Wer fettige Haare hat, wirkt schnell ungepflegt. Doch meist ist mangelnde Hygiene keineswegs der Grund dafür. Extrem fettiges Haar lässt sich auch von täglichem Waschen nicht beeindrucken. Oft werden die Haare sogar direkt nach dem Waschen wieder fettig und strähnig.
Betroffene leiden häufig stark unter fettigen Haaren und stellen sich mitunter die Frage: Was tun gegen fettige Haare? Wir haben einige Methoden zusammengestellt, die die Haare wieder frisch aussehen lassen - zum Teil auch ohne waschen:
Bei sehr fettigen Haaren und/oder einer juckenden Kopfhaut, die mitunter zu Haarausfall führt, ist eine Pilzinfektion (Tinea capitis) genannt, möglicher Auslöser. Es eignen sich spezielle Produkte mit antibakteriellen und antimykotischen Wirkstoffen. Lassen Sie von einer Dermatologin zuvor abklären, ob eine solche Infektion bei Ihnen vorliegt.
Manche Mittel gegen fettiges Haar enthalten Teere, Salicylate oder Schwefel. Nutzen Sie diese Produkte nur vorübergehend.
Greifen Sie nicht ständig in Ihr Haar. Die Haut an den Händen enthält alle möglichen Arten von Ölen, Schmutz und Keimen, die Sie an das Haar abgeben. Das lässt Ihr Haar insgesamt schneller fetten.
Ein weiterer Tipp gegen richtig fettige Haare ist Trockenshampoo. Wenn Sie das Produkt vor dem Schlafengehen anwenden, saugen die Puderpartikel das Öl über die Nacht auf und Ihr Haar ist morgens weniger strähnig.
Fettig werden alle Haare irgendwann. Aber wenn deine Haare schon wenige Stunden nach dem Waschen wieder strähnig aussehen, hast du ganz klar fettige Haare.
Warum werden Haare fettig und was kann man dagegen machen? Fettiges Haar entsteht, wenn die Talgdrüsen in den Haarwurzeln zu viel Fett produzieren. Dieser lässt die Haare schnell strähnig aussehen. Männer und Frauen sind gleich häufig betroffen. Fettige Haare sind prinzipiell gesund sowohl für die Struktur des Haares als auch für die Kopfhaut. Produzieren die Talgdrüsen aber übermäßig viel Fett, so stecken möglicherweise unterschiedliche Ursachen dahinter.
Was sind die Ursachen für fettige Haare beim Mann? Fettige Haare können bei Männern viele Ursachen haben. Oft spielen die Gene eine Rolle. Deine Kopfhaut produziert einfach mehr Fett als die von anderen Menschen. Aber auch hormonelle Veränderungen etwa in der Pubertät und schlechte Angewohnheiten können Auslöser sein: Wer sich häufig mit den Händen durch die Haare fährt, regt die Talg-Produktion an und verteilt Schmutz von den Fingern im Haar. Über fettige Haare darfst du dich dann nicht wundern.
Die Funktion dieser Talgdrüsen kann durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden. So sind zum Beispiel bestimmte Hefepilze, die sogenannte Malassezia-Spezies, die jeder Mensch auf seiner Kopfhaut hat, an der Entstehung einer fettigen Kopfhaut beteiligt.
Die Hauptauslöser einer erhöhten Talgproduktion sind männliche Hormone - sogenannte Androgene wie das Testosteron. Sie binden an die Androgenrezeptoren in den Talgdrüsen und fördern dadurch die Produktion von Sebum.
Manchmal klagen auch Frauen in den Wechseljahren darüber, dass ihre Haare trockener werden oder aber schneller fetten. „In den Wechseljahren kommt es zu Veränderungen im Gleichgewicht der Sexualhormone, wobei die Gegenspieler der Androgene, die Östrogene, weniger produziert werden“, ergänzt Prof. Markus Böhm, Leiter der Allgemeinen Dermatologie am Universitätsklinikum Münster. „Dieses sich neu einstellende Verhältnis kann prinzipiell auch zu Veränderungen in der Talgproduktion der Kopfhaut führen.
Wenn die Haare jeden Tag fettig werden, sind vielleicht die Gene schuld. Erblich bedingte Faktoren führen dazu, dass bei einigen Menschen von Natur aus mehr Öl produziert wird als bei anderen, da deren Talgdrüsen besonders aktiv arbeiten.
Bei der Verbreitung des Talgs spielen auch die Schweißdrüsen eine Rolle. Je höher die Schweißproduktion ist, desto flüssiger wird der Talg. Er verteilt sich dadurch leichter über die jeweilige Hautpartie und die Haare sind gefühlt immer fettig.
