Haarseife flüssig machen: Eine ausführliche Anleitung

Haarseifen erfreuen sich wachsender Beliebtheit als umweltfreundliche und natürliche Alternative zu herkömmlichen Shampoos. Sie sind meist vegan, enthalten wertvolle Inhaltsstoffe und kommen ohne umweltschädliche Verpackung aus. Haarseifen, auch bekannt als "festes Shampoo" oder "Shampoobars", sind besonders praktisch für Reisen, da sie platzsparend und auslaufsicher sind.

Was ist Haarseife?

Haarseife besteht hauptsächlich aus verseiften Ölen. Die Basis bildet oft ein pflegendes, neutrales Öl wie Kokosöl, Olivenöl oder Sheabutter, das mit weiteren Pflanzen- oder ätherischen Ölen kombiniert wird. Einige Haarseifen enthalten zusätzlich Blütenteile oder Blätter, die das natürliche Aussehen unterstreichen.

Die Öle werden mit einer speziellen Lauge verseift. Dieser Prozess erfolgt unter ständigem Rühren, um eine gute Verbindung aller Inhaltsstoffe zu gewährleisten. Das Kaltrühr-Verfahren wird ohne Wärmezufuhr durchgeführt, um die wertvollen Inhaltsstoffe zu erhalten. Bei der Verseifung entsteht ein Salz, das die Seife bildet. Nach dem Rühren muss die Seife mehrere Wochen oder Monate ruhen, um auszuhärten und portionierbar zu sein.

Unterschied zwischen Haarseife und Shampoo

Shampoo enthält eine Vielzahl von Inhaltsstoffen, die es flüssig halten und eine Schaumbildung ermöglichen, darunter Tenside, die Fett und Schmutz von der Haaroberfläche lösen. Haarseife hingegen besteht aus verseiften Ölen ohne Zusatzstoffe, wodurch sie weniger schäumt.

Vorteile von Haarseife:

  • Natürliche Inhaltsstoffe
  • Frei von Tensiden, Parabenen und Silikonen
  • Umweltfreundliche Verpackung
  • Ergiebig und portionierbar

Inhaltsstoffe von Haarseife

Die Zusammensetzung von Haarseifen variiert je nach Haartyp und gewünschter Pflegewirkung. Hier sind einige gängige Inhaltsstoffe:

  • Olivenöl: Verbessert den Feuchtigkeitshaushalt von Haar und Kopfhaut, reduziert Schuppenbildung.
  • Rizinusöl und Kokosöl: Pflegen das Haar weich, versorgen es mit Nährstoffen und regen das Haarwachstum an.
  • Ätherische Öle: Rosmarinöl und Zitronenöl bei fettigem Haar und trockenen Spitzen, Lavendelöl zur Anregung des Haarwachstums und zur Beruhigung der Kopfhaut, Teebaumöl zur Tiefenreinigung.
  • Aloe Vera Gel oder grüner Lehm: Verbessern die Griffigkeit der Haare und reichern sie mit Spurenelementen an.

Der Überfettungswert auf der Verpackung gibt an, wie viel Prozent nicht verseifte Inhaltsstoffe enthalten sind. Je höher dieser Wert, desto höher die Pflegewirkung.

Haarseife flüssig machen: So geht's

Einige Anwender bevorzugen flüssige Haarseife gegenüber festen Stücken. Es gibt verschiedene Methoden, um Haarseife in eine flüssige oder cremige Form zu bringen.

Methode 1: Verflüssigung mit Wasser und Mixer

Diese Methode ergibt eine cremige, mousse-artige Konsistenz:

  1. Haarseife hobeln (ca. 2 Esslöffel).
  2. Wasser aufkochen und über die gehobelte Seife gießen (ca. 6 Esslöffel).
  3. Mit einem Stabmixer kurz mixen, bis Schaum entsteht.
  4. Die Masse abkühlen lassen, bis sie fester wird.

Ergebnis: Eine feste Creme oder Mousse, die sich gut zwischen den Händen verteilen lässt und die gleiche Waschleistung wie feste Haarseife bietet.

Methode 2: Aufkochen mit Wasser oder Tee

Diese Methode ergibt eine gelartige Konsistenz:

  1. 15 g gehobelte Seife mit 375 ml Wasser oder starkem Tee aufkochen.
  2. Einige Zeit kochen lassen oder mit kochendem Wasser übergießen und ziehen lassen.
  3. In ein Gefäß füllen und über Nacht stehen lassen.

Ergebnis: Ein festes Gel, das im Kühlschrank eine Woche gelagert werden kann. Die Menge sollte für ein bis zwei Haarwäschen pro Woche ausreichen.

Methode 3: Auflösen in Glyzerinseife

Diese Methode ergibt eine flüssige bis puddingartige Konsistenz:

  1. Ein Stück klare Glyzerinseife (ca. 50g) in eine Halbliterflasche Wasser werfen.
  2. Einige Tage stehen lassen und regelmäßig schütteln, bis sich die Seife aufgelöst hat.

Ergebnis: Ein "Shampoo" mit einer Konsistenz zwischen flüssigem Eiweiß und Wackelpudding. Regelmäßiges Schütteln ist erforderlich, um ein zu festes Gel zu vermeiden.

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Zusätzliche Tipps

  • Verwende Naturseife ohne synthetische Farb- und Konservierungsstoffe.
  • Experimentiere mit verschiedenen ätherischen Ölen für Duft und zusätzliche Pflegewirkung.
  • Stelle nur kleine Mengen her, da die selbstgemachte Flüssigseife begrenzt haltbar ist.
  • Achte darauf, dass keine Klümpchen in der Masse sind, um ein Verstopfen des Pumpspenders zu vermeiden.

