum Stillstand und die Haare fallen aus, ohne allerdings zu vernarben. Das bedeutet, dass die Haarfollikel prinzipiell erhalten bleiben, weshalb für viele Betroffene eine gute Prognose besteht. In ca. 80 % der Fälle kommt das Haar nach ca. Trotzdem ist es notwendig, sich in die Hände von Haarexperten zu begeben, die die Betroffenen über die am besten geeigneten Produkte oder Therapien beraten, um die Erkrankung zu behandeln und die Heilung zu fördern.

3. Diffuser Haarausfall (Alopecia diffusa)

Diffuser Haarausfall ist eine häufige Form von Haarverlust. Gleichmäßig, über den ganzen Kopf verteilt, fallen die Haare aus. Die Ursachen sind vielfältig.

Im Ergebnis schimmert immer mehr Kopfhaut zwischen den weniger gewordenen Haaren hindurch. Etliche Faktoren könnten für diffusen Haarausfall verantwortlich gemacht werden. Einige dieser Auslöser kann man selbst kontrollieren und feststellen, ob das Haarwachstum wieder einsetzt, wenn man die Ursache, etwa Stress, reduziert oder eine Mangelernährung behoben hat. Für andere ist der Gang zum Arzt empfehlenswert, der z. B. Arzneimittel, z. B.

Insgesamt ist diffuser Haarausfall gut, wenn auch nicht in allen Fällen behandelbar.

4. Vernarbender Haarausfall (Alopecia cicatricalis)

Die vernarbende Alopezie ist selten und für Laien relativ schwer eindeutig zu erkennen. Es handelt sich hierbei um einen meistens langsam voranschreitenden Haarausfall, der zu asymmetrischen kahlen Stellen am Kopf führt. Neben dem Haarausfall kommt es zu Entzündungen und einer verstärkten Narbenbildung an den betroffenen Hautstellen.

Trotz dieser Begleitsymptome ist es selbst für Ärzte nicht einfach, einen vernarbenden Haarausfall zu diagnostizieren. Weil an den bereits vernarbten Stellen keine Haare mehr wachsen können, sollte man bei Verdacht auf eine vernarbende Alopezie einen Arzt zur Abklärung und Behandlung hinzuziehen.

Bei der sekundär vernarbenden Alopezie ist der Haarfollikel nicht das eigentliche Ziel des entzündlichen Prozesses. Die vernarbende Alopezie tritt meist ohne erkennbaren Grund und gleichermaßen bei Männern und Frauen auf. Hierbei sollte man sich möglichst schnell medizinisch versorgen lassen, denn diese Form der Alopezie zerstört die Haarfollikel unwiederbringlich.

Es gibt verschiedene Ursachen, die den vernarbenden Haarausfall zur Folge haben können. Je früher die Erkrankung und ihre Ursache festgestellt werden, umso höher sind die Chancen, sie durch eine passende Behandlung in den Griff zu bekommen. Oft kann die vernarbende Alopezie mit entzündungshemmenden Mitteln, Kortikosteroiden oder Antibiotika bekämpft werden. So kann verhindert werden, dass die betroffenen schädlichen Zellen weitere Haarfollikel zerstören.

Nach der Behandlung der Ursache und dem Stoppen des Haarausfalls kann eine medizinische Haartransplantation sinnvoll sein, um entsprechende kahle Stellen wieder zu decken.

Ursachen von Haarausfall

Haarausfall kann viele verschiedene Ursachen haben - von genetischen Faktoren über hormonelle Veränderungen bis hin zu Infektionen, Stress oder Erkrankungen. Entscheidend für die Behandlung ist, welche Form von Haarausfall vorliegt.

