Fettige Haare nach dem Waschen: Ursachen und Lösungen

Nach dem Waschen sollten unsere Haare eigentlich im Top-Zustand sein, doch oft sehen sie schon gleich nach dem Duschen wieder fettig aus. Das kann frustrierend sein, aber es gibt verschiedene Ursachen und Lösungen für dieses Problem.

Häufige Ursachen für fettige Haare nach dem Waschen

Dass deine Haare nach dem Waschen immer noch fettig aussehen, kann verschiedene Ursachen haben, meist sind es Fehler in der Haircare-Routine:

1. Zu viel Conditioner im Ansatz

Gesundes, strahlendes Haar kommt nicht von allein. Das Waschen der Haare kann daher zu einem richtigen Ritual werden. Zuerst das Shampoo, dann der Conditioner und danach eine pflegende Maske. Doch oft liegt in diesen simplen Schritten der fatale Fehler, der den unschönen Glanz in der Mähne hervorbringt. Massiere die Spülung nämlich nicht nur in den Spitzen, sondern auch am Haaransatz ein, ist fettiges Haar oft die Folge. Im Gegensatz zu Shampoo ist die Spülung mit zusätzlichen Fetten und Ölen angereichert, die deiner Mähne Feuchtigkeit spenden sollen - wodurch sie schwer und fettend wirkt. Um den unschönen öligen Ansatz zu vermeiden, sollte die Spülung daher erst unterhalb des Ohrs in die Haarspitzen gegeben werden.

2. Zu häufiges Waschen

Du wäschst deine Haare täglich, weil sie einfach super schnell nachfetten? Das kann die Kopfhaut reizen und sie zu einer übersteigerten Talgproduktion anregen.

3. Falsches Shampoo

Kennst du deinen Haartyp, weißt du auch, welche Inhaltsstoffe dein Shampoo idealerweise enthalten sollte. Ist dein Shampoo nicht auf deinen Haartyp abgestimmt, kann das zu übermäßig fettigen Haaren führen. So kann etwa die Waschsubstanz Sodium Laurel Sulfat deine Haare zwar gründlich von Fett befreien und für tollen Schaum sorgen, empfindliche Kopfhaut kann dadurch aber austrocknen und mit einer übersteigerten Talgproduktion reagieren. Genauso können zu reichhaltige Shampoos deine Haare nach dem Waschen fettig aussehen lassen. Der Grund: Ihre enthaltenen Öle können vor allem feines Haar beschweren und fettig aussehen lassen. Meist sind es Shampoos mit cremigen, milchigen Texturen.

4. Nicht gründlich genug ausgespült

Auch wenn es schnell gehen muss, solltest du dir Zeit für die Haarwäsche nehmen. Denn machst du den Fehler und arbeitest dein Shampoo nicht gründlich an den Ansätzen ein oder wäschst Shampoo, Conditioner oder Maske nicht gründlich aus, können Fett und Öle im Haar verbleiben.

5. Zu reichhaltige Pflege

Genau wie zu reichhaltige Shampoos, können auch reichhaltige Conditioner oder Kuren für fettige Haare sorgen. Enthalten sie pflegende Öle oder Pflanzenfette wie Sheabutter oder Arganöl, können diese die Haare beschweren und deine ohnehin fettige Kopfhaut und Ansätze noch fettiger hinterlassen. Bei manchen Haartypen haben auch Silikone einen beschwerenden Effekt, der für fettige Haare sorgen kann.

6. Zu viel Hitze

Sind das Wasser beim Waschen oder die anschließende Föhnluft zu heiß, kann das die Kopfhaut austrocknen. Darauf kann sie ebenfalls mit einer stärkeren Talgproduktion reagieren, so dass die Haare direkt nach dem Waschen fettig aussehen.

7. Zu viel Build-up

Haarspray, Trockenshampoo oder Gel: Reste von Stylingprodukten können sich auf der Kopfhaut ansammeln, auch wenn du deine Haare häufig wäschst. Das sogenannte Build-up kann deine Kopfhaut beschweren und die Ansätze trotz Shampoonieren fettig aussehen lassen.

8. Häufiges Berühren der Haare

Falls du mehrmals am Tag Frisuren-Wechsel vollziehst, dir ständig in die Haare fasst oder dir Strähnen aus dem Gesicht streichst, kann das Grund für das schnelle Nachfetten sein. Denn mit jedem Griff in die Haare bringst du mehr Fett und Bakterien in Haare und Kopfhaut.

