Rote Flecken mit weißen Schuppen: Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Schuppen sind ein weit verbreitetes Problem, das viele Menschen in unterschiedlichem Ausmaß betrifft. Sie sind weder ansteckend noch gefährlich, können aber als unangenehm empfunden werden. Die Ursachen für schuppige Haut können vielfältig sein und reichen von harmlosen Auslösern bis hin zu chronischen Hauterkrankungen.

Psoriasis auf dem Ellbogen

Schuppen: Ein Überblick

Schuppen äußern sich durch Juckreiz und das Ablösen abgestorbener Hautzellen von der Kopfhaut. Dies wird besonders bei dunkler Kleidung sichtbar, da Schuppen eine grau-weiße Farbe haben können. Kopfschuppen können sowohl trocken als auch fettig sein. Die Stärke der Schuppenbildung variiert, lässt sich aber meist mit einfachen Mitteln kontrollieren. In manchen Fällen sind jedoch Erkrankungen wie Psoriasis (Schuppenflechte) oder ein seborrhoisches Ekzem für die Schuppen verantwortlich, was eine intensivere Behandlung erfordert.

Häufige Ursachen für Schuppenbildung

Viele Faktoren wurden in der Vergangenheit als Ursache von Schuppen genannt, wie z. B. trockene Kopfhaut, fettige Haut, zu häufiges oder seltenes Waschen mit Shampoo, ungesunde Ernährung, Stress oder zu viel Einsatz von Haarpflegeprodukten. Obwohl diese Faktoren dazu beitragen können, die Schuppen zu verschlimmern, ist der fettentziehende Hefepilz Malassezia furfur die häufigste Ursache. Dies ist ein Pilz, den die meisten Menschen auf der Kopfhaut tragen, der aber nicht notwendigerweise Probleme verursacht. Manchmal sind zu viele Pilze auf der Kopfhaut, sodass sich die Abschuppung der Hautzellen erhöht.

Normalerweise dauert der Erneuerungsprozess der Hautzellen einige Monate. Bei einem stärkeren Aufblühen des Malassezia-Pilzes kann dies innerhalb weniger Tage geschehen, was zu einer vermehrten Schuppenbildung führt. Was ein solch übermäßiges Wachstum des Hefepilzes auf der Kopfhaut verursacht, ist nicht ganz klar.

Als Erklärung dienen viele der bisher vermuteten Ursachen für Schuppen: erhöhte Öl-/Fett-Produktion aus den Drüsen der Kopfhaut, hormonelle Veränderungen, Stress, bestimmte Erkrankungen, Schwächung des Immunsystems, zu seltene Haarwäsche oder bei manchen Menschen vererbte Empfindlichkeit für den Malassezia-Pilz.

Für viele Betroffene ist eine juckende und schuppende Kopfhaut nur ein Zeichen für eine Überproduktion von Hefepilzen, für manche können aber andere zugrunde liegende Probleme beteiligt und entscheidend sein.

Trockene Haut

Trockene Haut ist insbesondere in der kalten Jahreszeit nicht ungewöhnlich. Der Wechsel zwischen warmer und kalter Luft ist eine Belastung für die Haut. Auch zu häufiges Haarewaschen kann die Haut austrocknen. Die Abschuppung von trockener Haut kann leicht mit anderen Schuppen verwechselt werden. Die Hautschuppen sind aber in der Regel kleiner und auch nicht so ölig/fettig glänzend wie durch Hefepilze verursachte Schuppen. Auch ein atopisches Ekzem kann zu trockener Kopfhaut und Schuppen führen.

Seborrhoisches Ekzem

Eine andere häufige Ursache für die erhöhte Schuppenbildung ist das sogenannte seborrhoische Ekzem. Es äußert sich durch rote, gereizte Haut in Bereichen mit vielen Talgdrüsen - nicht nur auf der Kopfhaut (Augenbrauen, Nasenflügel, die Rückseite der Ohren, Oberkörper, Leiste und in einigen Fällen auch unter den Achseln). Die gereizte Haut glänzt häufig fettig und ist in der Regel mit weißen oder gelben Schuppen bedeckt, die sich ablösen.

Schuppenflechte (Psoriasis)

Schuppenflechte (Psoriasis) führt zu rotem Hautausschlag mit weißen Schuppen. Hier ist auch ein schnelles Wachstum - und Absterben - der Hautzellen das Problem. Typischerweise sammelt sich abgestorbene Haut an Orten wie Ellenbogen und Knie, sie kann aber auch an anderen Stellen am Körper und auf der Kopfhaut vorkommen. Wenn die Kopfhaut betroffen ist, dann können sich die trockenen Bereiche bis auf die Stirn und den Hals ausbreiten.