Häufige Ursachen im Überblick:

  • Erblich bedingter Haarausfall: Veranlagung spielt die Hauptrolle. Das Hormon Dihydrotestosteron (DHT) verkürzt die Lebensdauer der Haarfollikel. Männer sind häufiger betroffen, Frauen meist erst nach den Wechseljahren.
  • Hormonelle Veränderungen: Haarausfall kann bei Frauen nach Schwangerschaft, in den Wechseljahren oder beim Absetzen hormoneller Verhütung auftreten. Auch Schilddrüsenerkrankungen beeinflussen den Haarzyklus.
  • Nährstoffmangel: Eisenmangel, Zinkmangel oder Vitamin-D-Mangel können diffusen Haarausfall auslösen. Auch bei Crash-Diäten oder Essstörungen tritt er häufig auf.
  • Infektionen oder Medikamente: Grippe, COVID-19 oder bestimmte Arzneimittel (z. B. Chemotherapie, Blutverdünner, Retinoide) können den Haarzyklus vorübergehend aus dem Gleichgewicht bringen.
  • Stress und psychische Belastungen: Andauernder psychischer Stress, Traumata oder schwere Erkrankungen können das Haarwachstum stören - oft mit zeitlicher Verzögerung.
  • Autoimmunerkrankungen: Beim kreisrunden Haarausfall greift das Immunsystem irrtümlich die Haarwurzeln an.
  • Hauterkrankungen und Entzündungen: Schuppenflechte, Pilzinfektionen oder Narbenbildung auf der Kopfhaut können das Haarwachstum dauerhaft schädigen.

Weitere Ursachen:

  • Bestimmte gesundheitliche Beschwerden, z. B. Arthritis, Gicht oder Bluthochdruck
  • Trichotillomanie (Haare ziehen, z.B.

Auch bestimmte Medikamente können als Nebenwirkung Haare ausfallen lassen: Allgemein bekannt ist dies von der Chemotherapie, aber auch andere Immunsupressoren (Tamoxifen, Methotrexat) können einen deutlichen Haarverlust bedingen. Weniger bekannte, aber mögliche Verursacher sind auch einige Antibiotika wie Nitrofurantoin und Erythromycin, Allopurinol, Fibrate und Statine, ACE-Hemmer, Betablocker, Phenprocoumon, Heparine und Methylphenidat.

Die Antibabypille verhindert eine ungewollte Schwangerschaft, indem sie dem weiblichen Körper die Hormone Östrogen und Gestagen zur Schwangerschaftsverhütung zuführt. Die Wirkung der beiden Hormone in Bezug auf die Haare ist gegenläufig, denn Östrogene können sogar dafür sorgen, dass die Haare zunächst kräftiger, glänzender und allgemein gesünder aussehen.

Aber auch beim Absetzen der Pille kann es vorübergehend zu einem verstärkten Haarverlust kommen. Denn dadurch sinkt auch der Östrogenspiegel, und der positive Nebeneffekt, mit dem das Hormon den Haarfollikel am Anfang schützte, bleibt aus.

Ursache für den Haarausfall kann der erhöhte Nährstoffbedarf sein, der durch den Embryo im Wachstum entsteht. Da es die Natur so eingerichtet hat, dass der Fötus zuerst versorgt wird, kann ein Nährstoffmangel bei der Mutter entstehen, der den Haarverlust zur Folge hat.Ob ein Nährstoffmangel vorliegt, kann anhand einer Blutuntersuchung geklärt werden. Oft ist es ein Eisenmangel, der schnell entsteht, weil eine schwangere Frau einen um etwa 60 % erhöhten Eisenbedarf hat.

Während der Schwangerschaft stellt sich der weibliche Körper zur Versorgung und zum Schutz des Fötus um. Dazu wird auch vermehrt das Hormon Östrogen produziert. Neben vielen anderen positiven Effekten wird auch das Haarwachstum gestärkt. Die meisten Frauen haben während der Schwangerschaft dickere, gesündere und kräftigere Haare. Aber nicht alle.