9. Hormonelle Schwankungen

Auch die Hormone können die Talgproduktion auf deinem Kopf beeinflussen. Fettige Haare können richtig nerven - kaum gewaschen, schon wieder strähnig.

5 Tipps gegen fettige Haare

Was tun gegen fettige Haare nach dem Waschen?

Um fettige Haare nach dem Waschen zu vermeiden, können Sie einiges tun. Mit meinen Tipps, Tricks und Hausmitteln sollten Sie das Problem schnell in den Griff bekommen:

  • Weniger Produkt verwenden: Beginnen Sie mit einer kleinen Menge Shampoo und Conditioner und erhöhen Sie die Menge nur, wenn nötig.
  • Gründlicher ausspülen: Nehmen Sie sich ausreichend Zeit, um alle Produkte vollständig aus Ihrem Haar zu spülen.
  • Leichtere Produkte wählen: Verwenden Sie Shampoos und Conditioner, die speziell für Ihren Haartyp entwickelt wurden. Zum Beispiel für fettiges, feines oder normales Haar.
  • Waschroutine anpassen: Versuchen Sie, Ihre Haare nicht jeden Tag zu waschen, um die Talgproduktion Ihrer Kopfhaut zu regulieren.
  • Klärendes Shampoo verwenden: Einmal pro Woche oder alle zwei Wochen kann ein klärendes Shampoo helfen, Produktablagerungen zu entfernen.
  • Handtuch und Bürste reinigen: Waschen Sie Ihr Handtuch regelmäßig und reinigen Sie Ihre Haarbürste von Zeit zu Zeit, um Rückstände zu entfernen.
  • Apfelessig-Spülung: Eine verdünnte Apfelessig-Spülung für die Haare (z. B. 1 Teil Apfelessig auf 3 Teile Wasser) kann helfen, Produktablagerungen zu entfernen und den pH-Wert Ihrer Kopfhaut auszugleichen. Achten Sie darauf, sie gründlich auszuspülen.

Beobachten Sie, welche Veränderungen Sie vornehmen und wie Ihre Haare darauf reagieren. So können Sie ganz leicht herausfinden, was die Ursache für die fettigen und klebrigen Haare nach dem Waschen ist.

Hausmittel gegen fettige Haare

Ihre Haare fetten schnell? Sie möchten dies gern auf natürliche Weise ändern? Probieren Sie die folgenden Hausmittel aus - einige davon helfen sogar, ohne dass Sie Ihre Haare zuvor extra waschen müssen.

  • Babypuder: Soforthilfe leistet Babypuder, denn er saugt den überschüssigen Talg auf. Geben Sie hierzu etwas von dem Produkt auf Ihre Kopfhaut sowie den Haaransatz und klopfen Sie es sanft ein. Bürsten Sie anschließend das überschüssige Puder wieder aus dem Haar. Auf diese Weise lässt sich ein fettiger Haaransatz vorübergehend wirksam loswerden.
  • Olivenöl: Auch wenn es widersprüchlich klingt: Bei fettigen Haaren hilft eine Kur mit Olivenöl, da dieses die Talgdrüsen beruhigt und diese weniger Öl produzieren. Dieses Hausmittel ist auch dann von Vorteil, wenn Sie unter juckender oder trockener Kopfhaut leiden. Massieren Sie das Olivenöl in die Kopfhaut ein, kämmen Sie nach zehn Minuten die Haare durch und waschen Sie das Öl anschließend gründlich aus.
  • Apfelessig: Wird Ihr Haar nach dem Waschen schnell wieder fettig - mitunter auch am Hinterkopf? Probieren Sie es mit Apfelessig, denn auch dieser hilft gegen fettige Haare. Die selbst zubereitete Kräuteressigspülung reinigt die Kopfhaut gründlich. Sie benötigen dazu jeweils einen Esslöffel Pfefferminze, Lavendel, Wacholderbeeren und 250 Milliliter Apfelessig. Legen Sie die Beeren und die Kräuter zwei Wochen im Essig ein. Seihen Sie die Flüssigkeit danach ab und füllen Sie alles in eine Flasche. Geben Sie einen Esslöffel von der Spülung zu 250 Millilitern Wasser und spülen Sie Ihr Haar nach dem Waschen damit.
  • Backpulver: Manche Menschen schwören auf Backpulver im Kampf gegen fettige Strähnen. Aus einem Esslöffel Backpulver und drei Esslöffeln Wasser entsteht eine alkalische Mischung, die gut überschüssigen Talg aufsaugt. Nach dem Auftragen der Paste auswaschen nicht vergessen.