Flüssigseife selber machen aus Seifenresten

Anstatt neue Haarseife zu kaufen, kannst du auch Seifenreste verwenden, um Flüssigseife herzustellen. Dies ist eine nachhaltige Möglichkeit, um Abfall zu reduzieren und Ressourcen zu schonen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Flüssigseife selber machen

  1. Seifenreste wiegen (ca. 100 Gramm).
  2. Seifenstücke in ca. 0,5 cm große Würfel zerkleinern.
  3. Seifenwürfel in einen Kochtopf geben und pro 100 Gramm Seife etwa 200 ml Wasser hinzufügen.
  4. Die Seifensuppe bei niedriger Temperatur erwärmen und immer wieder kräftig durchrühren, bis sich die Seife aufgelöst hat.
  5. Ein paar Tropfen ätherisches Öl hinzufügen (optional).
  6. Den Topf vom Herd nehmen und auskühlen lassen.
  7. Die abgekühlte Flüssigseife in einen Pumpspender füllen.

Haarseife Erfahrungen

Zu Beginn der Anwendung von Haarseife kann es einige Haarwäschen dauern, bis die zuvor verwendeten Tenside und Silikone vollständig aus dem Haar entfernt sind. Sobald dieser Effekt abnimmt, kann eine saure Rinse (z.B. Essig-Wasser-Gemisch) helfen, das Haar zu glätten und Rückstände zu entfernen.

Die Häufigkeit der Haarwäsche hängt vom Haartyp ab. Fettiges Haar sollte alle 1-2 Tage gewaschen werden, während normales Haar gut mit einmaligem Waschen pro Woche auskommt.

Haarseife bei speziellen Haarproblemen

  • Schuppen: Haarseife mit Rosmarin, Lavendel, Brennessel oder Aloe Vera beruhigt die Kopfhaut und spendet Feuchtigkeit.
  • Locken: Weniger überfettete Seife verwenden, um das Haar nicht zu beschweren. Zusätzlich einen Conditioner verwenden.
  • Fettiges Haar: Haarseife mit geringem Überfettungsgrad und Inhaltsstoffen wie Rosmarin, Zitrone, Lavendel oder Lehm verwenden.

Lagerung und Haltbarkeit

Haarseife ist in getrockneter Form viele Wochen und Monate haltbar. Nach der Verwendung gut trocknen lassen und auf einem Seifenhalter lagern. Vor der ersten Verwendung kann die Seife portioniert und die unbenutzten Teile kühl und trocken gelagert werden.

Wo kann man Haarseife kaufen?

Haarseife ist in Reformhäusern, Bio-Supermärkten, Unverpackt-Läden, Drogeriemärkten und online erhältlich. Der Seifenhersteller Lush bietet ebenfalls eine Vielzahl handgemachter Shampoo-Bars und Haarseifen an.

DIY festes Shampoo selber machen

Natürlich kann man mittlerweile fast überall feste Shampoos und auch Haarseifen kaufen. Aber tatsächlich tummeln sich in vielen der Produkte bedenkliche Zutaten. Warum also nicht mal ein festes Shampoos selber machen?

Ihr braucht:

  • 125 g Speisestärke (Maisstärke)
  • 120 g SLSA Tensid
  • 60 g Sheabutter (ersatzweise Kakaobutter*)
  • 10 Tropfen ätherisches Teebaumöl*
  • 6 Tropfen ätherisches Rosenöl*
  • Silikon Seifenform
  • optional einige wenige Tropfen Seifenfarbe* oder Lebensmittelfarbe*

Und so wird´s gemacht:

  1. Vermischt in einer Schüssel das Tensid und die Maisstärke gut miteinander.
  2. Dann gebt Ihr die Sheabutter in eine Schüssel oder Tasse und lasst sie auf dem Herd in einem Topf mit Wasser (also im Wasserbad) schmelzen. Ist die Sheabutter komplett flüssig, gebt Ihr einige wenige Tropfen Lebensmittelfarbe hinzu. Nun noch die ätherischen Öle zufügen und das Ganze zu den Pulverzutaten kippen.
  3. Verrührt es gründlich mit einem Löffel und knetet es anschließend noch einmal gut von Hand durch. Es sollte eine nicht allzu krümelige, feste Masse entstanden sein.
  4. Diese Masse füllt Ihr nun in Eure Seifenform. Immer wieder fest andrücken. Nehmt dafür ruhig einen Löffel oder Ähnliches zu Hilfe. Das feste Andrücken ist überaus wichtig, damit Euer Shampoo später nicht auseinander bröselt.
  5. Jetzt solltet Ihr Eure “Seifen”-Stücke über Nacht trocknen und fest werden lassen. Wenn Ihr ganz ungeduldig seid, könnt Ihr die Seifenform auch für eine Stunde in den Gefrierschrank stellen. Danach die Shampoo Stücke vorsichtig aus der Form holen.
  6. Fertig ist Euer selbstgemachtes festes Shampoo, das Ihr sofort verwenden könnt!

Mit diesen Anleitungen und Tipps kannst du deine Haarpflegeroutine nachhaltiger gestalten und gleichzeitig von den Vorteilen natürlicher Haarseife profitieren. Ob fest oder flüssig, Haarseife ist eine umweltfreundliche und effektive Alternative zu herkömmlichen Shampoos.

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