Sind deine Talgdrüsen am Kopf hyperaktiv, helfen milde Anti-Fett-Shampoos meist schnell und effektiv. Sie enthalten eine hohe Konzentration waschaktiver Substanzen, sogenannter Tenside, rückfettende Inhaltsstoffe dagegen stecken bewusst nicht drin.
Wenn die Ursache für deine fettigen Haare vermehrtes Schwitzen oder Mit-der-Hand-durchs-Haar-fahren ist, nutzen Shampoos für fettige Haare wenig. Dann versprechen eher milde Shampoos für die tägliche Wäsche Abhilfe.
Auf keinen Fall solltest du deine Haare mehrmals am Tag mit Shampoo waschen, denn das strapaziert die Kopfhaut und den Schopf enorm. Wenn du morgens gewaschen hast und abends zum Sport gehst und danach deine Haare waschen willst, genügt Wasser allein, um den Schweiß zu lösen.
Mit der richtigen Pflege bleiben fettige Haare länger frisch. Auf Conditioner sollten Männer mit fettigem Haar ganz verzichten, oder ihn wirklich nur in die Spitzen geben, was sich bei kurzen Haaren schwierig gestaltet.
Grundsätzlich empfiehlt Dermatologin Christiane Bayerl, Direktorin der Klinik für Dermatologie und Allergologie an der Helios Klinik Wiesbaden, einen pragmatischen Umgang mit der Thematik: „Wenn eine Kopfhaut stärker fettet, muss ich meine Haare eben häufiger waschen. Das schadet nicht und sorgt auch nicht dafür, dass die Haare schneller nachfetten.“ In der Regel reicht dafür ein mildes Shampoo [4]mit einer pH-neutralen Formulierung, das heißt mit einem pH-Wert von etwa 5.
Fetten die Haare sehr stark, können Spezialprodukte[5] helfen. „Shampoos mit den Inhaltsstoffen Ketoconazol, Ciclopiroxolamin oder Selen können die Anzahl der Hefepilze reduzieren“, sagt Professorin Bayerl. „Diese Shampoos sind als wirksam gegen Schuppen und fettiges Haar gekennzeichnet und für die Verbraucherinnen und Verbraucher dadurch leicht erkennbar.“
Von einem Versuch, die Haare über mehrere Wochen nicht zu waschen, rät sie ab. „Das war eine Weile sehr angesagt, hat aber überhaupt keinen Einfluss auf die Talgproduktion der Drüsen.“
In ganz extremen Situationen und nur in Absprache mit Arzt oder Ärztin gibt es Medikamente, sogenannte Retinoide, mit denen man eine sehr pathologische, also krankhafte, Talgproduktion der Kopfhaut, Seborrhoe, behandeln kann.
Waschen Sie schnell fettendes Haar möglichst morgens. Verzichten Sie deshalb lieber auf eine Spülung.
Wenn Sie ständig fettige Haare haben, sollten Sie auf spezielle Pflegeprodukte für fettiges Haar zurückgreifen. Sie enthalten oft Meerestang oder Kräuter wie Schachtelhalm, Rosmarin, Huflattich, Brennnessel, Kamille oder Salbei. So wird die Fettbildung reguliert und die Kopfhaut beruhigt. Auch medizinische Teer-Shampoos können den Fettgehalt regulieren.
Wenn Sie extrem fettige Haare haben und diese mit Shampoos nicht in den Griff bekommen, können Sie von einem Hautarzt oder einer Hautärztin Mittel verordnet bekommen, welche die Talgdrüsenaktivität regulieren.
Neben der richtigen Pflege kommt es jedoch auch auf das Know-how für die Anwendung an. Ein weitverbreiteter Irrglaube: Häufiges Waschen rege die Neubildung von Fett an. In Wirklichkeit ist das Gegenteil der Fall. Fettiges Haar sollte häufiger gewaschen werden - bei Bedarf sogar täglich. Denn mit jeder Haarwäsche werden die Talgdrüsen nahezu „ausgequetscht“ und verlieren so Stück für Stück etwas mehr Fett.
Vermeiden Sie es, die Fingernägel in die Kopfhaut zu graben - das richtet mehr Schaden an, als es nützt.
Befreien Sie die Kopfhaut ab und an von überschüssigem Fett. Heilerde aus der Apotheke ist sehr resorptionsfähig und eignet sich daher ideal, um Haarfett aufzunehmen und zu binden. Auch Trockenshampoo kann dafür genutzt werden.
Kämmen Sie Ihre Haare mit einem Kamm statt einer Bürste. Denn Bürsten verteilen das Fett von der Haarwurzel bis zum Haarende.
Da fettige Haare Ihre Kopfhaut reizen können, sollten Sie diese nicht noch weiter strapazieren.