Hausmittel haben ihre Grenzen. Wenn Ihre Beschwerden über einen längeren Zeitraum bestehen, trotz Behandlung nicht besser oder sogar schlimmer werden, sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen.

Haare ausfetten lassen: Funktioniert der Trend?

Bei dem Versuch, die Haare ausfetten zu lassen, werden die Haare - obwohl sie fettig sind - erst zu einem späteren Zeitpunkt als gewöhnlich gewaschen, sprich mit größerem Zeitabstand. Dabei empfehlen manche Quellen einen genauen Zeitabstand von beispielsweise 5 Tagen, andere von gar mehreren Wochen und wieder andere verbieten auch gänzlich die Anwendung von Shampoo. Die gemeinsame Idee aller Methoden ist, die Haare an selteneres Waschen zu gewöhnen und dadurch zu erreichen, dass sich die Talgproduktion an den neuen Waschrhythmus anpasst.

Positive Wirkungen

Eine seltenere Haarwäsche kann durchaus positive Effekte haben. Eine optimale Häufigkeit oder Rhythmus lässt sich nicht vorhersagen oder verallgemeinern. Tatsache ist jedoch, dass zumindest eine tägliche Haarwäsche nur in absoluten Ausnahmefällen notwendig ist. Zu häufiges Haarewaschen kann nämlich die Kopfhaut reizen und austrocknen. Wer zusätzlich zu einem aggressiven Shampoo greift, kann der Kopfhaut durch längere Waschpausen daher etwas Gutes tun.

Negative Wirkungen

Nicht jede:r profitiert von dem Versuch, die Haare ausfetten zu lassen. Ganz im Gegenteil können dabei auch Probleme auftreten. Wenn sich durch die seltenere Haarwäsche nämlich Dreck, Schmutz, Schweiß oder Stylingprodukte (z.B. Haarspray) auf der Kopfhaut ansammeln, kann es zu Hautirritationen kommen. Bei dem Selbstexperiment, die Haare ausfetten zu lassen, solltest Du dementsprechend darauf achten, dass Deine Haare so sauber wie möglich bleiben, u. a. indem Du auf den täglichen Gebrauch von Haarspray & Co. verzichtest.

Aus dermatologischer Sicht ist also eindringlich davon abzuraten, die Haare gar nicht mehr zu waschen. Es steht vielmehr zur Diskussion, ob zumindest selteneres Waschen bei fettigen Haaren helfen kann.

Weitere Tipps und Tricks

  • Auf die richtige Ernährung achten: Was wir essen, beeinflusst auch die Talgproduktion unserer Kopfhaut. Eine sehr zucker- und fettreiche Ernährung kann dazu führen, dass die Haare schneller nachfetten.
  • Mit kaltem Wasser nachspülen: Heißes Wasser öffnet die Schuppenschicht der Haare und kann die Talgproduktion anregen. Spülst du dein Haar am Ende der Wäsche mit kaltem Wasser ab, schließen sich die Schuppen wieder.
  • Die richtige Bürste verwenden: Bürsten mit weichen Naturborsten oder hochwertigen Kunststoffborsten verteilen das natürliche Haarfett gleichmäßig, ohne die Kopfhaut zu stark zu stimulieren.
  • Kissenbezug regelmäßig wechseln
  • Im Zweifel den Dermatologen oder die Dermatologin fragen: Wenn du trotz angepasster Pflegegewohnheiten und gesunder Ernährung weiterhin sehr schnell fettige Haare hast, kann auch eine überaktive Talgproduktion oder eine Hauterkrankung dahinter stecken.

Zusammenfassung

Fettige Haare nach dem Waschen können verschiedene Ursachen haben, von falschen Pflegeprodukten über hormonelle Schwankungen bis hin zu Ernährungsgewohnheiten. Mit den richtigen Tipps und Tricks können Sie die Talgproduktion regulieren und Ihre Haare frisch und gesund halten.

Ursache Lösung
Zu viel Conditioner am Ansatz Conditioner nur in die Spitzen geben
Zu häufiges Waschen Waschroutine anpassen, seltener waschen
Falsches Shampoo Shampoo für fettigen Haartyp verwenden
Nicht gründlich ausgespült Mehr Zeit zum Ausspülen nehmen
Zu viel Hitze Lauwarmes Wasser und kühle Föhnluft verwenden

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