Fettige Haare waschen ohne Shampoo: Natürliche Methoden und ihre Anwendung

Die "No Poo"-Methode, kurz für "No Shampoo", ist ein Beautytrend, der darauf abzielt, die Haare ohne herkömmliches Shampoo zu waschen. Dieser Trend, der in den USA begann, erfreut sich großer Beliebtheit, insbesondere bei jungen Frauen. Stars wie die Olson Twins sollen angeblich nur einmal im Monat Shampoo verwenden. Doch wie funktioniert diese Methode, und was sind die Vor- und Nachteile?

Was ist die No-Poo-Methode?

Bei der No-Poo-Methode verzichtet man auf Shampoo und andere chemische Haarpflegeprodukte. Stattdessen werden natürliche Alternativen oder einfach nur Wasser zum Ausspülen verwendet. Das Ziel ist es, die Talgproduktion der Kopfhaut zu normalisieren und die Haare gesünder aussehen zu lassen.

Wie funktioniert die No-Poo-Methode?

Das Ziel ist es, sechs Wochen lang oder länger auf Shampoo, Conditioner, Maske und Stylingprodukte zu verzichten, um sämtliche Chemie aus der Haarpflege zu verbannen. In diesem Zeitraum soll sich die Talgproduktion der Kopfhaut normalisieren und die Haare danach gesünder aussehen. Schwierig ist der Start, da die Kopfhaut an regelmäßige Haarwäschen mit Shampoo gewöhnt ist und viel Talg produziert, wodurch die Haare fettig wirken.

Viele Frauen geben daher schnell angeekelt wieder auf. Wer durchgehalten hat, berichtet nach den sechs Wochen oft von weicheren, volleren und kräftigeren Haaren, die gesünder wirken.

1,5 Jahre OHNE Shampoo: #NoPoo & water only - meine Erfahrungen & Tipps

Natürliche Alternativen zum Shampoo

Wenn das Ausspülen mit Wasser allein nicht ausreicht, gibt es verschiedene natürliche Mischungen, die als Shampoo-Ersatz dienen können:

Natron als Shampoo

Natron, erhältlich im Drogeriemarkt, kann als Shampoo verwendet werden. Abhängig von der Haarlänge werden ein bis vier Teelöffel Natron in 200 bis 400 ml warmem Wasser aufgelöst. Diese Mischung wird über die Haare gegossen und einmassiert, um Schmutz und Fett zu lösen.

Roggenmehl

Alternativ kann man 3 EL fein gesiebtes Roggenmehl mit der doppelten Menge Wasser zu einer halbflüssigen Konsistenz mischen, in die Kopfhaut einmassieren und einige Minuten einwirken lassen, bevor man es abspült. Auch mit Lava- oder Heilerde kann man diese Mischung zubereiten.

Apfelessig als Conditioner

Anschließend spült man die Haare mit einer Mischung aus Apfelessig und Wasser, um Geschmeidigkeit, Kämmbarkeit und Glanz zu erzielen. Mische ein bis zwei Teelöffel Apfelessig mit einem halben bis einem Liter kaltem Wasser. Der strenge Geruch verfliegt schnell. Du kannst auch das Aroma mit wenigen Tropfen eines ätherischen Öls kaschieren oder Teebaumöl oder Rosmarinöl einsetzen, die beide antibakteriell wirken und Schuppenbildung vorbeugen.

Argumente für die No-Poo-Methode

  • Vermeidung von Chemie: Die No-Poo-Methode vermeidet die Austrocknung der Kopfhaut und verzichtet auf Chemie, Mineralöle und Silikone.
  • Umweltschutz: Sie schont die Umwelt durch die Vermeidung von Rückständen und Plastikmüll.
  • Natürliche Inhaltsstoffe: Man weiß genau, womit die Haut in Berührung kommt.

Konventionelle Shampoos enthalten oft biologisch schwer abbaubare Substanzen, die als hormonell wirksam oder krebserregend eingestuft werden können. Zu viel und zu konzentriertes Shampoo trocknet die Kopfhaut aus, die als Gegenreaktion umso mehr Talg zu produzieren versucht, was die Haare fettig, strähnig oder spröde machen kann.

Als gefährliche Inhaltsstoffe in konventionellen Shampoos gelten:

  • Propylene Glycol
  • Formaldehyd
  • PEGs
  • Parabene
  • SLS (aggressive Tenside)
  • Künstliche Duftstoffe
  • Synthetische Farbstoffe
  • DEA/TEA (Weichmacher)
  • Silikone
  • Oxybenzone (UV-Schutz)

Kritik von Dermatologen

Hautärzte stehen der No-Poo-Methode skeptisch gegenüber und warnen, dass sie nicht für jeden geeignet ist. Sie zweifeln daran, dass sich durch den Verzicht auf Shampoo die Fettproduktion verändere, da Talgdrüsen keine Sensoren auf der Kopfhaut haben. Wie schnell Haare nachfetten, ist typabhängig und hat wenig mit dem Shampoo zu tun. Nur mit Wasser bekommt man das Fett nicht aus den Haaren.

Auf fettiger Kopfhaut können sich außerdem Hefepilze und Ekzeme bilden. Wer unter fettigen Kopfschuppen und gereizter Kopfhaut leidet, braucht medizinische Anti-Pilz-Shampoos, da er sonst starke Schuppenbildung und Haarausfall riskiert. Allerdings befürworten auch Dermatologen die Idee, Shampoo & Co. sparsam zu verwenden und auf milde oder medizinische Produkte zur Haarpflege umzusteigen.

No-Poo und gefärbte Haare

Bei gefärbten Haaren kann die No-Poo-Methode dazu führen, dass sich die Haarfarbe verflüchtigt. In diesem Fall sollte man lieber mit milden Bio- oder Baby-Shampoos experimentieren.

Weitere natürliche Alternativen

Neben den bereits genannten Optionen gibt es noch weitere natürliche Alternativen zum Shampoo:

  • Lavaerde: Saugt Schmutz und Fett auf, ohne die Haare vollständig zu entfetten.
  • Heilerde: Kann die Talgproduktion ausgleichen und ist gut für feines Haar und empfindliche Kopfhaut.
  • Haarseife: Natürliche Seifen mit Bio-Inhaltsstoffen und pH-neutral.
  • Kastanien: Waschmittel aus Kastanien herstellen.

Wichtige Tipps für die No-Poo-Methode

  • Regelmäßiges Bürsten: Verteilt den Talg und regt die Durchblutung der Kopfhaut an.
  • Apfelessig-Spülung: Macht die Haare weich und glänzend.
  • Öle für trockene Spitzen: Argan-, Kokos-, Jojoba- oder Olivenöl.

Fazit

Sicher schadet es nichts, auf den sparsamen Umgang mit Shampoos und Stylingprodukten zu achten. Nach einer kurzen Umgewöhnungsphase bieten auch Naturkosmetik-Produkte oder milde Shampoos mit wenigen Inhaltsstoffen eine gute Alternative zu No Poo. Ob du tatsächlich dauerhaft auf das gute Gefühl einer frisch gewaschenen Mähne verzichten willst, kannst du letztendlich nur selbst entscheiden.

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