Je nach Ursache hilft ein Blick auf die aktuelle Lebenssituation, um etwa Beispiel langfristig Stress zu reduzieren oder die Ernährung umzustellen. Mittel- und Kurzfristig können diverse Hausmittel sowie medizinische Shampoos gegen schnell nachfettende Haare helfen. Mehrmals pro Woche angewandt, sollten sich nach spätestens vier Wochen sichtbare Erfolge einstellen.
Probiere doch einmal ein Trockenshampoo aus: Die feinen Puderpartikel saugen überschüssiges Fett auf und werden dann wieder herausgekämmt - die Haare bekommen Grip. Wer mit dünnem Haar zu kämpfen hat, sollte Volumen-Puder benutzen. Einfach auf die Fingerspitzen geben, kurz verreiben und dann an die Haaransätze sanft massieren. Das gibt dem Haar Stand und kaschiert leichten Fettglanz.
Womit stylen Männer fettige Haare am besten?
Am besten mit einer mattierenden Stylingpaste. Verreibe einen erbsengroßen Klecks in den Handflächen und verteile das Produkt bis in die Fingerzwischenräume. Dann von unten mit den Fingern ins Haar fahren und so quasi aufplustern. Ein paar Strähnen akzentuieren, fertig. Viele Männer machen den Fehler und streichen das Produkt einfach nur von obendrauf. Dadurch werden die Haare aber platt an den Kopf gedrückt und sehen noch weniger aus.
Wie werde ich meine fettigen Haare wieder los?
Bevor es an die Wahl der richtigen Produkte geht, stellt sich vor allem eine Frage: Wie oft sollte ich überhaupt meine Haare waschen? Grundsätzlich gilt: So oft wie nötig, aber so wenig wie möglich. Im Klartext heißt das: Täglich waschen ist ok. Wichtig ist dann aber, ein pH-neutrales Shampoo zu verwenden, das genau zu deinem Haartyp passt.
Ihre Haare fetten schnell? Sie möchten dies gern auf natürliche Weise ändern? Probieren Sie die folgenden Hausmittel aus - einige davon helfen sogar, ohne dass Sie Ihre Haare zuvor extra waschen müssen.
Vor dem Griff zum medizinischen Shampoo können Sie sich an einer Reihe von natürlichen Hausmitteln ausprobieren. Beliebt ist Apfelessig, da er die Talgdrüsen reinigt. Schwarzer Tee, Kamillen- oder Brennnesseltee enthalten adstringierende Wirkstoffe. Dadurch ziehen sich die Talgdrüsen zusammen und die Talgroduktion wird für gewisse Zeit gehemmt. Viele Stoffe finden sich auch in abgewandelter Form in Anti-Fett-Shampoos wieder. Die enthalten auch sogenannte Tenside, welche die Kopfhaut und den Haaransatz entfetten und reinigen. Bewährte Inhaltstoffe in Shampoos sind zudem diverse Minerale wie Zink, Magnesium oder Eisen, denn sie verstärken die Zellregeneration und wirken teils antibakteriell.
Gibt es Hausmittel, die bei fettiger Kopfhaut helfen können?
Apfelessig-Behandlungen, Zitronensaft-Kuren, Babypuder, Backpulver, Teebaumöl - im Internet finden sich unzählige Empfehlungen, mit denen man fettiger Kopfhaut angeblich entgegenwirken kann. Meist beruhen diese Empfehlungen allerdings auf Erfahrungen und können nicht durch Studien bewiesen werden. Da lohnt es sich unter Umständen, einfach mal selbst auszuprobieren, was hilft.
„Ich empfehle meinen Patientinnen und Patienten zum Beispiel, in warmen Räumen die Mütze oder den Hut abzusetzen oder sich die Haare zu föhnen, da die heiße Luft die Kopfhaut zumindest ein wenig austrocknet“, sagt Prof. Bayerl.
Hausmittel haben ihre Grenzen. Wenn Ihre Beschwerden über einen längeren Zeitraum bestehen, trotz Behandlung nicht besser oder sogar schlimmer werden, sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen.
Es finden sich Hinweise, dass der Verzehr von Zucker oder Milchprodukten einen Einfluss auf die Talgproduktion der Haut haben könnte. So erhöht zum Beispiel eine Ernährung mit hohem glykämischen Index den Insulinspiegel, was wiederum die Androgenproduktion steigern kann - und erhöhte Androgenspiegel fördern die Talgproduktion.
Ein direkter Zusammenhang konnte bislang aber nicht nachgewiesen werden. „Wir wissen, dass die Ernährung beispielsweise Hauterkrankungen wie Schuppenflechte oder atopische Dermatitis beeinflussen können“, sagt Prof. Böhm.
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