Haarausfall bei Frauen: Ursachen, Erfahrungen und Lösungen

Wenn beim morgendlichen Kämmen lose Haare in der Bürste zurückbleiben, ist das noch kein Grund zur Panik. Erst wenn der Anteil der ausfallenden Haare mehr als 100 Kopfhaare pro Tag übersteigt, sprechen Expertinnen und Experten von Alopezie und damit von vermehrtem, krankhaftem Haarausfall.

Frauen leiden darunter seltener als Männer, verschont bleiben sie allerdings nicht. Hinter dem Haarausfall können viele Ursachen stecken. Suchen Sie deshalb bei andauerndem übermäßigem Haarverlust eine Ärztin oder einen Arzt auf.

Um die Ursachen und möglichen Behandlungen von Haarausfall bei Frauen besser zu verstehen, ist es hilfreich, den natürlichen Haarzyklus zu kennen:

  1. Wachstumsphase: Das Haar wird im Follikel der Kopfhaut gebildet und länger und dicker.
  2. Übergangsphase: In dieser Phase des Haarzyklus befindet sich etwa ein Prozent der Haare. Die Haarwurzel wird nun nicht mehr mit Nährstoffen versorgt und stellt deshalb die Zellteilung und das Haarwachstum ein. Sie schrumpft und verhornt schließlich. Das Haar wird von der Haarpapille abgestoßen.
  3. Ruhe-/Ausfallphase: In der Telogenphase befinden sich in der Regel etwa 14 Prozent aller Haare auf dem Kopf, sie dauert rund drei Monate an. Die Stoffwechselaktivität des Follikels wird eingestellt. Ein neues Haar wird gebildet, das das alte aus dem Follikel schiebt: Es fällt aus.

Mögliche Ursachen für Haarausfall bei Frauen

Es gibt viele Faktoren, die zu Haarausfall bei Frauen beitragen können:

Genetisch bedingter Haarausfall

Unabhängig vom Geschlecht leiden 90 Prozent aller Betroffenen unter erblichem oder anlagebedingtem Haarausfall. Hatten die Mutter und/oder die Großmutter ebenfalls Haarausfall? Ja, dann ist diese Ursache wahrscheinlich. Bei Männern zieht sich in diesem Fall der Haaransatz an Stirn und Schläfen zurück, die Geheimratsecken entstehen.

Hormonschwankungen

Geraten Hormone aus der Balance, kann das zum Haarausfall führen. Eine Veränderung des Hormonhaushalts tritt insbesondere in der Pubertät, während der Wechseljahre und in der Schwangerschaft auf. Auch das Absetzen von hormonellen Verhütungsmitteln („Pille“) beeinflusst die Hormone.

Hormoneller Haarausfall! Was ist das? Was kann ich tun?

Ernährung

Das Haar wird über die Haarwurzel mit Nährstoffen versorgt. Damit sie gesund wachsen können, brauchen die Haare Vitamine und Spurenelemente:

  • Eisen
  • Zink
  • Biotin (Vitamin B7)
  • Vitamin A
  • Vitamin E
  • Vitamin C

Eine Unterversorgung kann den Haarausfall fördern.

Medikamente

Die Einnahme bestimmter Arzneimittel kann das Haarwachstum verhindern. Dazu gehören einige Blutverdünner, Antidepressiva und ACE-Hemmer sowie Antiepileptika, die den Wirkstoff Valproinsäure enthalten, oder Zytostatika.

Pflegefehler / mechanisch bedingter Haarausfall

Wer seine Haare zu heiß wäscht, föhnt oder mit dem Glätteisen behandelt, kann Haarausfall fördern. Ungeeignete Shampoos und Hairstyling-Produkte belasten die Haarsubstanz zusätzlich.

Vernarbender Haarausfall

Hauterkrankungen und Schädigungen der Kopfhaut führen zu Haarausfall und vernarbten Stellen.

Diffuser und kreisrunder Haarausfall

Meist zeigt sich der Haarausfall bei Frauen als „diffuser Haarausfall” (Effluvium): Die Haare gehen gleichmäßig am ganzen Kopf aus. Bei kreisrundem Haarausfall fällt das Haar an den betroffenen Körperstellen münzförmig aus. Der kreisrunde Haarausfall tritt bei ein bis zwei Prozent der Betroffenen auf. Als Ursache wird eine Autoimmunreaktion gegen die in der Haut liegenden Haarbestandteile vermutet. Dadurch entstehen lokale Entzündungen, die das Wachstum der Haare stören. Alopecia areata klingt meist von selbst wieder ab.

Auch hier wird eine Autoimmunerkrankung als Grund angenommen: Der Körper zerstört die eigenen Haarwurzeln. Betroffene haben keinerlei Haare mehr auf dem Kopf.

Behandlung von Haarausfall

Die Behandlung hängt von der Ursache und der Art des Haarausfalls ab. Ist beispielsweise ein Medikament für den Haarverlust bei Frauen verantwortlich, kann ein alternatives Mittel ausprobiert werden.