Vor allem in der Zeit nach der Schwangerschaft ist Haarausfall keine Seltenheit. Der Grund liegt darin, dass sich der Körper auf den nach der Entbindung erneut veränderten Hormonhaushalt, der weniger Östrogen produziert, einstellen muss. Östrogen unterstützt das Haarwachstum. Entsprechend reagieren viele Frauen nach der Schwangerschaft mit Haarausfall auf die verminderte Produktion von Östrogen.

Ähnlich wie erstmals in der Pubertät wird auch in den Wechseljahren der Frau ihr gesamter Hormonhaushalt auf den Kopf gestellt. Diese starke hormonelle Veränderung ist nicht nur der Grund für ungewöhnliche Schweißausbrüche, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen, sondern kann auch der Auslöser für Haarausfall sein. Diese Form des Haarausfalls bezeichnet man als telogenes Effluvium, die bereits in den Erbanlagen verankert sein soll.

Diagnose von Haarausfall

Bei Haarausfall ist eine genaue Diagnose wichtig, um die Ursache zu finden und eine passende Behandlung einzuleiten. Oft hilft schon ein ausführliches Gespräch in der Haus- oder Hautarztpraxis, ergänzt durch Blutuntersuchungen oder eine Analyse der Kopfhaut.

Bei der Untersuchung fragen Ärztin oder Arzt ausführlich nach der Vorgeschichte der Patientin, bisherigen Untersuchungen und Therapien sowie Symptomen. Dann werden die Haare unter der Lupe betrachtet und geprüft, ob sie brüchig sind. Ein Zupftest zeigt, ob sich die Haare schnell lösen. Anschließend wird die Haarwurzel untersucht. Ein sogenanntes Trichogramm zeigt, in welcher Wachstumsphase die Haare ausfallen. Weitere Erkenntnisse kann eine computergestützte Haaranalyse liefern.

Typische Schritte bei der Diagnostik von Haarausfall:

  • Anamnese: Wann hat der Haarausfall begonnen? Gibt es hormonelle Veränderungen, Infekte, Stress oder neue Medikamente?
  • Blutuntersuchung: Kontrolle von Eisen, Ferritin, Zink, Vitamin D, Schilddrüsenwerten oder Hormonen.
  • Kopfhautuntersuchung: Sichtprüfung oder Lupenuntersuchung (Dermatoskopie), ggf. Haarwurzelanalyse.
  • Zupf- oder Waschtests: Zeigen, ob vermehrt Haare in der Ruhephase sind.
  • Bei unklaren Befunden: Hautbiopsie oder Trichogramm (Analyse der Haarwurzeln unter dem Mikroskop).

Therapie von Haarausfall

Je früher die passende Behandlung eingeleitet wird, umso größer ist die Erfolgschance der Therapie. Zunächst muss aber die genaue Ursache des Haarausfalls gefunden sein, erst dann erstellt der Arzt einen individuellen Therapieplan.

Die Behandlung von Haarausfall richtet sich nach der Ursache und Form des Haarausfalls. In vielen Fällen ist eine Kombination aus medizinischer Therapie, Lebensstiländerungen und gezielter Pflege sinnvoll.

Mögliche Therapien:

  • Erblich bedingter Haarausfall: Bei Männern wird häufig Minoxidil-Lösung oder -Schaum angewendet (rezeptfrei). Bei Frauen ebenfalls Minoxidil - in niedrigerer Dosierung. In schweren Fällen kann bei Frauen eine hormonelle Behandlung mit Antiandrogenen (z. B. Cyproteronacetat) in Erwägung gezogen werden - nur unter ärztlicher Kontrolle. Eine Haartransplantation ist eine Option bei stabilen Befunden, vor allem bei Männern.
  • Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata): Meist wird mit kortisonhaltigen Lösungen oder Cremes behandelt. In schweren Fällen kommen kortisonhaltige Injektionen oder Immuntherapien infrage. Auch psychische Begleitung ist wichtig - besonders bei ausgedehntem Haarverlust.
  • Diffuser Haarausfall: Behandlung der Ursache: z. B. Auffüllen von Eisen-, Zink- oder Vitamin-D-Mangel, Regulierung der Schilddrüsenfunktion. Stressabbau, ausreichend Schlaf und ausgewogene Ernährung sind ebenfalls entscheidend. Zeit und Geduld: Das Haarwachstum normalisiert sich oft erst nach mehreren Wochen oder Monaten.