Seborrhoisches Ekzem im Gesicht

Ringelflechte

Ringelflechte auf der Kopfhaut ist ein kleiner Pilz, der einen Hautausschlag in Form eines roten Rings verursacht. Ein anderer Name der Erkrankung ist Tinea capitis, sie ist ansteckend und kommt häufig bei Kindern unter zehn Jahren vor. Die Infektion betrifft zunächst nur ein Haar - entweder auf der Kopfhaut oder an den Augenbrauen/Wimpern - und breitet sich innerhalb weniger Tage ringförmig von diesem Punkt aus. Das Haar in dem betroffenen Bereich bricht oft direkt an der Oberfläche und fällt ab. Die Ringelflechte unterscheidet sich von einfachen Schuppen außerdem durch eine gerötete und gereizte Kopfhaut in dem betroffenen Bereich.

Kontaktekzem

Eine andere Erklärung für eine rote, gereizte, juckende und schuppige Kopfhaut kann ein Kontaktekzem sein. Dies kann beispielsweise nach dem Färben der Haare oder der Verwendung von Haarpflegeprodukten auftreten, auf die die Kopfhaut reagiert. Bei einem akuten Kontaktekzem ist die betroffene Hautfläche rot und geschwollen, dazu kommen mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen und eine spätere Schuppung der Haut. Chronische Ekzeme führen zu einer trockenen, rissigen und verdickten Haut mit Juckreiz.

Risikofaktoren für Schuppenbildung

Obwohl alle Erwachsenen Schuppen bekommen können, gibt es einige, die anfälliger sind als andere. Einige der begünstigenden Faktoren sind:

  • Alter: Schuppenprobleme treten oft erstmals in der Pubertät auf, gleichzeitig mit Pickeln und Hautunreinheiten. Allgemein können Hormonschwankungen Schuppen verursachen. Ältere sind aber nicht immun gegen Schuppen. Es kann ein Problem sein, das das ganze Leben lang besteht.
  • Geschlecht: Von Kopfschuppen sind rund 30 % der Frauen und 20 % der Männer zumindest zeitweise betroffen. Fettige Schuppen kommen bei Männern häufiger vor, weswegen das männliche Geschlechtshormon verdächtigt wird, eine Rolle bei der Schuppenbildung zu spielen. Männer haben außerdem größere Drüsen, die einen fettreichen Schweiß produzieren, was einen besseren Nährboden für den Hefepilz Malassezia bietet.
  • Fettige Haut und fettiges Haar: Diese bieten, wie oben erwähnt, bessere Wachstumsbedingungen für Malassezia, wodurch Betroffene besonders anfällig für Schuppenbildung sind.

Diagnose und Behandlung von Schuppen

In der Regel ist es nicht notwendig, wegen Schuppen eine Arztpraxis aufzusuchen. Wenn aber vernünftige Versuche nicht helfen, die Schuppen loszuwerden, kann es sinnvoll sein, ärztlichen Rat einzuholen. Seborrhoische Ekzeme können Schuppen ähneln, müssen aber in der Regel mit rezeptpflichtigen Medikamenten behandelt werden. Ärzte können leicht feststellen, ob ein seborrhoisches Ekzem vorliegt.

Schuppen sind oft ein hartnäckiges Problem, aber wenn Sie ein wenig standhaft und geduldig sind, kann es fast immer kontrolliert werden. Wenn das Problem nicht zu groß ist, kann es ausreichen, die Haare täglich mit einem milden Shampoo zu waschen, um die Schuppen in Schach zu halten. Wenn dies nicht reicht, gibt es eine Reihe von Schuppen-Shampoos, die Sie ohne Rezept kaufen können. Die Shampoos haben alle eine etwas andere Zusammensetzung, und es kann nötig sein, verschiedene auszuprobieren, bis Sie ein Shampoo finden, mit dem Sie zufrieden sind. Häufig enthalten diese Shampoos einen Inhaltsstoff, den der Malassezia-Pilz nicht verträgt, sodass sein Wachstum aufgehalten wird.

Es gibt auch Shampoos, die eine noch stärkere antimykotische Wirkung haben, aber einige von ihnen sind nur auf Rezept erhältlich, und diese Shampoos eignen sich nicht für den täglichen Gebrauch.