Zu den bekanntesten Wirkstoffen zählt Minoxidil: Das Blutdruck senkende Mittel ist als Medikament bei Haarausfall bei genetisch bedingtem Haarausfall bei Frauen (und Männern) zugelassen. Studien haben gezeigt, dass die äußerliche Anwendung das Haarwachstum fördert. Der Wirkstoff wird als Flüssigkeit oder Schaum regelmäßig auf die Kopfhaut aufgetragen. Besserung soll sich meist nach 2 bis 3 Monaten einstellen.

Weitere apothekenpflichtige Medikamente gegen Haarausfall bei Frauen sind die Pantovigar® vegan-Tabletten und Produkte der Marke Priorin (Tabletten oder als Liquid zur Anwendung auf der Kopfhaut). Zudem versprechen Shampoos mit Koffein das gesunde Haarwachstum zu fördern. Wissenschaftlich erwiesen ist der Effekt aber nicht. Bei zu häufiger Anwendung oder sensibler Kopfhaut kann es zudem zu Nebeneffekten wie Hautirritationen, trockener Kopfhaut oder Schuppenbildung kommen.

Shampoos und Tinkturen mit Alfatradiol wie Ellcranell sind zur Behandlung von hormonbedingtem Haarausfall zugelassen.

Auch spezielle Nahrungsergänzungsmittel versprechen eine Wirksamkeit bei Haarausfall.

Behandlung von kreisrundem Haarausfall

Bei kreisrundem Haarausfall werden meist Glukokortikoide oder JAK-Inhibitoren zur medikamentösen Behandlung verordnet. Diese sind verschreibungspflichtig. Weitere hilfreiche Methoden können die Low-Level-Laser-Therapie, Microneedling oder das Einspritzen von Blutplättchen-reichem Eigenplasma in die Kopfhaut sein.

Haarausfall nach der Schwangerschaft

Viele junge Mütter leiden unter Haarausfall nach der Schwangerschaft. Während der Schwangerschaft verlängern erhöhte Östrogenspiegel die Wachstums- und Ruhephasen deines Haarzyklus. Da weniger Haare abgeworfen werden, sieht dein Haar dicker und voller aus als gewöhnlich. Erst nach der Geburt beginnt der Haarausfall, daher der Name "postpartaler Haarausfall".

Nach der Schwangerschaft kehren deine Hormone zu ihren normalen Werten zurück. Das „zusätzliche“ Haar, an dem sich dein Körper festgehalten hat, wird abgestoßen, was zu einem Haarausfall nach der Geburt führt. Dieses Phänomen nennt man Telogen-Effluvium.

Was tun gegen Haarausfall nach der Schwangerschaft?

Es gibt zwar keine Möglichkeit, Haarausfall nach der Geburt zu verhindern, aber es gibt Maßnahmen, um ihn zu lindern:

  1. Ernährung: Deine Haarfollikel benötigen eine bestimmte Menge an Vitaminen und Mineralstoffen, um neues Haar effizient wachsen zu lassen und sich von Haarausfall in der Stillzeit zu erholen.
  2. Volumenprodukte: Verwende Shampoos und Conditioner, die das Haar mit Kraft und Feuchtigkeit versorgen und gleichzeitig Spliss, Ausdünnung und Haarbruch vorbeugen.
  3. Bambus Kissenbezug: Tausche deinen Kissenbezug aus Baumwolle gegen einen Bambus Kissenbezug aus.
  4. Richtige Bürste: Verwende eine Bürste mit weichen Borsten, die Knoten sanft auseinanderziehen.
  5. Hitze vermeiden: Lasse Fön, Lockenstab und Glätteisen weg.
  6. Kürzerer Haarschnitt: Langes Haar ist schwer und all das zusätzliche Gewicht lässt das Haar flacher aussehen. Kürzere Haare hingegen sind leichter und haben ein besseres Volumen.

Die Erholung von büschelweise Haarausfall nach der Schwangerschaft ist für jeden unterschiedlich, aber du kannst davon ausgehen, dass sich dein Haar zwischen drei Monaten und einem Jahr nach der Geburt erholt.

Klarzustellen ist, dass viele Formen von Haarausfall vorübergehend sind und das Haar von selbst nachwächst. Das wichtigste „Hausmittel“ gegen Haarausfall bei Frauen ist die Ernährung: Die für kräftiges Haar notwendigen Bausteine stecken in frischem Obst und Gemüse, Vollkornprodukten und tierischen Lebensmitteln wie Rind-, Schweine- und Geflügelfleisch. Auch Milchprodukte, Eier, magerer Fisch, Nüsse, Pilze und Hülsenfrüchte dürfen auf dem Speiseplan nicht fehlen.

Waschen Sie Ihre Haare mit Bier. Für ein Basilikumextrakt hacken Sie 100 g frische Basilikumblätter und geben Sie diese zu 200 ml hochkonzentrierten Alkohol. Lassen Sie das Gemisch vier Wochen lang ziehen. Filtern Sie die restlichen Basilikumblätter mit einem Kaffeefilter aus und lagern Sie die Lösung in einer Tropfflasche.

In grober Annäherung kann es ungefähr drei Monate dauern, bis sich Kopfhaut und Haarwurzeln erholen.

Der Markt an Tabletten, Shampoos und Haarkuren gegen Haarausfall bei Frauen ist groß und unübersichtlich. Da fällt es schwer, den Überblick zu behalten.

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