Weitere Behandlungsmethoden:

  • Ist ein bestimmtes Medikament für Haarausfall verantwortlich, kann möglicherweise ein alternatives Präparat ausprobiert werden.
  • Koffein-Präparate: Bei diagnostiziertem Haarausfall können Hautärzte als Therapie die Injektion koffeinhaltiger Präparate in die Kopfhaut verschreiben.
  • Anti-Androgene: Gegen hormonbedingten Haarausfall verschreiben Dermatologinnen und Dermatologen Tabletten, die Anti-Androgene enthalten.
  • Haartransplantation: Dafür werden Haare am Hinterkopf entnommen. An den kahlen Stellen setzt der Arzt Mikroschlitze und verpflanzt die Transplantate. Dabei bestimmt er auch die Dichte und Richtung, in der die Haare in Zukunft wachsen sollen. Das Ganze geschieht in Millimeterarbeit.

Medikamente

Es gibt zwei Wirkstoffe, die dem Haarausfall wirksam entgegensteuern können. Der Blutdrucksenker Minoxidil lässt bei erblich bedingtem Haarausfall in einigen Fällen neue, kräftigere Haare nachwachsen. Allerdings kann das Medikament Nebenwirkungen wie Kreislaufbeschwerden und Haarwuchs im Gesicht verursachen.

Medikamente können, müssen aber nicht Teil des Behandlungsplans sein. Oft genügt es, einen Nährstoffmangel durch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln (z.B.

Nebenwirkungen von Medikamenten:

Jedes Medikament kann verschiedene Nebenwirkungen haben. Sie müssen nicht auftreten und jeder Mensch reagiert anders.

  • Minoxidil: Bei topischer Anwendung von Minoxidil können Nebenwirkungen wie Hautreizungen, Kopfhautjucken, Hautrötungen oder trockene Haut auftreten. In seltenen Fällen kann es zu systemischen Nebenwirkungen wie Herzrasen, Schwindel oder unerwünschtem Haarwuchs an anderen Körperstellen kommen.
  • Finasterid: Finasterid wird in aller Regel oral eingenommen und kann bei Frauen Nebenwirkungen wie sexuelle Funktionsstörungen, Veränderungen des Menstruationszyklus, Brustschmerzen, Stimmungsschwankungen oder Depressionen verursachen.

Bitte besprechen Sie dieses Thema unbedingt auch mit dem behandelnden Arzt, in Bezug auf Ihre Situation.

Pflegeprodukte und unterstützende Mittel

Shampoos oder Tinkturen mit Koffein, Biotin oder pflanzlichen Extrakten können unterstützend wirken - ein Wundermittel gibt es aber nicht. Nahrungsergänzungsmittel sollten gezielt und nur bei nachgewiesenem Mangel eingesetzt werden.

Ob Öle, Seren oder Pulver zum Einnehmen: Im Einzelhandel werben viele Produkte damit, Haarverlust "aktiv" zu bekämpfen - mit natürlichen Inhaltsstoffen wie Bambus oder Basilikum. Expertinnen und Experten zweifeln jedoch an der Aussagekraft von oft kleinen und über einen kurzen Zeitraum durchgeführten Herstellerstudien.

Auch Nahrungsergänzungsmittel versprechen mitunter eine hohe Wirksamkeit bei Haarausfall, ihre Wirksamkeit ist oft jedoch nicht belegt. Die Produkte enthalten neben Vitaminen häufig auch Spurenelemente oder Extrakte, manchmal in sehr hohen Dosen. Diese sind per se nicht schädlich, jedoch kann der Körper beispielsweise zu viel Vitamin A - dessen Tagesbedarf einige der Vitaminkapseln vollständig decken - nicht ausscheiden. Eine langfristig zu hohe Aufnahme von Vitamin A kann zu trockener Haut und Haarausfall führen.