Ein weiterer Wirkstoff von Schuppen-Shampoos ist Salicylsäure, die die Kopfhaut aufweicht und bewirkt, dass trockene Schuppen beim Waschen abgerieben werden. Bei trockener Kopfhaut sollten Sie die Haare nicht zu häufig und mit einem milden Shampoo waschen. Auch eine Lotion oder Öl kann dabei helfen, dass die Kopfhaut weniger austrocknet und die Schuppenmenge verringern.

Nach dem Einseifen mit einem Spezial-Shampoo ist es vorteilhaft, mit dem Ausspülen wenige Minuten zu warten, damit die Wirkstoffe Zeit zur Entfaltung haben. Es ist wichtig, die Haare gut auszuspülen, vor allem nach der Verwendung von starken Shampoos. Verwenden Sie medizinische Shampoos im Wechsel mit einem normalen, hautfreundlichen Shampoo.

Die besten Tipps und Tricks für eine gesunde Kopfhaut

Vorbeugung von Schuppen

Es ist leider nicht möglich, Schuppenbildung zu verhindern. Aber es gibt einige Dinge, mit denen Sie eine mögliche Belastung durch Schuppen verringern können:

  • Lernen Sie, mit Stress umzugehen. Stress wirkt sich auf die Gesundheit aus und möglicherweise auch auf die Schuppenbildung.
  • Waschen Sie Ihre Haare regelmäßig mit Shampoo. Tägliches Einseifen mit Shampoo verringert die Öl-/Fettstoffe, die sich normalerweise auf der Kopfhaut befinden, und damit die Wachstumsgrundlage für Pilze, die Schuppen verursachen. Dadurch vermindert sich auch die Schuppenbildung.
  • Haarpflegeprodukte wie Haarspray, Haargel, Haarwachs und Mousse können Ihre Haare öliger/fettiger und somit attraktiver für Hefepilze machen. Einige Menschen entwickeln sogar allergische Reaktionen auf Haarpflegeprodukte. Versuchen Sie deshalb, solche Produkte so wenig wie möglich zu gebrauchen.
  • Eine gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse scheint auch eine positive Wirkung sowohl auf Schuppenbildung als auch auf die Gesundheit im Allgemeinen zu haben!
  • Auch die Sonne wirkt positiv und vermindert die Schuppenmenge. Es lohnt sich also, viel an der frischen Luft zu sein!

Seborrhoisches Ekzem im Detail

Rote Flecken und fettige Schuppen am Kopf und im Gesicht sind typisch für ein seborrhoisches Ekzem - dabei können sie mal mehr und mal weniger auftreten. Männer sind häufiger davon betroffen als Frauen. Ansteckend ist die Hautentzündung nicht.

Ein seborrhoisches Ekzem wird vermutlich von mehreren Faktoren verursacht. Mitverantwortlich könnte zum Beispiel eine erhöhte Talgbildung der Talgdrüsen sein, aber auch die normalerweise harmlose Besiedlung der Haut mit einem Hefepilz (Malassezia furfur).

Weitere mögliche Faktoren sind Bakterien, Stress, erbliche Veranlagung und Hormone. Auch Nervenerkrankungen wie etwa Parkinson und ein geschwächtes Immunsystem können eine Rolle spielen. Menschen mit geschwächter Körperabwehr haben zudem ein höheres Risiko, an einer schwereren Form des seborrhoischen Ekzems zu erkranken. Bei dieser Form breitet sich die Erkrankung auf der gesamten Haut aus.

Psoriasis-Arthritis

Bei Psoriasis-Arthritis treffen Rheuma und Schuppenflechte zusammen. Hauptmerkmale der chronisch-entzündlichen Erkrankung sind eine Gelenkentzündung sowie Plaques auf der Haut. Darüber hinaus kann es zu Entzündungen der Sehnen und Sehnenansätze (Enthesitis), der Bänder oder der Wirbelsäule sowie zu einer Daktylitis kommen.

Psoriasis-Arthritis ist eine chronische Erkrankung, die mit dem Immunsystem zusammenhängt. Ursächlich heilbar ist sie nicht. Zur Behandlung der Psoriasis-Arthritis stehen heute jedoch sehr gute und effektive Therapien zur Verfügung. Mit der passenden Behandlung kann es gelingen, die Gelenkentzündung der Psoriasis-Arthritis zu kontrollieren, die Schmerzen zu lindern und für die Haut möglichst vollständige Erscheinungsfreiheit zu erreichen. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt, um eine wirksame Therapie zu finden.