Grundsätzlich gilt: Wer sich ausgewogen und ausreichend ernährt, muss in der Regel keine Nahrungsergänzungsmittel gegen Haarausfall einnehmen.

Hausmittel gegen Haarausfall

Es gibt eine Reihe von Hausmitteln, die Frauen bei der Behandlung von Haarausfall helfen können:

  • Henna: Natürliches Henna-Pulver enthält Gerbstoffe, die die Kopfhaut straffen, das Haar kräftigen und Haarausfall reduzieren können.
  • Basilikum: Basilikumblätter haben antimikrobielle und entzündungshemmende Eigenschaften.

Hausmittel können bei bestimmten Ursachen von Haarausfall wie Nährstoffmangel oder trockener Kopfhaut durchaus hilfreich sein. Sie können die Kopfhaut pflegen, die Durchblutung fördern und wichtige Nährstoffe für ein gesundes Haarwachstum liefern.

Hausmittel helfen nur dann, wenn sie auch die Ursache des Haarausfalls bekämpfen.

Tipps und Tricks für die Haarpflege

Dennoch gibt es einige Tipps und Tricks, wie Frauen dünne Haare pflegen und kaschieren können. Mittlerweile haben sich einige Friseurinnen und Friseure darauf spezialisiert.

  • Beim Fönen - und auch bei starker Sonneneinstrahlung - ein Hitzeschutzspray auftragen.
  • Für mehr Volumen Haarspray und Styling-Schaum für den Haaransatz verwenden.
  • Shampoos können unterstützen, reichen aber meist nicht aus, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Deshalb ist bei der Behandlung von Haarausfall ein ganzheitlicher Ansatz wichtig. Dazu gehören Pflege, Ernährung, psychische Gesundheit sowie gegebenenfalls medikamentöse und regenerative Therapieansätze.
  • Umgang mit Stress: Auch Stress kann zu Haarausfall beitragen.
  • Milde Haarpflegeprodukte: Verwenden Sie milde Shampoos und Pflegespülungen, die speziell auf die Bedürfnisse Ihres Haars abgestimmt sind.
  • Vorsicht bei Hitze und Styling: Vermeiden Sie übermäßige Hitzeeinwirkung durch Föhnen, Glätten oder Lockenstäbe.
  • Regelmäßige Kopfhautmassage: Massieren Sie Ihre Kopfhaut regelmäßig sanft, um die Durchblutung anzuregen und die Haarfollikel zu stimulieren.
  • Gehen Sie behutsam mit Ihrem Haar um: Vermeiden Sie Zugbelastungen durch feste Frisuren, Haarverlängerungen oder Haarteile.

Psychische Auswirkungen und Unterstützung

Besonders Frauen leiden oft stark unter dem Verlust ihres Haares - das Selbstbild kann massiv beeinträchtigt sein. Psychologische Unterstützung oder Selbsthilfegruppen können helfen, mit der Situation umzugehen.

Haarausfall ist nicht nur ein ästhetisches Problem, er kann auch schwerwiegende Auswirkungen auf die Psyche einer Person haben. Wenn sich das eigene Spiegelbild verändert, es immer schwieriger wird, kahle Stellen zu verstecken oder die Geheimratsecken immer mehr zu einer Glatze werden und einfach nichts zu helfen scheint - im Gegenteil. Die optische Veränderung, die Haarausfall mit sich bringt, wird als Makel wahrgenommen und kann dazu führen, dass die Psyche eines Menschen mitunter schwer angegriffen wird. Depressionen sind eine mögliche - und leider nicht sehr seltene - Folge.

Haarausfall bei Frauen | Was tun | Ursachen | Vorbeugung | Erklärungen | Therapie

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