Etwa 200.000 Menschen in Deutschland sind von Psoriasis-Arthritis betroffen. Männer und Frauen erkranken etwa gleich häufig an Psoriasis-Arthritis. Psoriasis-Arthritis kann mit Begleiterkrankungen z. B. der Augen (Uveitis) oder des Darms (chronisch-entzündliche Darmerkrankungen) einhergehen. Psoriasis-Arthritis verläuft häufig in Schüben: Phasen mit und ohne Beschwerden wechseln sich ab. Psoriasis-Arthritis wird auch Arthritis psoriatica genannt oder als arthritische Psoriasis bezeichnet.

Ob es bei Psoriasis-Arthritis zeitgleich zu Haut- und Gelenkbeschwerden kommt oder nacheinander und in welcher Reihenfolge, ist unterschiedlich. In den meisten Fällen zeigt sich jedoch zuerst die Schuppenflechte und es kommt später zusätzlich zu Beschwerden am Gelenk.

Neben der Entzündung im Gelenk zeigt sich eine Schuppenflechte bei Psoriasis-Arthritis. In der Haut kommt es zu einem gestörten Erneuerungsprozess. Er ist um ein Vielfaches beschleunigt. Es werden viel mehr hornbildende Zellen (Keratinozyten) gebildet als in gesunder Haut. Sie können nicht richtig reifen, sammeln sich an der Hautoberfläche und bilden die charakteristischen schuppenden Hautveränderungen (Plaques).

Psoriasis-Arthritis

Schmerzen, Schwellung und Bewegungseinschränkungen sind Zeichen der Gelenkentzündung bei Psoriasis-Arthritis. Ohne Behandlung kann die anhaltende Entzündung zur Gelenkschädigung führen und die Gelenkfunktion dauerhaft einschränken. Mit einer frühzeitigen Diagnose und wirksamen Therapie kann das verhindert werden.

Psoriasis-Arthritis verläuft in Schüben. Der Verlauf bei Psoriasis-Arthritis, etwa die Häufigkeit und Dauer von Schüben oder die Stärke der Entzündung, kann sehr unterschiedlich sein. Es handelt sich um eine chronische Erkrankung, die fortschreitend sein kann und in der Regel anhaltend behandelt werden muss.

Ursachen für Psoriasis-Arthritis

Die genauen Ursachen für Psoriasis-Arthritis sind bis heute nicht abschließend geklärt. Es wird davon ausgegangen, dass unterschiedliche Faktoren bei der Entstehung eine Rolle spielen.

Es gibt eine erbliche Veranlagung für Psoriasis-Arthritis. Darüber hinaus können auslösende Reize, sogenannte Trigger, an der Entstehung beteiligt sein. Sie können das erstmalige Auftreten der Erkrankung oder auch einen neuen Schub begünstigen. Ob jemand auf einen Trigger reagiert, ist sehr unterschiedlich. Die erbliche Veranlagung wie auch Trigger können dazu beitragen, dass das Immunsystem fehlgeleitet wird und es so zu einer Psoriasis-Arthritis kommt.

Mögliche Trigger für Psoriasis-Arthritis:

  • Stress
  • Alkohol
  • Rauchen
  • Übergewicht
  • Hautverletzungen
  • Hormonelle Umstellungen
  • Bestimmte Medikamente

Psoriasis-Arthritis und Immunsystem

Das Immunsystem wird durch ein komplexes Zusammenspiel von Immunzellen, Botenstoffen und anderen Faktoren gesteuert. Bei Psoriasis-Arthritis wird das körpereigene Abwehrsystem fehlgeleitet.

Immunzellen produzieren verstärkt entzündungsfördernde Botenstoffe. Diese docken an Bindungsstellen von bestimmten Zellen an und lösen ein Signal in diesen Zellen aus, noch mehr Botenstoffe auszuschütten. Die Entzündungen werden weiter vorangetrieben und klingen nicht von allein wieder ab. Es ist heute möglich, mit bestimmten Therapien in diesen Entzündungsprozess einzugreifen und ihn zu unterbrechen.

Zusammenfassung

Rote Flecken mit weißen Schuppen können verschiedene Ursachen haben, von denen einige harmlos sind, während andere eine medizinische Behandlung erfordern. Eine sorgfältige Beobachtung der Symptome und gegebenenfalls ein Arztbesuch sind wichtig, um die richtige Diagnose zu stellen und eine geeignete Therapie einzuleiten.

Hinweis

Die Informationen in diesem Artikel dienen nur zu Informationszwecken und ersetzen keine professionelle medizinische Beratung. Bei gesundheitlichen Problemen sollten Sie immer einen Arzt oder eine andere qualifizierte Fachkraft konsultieren.

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